Mineralienatlas - Fossilienatlas
Gesteine / Rocks / Rocas => Bestimmung von Funden / Determination of findings => Sonstiges Europa / Other Europe => Thema gestartet von: vanderheide am 15 May 08, 23:51
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Liebe Mineralienkenner
Am 19. April habe ich eine Abbildung dieses Steines ins Forum gestellt.
Es gab den Hinweis: es könnte sich um Opal handeln.
Jetzt hier noch drei Bilder des Steines im Rohzustande und zwei Bilder desselben Steines im geschliffenen Zustand.
Ich habe damals auf Radiolarit getippt, habe aber wirklich keine Ahnung, kam nur dazu, weil ich Bilder verglichen habe.
Was meint ihr jetzt?
mit den besten Grüssen
Hans
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und hier im geschliffenen Zustand
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Hallo Hans,
ist doch kein Opal, wird wohl Quarz / Chalcedon / Jaspis sein.
Gruß -M-
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Hallo,
hmm, für mich ist das ein Quarzit, bei dem Rohstein käme ich nicht auf die Idee, den als Jaspis zu bezeichnen
Gruß
Berthold
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Hallo,
was spricht gegen eine Art Sandstein? Für ein Sediment sprechen in meinen Augen die Manganoxid-Dendriten.
Mfg
Frank
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Hallo
Ganz einfacher roter Lias oder Triaskalk mit Calcitadern.
Loismin
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Hallo Hans,
es dürfte sich um alpinen Jurakalk mit eingelagerten Hornsteinbändern/Radiolarit handeln. Das Material ist als Gletschergeschiebe im Alpenvorland weit verbreitet.
Gruß,
Holger
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der obere teil ist kalkstein, der untere zweifarbiger hornstein.
mangandendriten hat man auch in dendritenopalen.
ein schönes beispiel für hornbsteinführende kalke in rottönen wären die aptychenschichten.
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Vielen Dank für die wertvollen Hinweise!!
Als ich den Stein bearbeitete war ich erstaunt über die Härte. Ich prüfte mit dem Spitz einer Fluoritkristall. Keine Spuren blieben zurück: also Mohshärte mehr als 4.
Jetzt Eure werten Hinweise: Kalk ist im Spiel. Dann muss der Stein reagieren mit HCL. Ich habe den Versuch (mit 15 - 20%) gemacht: es hat überall gebraust und Etzungen zurückgelassen (werde es wieder aufpolieren).
Dann habe ich gezielt nachgesucht und wurde verwiesen nach Flint und Hornstein. Flint ein Jaspis / Opal - Gemenge und Hornstein ein Chalcedon / Opal - Gemenge.
Formel: SiO2 + C, Ca, Fe, O, OH, CO3, PO4 und Mohshärte: 6,5 bis 7!!!! Die Härte ist also wohl auf das SiO2 zurückzuführen.
Der obere Teil (Caliastos) war bei der Bearbeitung bedeutend weicher als der untere Teil.
Vielen Dank, jetzt kann ich weiteres herausfinden!
mit den besten Grüssen
Hans
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was ist bei dir oben(unten? der stein ist da um 180° gedreht abgebildet. sag vllt. mal wo das stück her ist und man kann es einer schicht zuordnen. immerhin muß ja an sich der kalk ein kieselkalk sein.
ps: eine härte bei gesteinen gibt es nicht. da brauchste auch keine mohshärte angeben. härte gilt nur für minerale niemals für gesteine. selbige werden über festigkeiten definiert.
test mit HCL: nicht 15-20%, sondern 10% nehmen. sonst erkennst dolomit nicht. ansonsten kannste auch gleich 100%ige nehmen.
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Hallo,
bei HCl ist bei etwa 35% bis 37% Schluss. Reines HCl ist ein Gas 8)
MfG
Frank
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natürlich war reine HCL mit max conc. gemeint. sprachlich ist manches nicht immer rechnerisch korrekt *g*
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Hallo Miteinander,
Da bin ich ja ein Ochs, caliastos!! Klar, habe beim zweiten Foto den Stein schön auf den Kopf gestellt.
Ich wüsste gerne wo her das Stück ist. Deshalb der Titel <Fundort: unbekannt>.
Tut mir leid, dass meine Laienhaftigkeit wohl etwas aufkratzend wirken kann, aber ich werde mich schon bessern. Im Lexikon von Michael Gienger, Neue Erde Verlag GmbH, wird beschrieben unter Flint und Hornstein: die Genese, das Erscheinungsbild, Mineralklasse, Chemismus und dann die <Bestimmungsmerkmale>. Hier steht einfach: Mohshärte 6,5 - 7, Dichte: 2,5 - 2,7 .... u.a.m. Da war ich also zu gut gläubig.
Die Salzsäure habe ich verdünnt von 37%-igen auf 15 - 20%-igen für die Kupferbearbeitung - Kunstgewerbe - (da ist 10% -igen zu wenig kräftig). Wusste ich nicht, dass nur 10% - igen HCL die richtige Indikation gibt.
So lernen wir weiter! Herzlichen Dank für die Hilfe.
Mit den besten Grüssen
Hans
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Hallo Hans,
tja, mit dem Fundort ist das so eine Sache: Die Aptychenschichten, die Caliastos als potentielle Herkunftsschicht genannt hat (welcher Einschätzung ich mich anschließen möchte), sind in den nördlichen Kalkalpen weit verbreitet. Zudem - wie schon erwähnt - sind diese Gesteine auch als Gletscher- oder Flußgeschiebe weit bis in's Alpenvorland gekommen (und es würde mich nicht wundern, wenn es mancher Brocken in den Rhein und dann sehr weit nach Norden geschafft hätten).
Eine genaue Fundortangabe ist damit wahrscheinlich illusorisch.
Gruß,
Holger
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wobei die aptychen eher als beispiel zu sehen sind.
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es dürfte sich um alpinen Jurakalk mit eingelagerten Hornsteinbändern/Radiolarit handeln. Das Material ist als Gletschergeschiebe im Alpenvorland weit verbreitet.
Gruß,
Holger
jo, das triffts - (Kiesel-)Kalk mit Radiolarit (Hornstein). Obs wirklich Radiolarit ist (oder ob andere Mikrofossilien und nicht Radiolarien dominieren), ließe sich nur unterm Bino feststellen, aber das Erscheinungsbild ist doch recht typisch. Kommt in den meisten Flüssen vor, die aus den nördlichen Kalkalpen ins Alpenvorland entwässern - die dem gezeigten Stück mir am ähnlichsten erscheinenden hab ich in der Salzach gefunden (was aber garnix heisst).