Mineralienatlas - Fossilienatlas

Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => Thema gestartet von: vanderheide am 29 Jun 08, 23:26

Titel: Stein von der Küste von Elba
Beitrag von: vanderheide am 29 Jun 08, 23:26
Liebe Mineralienkenner
Einer meiner Schüler machte auf dem Mittelmeer eine Fahrt mit einem Segelboot.
Er fand diesen Stein an der Küste von Elba.
Er erinnert mich sehr an Serpentinit. Die kleinen, helleren, grünen Flächen irrisieren wie Antigorit im Serpentinit irrisiert.
Ich weiss nicht ob an der Küste von Elba Serpentinit vorkommt.
Oder habe ich es mit einem anderen Tiefengestein zu tun?
Wenn jemand einen Hinweis geben könnte, wäre ich sehr dankbar.

mit den besten Grüssen
Hans
Titel: Re: Stein von der Küste von Elba
Beitrag von: caliastos am 30 Jun 08, 10:03
nein, serpentinit ist das nicht. das ist der mit großen glimmern durchsetzte gabbro. die hat serpentinit definitiv nicht. gibt es auch nicht auf elba. mir fällt leider die ecke nicht mehr ein, an der der gabbro direkt am strand aufgeschlossen ist aber war irgendwo am SE des schwanzes. kleine stücke erscheinen auch am monte campanne. generell geht der gabbro dann in den ophiolith an der basis der basaltes über.
Titel: Re: Stein von der Küste von Elba
Beitrag von: popeye am 30 Jun 08, 17:17
Hallo Hans, ja es gibt auf Elba Serpentingesteine an mehreren Stellen,auch am Meer  oder in Meeresnähe aufgeschlossen, abgerolltes Material an der Küste  kann dann so aussehen wie der abgebildete Stein.
Woher die fachmännisch klingende Aussage von Caliastos ihre Berechtigung ableitet weiss ich nicht >:( .Ist aber gelegentlich faszinierend solche Aussagen in ihrer überzeugend Richtigkeit vortäuschenden Art zu lesen.
freundliche Grüße (auch an Caliastos ;) ) Tobias
Titel: Re: Stein von der Küste von Elba
Beitrag von: caliastos am 30 Jun 08, 20:45
ah, mist, da seh ich gerade wo ich mich noch korrigieren muß. es muß heißen im westen gibt es keine serpentinite. und nicht monte campanne sondern peritondo im tal des vignolo. nach zwei jahren bringe ich das auch nicht mehr richtig zustande, TSCHULDUGUNG!! und danke für die nun doch unverschämte korrekturweise, die auch das gestein quasi als serpentinit deklariert. halt erstaunlich wie überzeugend richtig das klingt, obwohl kein argument für serpentinit kommt.  >:(

warum ich gabbro sage? das IST gabbro. schon mal serpentinit mit solchen großen glimmern und so grobkristallin dort gesehen? abgesehen davon durfte ich da hübsch kartieren. und wenn da einer nur an serpentinit gedacht hat wurde der gesteinigt. zumal geht das zeug deutlich sichtbar in die ophiolithe und dann in den basalt über. kann ja gerne einen scan eines geschnittenen stückes machen.

