Mineralienatlas - Fossilienatlas
Gesteine / Rocks / Rocas => Gesteine / Rocks / Rocas => Thema gestartet von: Druide am 18 Sep 08, 22:30
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Fundort:
Baden Württemberg
Odenwald
Buntsandstein
Hallo,
hier habe ich einen mächtigen Sandsteinquader mit Wellenform.
Kann mir bitte jemand erklären wie dieser Stein zu seiner Form kam?
Gab es in der Vergangenheit der Erdgeschichte eine bestimmte Zeit
in der diese Rippeln geprägt wurden?
Danke für mögliche Antworten?
Maria
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also da sehe ich beim besten willen keine rippeln. eher nur ein bruchmuster, was wie eine welle aussieht. wellenrippel stehen an sich viel enger und mehrfach in reihe.
im übrigen kann jedes marine sediment wellenrippel aufweisen. da braucht es auch keine bestimmte zeit. es braucht lediglich ein gewässer, in dem die wellenbewegung den sedimentgrund erreichen kann und schwupps hat man die rippel. ob sie erhalten werden ist eine andere frage.
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Hallo Caliastos,
die Rundungen des Steines wurden so zu sagen vom Bruch geformt?
So rund..na das ist ein Ding :)
Danke für deine Antwort
Maria
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hm.. also aus meiner Sicht sieht das eher aus, wie wenn da jemand sich Blöcke gemacht hat.
Da bohrt man alle paar cm ein Loch und bricht dann Blöcke ab. Sprengt?
Gibt es Anzeichen, dass ein Steinhauer hier gearbeitet hat oder dass ein Steinbruch bestand?
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absolut easy, Trommeln hat recht:
Du bohrst eine Reihe an Löchern und setzt Spaltkeile.
Das sind Keile, die zwischen zwei Zungen in den Stein getreiben werden und so eine Bruchlinie erzeugen.
Der Trick ist meines Wissens, die Keile mit gleichem Klang in den Stein zu Treiben. Dann leigt an jeder Stelle ein vergleichbarer Druck an.
MfG
Frank
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Solltest du die Oberfläche des obersten Steins gemeint haben, das würde ich dem Wasser oder Wetter zuschreiben
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Hallo ,
ja ich meine die die gerundete Oberfläche der Steine.
Die Steinquader wurden in einem Steinbruch gebrochen. Ich glaube kaum das die gerundete Oberfläche
"bearbeitet" wurde.
Da liegt wohl Trommeln mit ihrem Tip
Wasser oder Wetter
eventuell nicht so verkehrt
Danke für die Antworten
Maria
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Hallo Maria,
ähnliche Brüche bekommt durchaus auch beim zerkleinern von Steinen mit dem Fäustel. Natürlich im kleineren Maßstab. Die Zeit mag dann zusätzlich die scharfen Kanten abgerundet haben. Bei Rippeln würdest Du außerdem eine Trennschicht und damit eine markante Oberfläche sehen, die dann eigentlich auch für sich spricht.
Falls Du diese tolle Seite noch nicht kennst schau auch mal hier rein. Auch die anderen Kapitel sind toll (Home button benutzen)
http://www.palaeo-online.de/d/trias/marken.html
Chao, Stefan
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Hallo Stefan,
ja die Seite kenne ich. Tolle Seite. Ich habe schon vieles über den Buntsandstein gelesen. In so manchen Berichten kann ich mir etwas heraus pflücken das dem "Geraffel" hier ähnlich ist. Da ich Laie bin werde ich mich aber hüten zu sagen:
Ich habe..........
Der Anschein er täuscht zu oft.
Danke für deine Antwort
Maria
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Hallo,
zieh schon mal mein Genick ein für meine naive Frage aber sie muß sein ;D
Über den Mylonit bin ich zu Scherspannung gekommen. Auf der Website war ein Bild die eine "Erdschicht" gezeigt hat, die durch Spannung entstanden ist.
Hat mich an den gewellten Stein erinnert, der hinter dem Hammer liegt (siehe Bild oben)
Egal ob der Stein beigeschleift wurde ......
wäre es möglich das dieser Stein durch Druck so verformt wurde und nicht von Wind/Wasser?
