Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => Thema gestartet von: Helmi am 12 May 08, 19:48
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Hallo,
Was könnte das sein ? Geschiebe, Fundort: am Strand von Wittenbeck Nähe Fundort Kühlungsborn/ Ostseeküste, Dichte 3,23 (gemessen +/- 5%), Härte deutlich geringer als Glas, beim Bruch muschelig, lackartig glänzende Bruchstellen, opalisiert besonders auf der Oberfläche von Hohlräumen (in leuchtend ,klaren Farben meist rot und blau), zeigt in den Durchmischungszonen von blaugrün nach lindgrün sich durchkreuzende Nadelbüschel (lindgrün). Ähnlichkeit zum Pseudomalachit (Farbtöne) bzw. Malachit (Nadeln) im Mineralienatlas, jedoch abgerollter kompakter Stein mit klar getrennter Schichtung der Grüntöne (5x, nur auf frischem Bruch erkennbar).
Bilder: 1- Stein, 2- Splitter im Durchlicht mit gekreuzten Polarisatoren
Gruß an alle Helmi
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Bild 3 : frischer Bruch
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flint?
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Hallo,
Leider ist mir beim Eintippen der Dichte ein Fehler unterlaufen. Habe ihn korrigiert. Bei weiteren Recherchen bin ich nun beim Apatit gelandet. Über einen kompakten Fund habe ich bis jetzt jedoch noch nichts gefunden nur über Kristalle. Anbei eine Nahaufnahme eines Bruchstückes des Fundes. Deutlich zu sehen in der oberen Hälfte die erwähnten Nadeln und rechts unterhalb der Bildmitte das Opalisieren.
Gruß an alle Helmi
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Hallo,
Bin mir fast sicher, dass das Schlacke ist. Dafür spricht der Glasähnliche Bruch und die kleinen Bläschen. Das Opalisieren an den Bruchkanten würde da auch passen. Malachit oder Apatit halte ich da für unwahrscheinlich.
Gruß Daniel
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Hallo,
Eindeutig Schlacke. Solche Blasen wie auf dem letzten Bild findet man in natürlichen Gesteinen kaum, wenn dann am ehesten in Basalten und die sind braun bis schwarz gefärbt und die Blasen sind meist gefüllt.
Glück Auf!
Smoeller
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'n abend,
na, da tippe ich auf flint mit bryozoen. das gleiche material - nur in rottönen - gibt es bei mir im garten zuhauf, abseits jeder kupfer- und apatitvorkommen, verhüttet und/oder geschmolzen wurde hier auch nichts. die grüne einfärbung ist aber ungewöhnlich und interessant.
haldenschreck
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Hallo,
bin trotz abweichender Dichte und geringerer Härte (gewöhnlicher Flint ritzt meinen Fund, umgekehrt nicht möglich) über Calcedon und Opal bei einem Gemisch aus Moosopal (lindgrüner Bereich mit dentritischen Strukturen) und Prasopal (Chrysopal) gelandet. Was mich daran noch stört, sind die Tatsachen des Fundortes und das es ein Geschiebe ist.
Normalerweise sind die Geschiebe am Fundort ausnahmslos nordichen Ursprungs (Schweden, Finnland) .
Anbei Aufnahmen im polarisierten Licht der Varietäten die ich mit meinen Mitteln als Laie im Fund festellen konnte .
Bild 1: lindgrün matt, darunter glänzend
Bild 2: lindgrün glänzend
Bild 3: olivgrün matt
Gruß an alle Helmi
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Bild 3
Gruß Helmi
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Hallo,
bin trotz abweichender Dichte und geringerer Härte (gewöhnlicher Flint ritzt meinen Fund, umgekehrt nicht möglich) über Calcedon und Opal bei einem Gemisch aus Moosopal (lindgrüner Bereich mit dentritischen Strukturen) und Prasopal (Chrysopal) gelandet.
Leider nein :'(. Bin mir nach Bild 3 absolut sicher, dass es Schlacke ist. Kleine Bläschen kommen nie in einem dieser Mineralien vor. Die grüne Färbung könnte von einen Kupfer- oder Nickelgehalt verursacht sein.