Titel: Re: Stein von der Küste von Elba
Beitrag von: vanderheide am 30 Jun 08, 22:07
Hallo Caliastos und Popeye
Dank für Eure Reaktion.
Habe ein Verständigungsproblem: Ich sprach davon, dass es kleine irrisierenden Plättchen hat und diese aussehen wie Antigorit. Diese Plättchen sind grünlich, wenn sie das Licht nicht wiederspiegeln, sie glänzen wie ein Spiegel, wenn Licht reflektiert wird.
Ich habe drei Detailfotos vom Elba-Gestein (mit diesen Plättchen - weiss umrandet) eingefügt und ähnliche Plättchen aus Antigorit von einem Serpentinit aus der Clemgiaschlucht (GR, CH) auf zwei weiteren Fotos.
Weiter interessiert mich: Gabbro - soweit ich dieses Gestein gesehen habe - ist rein visuell eine Mischung von weisslichem und dunklem Material. Die Verteilung kann grob, sie kann auch sehr fein verteilt sein.
Der Stein von Elba weisst keine einzige Stelle auf mit weisslichem Material. Habe ich zuwenig Kenntnisse? Es gibt soviele Erscheinungsformen!
Wäre froh um eine Klärung!
Gruss
Hans
Titel: Re: Stein von der Küste von Elba
Beitrag von: vanderheide am 30 Jun 08, 22:08
Hier Antigorit auf Serpentinit.
Fundort: Clemgiaschlucht bei Scuol, Graubünden, Schweiz.
Titel: Re: Stein von der Küste von Elba
Beitrag von: caliastos am 30 Jun 08, 22:56
wenn ich micht nicht irre waren das muskovite als phengit ausgebildet. größere stücke sind typisch blättrig. antigorit als serpentinmineral ist dafür ein wenig zu fasrig. seh auf den detailsfotos von elba jetzt nicht so die streimung wie auf den antigoritbildern.
man sieht jedoch teilweise serpentinisierung des gabbros an deinen detailbildern.

zum gabbro: wo hast du den gesehen? elba? da haste oft den ophiolithischen gabbro, also ozeankruste mit karbonatsediment vermischt. zum gabbro schauste hier: http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Gabbro zu ophiolithen hier: http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Ophiolithe

könnte auch von beidem bilder machen. gabbro muß´nicht immer das typische escheinungsbild haben. weiß noch daß damals auch jeder an alles andere als an gabbro dachte. den gedanken gat jeder verworfen. so von der art. "also könnte ja gabbro sein, auch vom umfeld und dem aufbau und so, aber sieht einfach so komisch aus."


Titel: Re: Stein von der Küste von Elba
Beitrag von: vanderheide am 01 Jul 08, 00:16
Hallo Caliastos
Gabbro habe ich erst an drei Gesteinsbrocken erkannt.
1. Albonico, südlich von Chiavenna (zwei Fotos vom Gestein)
2. Aus einer Aufschüttung - Herkunft Tessin (sagt nicht viel, aber der Stein ist eindeutig Gabbro)
3. Ein Brocken (kein Foto) in dem die weissen und dunklen Anteile sehr grob und gross verteilt waren (Mineraliengeschäft Siber+Siber)
Dein Link - Mineralienatlas - kannte ich. Diese Bilder zeigen denselben Charakter.
Ophiolit, mag nahe dran sein und ist es doch nicht. Habe auch einen Ophiolit geschliffen (der Julierregion).
In Bearbeitung habe ich einen Pyriklasit (Pyroxen, Feldspat, Granat) aus der Ivrea-Zone, Tessin. Werde letzteres demnächst in ein neues Thema hereinstellen.
Soweit meine Bildkenntnisse.
Gruss
Hans
Titel: Re: Stein von der Küste von Elba
Beitrag von: vanderheide am 01 Jul 08, 00:18
Gabbro geschliffen
Gabbro Detail
Titel: Re: Stein von der Küste von Elba
Beitrag von: caliastos am 01 Jul 08, 15:34
naja, an dem stück ist sicher kein ophiolth dran. der findet sich eher im übergangsbereich. ophiolithe können ziemlich unterschiedlich aussehen. sie sind einfach nur ein mix aus ozeanboden und ozeanischer kruste.

ich bleib dennoch bei gabbro. ansonsten würde ich auch mehreren hundert leuten, die seid jahren auf elba zu kartierübungen müssen, so wie dozenten und der geologischen sammlung jahrelange fehlinformation unterstellen.
Titel: Re: Stein von der Küste von Elba
Beitrag von: smoeller am 01 Jul 08, 15:46
Hallo,

1. Ophiolith ist kein einheitliches Gestein, sondern eine Bezeichnung für einen Gesteinsverband, der der ozeanischen Kruste ähnelt und daher meist mit an Land aufgeschlossener ozeanischer Kruste in Verbindung gebracht wird. Dazu gehören Serpentinite und Peridotite (als ehemaliger oberer Mantel), Gabbros, Basalte mit MORB-Signatur, häufig als Pillow-Laven. Oft ist ein Teil der Gesteine subduziert gewesen und liegt nun als Grün- und Blauschiefer, seltener Eklogit vor. Darüber lagern (oft metamorphe) marine Sedimente (Ton-, Schluff- und Siltsteine, heute oft Quarzite und Metapelite).

