Mineralienatlas - Fossilienatlas
Fossilien / Fossils / Fósiles => Bestimmung von Funden / Determination of findings => Unbekanntes Erdzeitalter / unknown geological era => Thema gestartet von: Jolanta am 04 Sep 08, 10:57
-
Hallo,
vor einigen Tagen habe ich dieses Stück in der Ostsee (Hohwachter Bucht) gefunden.
In meinem Buch über Fossilien kann ich es leider nicht finden.
Das Fossil, hoffe ich, ist ca. 4 cm breit.
Danke im Voraus!
Jolanta
-
Hallo,
könnte vlt. ein Steinkern von ner Brachiopode (Armfüßer) sein. ( Flint mit Kalkresten )
Gruß -M-
-
fast eher was richtung krabbe. brachiopoden kenn ich anders.
-
ich bin der Meinung Muschel und nicht Brachiopode.
Wen ndas Stück symmetrisch ist stimme ich für Muschel. Brachiopoden sind doch asymmetrisch, oder?
MfG
Frank
-
Ist das nicht einfach eine Seepocke? ???
Viele Grüße, Anne
-
Ich hab das mit den 4 cm überlesen, das ist dann doch etwas groß. Aber so rein optisch erinnert es mich trotzdem an die heutigen Seepocken!
-
Dann aber fossil ;-)
MfG
Frank
-
Ja, eine fossile Riesenseepocke! ;)
Nein im Ernst, das hat mich einfach spontan dran erinnert, da ich gerade einen Nordseeurlaub hinter mir habe und dabei viele Seepocken gesehen habe. Aber die waren natürlich keine 4 cm breit. Aber vielleicht gibt bzw. gab es da ja auch größere Verwandte...
Viele Grüße, Anne
Edit: http://unterwasser-welt-ostsee.de/html/grosse_seepocke.html (http://unterwasser-welt-ostsee.de/html/grosse_seepocke.html) - gibt also auch große Arten, und früher ja sicher noch mehr!
-
Ne Leute- für Seepocke stimmt die Form nicht, Das Ding hat ja gar keinen "Eingang". Jede Pocke hockt ja in so einer Art Krater. Seht ihr das irgendwo? Ich nicht!
-
Hallo,
Würde mich da überhaupt nicht streiten wollen, ob nun Muschel oder Brachiopode - war eh nur ne vage Vermutung.
Wie sich Muscheln von Brachiopoden unterscheiden ist auch klar, aber solang man nur diese eine Sicht auf den Stein
hat, läßt sich über die Symmetrie des Teils im Grunde auch nur spekulieren, also - am sinnvollsten, im Sinne der Anfrage,
würden mir 1-2 zusätzliche Bilder aus anderen Perspektiven erscheinen.
Gruß -M-
-
Ein verdrückter und verkieselter Seigel...pardon : Seeigel !
Glück Auf
Thomas
-
versteinerter Schneidezahn eines Urzwerghamsters :D
jetzt mal im ernst!!!
Was soll daran Fossil sein?
Ich kann auch aus jeder Wolke mir etwas zusammenphantasieren! ::)
-
Hallo Ihr Lieben,
ich danke Euch für die vielen Antworten.
Habe noch einmal nachgemessen, es ist ein Durchmesser von 3,7 cm und Höhe 2,3 cm.
Anbei noch zwei Fotos die vielleicht hilfreich seien könnten.
Gruß
-
Hallo,
Würde auch auf einen Brachiopoden tippen. Funde dieser Art sind an der Ostsee recht häufig.
Glück Auf!
Smoeller
-
Hallo,
wegen der Asymmetrei: Brachiopiode.
Bisher hatte ich Glück, wenn ich die Feuersteinfossies in ca 10% HCl gelegt habe. Die wurde ndann top und zeigten die feinen Strukturen besser.
MfG
Frank
-
Ok, so von der Seite sieht das wirklich ganz anders aus, ich hatte mir das eher wie eine Kugel vorgestellt... ::)
Gruß, Anne
-
Hi,
die Vorschläge entbehren nicht eines gewissen Unterhaltungswerts (Brachiopode, Krabbe, Seepocke, Seeigel, Muschel, nichts - um nur die augenscheinlich ernst gemeinten zu nennen).
Ich denke wegen der anscheinend erhaltenen - schaut für mich so aus - Gefäßeindrücke ("Pallialeindrücke") auch an einen Brachiopoden, gleichwohl dieses Stück wirklich eine "harte Nuss" ist.
Gruß
Sönke
-
Hallo,
ja, das ist ein Brachiopode. Mir ist der Begriff entfallen, aber dieser zweigeteilte Abdruck im Schlossbereich hat etwas mit Kalklamellen der Klappen zu tun, an denen beim lebenden Tier Schloss- und Fußapparat befestigt sind. Ist jedenfalls typisch für Brachios.
Gruß,
Triassammler.
