Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Allg. Diskussionen Mineralien / General discussions minerals => Thema gestartet von: Tobi am 04 Oct 08, 12:34
-
Hallo miteinander,
da ich jetzt durch den Erhalt einer älteren Sammlung mal wieder vor das Problem fehlender Fundortangaben von Mineralien gestellt wurde und wir alle hier - oder zumindest sehr viele von uns - das Problem ebenfalls zur Genüge kennen, wollte ich mal generell fragen, wie ihr dies handhabt. Natürlich weiß man als Mineraliensammler von kleinauf, dass ein Stück ohne Angabe des Fundortes quasi wertlos für eine ernsthafte Mineraliensammlung ist, so liest man es schon in jeder einführenden Literatur. Aber nimmt das jeder von euch auch ganz genau, oder kneift ihr auch mal ein Auge zu und stellt ein Stück mit unbekannten Fundort in die Sammlung, weil es z.B. eine extrem schöne Stufe ist?
Ich selber hatte früher immer ein paar Stufen mit "Fundort unbekannt" in meiner Sammlung, weil man gerade als Kind natürlich immer mal was geschenkt kriegt, wo die Herkunftsangabe dann fehlt. Aber trotzdem freut man sich dann drüber und stellt es sich ins Regal. Seitdem ich vor einiger Zeit vieles in Schubladen verbannt und ausgemistet und nur noch eine Vitrine mit richtig guten Stufen aufgestellt habe, habe ich auch die Stücke ohne Fundort verbannt, und bei manchen tat mir das leid. Aber wären denn ein paar Stufen mit fehlender Angabe wirklich so ein Makel oder so eine Schande für eine ernsthafte und recht hochwertige Sammlung?
Wollte daher einfach mal eure Meinung wissen, ob ein Stück ohne Fundortangabe - egal, wie groß und hochwertig es sein mag - für euch von vornherein uninteressant ist oder ob ihr auch für eine besonders schöne Stufe (z.B. Fluorit oder Calcit, wo man dieses Problem ja gerade sehr oft hat) auch mal ein Auge zudrücken und sie ohne Angabe in die Vitrine stellen würdet. Wohlgemerkt; es geht hier wirklich um das Auf- und Ausstellen in einer Schausammlung.
Liebe Grüße
-
Hallo Tobi
bin persönlich der meinung das auch eine Stufe ohne Fundortangabe Ausgestellt werden sollte,
meiner meinung nach berreichert die Fundortangabe zwar die Stufe ist aber für mich persönlich nicht das A und O. einer Sammlung.
Für mich zählt die wunderschöne entstehung der Stufe die uns die Natur bietet sowie eine gute erinnerung von jemanden als Geschenk mehr als wenn ich die Stufe aufgrund fehlendes Fundorts verstecke.
Habe in meiner Vitrine auch mehrere Stufen die ich einfach als Geschenk ohne Fundort erhalten habe.
ciao
-
Hi Tobi
es kommt auch ein bisschen darauf an, um welche Art von Schausammlung es sich handelt. Wenn ich eine Schausammlung von Mineralien für ein Apotheken-Schaufenster, mit Schwerpunkt Mineralzusammensetzung und Verwendung in der Medizin, zusammenstelle, ist für viele Betrachter die genaue Fundortangabe "auf den ersten Blick" vielleicht noch entbehrlich, Rückfragen hierzu werden jedoch garantiert kommen. Für Schausammlungen internationalen Formats oder thematische Schausammlungen sind Fundortsangaben meines Erachtens unerlässlich. In meiner bescheidenen Privatsammlung sind jedoch auch ästhetisch ansprechende Stufen vor allem aus frühen Sammeltagen dabei, von denen ich die genaue Herkunft nicht kenne. Da steht halt dann Fundort: unbekannt
Glück Auf!
GEOMAXX
-
Hallo,
finde eine Stufe, die mit "Fundort unbekannt" bezeichnet ist, immer noch besser, als wenn man auf Verdacht ("Sieht fast so aus wie von...") dem Exponat eine Lokalität zuordnet.
Auch mir passiert es manchmal, dass in meiner Sammlung von etlichen tausend Exponaten mal ein Stück nicht mehr zuzuordnen ist (Zettel abgefallen oder nicht mehr lesbar, Erinnerung weg, usw.).
Bei interessanten Stücken entscheide ich mich für einen Verbleib in der Sammlung (mit der Kennzeichnung "?"), da ich meine Stücke auch teilweise für wissenschaftliche Arbeiten nutze, haben solche "Blindgänger" aber einen Sonderstatus und sind damit für bestimmte Zwecke nicht mehr zu verwenden.