2. Könnte sehr wohl Serpentinit mit Antigorit sein. Habe ähnliche Stücke aus den italienischen Alpen.

Aber könnte natürlich auch Richtung Gabbro gehen, jedoch ist Hellglimmer für Gabbros eher untypisch.

Ohne Dünnschliff oder genaue geologische Angaben (geologische Karte und genauer Fundpunkt) ist es schwierig mit der Bestimmung.

Glück Auf!
Smoeller
Titel: Re: Stein von der Küste von Elba
Beitrag von: caliastos am 01 Jul 08, 18:00
also was den funort angeht kann ich dir einen nennen. habe ja genauso ein stück hier liegen. das stammte von punta della contessa. an der stelle ist, durch die nahe transformstörung bedingte 2-fache breckzie aufgeschlossen. dort findet sich ophicalcit auf gabbrobasis und breckziierter gabbro. von der breckzie habe ich ein handgroßes stück mitgenommen und aus einem etwas unzerstörteren teil ein trümmerchen des einstigen gesteins gebrochen.

von dem zeug liegen auch 70 kg-blöcke eben so beschriftet am lehrstuhl. soweit ich weiß wurden die auch unter dem mikro betrachtet. also wie gesagt etweder das stimmt oder es wird seid mehr als 12 jahren blödsinn gelehrt.
Titel: Re: Stein von der Küste von Elba
Beitrag von: caliastos am 01 Jul 08, 18:22
so, hier mal die Bilder der Stücke

das 1.
Titel: Re: Stein von der Küste von Elba
Beitrag von: caliastos am 01 Jul 08, 18:23
und der breckziierte mit ophicalcit
Titel: Re: Stein von der Küste von Elba
Beitrag von: vanderheide am 01 Jul 08, 23:39
Herzlichen Dank für die engagierte Beteiligung.
Ich will mich bemühen herauszufinden, wo mein Schüler diesen Stein gefunden hat.
Caliastos: übrigens hast Du sehr schöne und erhellende Aufnahmen reingesetzt! Vielen Dank!
Zusammenfassend:
Zitat von Caliastos: "nein, serpentinit ist das nicht. das ist der mit großen glimmern durchsetzte gabbro. die hat serpentinit definitiv nicht."
Frage: In meinen "beschränkten" Vorstellungen (-ich habe einfach noch nicht genug Erfahrung-) steht Glimmer für ein silberglänzendes, Licht reflektierendes Mineral. Bei einem bestimmten Lichteinfall kann die Farbe auch schwärzlich sein. Antigorit reflektiert auch das Licht, aber abgeschwächter. Auch ist für mich Glimmer farblos (oder schwärzlich), Antigorit hat einen deutlich grünliche Farbe.
Ich wehre mich in keinen Fall gegen die Bestimmung: es ist Gabbro. Wenn ich Dein Foto anschaue, Caliastos, sehe ich nur in der Mitte das weissliche Material, das Ihr bei Gabbro Plagioklas nennt. Hier ist also die Verteilung von Plagioklas und Pyroxen recht grob, kann es aber haben und somit kann bei meinem vorgezeigten Stein das Plagioklas durchaus ausgerechnet fehlen.
Ich hoffe, dass ich der Fundort in Erfahrung bringe!
Gruss
Hans
Titel: Re: Stein von der Küste von Elba
Beitrag von: thothie am 02 Jul 08, 08:26
Hallo Hans,

es gibt einen aktiven Serpentinsteinbruch in unmittelbarer Küstennähe zwischen Rio Marina u. Ortano. Dort war ich selbst mal drin. Man kann ihn über google maps prima auf der Satelittenkarte finden. Was dort abgebaut wird, sieht orginal so aus , wie Deine Probe.

