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Gesteine / Rocks / Rocas => Meteorite, extraterrestrische Geologie / Extraterrestrial Geology => Thema gestartet von: Guenther am 04 Oct 08, 14:53
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Nach Literaturangaben fallen täglich etwa 40 Tonnen Meteoriten auf die Erde.
Der größte Anteil kommt kaum kompakt auf den Boden, vieles verglüht.
Aber: Auch Verglühtes verschwindet nicht spurlos.
Bei Steinmeteoriten sind die Überreste wohl kaum von natürlichem Staub zu unterscheiden.
Eisenmeteorite hingegen müßten doch erkennbare Spuren ergeben, Schmelzkügelchen udgl.
Meine Frage: Gibt es das, findet man sowas, wo und wie findet man sowas, ist systematische Suche möglich?
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verglühen heißt, das ganze ding ist weg in gasen aufgegangen. die schwirren dann durch die luft. was es bis zum boden schafft ist das was man als meteoritenfragmente kennt. natürlich unterschiedlich groß.
ob man so kleine fragmente findet ist die frage. fallen tun die dinegr überall. allerdings haben die eisenmeteoriten schlechte karten um lange genug zu überleben. die verrosten schlicht hierzulande. die meisten meteoriten stammen aus wüstengebieten, wo sie relativ sicher sind.
gesucht werden die mit metallsuchgeräten oder visuell. je unebener das gelände umso schlechjte geht visuell. wenn in einer wüste ein stein liegt ist es verdächtig, wenns der einzige ist. da die dinger überall runterkommen kann man an sich überall systematisch suchen. allerdings bringt das eben nur was, wenn die umgebung meteoritenfreundlich ist. im wasser, in gemäßigten regionen oder im dichten bewuchs sieht es schlecht aus. daher die wüsten. allerdings auch nicht ganz risikofrei. banditen gibt es in den regionen auch recht viele.
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Hallo,Guenther!
Natürlich geht soetwas mit systematischer Suche.Caliastos hat da recht.
Ich habe vor ca. 25 Jahren einen Versuch gestartet,den ich in einem Astronomiebuch für Anfänger gefunden hatte:Man fängt das Regenwasser von einer großen Dachfläche ein.Je Größer,desto besser.Nachdem sich das Wasser beruhigt hat und die Schwebstoffe am Boden angekommen sind,wird das Wasser vorsichtig abgegossen und das letzte Schlückchen durch ein Löschblatt o.ä. gefiltert.Der Rückstand im Filter wird getrocknet,aus ein weißes Blatt Papier gegeben und dann fährst du mit einem Magneten darunter entlang.Alle Fe-haltigen Partikel werden sich bewegen.Ein Physik- und Astronomielehrer sowie ein Hobbyastronom und Steineklopfer haben bestätigt,das es sich zu über 90% um Eisenmeteorite handelt.Eine Begründung war,das keinerlei Eisenindustrie bei uns in der Nähe ist.
Versuch es doch einmal!!Macht Spass!!
Glück Auf!!
Kupperdroll
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Mikrometeorite sind kleine, kugelige oder etwa kugelige Objekte von einigen Mikrometern bis wenige hundert Mikrometer Durchmesser. Sie können beim Eintritt größerer Objekte in die Atmosphäre entstehen oder eventuell auch unabhängig davon auf die Erde gelangen. Pro Jahr und Quadratmeter kommen im Durchschnitt ein paar Milligramm zusammen.
Das Problem ist, das Material ist kaum von dem zu unterscheiden, was aus Verbrennungsprozessen in Industrie und Haushalt an kleinen Partikeln in die Atmosphäre gelangt und weit verteilt wird. Das anthopogen produzierte Material überwiegt inzwischen sogar. Mikrometeorite werden deshalb entweder von mit Kollektoren ausgerüsteten Flugzeugen gesammelt, oder aus Tiefseesedimenten extrahiert oder aus Eisschichten gewonnen, die aus der Zeit vor der Industrialisierung stammen.
Hier in Europa hat es keinen Sinn, danach zu suchen. Man wird zwar, wenn man z.B. eine größere Menge Regenwasser eindampft, sicher kleine kugelige Partikel finden, aber man kann sicher sein, dass der überwiegende Teil künstlicher Entstehung ist.