Wer allerdings nur Steine sammelt, weil sie schön sind, sollte auch solche heimatlosen Stücke nicht verstoßen.
Würde sie aber trotzdem immer entsprechend kennzeichnen, damit später nicht doch einmal solch ein Exemplar Grund zu Fehlinterpretationen liefert...!
Gruß
Psaronius
-
also für mich gehört eine fundortangabe zu einer stufe dazu ! das ist sicherlich auch durch den - regionalen - aufbau meiner sammlung bedingt. habe ich - aus welchen gründen auch immer - keine angabe zum fundort, landet das stück über kurz oder lang tauschmaterial & verschenkit.
aber - ab wann betrachtet man eine fundortangabe als gegeben ?
ist die angabe "Wavellit - USA" oder "Amethyst - Brasilien" eine ausreichende fundortangabe ?
eigentlich nicht, aber da beginnen bei mir die kompromise zwischen 'sieht gut aus' und 'hat keine fundoertangabe' ;D
sofern eine genaue zuordnung zu einer fundstelle nicht durch eigenes sammeln oder plausible beschriftung beim kauf/tausch gegeben ist, die stufe jedoch durch gewisse eigenschaften einer bestimmten fundstelle zuordenbar scheint, vermerke ich das vermutete detail mit fragezeichen - so ist auch später der wahrheitsgehalt der zuordnung immer noch erkennbar
udo
-
also für mich gehört eine fundortangabe zu einer stufe dazu!
Ja natürlich, und genau DESWEGEN wollte ich ja wissen, was ihr macht, wenn dies bei einer richtig tollen Stufe NICHT der Fall ist.
Sehr interessant ist, dass du auch die Genauigkeit einer Fundortangabe ansprichst, da habe ich es nämlich auch nicht geschafft, bei all meinen Stücken gleichsam exakte Angaben zu finden. Ich finde es z.B. auch besser, wenn bei einem Fluorit "Grube Beihilfe bei Halsbrücke, Freiberg/Sachsen" statt einfach nur "Freiberg/Sachsen" steht und bin froh, dass ich in vielen Fällen solche detaillierten Angaben habe. Aber umgekehrt habe ich dann auch z.B. eine riesige Vitrinenstufe Milchquarz aus Madagaskar, lediglich mit der Angabe "Provinz Antananarivo, Madagaskar". Ich hab neulich mal Herrn Nockemann von Mineralium angesprochen, ob der was Genaueres weiß, da er exakt die gleichen Quarze aus dieser Provinz angeboten hat. Aber auch er musste passen und hatte lediglich die Provinz als Angabe. Ich würde aber in so einem Fall niemals auf die Stufe verzichten wollen, sondern nehme eine solche Ungenauigkeit dann lieber in Kauf. Genauso, wie ich einen wunderschönen, großen Verdelith-Turmalin auf Quarz habe, eine meiner Lieblingsstufen, aber nur mit Angabe "Minas Gerais" ohne eine Mine. Sehr, sehr ärgerlich, aber deswegen kann ich doch dieses Top-Stück nicht in die Schublade verbannen :-\
Ganz ohne Angabe, und da sind wir wieder beim eigentlichen Problem, ist natürlich ungleich ärgerlicher. Für wissenschaftliche bzw. öffentliche Sammlungen geht das natürlich gar nicht, aber ich denke, für private Schausammlungen lässt es sich vertreten, wenn bei einer von hundert Stufen dann auch mal "Fundort unbekannt" steht ... Aber es ist ein Dorn im Auge, keine Frage, sonst hätte ich ja auch diesen Thread nicht gestartet ...
Gruß
-
Obwohl ich ein ausgesprochener Fundortanhänger bin - oft genug habe ich geschrieben, daß eine Stufe ohne Fundortangabe wertlos ist - muß ich im Fall von Tobi meine Meinung etwas einschränken. Natürlich ist eine Stufe ohne Fundortangabe "wissenschaftlich" wertlos. Unabhängig davon ist aber der ästhetische Wert vorhanden. Letztendlich erfreuen wir uns selbst bei Mikromounts an der Schönheit der Kristalle.
Also Tobi, stelle getrost ansehnlich Stufen in die Vitrine, auch ohne Fundortangabe, und erfreue Dich daran. Letzteres ist ausschlaggebend - unsere Sammlung soll ja hauptsächlich uns erfreuen und sonst nichts.
Stelle mal Fotos von den Stufen ins Forum. Vieleicht läßt sich ja der Fundort so ermitteln. Manche Stufen sind typisch für einen Fundort - vor allem die Rückseite der Stufen ist oft ausschlaggebend.
