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Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => Thema gestartet von: guldgruva am 02 Oct 08, 12:50
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Hallo zusammen,
Ich benötige Hilfe beim bestimmen dieses Gebildes.
Ich habe es vor Jahren an einem Fluss in der Nähe von Ischgl (Paznaun/Österreich) gefunden Es sieht aus als hätte es einen grünen Überzug. Muttergestein scheint Kalkstein zu sein, ist aber von grünen Adern durchzogen.
Ich hoffe es ist auf den Bildern zu erkennen.
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Im selben Urlaub habe ich diese Funde gemacht (etwa 1000m höher, genauer Fundort ist mir entfallen). Ich habe davon mal Bilder angehängt...
Die Bilder zeigen das an dieser Stelle vorherrschende Gestein mit einem ähnlich grünen Überzug (3) bzw. kleinen grünen Kristallen (4). An diesem Ort (wo auch immer der war :D) waren einige Stücken mit diesen kleinen grünen Kristallen zu finden. Allerdings leider meist nur an großen Brocken (Kristallgröße </= 1mm).
Besteht ein Zusammenhang zwischen den Funden?
Schon mal Dank im Voraus und Grüße an alle Sammler
guldgruva
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Also im Vogtalnd gibt´s grünen Calcit. der sieht ähnlich aus und heisst dort "Matrix".
hast Du mal den Säuretest gemacht?
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Hallo,
@ Helicat - grüner Calcit heißt selbst im Vogtland sicherlich nicht Matrix. Kann aber nat. die Matrix an bestimmten Stufen
darstellen, genauso allerdings wie jedes andere Mineral ...
@ guldgruva - könnte sich um Serpentin handeln ... wie hart ist es denn so ?
(Bild 1-3 sieht für mich evtl. danach aus, bei Bild 4 - sieht es allerdings eher nach was anderem aus,
läßt sich aber so per Bild schwer Genaueres erkennen)
Die Matrix der beiden Stücke sieht für mich, soweit man das erkennen kann, eher nicht identisch aus.
Gruß -M-
edit: Bild 1+2 kann theor. auch grüner - z.B. Calcit sein (Karbonat-Probe)
Bild 3. sieht für mich schon nach Serpentin aus,
Bld.4 - erinnert z.B. an Epidot - läßt sich aber eigentlich nicht wirklich genug erkennen
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Vielen Dank für die schnellen Antworten. :)
@helicat
An grünen Calcit habe ich überhaupt nicht gedacht.
Bei der Google-Bildersuche (Eingabe: "grüner Calcit") passt aber das zweite Bild zumindest farblich perfekt zu meinem Fund.
Säureprüfung hab ich noch nicht gemacht. Ich muss mich erstmal reinlesen wie die überhaupt funktioniert.
@-M-
An Serpentin hatte ich auch schon gedacht.
Mit der Härteprüfung bin ich allerdings genauso wenig vertraut, wie mit der Säureprüfung. Habe da etwas Nachholebedarf. Werde mich aber umgehend informieren :)
Die Matrix der beiden Stücke ist für mich schon identisch. Aber ganz sicher bin ich mir nicht...
Ich kann ja nochmal die Matrix fotografieren...falls das bei der Bestimmung hilft.
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Hi guldgruva,
die ersten erinnern mich ein bissl. an Fluorit.
Die letzten beiden Bilder zeigen meiner Meinung nach Serpentin.
Zur Säureprüfung: Einfach etwas Salzsäure (Essigsäure müsste es auch bringen) auf die Matrix bringen.
Wenns sprudelt ist's ein Karbonat - also wahrscheinlich Calcit.
Zur Härte:
http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/H%E4rte
Grüßle Martin
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Danke für den Hinweis zur Säureprüfung :D
Muss mal schaun, ob ich sowas im Haus habe...
Bin gerade mit der Härteprüfung beschäftigt. Resultate gibt es gleich.
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So habe mal eine teilweise Härteprüfung durchgeführt...
Habe die beiden Stücke Bild 1/ 2 und Bild 3 geprüft.
Mit dem Fingernagel passiert erstmal nix ;D
Mit einem starken Kupferdraht konnte ich auch nicht ritzen. Bei sehr starkem Druck konnte ich allerdings Kupferspuren hinterlassen...ich konnte kupferfarben "malen" ;)
Mit dem Taschenmesser ist es definitiv nicht leicht ritzbar.
Und mit starkem Druck konnte ich silberfarbene Spuren hinterlassen, die nach dem Abwischen nicht mehr zu sehen waren. Aber sichbar einzuritzen geht es offenbar nicht.