Gruß Daniel
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Servus,
schliesse mich smoeller und Daniel an: es handelt sich nach dem Photo eindeutig um (Hochofen)Schlacke (aus der Stahlgewinnung). Die gruene Farbe kann auch von zweiwertigem Eisen herruehren.
Malachit oder ein anderes zweiwertiges Kupfermineral wuerde ich ausschliessen.
GA
Harald
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schliesse mich smoeller und Daniel an: es handelt sich nach dem Photo eindeutig um (Hochofen)Schlacke (aus der Stahlgewinnung). Die gruene Farbe kann auch von zweiwertigem Eisen herruehren.
hallo, und wie kommt schlacke aus der stahlgewinnung in die ostsee - als geschiebe? vielleicht aus polen? :o
kleine bläschen in flint sind nichts außergewöhnliches
haldenschreck
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Schlacke.
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schliesse mich smoeller und Daniel an: es handelt sich nach dem Photo eindeutig um (Hochofen)Schlacke (aus der Stahlgewinnung). Die gruene Farbe kann auch von zweiwertigem Eisen herruehren.
hallo, und wie kommt schlacke aus der stahlgewinnung in die ostsee - als geschiebe? vielleicht aus polen? :
Hallo,
das Material wird gerne zur Uferbefestigung und als Unterbau für Wege genommen.
MfG
Frank
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Hallo Mittüftler,
meine Recherchen führten mich weiter zu Chrysopras. Das würde erklären warum Tage nach der Volumenmessung im Wasser der Stein im trockenen Zustand immer noch auf der Außenseite die Schichtung der Farbtöne zeigt, die im Fundzustand kaum zu erkennen war. Weitere Untersuchungen zeigten im Pulver beim Zerbrechen Magnetitnadeln und auf dem polierten Schnitt mikroskopisch kleine Muskovitplättchen . Der Stein besitzt einen Eigengeruch. Für Schlacke scheinen mir die Hohlräume von der Form her zu regelmäßig und zu klein zu sein. Zum anderen ist der Stein zum größten Teil kompakt. Da mit Schlacke in der Regel ein Abfallprodukt der Montan- Industrie bezeichnet wird, wären die Fragen nach Herkunft (Fundort im N - Ostsee, an Land - Landwirtschaft und im Umkreis von über 100 km keinerlei metallurgische Betriebe) und schafft es die Brandung den Stein in entsprechender Zeit abzurollen (eventuell möglich, wenn man annimmt, daß in der Bronzezeit in der Nähe des Fundortes Menschen gelebt haben, jedenfalls waren Steinzeitmenschen hier).
Anbei ein Bild vom jetzigen Zustand des Steins und des Fundortes.
Gruß an alle Helmi
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hallo,
häää? muskovitplättchen? also, da ziehe ich doch meine flint-"bestimmung" und mich selbst aus diesem thread zurück
haldenschreck
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Fundort
Gruß Helmi
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Hallo,
Schlacke. Wie Krizu schon schrieb, wird das halt zum Wegebau verwendet. Schlacke ist spröde wie Glas => wird am Strand durch Sand/Wasser schnell rund getrommelt. Wie hast du die Malachit-, Magnetitnadeln und den Muskovit denn bestimmt? Farbe und Form stimmen bei Malachit nicht, so eingeschlossen wäre mir das auch neu. Und wie bereits gesagt, solche Blasen kommen niemals in der Form in einer Quarz-Varietät vor.
Gruß Daniel
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Hier zum Vergleich ein paar Aufnahmen aus meiner Sammlung:
1. ein Malachit (kenne ihn auch mit abwechselnd hell und dunkel Grün)
2. Apatit
3. Chrysopras
Ähnlichkeiten kann ich keine finden.
Gruss
Hans
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Auch wenn´s vielleicht nicht gefällt, aber meine Vorposter haben Recht. Es handelt sich um Schlacke.
Definitiv.