Übrigens, auch ich habe 1 Stufe ohne exakt bestimmten Fundort in der Vitrine.
Gruß
Uwe
-
Hallo Uwe,
wenn du deine Hilfe anbieten willst, danke - versuch es mal bei diesem Problemkind hier: http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php?topic=18706.msg159981;topicseen
Ebenfalls aus der Sammlungsübernahme stammt eine ganze Handvoll Bergkristalle aus der Schweiz. Da sollte ich mich eigentlich glücklich schätzen, ein paar alpine Bergkristalle zu haben, aber auch von denen weiß der Vorbesitzer nur noch, dass sie aus der Schweiz stammen, mehr nicht. Ich glaube, im Gegensatz zu Calcit, der ja wirklich je nach Fundort immer ein bisschen anders aussieht, brauche ich im Falle der Bergkristalle mir wahrscheinlich gar erst die Mühe machen, hier Fotos reinzustellen, da wäre die Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen wohl noch einfacher ... ::)
Gruß
-
Oh, und hier kannst du dich ja auch mal versuchen:
http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,15943.0.html
-
Hi,
also ich bin ja ein schreibfauler Mensch.
So habe ich nun vor kurzem zum 5. oder 6. mal versucht, meine Mineralien irgendwie zu katalogisieren...
Das Resultat: bei den wenigsten weiss ich den Fundort noch.
Da für mich aber die Optik zählt ist mir dsas völlig wurscht egal. Auch, wenn manche sagen, die Mineralien sind dann Wertlos.
Vorerst will ich keine verkaufen und für mich habend ie alle seeehr viel Wert ;)
-
Zumindest bei einem ganz bestimmten Pryomorphit aus China hast du eine exakte Fundortangabe ;) (Kleiner Insider)
Wie gesagt, das kann ja jeder sehen, wie er will. Und wenn es dir um die Optik geht, dann kannst du das natürlich vernachlässigen. Aber auch in dem Fall wäre es doch trotzdem besser und "vollständiger", wenn man weiß, wo die Stücke herstammen. Ist schon nicht verkehrt, die Sammlung zu katalogisieren, mach dir die Mühe ruhig mal, trotz Schreibfaulheit ;)
-
Tja, Tobias,
so gern ich Dir helfen würde, aber leider bin ich absolut kein Kenner Schweizer Minerale. Beim Erzgebirge würde das schon anders aussehen. Mir fällt dann nur noch ein, mal die Mineralienmesse in München zu besuchen und dort einen Schweizer Händler fragen.
Helicat muß ich entgegenhalten - wenn es nur um die Optik geht, dann ist es auch uninterssant, was für ein Mineral es ist. Ich hoffe zumindest das ist Dir noch bekannt. Mit dem Wiederverkaufswert hat das natürlich auch etwas zu tun, aber die wenigsten Sammler denken vorrangig ans Verkaufen Ihrer Sammelstücke. Insofern ist der Fundort nicht für den finanziellen Wert eines Minerals ausschlaggebend sondern man sollte bei jeder Art Sammlung - nicht nur Minerale und Fossilien - so viel wie möglich über seine Sammelobjekte wissen. Andernfalls kommt man so auf das Niveau eines Eichhörnchens, welches Nüsse zusammenträgt.
Gruß
Uwe
-
Hallo,
muss Uwe applaudieren !
Er hat absolut recht. - Diese andere Art von Sammelei erinnert mich etwas an das Zusammentragen von Bierdeckeln, Würfelzuckerstückchen oder Sammeltassen (Obwohl es ja auch da welche geben soll, die ihre Sammelobjekte nach historischen Gesichtspunkten betrachten und untersuchen...).
Für solche Art von Sammeln sind die Mineralien und Fossilien einfach zu wichtig und zu interessant.
Es gibt da ja schon solchen negativen Extreme, dass einige Millionäre kraft ihrer Finanzen Super-Funde den Museen vor der Nase wegkaufen und diese Stücke nur als Kapitalanlage horten, ohne eine wirkliche Beziehung zu den Sammelstücken zu haben... Diese Stücke sind dann auch erstmal für jegliche wissenschaftliche Arbeit nicht mehr nutzbar.
...
Gruß
Psaronius
-
Naja, man muss ja nun auch ohne wissenschaftliche Aspekte sammeln und Freude an Mineralien haben dürfen. Ich habe ja auch streng genommen keinen wissenschaftlichen Bezug zur Mineralogie und betreibe meine Sammlung ganz einfach nur als Schausammlung (natürlich schon mit einem gewissen mineralogischem Interesse), um möglichst attraktive Exemplare aus der Welt der Mineralien zusammen zu tragen. Aber - und da muss ich Uwe und dir zustimmen - auch in diesem Fall ist es meiner Meinung nach unglaublich wichtig, die Fundorte seiner Stücke wenn möglich zu kennen. Schließlich geht es hier ja nicht um etwas von Menschenhand Gemachtes, sondern um Schätze aus dem Inneren der Erde, und dazu gehört nun mal schon eine Angabe über die Herkunft.