Glück Auf
der Stollentroll
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Ja,
die Story mit dem Regen kenne ich ähnlich, aber es war ein Versuch in Nordschweden/Lappland beschrieben.
Man sollte aber sic hauch darüber im klaren sein, wie weit so Staub vertragen wird, z.B. Tschernobyl, Kernwaffentests, Vulkanausbrüche, Pollen etc.
Mgf
Frank
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Naja, aber Pollen und Vulkansche sind ja eher nicht magnetisch...
Ich finde die idee toll. Muss ich mal ausprobieren mit unserem Gewächshaus...
;)
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Hallo,
was ich meinte:
- Eine Eisenbahn kann Fe-Staub produzieren, der fliegt km weit
- Eine Flex nicht ganz so weit
- Ein metallverarbeitender Betreib ohne Ende
Also wenn in 20km Umkreis nichts ist, kann man über den Trick reden, sonst eher nicht.
MfG
Frank
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Naja, bei uns gäbe es schon direkt hinter dem Haus eine Bahnlinie...
Ich werde es trotzdem mal versuchen... Mich reizt das irgendwie...
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Magnetische Kügelchen dürften nur zu einem kleinen Teil aus Eisen bestehen, viel häufiger sind Magnetit oder andere Phasen zu erwarten. Zu den Emittenten gehört nicht nur die metallverarbeitene Industrie, sondern auch Kraftwerken, Müllverbrennungsanlagen und sonstige Verbrennungsanlagen.
Die Chancen, echtes meteoritisches unter dem ganzen anthropogenen Material zu finden, lassen sich ja in etwa ausrechnen:
Nehmen wir die geschätzten 40 t Material pro Tag, macht 14600 t / Jahr.
Die Erdoberfläche beträgt etwa 510 Millionen km2.
Die 14.600 t / Jahr auf 510 Millionen km2 entsprechen 146 mg / Jahr auf 5100 m2, und das sind im Durchschnitt 0,028 mg / m2 im Jahr.
Nach der Fallstatistik sind der überwiegende Teil des meteoritischen Materials, das auf die Erde fällt, Steinmeteorite. Eisenmeteorite machen nur 4,8 % aus. Das sind zwar die Anzahl der Fälle, aber die Massenverhältnisse dürften sich nicht gravierend davon unterscheiden. Rechnet man zu den Eisenmeteoriten nun noch die Steineisenmeteorite dazu, und rechnet ein, dass auch Steinmeteorite bis zu einem gewissen Anteil Eisen enthalten, kommt man auf vielleicht 10 % Eisen (einschließlich etwas Ni). Der Rest ist im wesentlichen silikatisches Material.
Also reduziert sich die Menge magnetischen Materials noch um den Faktor 10 auf durchschnittlich 0,0028 mg pro Quadratmeter im Jahr.
Nun wird ja auch nicht alles bis auf Mikrometeoriten-Größe reduziert, einiges gelangt ja auch als richtige Meteoriten bis auf die Erde. Und ein weiterer Teil wird durch den Abbrand in der Atmosphäre sicher in noch kleinere Partikel oder bis auf atomare Größe zerlegt. Dann ist man bei vielleicht 0,001 Milligramm pro Quadratmeter im Jahr.
Und wenn man dann nur an einem Tag sammelt, reduziert sich das noch mal ganz erheblich.
Die Chance, Eisen zu finden, reduziert sich übrigens noch weiter. Die Kügelchen sind klein und haben deshalb im Verhältnis zu ihrer Masse eine hohe Oberfläche. Und sie sind erst einmal heiß. Das sind die besten Voraussetzungen für eine schnelle Oxidation.
Glück Auf
der Stollentroll
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Hallo,
ja, :D volle Zustimmung.
Wenn wir jetzt noch etwas Chemie betreiben und den pH-wert des Regens in der Atmosphäre berücksichtigen (5.5 wäre normal, aber wir haben ja auch starke Ausreißer bis 2 im saueren Regen) kommt bei den kleinen Teilchen und den langen Reaktionszeiten dem letzten Argument die größe Bedeutung zu. