Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => Thema gestartet von: Helmi am 11 Jun 08, 20:55
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Hallo Kohlespezialisten,
habe heute am Strand am Riedensee in der Nähe der Fundstelle Kühlungsborn Ostseeküste ein ansehnliches Stück Steinkohle gefunden. Die Dichte beträgt 1,78 g/cm³. Der äußeren Erscheinung (Härte, stark glänzend), dem nicht Färben, der explosiven Brennbarkeit, der elektrischen Leitfähigkeit und dem Magnetismus der erhitzten Stücke nach könnte es sich um pyritführenden Anthrazit handeln. Könnte es vielleicht das Randstück eines verkohlten Holzfragmentes sein? Auf der Rückseite zeigt das Stück nur stark glänzende Struckturen wie der schmale Streifen oben und Mitte rechts im Bild. Habe bereits versucht Klarheit zu bekommen, aber die Dichte entspricht keiner der mir zugänglichen Angaben (Koks, Anthrazit, Magerkohle, Graphit usw.).
Gruß Helmi
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hallo grillfreund/e 8)!
da, wie ich gelernt habe, an der ostseeküste ohnehin nur fremdmaterial zu liegen scheint (u.a. schlacke zum wegebau, geschiebe aus nordeuropa ;)), liegt hier vermutlich ein stück grillholzkohle vor, dass einem passionierten segler beim grillen auf der 470er ungewollt vom bordgrill gehopst ist und nun als strandgut zu finden war. glückwunsch, ist wie ein 6er im lotto.
haldenschreck
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Hallo,
sieht nicht wie Holzkohle aus. Ich denke eher an die Kohle der alten Pötte, einen Kohlefrachter oder streichen irgendwo Flöze ein?
MfG
Frank
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Moin...
Es gibt im Geschiebe durchaus Steinkohlenähnliche Hölzer, meist handelt es sich aber (vor allem wenn Pyrit im Spiel ist) um lokale Anreicherungen von miozänen bis pliozänen Braunkohlen mit unterschiedlichstem Inkohlungsgrad.
(Wenn es Anthrazit sein sollte, kommt er aus Richtung Rostock. Den großen Pötten geht öfter mal was über Bord....)
@Haldenschreck: och....so ganz ohne eigenes Material sind wir ja auch nicht......vom einheimischen Lias bis Miozänmaterial liegt ausreichen rum...zumindest ab und an....
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Hallo,
wollte auch ganz schnell meinen Senf dazugeben:
Kenne von der hiesigen Haffküste etliche Kohlefunde aller Art. Neben Material, das von Schiffen stammt, wurde hier zeitweilig sogar Kohlengrus von irgendwelchen Heizwerken in die Gewässer entsorgt. -
Eine Art "Uferbefestigung". Da zwischen dem Grus auch größere Stücke waren kannst Du hier am Stettiner Haff an einigen Küstenstellen Karbonfossilien finden, deren ursprüngliche Heimat in den Kohlenrevieren weiter südlich liegt.
Andererseits gibt es z.B. auf Bornholm diverse Kohlevorkommen, die teilweise auch im Uferbereich der Südküste ausstreichen und als "Wanderer" bis hierher gelangen.
Gerade bei der Jurakohle von Bornholm sind Stück mit Pyriteinschlüssden recht häufig...
Das bloß kurz dazu,
Gruß
Psaronius
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Hallo,
bin nun über Umwege im Mineralienatlas auf der Seite Shungit fündig geworden. Wie wärs damit? Die Dichte liegt jedenfalls im Fehlertoleranzbereich. In diesem Fall wäre die Herkunft zwar geklärt,aber was den Transport anbetrifft , wird man sich auf Grund der vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten nicht festlegen können. Möglich wäre schon ein Transport in der Eiszeit, da am Fundort auch Geschiebe aus Richtung Finnland / Ostschweden gefunden wurden, kann aber nicht eindeutig belegt werden.
Helmi