Wie gesagt, natürlich gibt es auch jene, die zur Verschönerung ihres Wohnzimmers sich ein paar Amethystgeoden und ein paar Bergkristalle ins Regal stellen, die sie auf dem Weihnachtsmarkt gekauft haben. In einem solchen, wirklich reinen "Deko"-Sinne braucht man natürlich auch keine Fundorte. Aber wenn man wirklich (Sammler)-Mineralien sammelt und sich für die Materie interessiert, dann wird man in der Regel auch darum bemüht sein, die Fundorte seiner Stücke zu kennen.
Für mich ist es jedenfalls immer wieder ärgerlich, wenn ich - etwa durch eine Schenkung oder Übernahme einer Sammlung - an schöne Stufen komme, bei denen kein Fundort dabei ist, eben gerade WEIL viele Leute die Einstellung haben, dass es ja egal ist ...
Gruß
-
Ob die Sammlung exakt beschriftet ist oder nicht, ist subjektiv gesehen vollkommen wurscht. Die Sammlung dient ja in erster Linie der Freude des Sammelnden und der muß entscheiden.
Aber ein wichtiger Punkt wird dabei oft vergessen und das ist der materielle Wert einer Sammlung. Dieser kommt in der Regel erst dann zum Tragen, wenn man sich von der Sammlung oder Teilen davon, trennen will. Meist jedoch, wenn die Erben eine Sammlung aus dem Nachlass zu verkaufen versuchen.
Wie oft hab ich schon vor Sammlungen aus Nachlass gestanden und bedauernd ablehnen müssen, da diese nur sehr unzureichend oder gar nicht dokumentiert war. Dabei wäre es ein einfachens und ohne großen Aufwand möglich, hier für Werterhalt zu sorgen. Einfach eine fortlaufende Nummer auf das Stück geschrieben, irgendwo hinten oder unten an unverfänglicher Stelle und dann eine Liste per PC, wo man die Daten der jeweiligen Stufe vermerkt. Etiketten sind gar nicht so notwendig. Wenn man bedenkt, dass man ja nicht jeden Tag 20 Stufen in die Sammlung aufnimmt, ein verschwindend geringer Aufwand.
-
Nichts spricht mir im Moment mehr aus der Seele: Man erhält eine alte Sammlung mit durchaus tollen Stufen, aber in den meisten Fällen ohne Fundorte oder nur Länderangaben wie Schweiz, was im Falle eines alpinen Bergkristalles jetzt nicht sehr genau ist. Schade, schade, schade. Gut, in meinem Fall von dieser und letzter Woche war die Sammlung (inklusive Vitrinen!) ein Geschenk eines Bekannten und ich habe mich sehr gefreut, aber an Ralfs Stelle und im Falle eines Kaufes hätte ich das auch abgelehnt. Deswegen gilt z.B. für Helicat: Du selbst magst dich nicht sonderlich für die Fundorte interessieren, aber da zwangsläufig jede Mineraliensammlung (vielleicht mit Ausnahme von ein paar Markasiten oder Realgaren ;)) ihren Besitzer um ein paar tausend oder Millionen Jahre überlebt und irgendwann mal in andere Hände gelangt, wäre es unbedingt nützlich, eine ordentlich dokumentierte Sammlung inklusive der Fundorte zu erhalten.
Gruß
-
Hallo!
Ich machs mal kurz, da ich hierzu eine schöne Literaturstelle gefunden habe. Sie stammt aus J. Helms, Die Botschaft der Steine.
Glück auf!
-
Hallo,
sicher spielt der Fundort gerade bei seltenen oder herausragenden Stücken ein wichtige Rolle. Jedoch ist es auch "nur" interessant, Kristallformen zu sammeln, vielleicht Variationen von Fluorit. Wissenschaftlich gesehen kommt es echt auf den Fundort an, rein optisch ist es eine wunderschöne bunte Sammlung von Kristallen. Bei Mikromounts mögen schon besser genaueste GPS-Daten mit draufstehen ;D sonst gibts ja den Fundort nicht. Dazu noch die Buddeltiefe, die Fundtemperatur und wieviel Bier schon beim Buddeln konsumiert wurde.... Nee, so weit solls nicht gehen. Ich finde bei sehr interssanten Stufen sollte der Fundort nicht auf das Land beschränkt sein, wenigstens die Region. Bei einer Typlokalität muß der Fundort so genau wie möglich angegeben werden.