Gruß

Thomas

Hier hab ich noch was gefunden:

Exkursionstag - 30.09.1996


1. Steinbruch Ortano

In dem aufgelassenen Tagebau von Ortano wurden Serpentinite zur Splitherstellung abgebaut. Die Farbe des Gesteins, ist mit grüngrau bis dunkelgrün-grau, glänzend zu beschreiben. Das ultrabasische Gestein (Ophiolitserie, Malm, Phase 4) mit Serpentin und Olivinit ist vollständig serpentinisiert (grüne Gesteinsfarbe und sichtbare Serpentinminerale). Die Minerale der Serpentingruppe (Antigorit, Chrysotil, Lizardit) sind Schichtsilikate und gelten als Abbauprudukte des Olivins (Inselsilikat), geben also einen Hinweis auf den Ursprung des Gesteins.

1. Metamorphose: Olivin --> Serpentin --> Wasseraufnahme

2. Metamorphose: Serpentinit --> Bronzitfels --> Wasserabgabe

Als Ausgangsgestein ist ein ultrabasisches, olivinreiches Gestein, vielleicht ein Dunit (sehr olivinreich), anzunehmen. Möglicherweise handelt es sich um ehemalige ozeanische Kruste (submarin und ultrabasisch).

Abb. 2: Serpentinit - Steinbruch Ortano

 

Zu lesen unter:


http://www.student-online.net/Publikationen/244/
Titel: Re: Stein von der Küste von Elba
Beitrag von: caliastos am 02 Jul 08, 11:02
ach ja: ich sagte ja das zeug ist verdammt grobkörnig. daher hatte bei uns auch niemand damals gabbro aussprechen wollen. sieht nicht typisch aus. aber wenn die exkursionsleitung, die vorwiegend im bereich tektonik und gefügekunde bzw. petrografie bewandert ist das sagt, nun, dann wird das wohl so sein. von der schichtenabfolge stimmt es auch. würde mich wundern wenn es anders ist.

aber, um mal kurz zu zeigen wie freaky das dort bisweilen ist: hier nochmal ein 2 stücke von elba. da sage mir jemand was er denkt welches gestein es ist, dann sage ich was es ist.
Titel: Re: Stein von der Küste von Elba
Beitrag von: caliastos am 02 Jul 08, 11:03
der andere
Titel: Re: Stein von der Küste von Elba
Beitrag von: trommeln am 02 Jul 08, 12:19
Sieht für mein ungeübtes Auge nach Erz oder vulkanisch aus.. aber wenn du so fragst, wird es sicher Jaspis sein
Titel: Re: Stein von der Küste von Elba
Beitrag von: smoeller am 02 Jul 08, 12:25
Hallo,

Sieht eher nach Chert oder Radiolarit aus, also ehemalige Ozeanbodensedimente.

Glück Auf!
Smoeller
Titel: Re: Stein von der Küste von Elba
Beitrag von: caliastos am 02 Jul 08, 12:36
also noch als tipp, da ich noch 1-2 vermutungen abwarte:

beide stücke sind das gleiche gestein, allerdings in unterschiedlicher ausbildung und entfernung, aber definitiv die gleiche schicht. es ist weder jaspis, noch chert oder radiolarit (das wurde einem zunächst von einem assistenten auch gesagt, aber inhaltlich und lagebedingt absolut falsch, zudem sieht man 10m weiter die deutlichen indizien). je tageslicht ist das zeug im anstehenden rot oder grün. stinkt übrigens schrecklich beim anschlagen.

Titel: Re: Stein von der Küste von Elba
Beitrag von: trommeln am 02 Jul 08, 12:44
Dann ist das Schwarzgraue definitiv kein Mangan?
Titel: Re: Stein von der Küste von Elba
Beitrag von: smoeller am 02 Jul 08, 13:39
Hallo,

Kalkstein mit organischen Beimengungen (Bitumen)?

Glück Auf!
Smoeller
Titel: Re: Stein von der Küste von Elba
Beitrag von: thothie am 02 Jul 08, 14:20
Die Farbe spricht für eisenhaltig, wenn´s stinkt is wohl Schwefel mit drin.