-
Hallo Frank,
noch habe ich nicht rausgefunden wie ich dir direkt antworten kann.
Zurerst, danke für dein Tip.
Eine bitte hätte ich, was genau ist 10% HCL und wo man es kaufen kann? (ich nehme an eine art Säure)
oder gibt es noch andere Möglichkeiten Fossilien zu säubern?
Mfg
Jolanta
-
Hallo,
HCl ist Salzsäure, gibt es im Baumarkt, verätzt die Haut und die Atemwege.
Kann gefährlich für Augen sein.
Hast Du einen Bekannten der im Umgang mit Säuren erfahren ist?
Dann gib ihm das Stück und sage: Bitte eine Woche in 10% Salzsäure einlegen und dann 1 Woche in Leitungswasser.
An der Frage meine ich zu erkennen, dass du nicht unbedingt chemisch/praktisch ausgebildet bist.
Deshalb der Hinweis auf jemanden der sich damit auskennt. Ich möchte nicht per I-Net Schuld an einer
Atemwegreizung oder an rostigem Werkzeug im Keller sein.
MfG
Frank
-
also welche säurestärke man im baumarkt bekommt weiß ich jetzt nicht. aber ich denke in jedem fall muß man runterverdünnen um 10% zu erhalten. nach schätzen is nicht. um 10% zu erhalten muß man die berechnung auf die chemische weise machen. sonst kommt nur zufällig 10% raus.
deiner frage entnehme ich auch, daß du sicher nicht weißt was passiert wenn du wasser und säure zusammen bringst. in der falschen reihenfolge geht das ganz schön nach hinten los.
10%ige HCL ist nicht so wild. einer meienr dozenten hat mal nen stein mit HCl abgeschleckt. was ähnliches ist mir auch schon mal passiert. dennoch nicht sonderlich ratsam.
und wenn man vorher nicht weiß was HCL ist, so würde ich echt sagen finger weg. geht nur schief. nimm lieber essigessenz. in dem fall würde ich generell auch von anderen chemischen säuberungensmethoden abraten. wenn jemand das macht, der sich auskennt ok. aber ohne geringste chemiekenntnis sollte man tunlichst die finger auch von den harmlosen chemikalien lassen. bleib bei mechanischen techniken.
mechanische methoden wären: bürsten benutzen, präparationsstichel, sandstrahlen, schleifen, schneiden usw. je nach ziel
-
Hallo,
Baumarkt ist ca 20% bis 25% in der Regel, bei höheren Konzentrationen ist der Dampfdruck zu hoch.
Erst das Wasser dann die Säure gilt bei der HCl ja wohl eher nicht. selbst die konz. HCl ist nur 38%, meist 33% im Handel.
Die Energie beim Verdünnen kommt so sichtig erst bei H2SO4.
Essigessenz dürfte hier nicht fiel nutzen, ich wollte auch die weisse Patina, die nicht nur Carbonatisch ist runterlösen.
MfG
Frank
-
Hallo Krizu,
hast Du mal Wasser in 33% HCl gegeben? Und das sparsam, also nicht so viel, dass die zugegebene Wassermenge die entstehende Abwärme der Protolyse auf ein harmloses Maß runterkühlt? Es kommt bei sowas sehr stark darauf an, wie schnell und in welcher Menge man das Wasser dazugibt. Ich mach es auf jeden Fall immer andersrum.
Gruß,
Triassammler
-
umgekeghr reicht es auch (wenn du viel säure verschwenden willst oder viel verdünnte brauchst). hab das schon mal so gemacht. an dem glas hab ich mir dann richtig gut die finger verbrannt. also nix mit harmlos. mach das mal zu schnell und es geht auch hier was hoch.
-
Ja, habe ich schon gemacht.
In meinen Augen wird HCl als Säure überschätzt, aber in den Auswirkungen der Gase unterschätzt.
MfG
Frank
(Der einige Silos HCl im Rücken hat)
-
Mein Baumarkt hatte früher 25%ige HCl im Angebot, jetzt haben sie seit einiger Zeit 30-33%ige im Angebot. Die raucht schon gut, wenn man die Flasche aufschraubt. Da sollte man wissen, was man tut.
-
am besten tief luft holen natürlich.
klar wird HCL gerne unterschätzt, wobei ich mich frage warum. und was hat 33%ige im baumarkt verloren? welcher normale mensch braucht das. die hitze die 33%ige bei wasserkontakt entwickeln kann ist enorm. aber wasser zum sieden bringen... naja, noch nicht geschafft.
das problem sehe ich in der unerwarteten hitze. und wie schon erwähnt wurde auch im rauch beim öffnen.
wirklich gefährlich wird die säure an sich nur für den gesichtsbereich. meine einstige chemielehrerin hat immer in die conc. HCl reingelangt um die hühnerknochen rauszufischen. das zeug geht höchstens etwas auf die fingernägel, aber sonst.
