Mineralienatlas - Fossilienatlas

Fossilien / Fossils / Fósiles => Sonstige Fossil-Themen / Other fossil themes => Präparation, Werkzeuge, Gerätschaften => Thema gestartet von: Ratatoskr am 11 Aug 08, 00:49

Titel: präparation
Beitrag von: Ratatoskr am 11 Aug 08, 00:49
hallo und guten abend
hab mal ne kurze Frage,oder mehrere..
hab über 20 Jahre eine Septarie(glaub das die so heissen)vom Autobahnbau in Hüsten,Sauerland,
im Keller gehortet.Und damit sie nicht so einer schlechten Präparation zum Opfer fällt,wie diese Septarie vom gleichen Fundort,
würd mich mal interessieren wie ihr sie behandeln würdet.
also hier erstmal ein Septarienbruchstück,im ganzen hatte sie einen Durchmesser von 8cm
Titel: Re: präparation
Beitrag von: Ratatoskr am 11 Aug 08, 00:53
und hier das noch unpräparierte Stück
ca 10cm Durchmesser
an einer Abschlagstelle kann man deutlich Pyrit erkennen.
wie geh ich jetzt am besten vor?
Titel: Re: präparation
Beitrag von: BlackDiamond am 11 Aug 08, 21:34
Hi,

das auf dem ersten Bild ist sogar ein Ammonit und nicht "nur" eine Septarie. Das zweite ist für mich erstmal nichts weiter als eine Konkretion (Knolle) was drin ist weiß man nicht. Als Fossiliensmmler würde sie aufschlagen (aber halt nicht von der flachen Seite quer durch, sondern eher vom Rand her). Ansonsten stellt sich die Frage welches Ergebnis Du willst. Die Oberfläche des Fossils oder einen geschliffenen Querschnitt?

Chao, Stefan
Titel: Re: präparation
Beitrag von: Ratatoskr am 13 Aug 08, 16:42
das da ein Ammonit eingeschlossen ist,hab ich auch bemerkt,mir geht es drum,wie ich das arme Stück "mißhandelt" habe.
es gibt sicher eine elegantere Methode,als einfach drauf los zu hämmern.
wenn ich dich,BlackDiamond,richtig verstanden habe,soll ich am Rand anfangen,und mich stück für stück zur Mitte durchschlagen,
also könnt ich theoretisch auch arbeiten wie mit einer Brotschneidemaschine,und Scheibe für Scheibe,in Salamitechnik entfernen.
..hört sich logisch an,mach ich denn einfach mal..
vielen Dank
Titel: Re: präparation
Beitrag von: triassammler am 13 Aug 08, 20:53
Stoooopp!  :o

Was Stefan gemeint hat war, dass er ein Stück vom Rand der Knolle abschlagen würde, um festzustellen, ob sie ein Fossil enthält. Mit etwas Glück erwischt er damit nur eine kleine Ecke des Fossils, die sich wieder sauber ankleben lässt, statt einen großen Bruch mittendurch zu produzieren. Je nachdem, was zum Vorschein kommt, kann man dann entscheiden, ob und wie man es herauspräpariert.
Mit "draufhauen" lässt sich hier nichts präparieren, weil speziell in Konkretionen Gestein und Fossil innig miteinander verbunden sind. Sollte da ein Fossil drin sein, und Du gewinnst durch seitliches Abschlagen eines Stücks einen Eindruck davon, wie es in der Knolle orientiert ist, musst Du vorsichtig das überdeckende Gestein abtragen. Dazu solltest Du eine Vorstellung von der Art und den Abmessungen des Fossils haben, dann kannst Du überflüssiges Gestein zuerst einmal grob mit einem kleinen Meißel entfernen oder noch besser mit einer Flex wegsägen, ohne Teile des Fossils dabei zu erwischen. Wenn dann nur noch wenig Gestein das Fossil verdeckt, solltest Du mit Schabern, Präparationsnadel oder am besten mit einem Druckluftstichel den Rest entfernen. Das kann ziemlich langwierig und mühselig sein.
Übrigens muss nicht in jeder Konkretion ein Ammonit stecken. Konkretionen können sich auch um winzigste Muschelschalenfragmente, Holzstückchen oder Sandkörner herum bilden. In dem Fall sieht die Konkretion dann ziemlich "leer" aus.

Gruß,
Triassammler
Titel: Re: präparation
Beitrag von: Ratatoskr am 13 Aug 08, 22:11
danke,
hatte noch nicht begonnen.werds vorsichtig anfangen.
das etliche Knollen leer sind,hab ich in früher Jugend enttäuscht feststellen müssen,ich weiß gar nicht wieviele von den Dingern Vaters Fliesenschneider kennenlernen mussten,
der Ammonit,war der einzige Fund.
wie oben schon erwähnt,zeigen sich in der Knolle Pyritsprenkel,bekannte Strukturen sind leider noch nicht zu erkennen.Für die Größe des Objekts,finde ich,hat es ganz ordentlich Gewicht.
Durchmesser 10cm,4cm Höhe an der dicksten Stelle,aber 700g
vielleicht nehm ich es mal mit ins Krankenhaus und röntge es,hat das schonmal jemand ausprobiert oder Erfahrungen gemacht?
Titel: Re: präparation
Beitrag von: Tapir am 14 Aug 08, 09:10
Mit Krankenhausröntgengeräten wirst Du nicht viel Erfolg haben (vor allem wenn viel Pyrit enthalten ist).

Wenn Du die Knolle röntgen willst solltest Du Dich an jemanden aus der Metallbranche wenden. Die Röntgengeräte mit denen Schweißnähte kontrolliert werden, schaffen mitunter auch solche Konkretionen.
Titel: Re: präparation
Beitrag von: smoeller am 14 Aug 08, 09:34
Hallo,

Denke auch, dass es mit einem einfachen Röntgengerät beim Arzt nicht funktioniert. Der fehlende Kontrastunterschied (Ammonit gegen Ton/Karbonat) und die Eindringtiefe werden dir kein scharfes Bild liefern. Es ist so, dass Röntgenstrahlen mit der Dicke des Materials geschwächt werden (Lambert-Beer-Gesetz). Dabei spielt die Absorption des Materials (Materialeigenschaft) und seine Dichte eine weitere entscheidende Rolle. Was du auf den Fotos beim Arzt siehst, ist letztlich der Unterschied in der Dichte des Materials. Apatit (Knochen oder Zähne) absorbiert mehr Strahlung als das Gewebe, das vor allem leichte Elemente (C, H, O, N) enthält.

Einen Stein dieser Größe kriegst du damit nicht aufgelöst. Tapirs Tipp mit der Metallbranche ist schon mal richtig. Aber versprich dir nicht zuviel. Ammonit und Gestein haben ähnliche Dichten und Materialien, da wird man kaum einen Schatten bekommen.

Glück Auf!
Smoeller
Titel: Re: präparation
Beitrag von: Tapir am 14 Aug 08, 09:57
Ich gehe davon aus, wenn in der Konkretion Pyrit verteilt ist, sind enthaltene Fossilien entweder Pyritisiert, oder mitunter auch Pyritfrei, in den meisten Fällen liegt aber ein Kontrastunterschied vor......


Gruß

der Tapir