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Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => Thema gestartet von: turmalin77 am 31 Jul 08, 19:54

Titel: tetragonal bipyramidal - schwarz
Beitrag von: turmalin77 am 31 Jul 08, 19:54
Habe hier eine Stufe mit tetragonalen bipyramidalen, schwarzen, metallisch, glänzenden Kristallen.

Fundort ist Brasilien, leider nicht genauer.

Paragenese: Quarz, Feldspat, grüner Turmalin

Hier die Bilder:
(http://temp.picarchiv.com/brasi1.jpg)
und
(http://temp.picarchiv.com/brasi1a.jpg)
und
(http://temp.picarchiv.com/brasi1b.jpg)
und
(http://temp.picarchiv.com/brasi1c.jpg)

Meine Vermutung rein optisch ist: Anatas, Rutil, Kassiterit

Vielleicht hat ja jemand von Euch solch eine Stufe. Auch ein genauerer
Fundort wäre interessant.

Freue mich auf Eure Meinungen und Ideen.

Grüße,

Lars
Titel: Re: tetragonal bipyramidal - schwarz
Beitrag von: smoeller am 31 Jul 08, 19:57
Hallo,

Rutil oder Kassiterit war auch meine erste Vermutung.

Glück Auf!
Smoeller
Titel: Re: tetragonal bipyramidal - schwarz
Beitrag von: berthold am 31 Jul 08, 20:48
Hallo,

Zirkon?

Gruß
Berthold
Titel: Re: tetragonal bipyramidal - schwarz
Beitrag von: turmalin77 am 31 Jul 08, 22:38
ja - das wäre auch möglich.

Es wäre eben interessant, wenn jemand so eine Stufe in der Sammlung hätte.
Dann wüßte ich auch gleich woher das Stück kommt. Denn Brasilien ist etwas
dürftig. Vor 20 Jahren war das aber oft so - leider, dass man Stufen nur mit
Minas Gerais / Brasilien ausgezeichnet hat. Aber bei der Stufe steht nur Brasilien
drauf.

Bin mal gespannt, ob sich noch jemand findet, der solche Stufen kennt oder in der
Sammlung hat.

Schönen Abend,

Lars
Titel: Re: tetragonal bipyramidal - schwarz
Beitrag von: anatasi am 01 Aug 08, 16:10
Zirkon?

Hi, ich unterstütze die Vermutung von Berthold voll und ganz. Wir waren gerade mehrere Wochen in Minas Gerais und haben in der Navegadora Mine solche Zirkone in Albit gefunden. Unsere waren nur kleiner.
Gruss
anatasi
Titel: Re: tetragonal bipyramidal - schwarz
Beitrag von: cmd.powell am 05 Aug 08, 02:02
Hi

Hast Du einen Geigerzähler ? Falls ja könntest Du Glück haben und es tickert ein wenig, dann ist es sicherlich Zirkon. Wenn nicht, ist es doch etwas von den anderen Mineralen (Anatas, Rutil, Cassiterit, Brookit)...
Titel: Re: tetragonal bipyramidal - schwarz
Beitrag von: Krizu am 05 Aug 08, 07:41
Hallo,

ich habe schon einige Zirkone per EDX untersucht. Meistens war kein Th oder U nachweisbar. Quelle war fast immer Monazit.

MfG

Frank
Titel: Re: tetragonal bipyramidal - schwarz
Beitrag von: turmalin77 am 05 Aug 08, 09:12
Zirkon ist es denke ich auf keinen Fall - Zirkone haben keinen metallischen Glanz.

Ich denke es ist Kassiterit.

Wenn ich mal Zeit habe und wieder was am Institut machen muß, dann werde ich
die Probe untersuchen. Dann weiß ich sicher was es ist.

Grüße,

Lars
Titel: Re: tetragonal bipyramidal - schwarz
Beitrag von: anatasi am 05 Aug 08, 12:09
Hi Lars, und sag' Bescheid, wenn du Ergebnisse hast.
ich bin übrigens immer noch vom Zirkon überzeugt!!!
Helmut
Titel: Re: tetragonal bipyramidal - schwarz
Beitrag von: TKMineral am 05 Aug 08, 14:31
Hi Lars,

nachdem ich ja da Stück live bei Dir gesehen hatte , kommen weiterhin Rutil , Cassiterit oder vl. auch ein SE-Silikat in Frage. Mal gespannt was die Analyse ergibt.