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ich würde sogar so weit gehen und sagen, daß es nicht direkt schlacke ist, sondern ein stück der ofenausmauerung. ich sehe da ein graues material in dem kleine, metallische kugeln stecken, blasen drinnen sind und schillernde überzüge.
ich kenne stücke einer ofenausmauerung wo im ofen goldhaltiges glas erzeugt wurde. da sitzen goldkügelchen in der ausmauerung. bis auf die farbunterschiede sihet das genau so aus. also könnte das auch die ausmauerung eines alten glasofens sein.
deine optischen beobachtungen passen auch. opal und calcedon liegt auch nicht so fern.
wenn du gesteintechnische analysen machst, dann heißt das nicht die stücke sind immer natürlich. selbst künstliche werkstoffe wie ziegel, keramik, glas, schlacke, stahl und co bestehen aus mineralen. sie haben allerdings typische eigenstrukturen. der stoffbestand sagt nur was drinnen ist. schön, aber sagt mir aber nichts über die entstehung du kannst z.b. zwei chemisch vollkommen identische tone haben, die komplett anders entstanden sind. kannste chemisch nicht sagen wie.
die erosion durch wasser ist übrigens immens, da geht einiges. zudem wirkt sand und gestein als schleifittel.
aber wieso kommst du darauf, daß es geschiebe ist? das ist nur vom gletscher herumtransportiertes material. wenn da nun flüsse und andere transportmedien was reinklatschen ist das stück nicht gleich auch ein geschiebe. du kannst in geschieben auch seesedimente finden, die man aber auch nicht geschiebe nennen darf.
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Hallo,
Leider bin ich kein Fachmann und bin bei der Bestimmung auf meine bescheidenen Mittel beschränkt. Bedeutet soviel wie kein Labor, keine Spezialmikroskope und Spezialgeräte. Besitze lediglich ein einfaches Mikroskop, Lupen, ein Diamantsägeblatt für Schnitte und ein bescheidenes Mineralienbestimmungsbuch.Deshalb bin ich im Mineralienatlas registriert und nutze das Internet. Zur Bestimmung von Eigenschaften nutze ich auch u.a. meine physikalischen Kenntnisse (Dichtebestimmung, Magnetit im Pulver mittels Magnet usw.). Deshalb beginnt meine Bestimmung meist mit einem Anfangsverdacht.
Anbei einige Bilder vom Schnitt im Auflicht unter dem Mikroskop.
Gruß Helmi
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Bild 2
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Bild 3
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Der Bruch, der Glanz und die Luftbläschen sind eindeutiges Indiz für Schlacke.
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Hallo
Nachdem ich jetzt Seiten zum Vulkanismus und vulkanischer Schlacke sowie Beschreibungen dazu gefunden habe, bin ich nun auch von Schlacke überzeugt. Auf der deutschen Wikipedia - Seite zum Mt. Erebus ist ein Schlackestück mit Olivin abgebildet, daß meinem Fund zum Teil ähnelt. Meinem fehlt der braune Teil, dafür ist eine deutliche Schichtung vorhanden, deren äußersten Schichten blaugrün bis blau sind (könnte Titanit sein, Wenn ich die Kristalle in den letzten Bildern richtig deute.Damit wäre auch die Dichte erklärt). Da die Schichten in seitlicher Richtung keinerlei Begrenzungen zeigen, Vermute ich: der Fund ist Teil eines größeren Steines gewesen. Wobei die Frage steht, ob es sich dabei um eine vulkanische Olivin - Bombe gehandelt haben könnte.
Gruß Helmi
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Hallo Helmi,
da ist weder Olivin, noch Titanit an dem Stück.
Sogenannte Olivin-bomben sehen anders aus - dein Stück ist mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht natürlichen Ursprungs.
Das Thema Schlacken ist ansich ein sehr großes und mit einfachen Mitteln ist selten mehr sicher zu sagen, als daß es eben
eine (künstliche-) Schlacke ist.