Viele Grüße
Xyrx
-
Erstmal vorweg, ich hab auch diverse Stufen, von denen ich nicht den Fundort kennen, jedenfalls nicht genau. Je nachdem, wie man den Fundort definiert, kenne ich den nämlich schon. Ich kann für jede Stufe als Fundort schonmal Planet Erde dran schreiben - stimmt 100%ig ;) Und ob da nun "Brasilien", "China", "Deutschland" oder von mir aus auch "Halde der Grube Glücksrad, Harz, Niedersachsen, Deutschland" dran steht, gibt nicht wirklich was über den Fundort wieder, sondern grenzt diesen nur ein ! Ansich müsste man die exakten Koordinaten plus einer zusätzlichen dritten Dimension wissen, um einen wissenschaftlichen auswertbaren Fundpunkt zu haben. Damit hätte ich erstmal die exakte Position auf der Erdoberfläche sowie noch zusätzlich, wie tief die Stufe unter der Oberfläche steckte.
Klar, für viele reicht es vollkommen aus, wenn da "Grube Clara" dran steht, aber wenn hier schon mit "wissenschaftlich" angefangen wird, dann mal bitte Nägel mit Köpfen machen. Was für eine wissenschaftliche Arbeit als Fundort ausreichend ist, wäre die exakte Abbausohle sowie weitere Daten, wo genau die Stufe aus der Grube Clara abgebaut worden ist, nur so könnte man z.B. Verteilungen bestimmter Elemente in den Erzgängen ermitteln. Bei solchen Fragestellungen hilft "Grube Clara" nicht mehr als "Planet Erde". Daher ist es sicherlich keine Schande, Stufen ohne exakten Fundort in der Sammlung zu haben, sofern sie allen weiteren Ansprüchen den Sammlers gerecht werden.
Ich schlage mich nun schon seit geraumer Zeit mit einer genauen Lokalisierung der Kupfermineralisiationen auf Helgoland rum und würde gerne die exakten, absoluten Fundorte der bisher gefundenen Minerale kennen, da man hieraus sicherlich Aufschluß über die Bildung der Kupfererze erhalten würde. Leider ist das praktisch unmöglich, da Funde immer nur aus dem Brandungsgeröllen kommen und schon eine stratigrafische Einordnung fast unmöglich ist.
-
@cmd.powell
Die Cu-Mineralisation von Helgoland ist im "stino" Buntsandstein. Ich hab dort schon im Anstehenden gesammelt. Leider kommt an das Anstehende der normale Sammler nicht ran. Bei der Gelegenheit hab ich auch gleich mal die "Lange Anna" getätschelt. :)
U.U. gibt es Exkursionen zur "Langen Anna" und da brauchst du die mineralisierten Stücke nur aufheben und einpacken. Eine unempfindliche Nase muss man aber auch haben. Und v.a. Helm aufsetzen!!! manchmal fällt was von oben runter und ich meine keine Steine. ;D
-
Danke für den Tipp, Blackminer, aber das ist für mich schon ein alter Hut. Immerhin gehen auf meine Untersuchungen über 50% der auf Helgoland bekannten Minerale sowie noch eine Hand voll neuer, noch nicht von dort Beschriebener, die ich noch untersuchen muß.
Ich war übrigens letzten Freitag bis Montag vor Ort - war richtig spaßig, da am Sonntag ein kleiner Orkan über die Insel gezogen ist und die Fähren nicht fuhren (die Manschaft wollte sich das gekotze wohl nicht antun :P), so mussten wir bis Montag bleiben. Bei den Hotelpreisen nicht wirklich ein Vergnügen. Ist vielleicht eine neue Form der Piraterie: Die Touris auf die Insel karren und erst wieder abholen, wenn sie pleite sind *lol*. Naja, bei Windstärke 8 - 9 kann man auch nicht wirklich sammeln, da man die ganze Zeit den Helm festhalten muß. Dafür war am Montag schönstes Oktoberwetter mit fast 20° - echt verückt. Naja, die Funde halten sich in Grenzen. Neben etwas Baryt und Chrysokoll war nicht viel zu holen - also auf 2009 !
Achso, und übrigens: Die Lange Anna und die anschließenden Felsen sind zum Teil Naturschutzgebiet ! Also lieber nicht an den anstehenden Felsen rumhämmern, das könnte sehr teuer werden ! Das zerbröseln von Brandungsgeröll ist dagegen nicht verboten.