Danke für mögliche Antworten
Gruß Marie
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Hallo Marie,
also beim obersten Bild würde ich eigentlich auch fast sagen, dass es eine große Düne sein kann. Hast du da vielleicht noch ein Bild, was die Seite des Quaders besser zeigt?
Es kommt da auch darauf an, ob eine Schichtung erkennbar ist und wenn ja, wie diese relativ zur dünenartigen Struktur liegt.
Das die Struktur durch Brechen entstanden ist, will ich nicht ausschließen, aber mir kommt sie dafür viel zu rund vor. Klar müsste man dafür wissen, wie lange der Block da schon liegt. Aber dann müssten die anderen Blöcke auch so gerundet sein...
Auf dem mittleren Bild würde ich aber fast sagen, dass das Gestein an den Stellen gebrochen ist. Diese Kanten kommen denen entlang der Bohrpfeifen recht nahe.
Gruss,
Tobias
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hallo,
das ist keine wellenrippe, sondern eine ehemalige scharfe bruchkante beim zerkleinern, die nun durch erosive kräfte abgerundet worden ist. manchmal entstehen solche runden kanten auch frisch, hängt vom aufbau und der textur des gesteines ab.
düne? ;D ;D
haldenschreck
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Einen schönen guten Morgen
und danke für die Antworten
Beim nächsten Rundgang sehe ich mir die Sache näher an.
gruß Maria
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Hallo,
sodele
ich habe mir die Sache näher betrachtet.
Und möglicherweise habe ich die Ursache der Welle entdeckt. Siehe Sandsteinwand
Gruß Marie
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Hallo Marie!
Du spielst auf die Erosionsmarken (wohl Ausfüllungen von Fließrinnen) in der Wand an?
Das kann sein, dann sollte Dein UFO aber auch eine Internschichtung haben, die sich entlang der Ränder der Fließrinne gekrümmt "anschmiegt" und nicht gerade aus den Rändern herausläuft. Ist das so?
Btw, zur Bruchmechanik von Gesteinen wird geforscht, seit sich der Mensch mit den Eigenschaften seiner Werkstoffe beschäftigt. Dabei ist selbst heute noch im Detail oft unklar, warum spezielle Bruchformen entstehen bzw. warum diese auch gelegentlich mal an Sedimentstrukturen erinnern. Gesteine sind im chemischen und physikalischen Sinne inhomogen und daher nur schwer durch einfache mechanische Prinzipien zu beschreiben. In manchen Fällen muss man mit der Unsicherheit leben.
Gruß,
Triassammler
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Hallo Triassammler,
ich muß mich erst schlau machen was eine Internschichtung ist.
Im Moment kann ich nur sagen das am Fuß der Wand noch Quater liegen mit solch einem Bruch
Danke dir für deine Antwort
Marie
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Internschichtung bedeutet, dass innerhalb des Sedimentkörpers "Rinne", der seinerseits eine Sedimentstruktur seiner umgebenden Gesteinsschicht ist, eine untergeordnete Schichtung vorhanden ist.
Als Beispiel sei das "Hand"stück mit Wellenrippeln genannt, das Du mir netterweise überlassen hast: Die Schichtung erster Ordnung ist die eben gegen das Liegende abgegrenzte Sandsteinbank, auf der die Rippel aufsitzen. Wenn Du genau hinschaust, erkennst Du in der Bank eine Schichtung zweiter Ordnung, die die Rippel aufbaut, und die leicht schräg zur Unterseite der Sandsteinbank verläuft. Dies ist eine sog. Internschichtung.
Gruß,
Triassammler
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zur den bruchformen fällt mir noch ein:
aus genau dem grund, das gesteine, auch wenn sie noch so homogen erscheinen, in wahrheit inhomogen sind, ist es nötig bei felsmechanischen versuchen immer serien zu fahren. ein stück allein sagt nichts. viele geben eine tendenz an, aber um genau zu sagen was passiert müsste man die eigenschaften jedes einzelnen korn im detail und dessen beziehung zu den nachbarkörnern kennen.
wie genau welche form entsteht ist selbst mit normierten verfahren nicht wirklich nachzuvollziehen, weil kein prüfkörper wie der andere ist. die scherspannung ist nur eine von vielen faktoren, die einwirken.