Gruß -M-
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vulkanische schlacke und olivin sehen gernell ganz anders aus. vulkanisches material erkennt man auch nahezu immer am geruch. denke jeder meinte asuch bisher die anthropogene schlacke. vulkanische auswurfschlacken sehen schlicht vollkommen anders aus.
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Hallo,
habe Bruchstücke (Dicke ~ Dünnschliff) unter dem Polarisationsmikroskop betrachtet. Dabei erhielt ich durch Vergleich mit http://www.geolab.unc.edu/Petunia/IgMetAtlas/minerals/titanite.X (bzw. UX).html die Bestätigung, daß es sich bei dem Fundstück um undurchsichtiges Chrom - Titanit handelt. In den letzten Bildern (blaugrüne Dreiecke ) ebenfalls erkennbar. Das Fundstück besteht haupsächlich aus undurchsichtigem Titanit. Im blaugrünen Bereich liegt Titanit in durchsichtiger teils gelbbrauner Glasform vor. Was die kugelförmigen Hohlräume anbetrifft ,sind auf dem oben genannten Dünnschliffbild ebenfalls welche zu sehen. Nehme an daß diese eine Eigenheit kompakten Titanits sind.
Gruß Helmi
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Bei dem Fundstück handelt es sich nicht um Titanit. Kugelförmige Hohlräume sind keine Eigenheit kompakten Titanits. Und Titanit liegt auch nicht in Glasform vor.
Das Fundstück ist wirklich Schlacke, wie schon mehrfach hier geschrieben.
Glück Auf
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Hallo,
bloß noch als Ergänzung:
Es muss nicht unbedingt Schlacke aus dem Bereich der Eisenverhüttung sein, obwohl hier in unserer Region (vorpommersche Küste) gerade Schlacke ähnlicher Farbe (gelb - bis türkisfarben) von alten Eisenhämmern und -hütten, die Raseneisenerz verarbeiteten, überall zu finden ist.
- Es könnten auch Reste, oder Schlacken aus Glashütten sein.
Auch von diesen findet man hier im Norden überall Spuren. Iin den Flüssen sind diese Glasschlacken-Reste ganz schnell rund geworden und gelangen dann als Gerölle in größere Gewässer und ebend auch an die Ostseeküste...
Gruß
Psaronius
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Hallo,
habe heute einen braun - gelben Feuerstein gefunden, dessen Oberfläche ähnlich löchrige im Farbton hellere Stellen aufweisen (ähneln verschütterter getrockneter Lackfarbe) und dessen frische Bruchstellen das gleiche Aussehen zeigen wie mein Fund ,nur in braun - gelben Farbstufen. Deshalb meine Frage : "Gibt es grünen Feuerstein?".
Gruß Helmi.
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Hallo,
Foto wäre nicht schlecht. Es gibt Flint mit grüngrauer Rinde, den sog grüngerindeten Feuerstein. Dieser entstand in der Kreise im flachmarinen Bereich, wenn der Flint aus der Kreide durch Erosion gelöst wurde. Dann wurde als Rinde Glaukonit abgesetzt.
Glück Auf!
Smoeller
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Grüngerindete Feuersteine sind Bestandteile von paläozänen und eozänen (in Deutschland...) Transgressionskonglomeraten, bei denen eine 1-4 mm mächtige Außenschicht mit Glaukonit (mehr grün) und FE-Oxiden (mehr bräunlich) imprägniert wurde. Die FE-Impregnierungen sind meist tiefer in den Feuerstein eingedrungen.
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Hallo Smoeller,
hier zwei Bilder vom erwähnten Feuerstein.
Gruß Helmi
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Bild 2
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Schau mal in : BÜLOW, W. V.: Verwitterungsformen an Feuersteinen auf sekundären Lagerstätten in Mecklenburg-Vorpommern. - Neubrandenburger Geologische Beiträge - Band 4/2004
Hrsg. Geowissenschaftlicher Verein Neubrandenburg e. V.
vielleicht hilft Dir das weiter...
Glück auf!
Der Tapir
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Hallo,
Ist ein durch Fe-Oxid gefärbter Feuerstein.
Glück Auf!
Smoeller