Ich vermute mal irgendein Nebengestein von dortigem Pyritabbau, aber was , kann ich auch nicht sagen. Da bin ich kein Experte.
Titel: Re: Stein von der Küste von Elba
Beitrag von: caliastos am 02 Jul 08, 17:46
Also um die Spekulationen des Themas halber nicht ausufern zu lassen. Beides ist Basalt. Genaugenommen aus dem gleichen Basalttrom. Das obere Stück stammt aus dem oberen Bereich aus einer Lavaröhre, das untere Stück ist eine Pillow am Ende des Stromes. Beide sind vererzt. Das obere angeschlagene Stück aber viel stärker. Nur die Metalle zu differenzieren.... Erzanschliffe kann ich selber keine machen. Aber sicher Eisen, vermutlich auch Mangan und Co. Schwarze Finger gibt es aber keine. Hätte ich die "Tube" an der Rückseite nicht gesehen und wäre dem Strom gefolgt, wäre man was das Stück angeht nie drauf gekommen. An der oberseite der kleinen Pillow erkennt man die raue Lavaoberkante. Größere Stücke wollte ich aber nicht schleppen.

Das meine ich damit, daß manches einfach völlig anders aussieht als man denkt.
Titel: Re: Stein von der Küste von Elba
Beitrag von: thothie am 02 Jul 08, 18:22
Ok, das ist Basalt, aber doch nicht ungewöhnlich. Versteh ich nicht worauf Du hinaus willst. Im Diabasbruch von Oberscheld liegen auch haufenweise solche Brocken rum.

Anhand des Fotos als einzige Grundlage für Bestimmung hätte man noch ne Menge andere Gesteine vermuten können.
Titel: Re: Stein von der Küste von Elba
Beitrag von: trommeln am 02 Jul 08, 18:49
Hat mein ungeübtes Auge aber doch den ersten Eindruck ganz richtig gesehen... *freu - man sucht halt zu weit, wenn man extra aufgefordert wird...  ::)
Titel: Re: Stein von der Küste von Elba
Beitrag von: caliastos am 02 Jul 08, 20:47
die bilder sollen zeigen wie man sich seiner erwartung gemäß zu einem urteil verleiten läßt. die pillow hätte man aber erkennen können. der hinweis elba schließt viele gesteine aus. die paar anderen angaben an sich geben tips. aber es sieht auf den 1. blick einfach nicht nach dem aus was es ist. zumal baslt üblicherweise nicht so viel erz hat