Gruß

Thomas
Titel: Re: tetragonal bipyramidal - schwarz
Beitrag von: cmd.powell am 06 Aug 08, 02:46
@Krizu
Es würde mich auch fast wundern, wenn Du das Th oder U im EDX sehen würdest, da müssten ja schon über 1 Gew.% davon enthalten sein. Zr kann diadoch von Th oder U ersetzt werden und das sind meistens nur Spuren, also im EDX "unsichtbar". Wären größere Mengen radioaktive Elemente enthalten, so würde der Zirkon metamikt werden. Gibt es natürlich auch, ebenso wie es nichtradioaktive Zirkone gibt. Die meisten haben aber doch eine leicht erhöhte Aktivität gegenüber dem Hintergrund, die bei Cassiterit oder Rutil nicht vorhanden wäre.

Was den Glanz betrifft, so ist der natürlich schlecht auf den Bildern einzuschätzen. Auch die Transparenz kann ich nicht einschätzen. Hätten die Kristalle tiefrote Innenreflexe, so käme vielleicht auch Neptunit in Frage, obwohl in Paragenese mit Quarz hab ich den noch nie gesehen - was aber nix heißen will. Naja, ich bin auch mal gespannt, was es nun letztlich ist. Sind die kleinen XX das selbe Mineral - kann man schlecht erkennen, da sie unscharf sind.
Titel: Re: tetragonal bipyramidal - schwarz
Beitrag von: Krizu am 06 Aug 08, 07:51
Hallo,

Uran und Thorium geht ganz gut. Das hängt natürlich von der Messzeit und den Bedingungen ab. Aber 1% ist eine Beleidigung für eine EDX. Die Nachweisgrenze hätte ich irgendwo bei 0.1wt% oder kleiner gesucht. Das Hafnium mit 0.3 und weniger habe ich auch immer gesehen ;-)

Bei einer Al und Ca Analye im 1% Bereich habe ich eigentlich im REM die große WDX-RFA auf die erste Nachkommastelel getroffen.

Aber machen wir mal die Umkehrung. Mich würde es wundern, wenn die Spuren an Th und U ein deutliches Signal bei den kleinen Kristallen liefert  8)

Frank

(der seine Schwerseife heute eigentlich ins REM brignen wollte)
Titel: Re: tetragonal bipyramidal - schwarz
Beitrag von: cmd.powell am 06 Aug 08, 19:45
Also ich hatte bei meinen EDX-Analysen immer Probleme, Spurenelemente imHintergrund nachzuweisen. Mag sein, dass das EDX in der Uni Hannover nicht mehr das Beste ist (soo toll war es eh nie). Wenn man die Messzeit verlängert hilft das leider auch immer nur bedingt, da ja auch das Rauschen mitwächst. Ich hab allerdings nie quantitative Analysen gemacht, wieviel wovon drin ist. Alles unter der EDX-Nachweißgrenze war und ist in meinen Augen kein Formelbestandteil und daher auch uninteressant. Spurenanalysen waren bisher auch nicht für mich interessant. Ich hab auch bisher noch keine Untersuchungsreihe an Zirkonen gemacht und kann letztlich keine empirischen Daten zu den Elementgehalten geben, aber ich kenne die Zirkone aus Graniten bzw. in den Glimmern im Granit und dort gibt es häufig die hübschen Verfärbungshöfe um besagte Zirkone, die eindeutig durch radioaktive Strahlung hervorgerufen werden. Dann habe ich noch Zirkone von Bankroft, Kanada, die kann ich Problemlos mit dem Geigerzähler aus dem Hintergrund rausmessen, sowie noch eine Handvoll Stufen, die sich sonst noch so in meiner Sammlung tummeln. Ok, ich hab einen echt extrem empfindlichen Geigerzähler mit Halbleiterdetektor aus alten NVA-Beständen (mit 60€ ein echtes ebay-Schnäppchen, wenn auch mit 26 kg etwas unhandlich), aber sie tickern !
Und mal am Rande: Geigerzähler sind mit die empfindlichsten Messgeräte, sind sie doch in der Lage, den Zerfall eines einzelnen Atoms (= ein Impuls) nachzuweisen, dagegen sind EDX und Konsorten blind...
Titel: Re: tetragonal bipyramidal - schwarz
Beitrag von: Krizu am 06 Aug 08, 21:40
Wenn man die Messzeit verlängert hilft das leider auch immer nur bedingt, da ja auch das Rauschen mitwächst.