aber um noch zur reinigungsfrage zurückzukommen:
ich würde da echt nur bei der mechanischen bleiben, solange ich nicht ausreichend kenntnise im bereich chemie und säuren habe.
was bringen z.b. die vorsichtmaßnahmen wie schutzbrille, "nie wasser in die säure" oder dem vermeiden des kontakt szum HCl-dampf allein? leider nur wenig. denn man sollte auch wissen was passiert, wenn man säure X auf stoff Y schüttet. kippst du die säure auf kalkstein, so wird zwar der kalk von deinem fossil entfernt, aber man sollte nicht vergessen, daß auch co2 entsteht. in kleinen mengen harmlos, aber manche lösen in ihren säurekellern große blöcke weg. dennoch sollte man dann nicht unbedingt mit der nase ran gehen.
nimmst du die säure her um pyritisierte fossile zu reinigen, nun, du machst damit nicht nur die fossile kaputt, du setzt damit auch H2S-gas frei. und dieses ist nun gar nicht gesund.
also muß man dabei auch immer lüften oder gleich nicht in der wohnung machen.
aber jedenfalls: kaufen kannst die HCl an sich überall. baumarkt, apotheke, chemie-versand, oder in online-mineralien und präparationsläden. conz bis vorverdünnt.
dinnvoll wäre auch: was für ne substanz willst du von welchem fossil in welcher erhaltungsform entfernen. einfach hcl drauf ist nicht. gibt viele variationen die +/- sinn machen.
-
Vielen Dank für die tollen und ausführlichen Tips.
Solange ich nicht ausreichend kenntnise im bereich Chemie und Säuren habe, werde ich , dank euren Rates, meine Fossilien auf eine harmlose Art säubern.
Nur den kleinen regulären Seeigel werde ich wohl nicht mechanisch sauber bekommen. Ich könnte ihn damit sicher beschädigen. Das mus eben warten. Es sei denn, Jemand hat einen Tip für mich.
Liebe Grüße
Jolanta
-
Habe den Seeigel in Essigessenz eingelegt und es hat geklappt. s. Foto.
Allerdings sind meine anderen Seeigel jetzt sehr rau und matt. Die Donnerkeile sind genauso matt und fast porös.
-
Hallo,
ich würde nicht groß mit Säure an dieses Stück gehen. Ich denke der Informationsgewinn ist gleich null. Und schöner wird das Stück auch nicht werden. Es handelt sich mit Sicherheit um eine Brachiopode. Aufgrund der beschriebenen Größe und des erkennbaren Umrisses handelt es sich wohl um Neoliothyrina obesa (SAHNI 1925), eine im Campan und Maastricht Norddeutschlands nicht seltene und ziemlich großwüchsige Brachiopodenart.
Gruß Olli
-
Ich find das toll, daß auf Grund eines Fotos gleich eine Artbestimmung durchgführt wird! Speziell bei "einer Brachiopode". Super!
stoanklopfer
-
Hallo,
bin zwar kein Fossi-Sammler mehr, finde es aber auch erstaunlich wie die Bestimmung ohne jedwede Schalenerhaltung funktioniert.
Also ich hab damals meine Funde aus der Kiesgrube entsorgt, wenn nicht irgendwas zu erkennen war - und da gab es ne Menge Steinkerne denen man was andichten konnte. Mein Tipp - als Erinnerungsstück behalten - oder ....
Gruß
Hartmut
-
Hallo!
Ich würde auch am ehesten auf einen Brachiopoden tippen (nicht sicher bestimmen!!!), aber dies auch nicht mit sehr großer Sicherheit. Es könnte auch ein verdrückter und stark abgerollter Seeigel bzw. vielmehr ein Stück davon sein oder ...
Es handelt sich mit Sicherheit um eine Brachiopode. Aufgrund der beschriebenen Größe und des erkennbaren Umrisses handelt es sich wohl um Neoliothyrina obesa (SAHNI 1925), eine im Campan und Maastricht Norddeutschlands nicht seltene und ziemlich großwüchsige Brachiopodenart.
Grund:
Sehr schlechter Erhlatungszustand des Fundes, der mich auch absolut nicht dazu verleiten würde hier annähernd eine Bestimmung vorzunehmen!!!!!!!!! Die Erscheinungsform spricht meiner Erfahrung nach nicht für den Neoliothyrina, der sieht normalerweise schon anders aus! Habe selbst einige Exemplare aus der Rügener Schreibkreide.
Fazit:
Wenn du willst, beschrifte es mit Brachiopode und einem dicken ?, mehr ist da absolut nicht zu bestimmen!!!! Sorry!
MfG
Arne
PS: Ich finde diese Diskussionen echt immer amüsant .... ;)
-
Hallo,
alles klar, so mache ich es.
Danke für die Antwort.
Liebe Grüße
Jolanta
PS: hat Jemand einen Tipp wie ich, die in Essigessenz gesäuberten, Seeigel wieder glatt bekomme.
Jetzt sind die matt und rau.