die bilder sollen nur zeigen, daß dinge anders aussehen können als man es kennt.
Titel: Re: Stein von der Küste von Elba
Beitrag von: popeye am 02 Jul 08, 21:09
Hallo hans , hallo Caliastos,
die Diskussion ist ja noch am köcheln, muß jetzt einfach nochmal was loswerden:
Ob der abgebildete Stein jetzt Serpentinit oder Gabbro ist, darüber lässt sich ja problemlos diskutieren, eine endgültige Aussage der Du auch bedenkenlos glauben kannst bekommst Du abgesehen von der mineralogischen Analyse möglicherweise von Leuten wie Hochleitner oder gar Pezzotta denen Du ja spaßeshalber die Bilder mal mailen kannst.
Aber:
Was mich ärgert (nein:geärgert hat) ist, daß Caliastos` Aussage mit Absolutheit (und möglicherweise fundiertem Wissen knapp an der eigentlichen Frage vorbei ) Kenntnis vorgibt, die Aussage  dann anekdotenhaft  mit drohender Steinigung untermauert wird,mit absoluter Sicherheit behauptet wurde es gäbe auf Elba keinen Serpentinit, der M. Capanne penetrant in Campanne umbenannt wird und jetzt auch noch ein Tal des Vignolo erfunden wird, das es auf Elba bis zur heldenhaften Kartierung durch die Gruppe um Caliastos  noch nicht gegeben hat. Der erwähnte Poggio Peritondo liegt im bzw am Tal des Rio di Ortano (Valle d` Ortano). Da hab ich halt mein Problem : entweder lässt man die Aussagen so stehen und denkt sich seinen Teil dabei oder  man schreibt was dazu. Und das klingt bei mir dann gelegentlich böse, ist aber nicht so gemeint. ::)
Grüße Tobias
Titel: Re: Stein von der Küste von Elba
Beitrag von: vanderheide am 02 Jul 08, 22:54
Hallo Popeye
Wenn Du natürlich genaue Kenntnisse hast und siehst diese nicht ganz korrekt angewandt, verstehe ich Deine Auflehnung. Finde es völlig richtig, wenn Du Korrekturangaben machst. Die Sache bleibt aber solange ungelöst, als ich den Fundort noch nicht genau angeben kann. Ich muss die Frage erst dem Leiter des Segeltörns meines Schülers vorlegen.
Caliastos hat völlig recht, wenn er sagt: "Das meine ich damit, daß manches einfach völlig anders aussieht als man denkt." Gerade darum geht es: wie bringe ich die Bildvorstellung mit der wirklichen Mineralsubstanz zur Deckung! Nicht nur die rein visuelle Darstellung kann täuschen, auch an dem zufälligen Fundstück können ebengerade charakteristische Elemente fehlen und schon bin ich auf dem Holzweg.
Der Fundort will ich sobald wie möglich in Erfahrung bringen, dann wird sich einiges klären.
Gruss
Hans
Titel: Re: Stein von der Küste von Elba
Beitrag von: caliastos am 03 Jul 08, 11:46
@popeye

warum soll ich hier jetzt noch jemand die bilder zuschicken mit der frage um "aufklärung" wenn ich nun an dem strand, von dem ich die stücke habe, von dem das eine ja wohl ziemlich sicher das gleiche material ist wie das in der frage, gestanden bin? und nicht nur gestanden sondern von einem dozenten der dort seid mehr als 12 jahren exkursionen führt belehrt werden mußte, daß es gabbro ist, was ich anfangs ja selber nicht glaubte, was aber laut den dünnschliffen so sein soll. wo ist das problem die aussage weiterzugeben? da haste übrigens deine mineralische analyse.

und falls du mal mitgelesen haben solltest, was ich aber nur schwer glaube kann, so solltest du gesehen haben, daß ich da einen kleinen teil korrigiert habe. aus schreibfehlern einen strick zu drehen halte ich einfach nur für kindisch. die kommen selbst in der besten literatur vor, also übersieht man sowas. und dieses "erfundene tal", wie du es nennst steht nunmal so auf der damals ausgeteilten karte. punkt. beschwer dich bei dem kartenzeichner und laß die billigen unterstellungen von namensfiktion. woher soll ich wissen wie neu die kartiergrundlagen waren, die ausgeteilt wurden? evtl. wurde was umbenannt oder deine karte hat evtl. nen maßstab, der von unserem damals abweichte. rio di ortano sagt mir was, aber ohne die karte zu sehen weiß ich nicht genau welcher. wenn das das tief eingeschnittene tal neben der straße ist, dann sprechen wir eh von verschiedenen gewässern. das von mir erwähnte liegt eh in keinem tal, sondern schlängelt sich den berg westlich und nicht östlich der straße hinab.
ich würde vorsichtig sein dinge als "falsch" zu deklarieren, die man nicht gesehen hat. ich habe mir den namen auch nur aus dem kopf gemerkt, weil ich da beinah 2x in einen verdammten römerbrunnen geflogen wäre, der unter dickicht im schatten versteckt lag.
Titel: Re: Stein von der Küste von Elba
Beitrag von: thothie am 03 Jul 08, 12:47
@popeye

warum soll ich hier jetzt noch jemand die bilder zuschicken mit der frage um "aufklärung" wenn ich nun an dem strand, von dem ich die stücke habe, von dem das eine ja wohl ziemlich sicher das gleiche material ist wie das in der frage, gestanden bin? und nicht nur gestanden sondern von einem dozenten der dort seid mehr als 12 jahren exkursionen führt belehrt werden mußte, daß es gabbro ist, was ich anfangs ja selber nicht glaubte, was aber laut den dünnschliffen so sein soll. wo ist das problem die aussage weiterzugeben? da haste übrigens deine mineralische analyse.