nein, das Rauschen vermindert sich mit 1/Wurzel aus Counts. Also Vierfache MEsszeit = halbes Rauschen.

Zitat
Ich hab allerdings nie quantitative Analysen gemacht, wieviel wovon drin ist. Alles unter der EDX-Nachweißgrenze war und ist in meinen Augen kein Formelbestandteil und daher auch uninteressant. Spurenanalysen waren bisher auch nicht für mich interessant. I

Das war mein Brot. 1% Alu = unser Problem, 1.5% Alu Marktbegleiter.

Zitat
Auch hab auch bisher noch keine Untersuchungsreihe an Zirkonen gemacht und kann letztlich keine empirischen Daten zu den Elementgehalten geben, aber ich kenne die Zirkone aus Graniten bzw. in den Glimmern im Granit und dort gibt es häufig die hübschen Verfärbungshöfe um besagte Zirkone, die eindeutig durch radioaktive Strahlung hervorgerufen werden. Dann habe ich noch Zirkone von Bankroft, Kanada, die kann ich Problemlos mit dem Geigerzähler aus dem Hintergrund rausmessen, sowie noch eine Handvoll Stufen, die sich sonst noch so in meiner Sammlung tummeln. Ok, ich hab einen echt extrem empfindlichen Geigerzähler mit Halbleiterdetektor aus alten NVA-Beständen (mit 60€ ein echtes ebay-Schnäppchen, wenn auch mit 26 kg etwas unhandlich), aber sie tickern !
Und mal am Rande: Geigerzähler sind mit die empfindlichsten Messgeräte, sind sie doch in der Lage, den Zerfall eines einzelnen Atoms (= ein Impuls) nachzuweisen, dagegen sind EDX und Konsorten blind...

Und wie unterscheidest du Monazit derb von von Zirkon derb. Zwei Proben, beide mit Monazit in Spuren. Probe a: bis 13% Th , Probe B reines CePO4!!! kein La etc. Das ist das Problem. Die Eineindeutigkeit fehlt.

Das ist das Problem der Geigerzähler ist: Alles ist ein Tic. Th, U, Ra ...

MfG

Frank
Titel: Re: tetragonal bipyramidal - schwarz
Beitrag von: cmd.powell am 07 Aug 08, 02:42
Und wie unterscheidest du Monazit derb von von Zirkon derb. Zwei Proben, beide mit Monazit in Spuren. Probe a: bis 13% Th , Probe B reines CePO4!!! kein La etc. Das ist das Problem. Die Eineindeutigkeit fehlt.

Hmm, ich bin zwar nicht mehr der jüngste, aber man kann hier ja zum Glück nachlesen, nö, steht nix von derbem Zirkon... Und wenn der Monazit "gerne" als Phase mit im Zirkon sitzt (wovon ich nix weiß und daher lasse ich das so stehen) und der dann tickert => wenn schert es, welches Mineral letztlich aus dem Zirkon raustickert, Tatsache ist nunmal, das die Zirkone - häufig - tickern und um mehr geht es mir nicht. Rutil und Cassiterit tickern nicht und wenn die Minerale auf der Stufe tickern, ist die Wahrscheinlichkeit für Zirkon höher als für die anderen Minerale. Meine Güte, sind hier Haarspalter am Werke, Junge ne du...
Titel: Re: tetragonal bipyramidal - schwarz
Beitrag von: Uwe Kolitsch am 07 Aug 08, 22:42
Fluoresziert auf der Stufe was?