Werde die Stücke dann nochmal mit der Lupe betrachten. Kommt mir seltsam vor...
Kommt jetzt überhaupt noch eines der genannten Minerale in Frage? Habe ich bei der Prüfung etwas falsch gemacht? ???
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Hallo -M-
es gab mal eine website, die hat sich auschlisslich mit dem grünen Calcit beschäftigt. Ich nehme übrigens meine obige aussage zurück, das Zeug hiess da Plasma.
Ich wusste nur, dass es ein recht seltsamer Name war und mich an irgend welche Filme erinnerte ;D
Zum Härtetest: Du hast nichts falsch gemacht, es sagt nur aus, dass dein Mineral härter als die Testmaterialien war. Versuche es mal mit Glas zu ritzen bzw schau, ob das Mineral Glas selbst ritzt...
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zum härtetest solltest du dich wenn nur an diese liste hier halten: http://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%A4rte#H.C3.A4rtepr.C3.BCfung_nach_Mohs
wenn du es mit dem messer nicht ritzen kannst, dann kann es kein calcit sein. sieht auch nicht danach aus. eher richtung quarz. die unteren bilder sehen auch eher nach pyroxenit aus. der schräfefokus aber verhindert eine gesamtbetrachtung. das eine bild zeigt nur einen ausschnitt, das andere wirkt zu dunkel. würde jedenfalls gut nach österreich passen.
was beim ritztest der knackpunkt ist: du darfst nur kristallflächen verwenden und sonst nichts. sonst klappt das vorne und hinten nicht. da das zeug eher nach gestein aussieht ist die härte eh für die tonne. die gibt es da nicht.
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Hallo,guldgruva!
Was ist nun aus dem Härtetest geworden,oder bist du noch dabei?
Was Bild 3 und 4 betrifft,würde ich auch mal in Richtung "Olivin" gucken.Aber die Härtebestimmung würde schon ein gutes Stück helfen.
Viel Spass noch!!
Glück Auf!
Kupperdroll
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Ich bin noch dabei. Momentan scheitert es an einer geeigneten Glasscherbe zum Ritzen. Aber ich werde heute einen Spaziergang machen...da findet sich sicher etwas Geeignetes auf der Straße ;D
Ich habe aber mal versucht mit dem ersten Stein Glas zu ritzen (mit den anderen beiden geht es nicht, da keine offenliegende Kristallfläche).
Resultat: Ich konnte für einige Kratzer sorgen :)
Ich hatte ursprünglich eigentlich gedacht, dass es sich bei den drei Stücken um ein und dasselbe Mineral handelt.
Die Gründe dafür sind zugegeben nicht sehr tief greifend...
1. Fundgebiet: Ich bin jedes Jahr in Österreich aber so etwas habe ich nicht mehr gefunden. Und 2001 eben diese 3 Stücken und weitere, aber zu große Stücke mit kleinen Kristallen wie Bild 4
2. Die Farbe: Bild 4 und Bild 1/2 haben eine in meinen Augen eine identische Farbe. Bild 3 fällt etwas aus der Reihe. Es wirkt dunkler und hat einen auffälligen Glanz. Allerdings ist das Muttergestein auch viel dunkler und da der "Überzug" transparent ist, würde ich denken, dass er trotzdem dieselbe Farbe hat. Dazu kommt, dass ich die Stücken 3 und 4 auf derselben Geröllhalde gefunden habe.
(mittlerweile weiß ich auch wieder wo: irgendwo im Jamtal)
Die Farben sind auf den Bildern eigentlich recht gut gekommen...die Schärfe fehlt leider etwas. Werde vielleicht noch zwei weitere Bilder reinstellen.
Aber ich werde erstmal die Härteprüfung fertig ausführen. Dann kann man das vielleicht weiter eingrenzen.
Mir schwirrt langsam der Kopf...soviele grüne Mineralien, die in Frage kommen :o
Ich bedanke mich für die große Beteiligung :)
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Hallo guldgruva,
ich bin etwas mit der Geologie dieser Gegend vertraut (habe schon vor immerhin 30 Jahren das erste Mal dort kartiert und danach einige Gutachten dort erstellt). Aus meiner Erfahrung scheint es sich um folgendes zu handeln: Beim ersten handelt es sich wahrscheinlich nur um ein Quarz-Feldspat-Mobilisat aus den Gneisen des Silvrettakristallins. Die grüne Farbe kann von fein verteiltem Chlorit stammen. Das zweite ist sicher ebenfalls aus dem Kristallin und stellt einen Amphibolit mit Epidot-belegten Klüftchen dar.