und falls du mal mitgelesen haben solltest, was ich aber nur schwer glaube kann, so solltest du gesehen haben, daß ich da einen kleinen teil korrigiert habe. aus schreibfehlern einen strick zu drehen halte ich einfach nur für kindisch. die kommen selbst in der besten literatur vor, also übersieht man sowas. und dieses "erfundene tal", wie du es nennst steht nunmal so auf der damals ausgeteilten karte. punkt. beschwer dich bei dem kartenzeichner und laß die billigen unterstellungen von namensfiktion. woher soll ich wissen wie neu die kartiergrundlagen waren, die ausgeteilt wurden? evtl. wurde was umbenannt oder deine karte hat evtl. nen maßstab, der von unserem damals abweichte. rio di ortano sagt mir was, aber ohne die karte zu sehen weiß ich nicht genau welcher. wenn das das tief eingeschnittene tal neben der straße ist, dann sprechen wir eh von verschiedenen gewässern. das von mir erwähnte liegt eh in keinem tal, sondern schlängelt sich den berg westlich und nicht östlich der straße hinab.
ich würde vorsichtig sein dinge als "falsch" zu deklarieren, die man nicht gesehen hat. ich habe mir den namen auch nur aus dem kopf gemerkt, weil ich da beinah 2x in einen verdammten römerbrunnen geflogen wäre, der unter dickicht im schatten versteckt lag.


Ich lach mich schlapp, sooooo vieeeel Auuuufreeeegung für ein paar Gesteinsbrocken, die für manch einen sogar zu häßlich sind, um sie für die Garagenzufahrt zu verwenden.

Mensch Leute, habt ihr nicht andere Probleme, als Euch wegen solcher Nichtigkeiten  die Köppe einzuschlagen?
Titel: Re: Stein von der Küste von Elba
Beitrag von: vanderheide am 03 Jul 08, 16:19
Hallo Miteinander
Werde heute Nacht noch nachlesen, was dazu kam.
Habe aber den Fundort vom Leiter bekommen.
Siehe Bild
Gruss
Hans
Titel: Re: Stein von der Küste von Elba
Beitrag von: caliastos am 03 Jul 08, 21:02
hmm, doof, in dem umfaßten bereich haste alles: ophiolithe, gabbro, diabas und serpentinit. geht es etwas genauer?

@thothie

manchmal geht es auch schlicht um die art und weise wie man thesen und theorien ablehnt. "falsch" kann jeder sagen. das aber zu begründen ist eine andere sache. wenn ich weiß, daß seid jahren das so bezeichnet wird, laut dünnschliff das sein soll und auch zu dem anderen lithologisch nicht paßt bzw. von der schichtfolge, dann ist das so. wenn die karte "fosso vignolo" sagt, dann ist das auch so. da gibt es keine diskussion. zur not scan ich's eben ein.

übrigens können gesteine auch sehr interessant sein. die müssen nicht schön aussehen um interessant zu sein. manche sehen optisch gut aus, sind aber an sich stink langweilig. wenn man aber mal geschliffene ansieht oder durch mikro schaut sind das faszinierenede welten.



um aber zum gabbro zurückzukommen. ich habe mal ein wenig herumgegoogelt und einen gabbro gefunden, der in gewisser weise dem von elab ähnelt: auch recht grob, sehr dunkel und serpentinisiert:  http://www.sciencehelpdesk.com/img/science2_8/Gabbro1.jpg bzw. http://www.hcc.cc.il.us/divisions/ms/easc/rocks-mins/Gabbro.JPG

die magmatischen und vulkanischen gesteine werden ja eh nach den streckeisendiagrammen eingeteilt. und wenn meientwegen 70% der masse nicht in die berechnung einbezogen sind, so definieren die restlichen 30% dennoch das gestein.

aber eben von dem was damals gesagt wurde und dem was man selber kennt ausgehend bleibe ich dennoch beim gabbro. wenn ich zeit genug hätte um einen dünnschliff zu machen würde ich's tun. aber die zeit habe ich nicht und für privates interesse ist es eh nicht gestattet.
Titel: Re: Stein von der Küste von Elba
Beitrag von: vanderheide am 03 Jul 08, 23:33
Hallo Caliastos
Ich werde mich um genauere Angaben kümmern. Habe einen Kartenausschnitt von der betreffenden Bucht von Elba (Google-Earth) ausgedruckt und werde diese dem Leiter morgen vorlegen.
Hoffe, wir kommen die Sache näher!
Liebe Grüsse
Hans
Titel: Re: Stein von der Küste von Elba
Beitrag von: vanderheide am 05 Jul 08, 22:48
kurzer Hinweis: Ich treffen den Leiter des Segeltörns nächste Woche. Hoffe er mag sich erinnern, wo sie genau waren.
Ihr hört wieder von mir.
Gruss
Hans
Titel: Re: Stein von der Küste von Elba
Beitrag von: thothie am 06 Jul 08, 09:27
kurzer Hinweis: Ich treffen den Leiter des Segeltörns nächste Woche. Hoffe er mag sich erinnern, wo sie genau waren.
Ihr hört wieder von mir.
Gruss
Hans

Warum willst Du es so genau wissen? Es handelt sich doch nicht um ein Gestein welches direkt aus dem Anstehenden herausgekloppt wurde, sondern, soweit ich das beurteilen kann, um ein abrerolltes Strandfundstück, was womöglich über tausende von Jahren eine lange Reise hinter sich hat.

Der Stein muß ja unheimlich wertvoll sein bei dieser aufwendigen Recherche. Übrigens, falls Du damit etwas anfangen möchtest, der kompette mittlere Teil von Elba besteht ausschließlich aus Diabas und Serpentin, somit auch der von Dir markierte Bereich.

Gruß

Thomas
Titel: Re: Stein von der Küste von Elba
Beitrag von: caliastos am 06 Jul 08, 17:43
ich will ja nicht meckern, aber wenn du die karte aus dem extra-lapis für elba nimmst haste in dem bereich auch ophiolithe und gabbros und am östlichen rand kreidetone und flysch. und im mittleren teil v.a. noch glimmerschiefer.

aber: wenn du an den elba-ständen bist hast du meistens anstehendes am strand. da liegt es nahe, daß die mehrheit der gerölle von da oder oberhalb kommt. man darf nicht sagen nur weil es am strand oder auf dem acker liegt darf man es nicht zu bestimmung des untergrundes hernehmen. bei elba ist angeschwemmtes strandgestein etwas unwahrscheinlich würde ich meine. und um die insel herumwandern ist auch waagemutig.

Titel: Re: Stein von der Küste von Elba
Beitrag von: vanderheide am 11 Jul 08, 21:19
Ich danke alle vielmals für die Mühe!
Danke Thomas für die Karte und Caliastos für die unermüdlichen Beiträge.
Ich habe keine Detailangaben mehr bekommen. Die Antwort an meinem Schüler: Wahrscheinlich Gabbro oder eventuell Serpentinit. Seine Frage: wissen die das nicht genau?! Anwort: das ist manchmal recht schwierig, wenn man nur Bilder sendet und den Stein nicht anfassen kann. Aber bitte, wieviele Steine gibt es nicht und ich nenne dir nur zwei Bezeichnungen.
Er war damit auch zufrieden!
mit den besten Grüssen
Hans
Titel: Re: Stein von der Küste von Elba
Beitrag von: caliastos am 11 Jul 08, 22:43
also bei beadrf könnte ich dir jemand nennen, der dir auch zu dem bild wohl was sagen können wird.
Titel: Re: Stein von der Küste von Elba
Beitrag von: vanderheide am 11 Jul 08, 22:57
Hallo Caliastos
Du machst mich neugierig! Interessiert mich schon.
Bin ab morgen in Ferien, dann hört Ihr in vier Wochen wieder von mir.
mit den besten Grüssen
Hans