@caliastos: warum sollte ein Pyroxenit "typisch für Österreich" sein? Es gibt zwar im Engadiner Fenster südlich von Ischgl sog. "Diallagite", deren Aussehen aber völlig anders ist als in den Fotos.
lG
stoanklopfer
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na typisch ist ja nicht passend. paßt auch genausogut anderswo hin. das stück direkt als amphibolit bezeichnen ging mir zwar schon durch den kopf, aber das bild war mir zu unsauber.
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Habe jetzt versucht das erste und zweite Stück mit Glas zu ritzen, aber wieder keine Kratzer.
Hallo stoanklopfer :)
Das klingt erstmal sehr interessant. Ich vertraue da deiner Erfahrung. Passt denn die Härte und die Tatsache, dass beim ersten Stück das "Muttergestein" Kalkstein ist, zu deiner Vermutung?
http://galileo.telesis.at/content/geologischer-lehrpfad/das-silvretta-kristallin (http://galileo.telesis.at/content/geologischer-lehrpfad/das-silvretta-kristallin)...hier werden immerhin grüne Amphibolite erwähnt.
Bilder habe ich leider keine gefunden...ist wahrscheinlich zu speziell.
LG guldgruva
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Hallo guldgruva,
Du hast doch erwähnt, daß Du das Stück Nr. 1 als Flußgeröll nahe Ischgl gefunden hast (wofür ja auch die Form und Abrollung sprechen). Warum also die Frage nach dem "Muttergestein"? Ich nehme an, daß Du damit sagen willst, neben dem grünen Anteil ist an dem Geröll noch Kalk (Kalzit) festzustellen. Das wäre nicht weiter verwunderlich, solche Mobilisate enthalten neben Quarz und Feldspat auch häufig Kalzit als Bestandteil. Ist auch durchaus in "kristallinen" Gesteinen nichts Ungewöhnliches. Im Einzugsbereich der Trisanna um Ischgl ist es jedenfalls sehr unwahrscheinlich, Kalke als "Muttergestein" vorzufinden. Im ersten Foto glaube ich jedenfalls (im hinteren unscharfen Bildteil) eine gneisartige Textur zu erkennen. Trotzdem sind natürlich solche "Bestimmungen" anhand von Fotos immer mit Vorsicht zu geniessen.
mfG
stoanklopfer
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Hallo stoanklopfer,
Flussgeröll nahe Ischgl...ja das ist korrekt.
Nun als "Muttergstein" hab ich es bezeichnet, weil Kalk an dem Stück für mich den größten Anteil ausmacht. Für mich sieht es so aus, als bestünde das Stück aus Kalkstein mit grünen "Adern" durchzogen und z.T. grün überzogen. Der Überzug variiert in der Stärke schätzungsweise zwischen Bruchteilen von 1mm bis hin zu 2mm.
Ich habe mal noch ein Bild (5) reingestellt, da das "Muttergestein" auf den Bildern 1/2 nicht wirklich zu sehen ist. Das Bild ist während der Härteprüfung entstanden und es zeigt die noch fehlende Rückseite des ersten Stücks.
Als Gneis würde ich das zweite und das dritte Stück bezeichnen. Allerdings muss ich zugeben, dass ich nur ein Laie bin, wenn auch ein sehr interessierter :)
Ich habe mal noch ein Bild (6) davon angehangen.
LG und vielen Dank guldgruva
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Hallo guldgruva,
die neuen Bilder bringen etwas mehr Klarheit in die Geschichte. Das erste Stück dürfte ziemlich wahrscheinlich ein derartiges Mobilisat wie beschrieben sein, allerdings ist die endgültige Bestimmung immer noch mit Unsicherheit behaftet. Das zweite ist jetzt klar: eindeutig Amphibolit (dunkel: i.w. Hornblenden, hell: Feldspäte), das grüne sind dann Epidote auf einer Kluft.
Hoffe, etwas gehoflen zu haben
stoanklopfer
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Hallo stoanklopfer,
Dankeschön :)
Das hätte ich nie selbst bestimmen können. Dann werde ich jetzt mal ein Etikett basteln. Die Unsicherheit der Bestimmung durch Bilder werde ich mit dem Zusatz "ziemlich wahrscheinlich" berücksichtigen ;D
Ich danke auch allen anderen Helfern. Habe viel gelernt und kann mich jetzt an die Bestimmung meiner anderen Funde wagen. Wenn ich nicht weiterkomme weiß ich ja, dass mir eine nette Sammlergemeinde gerne weiterhilft.
LG guldgruva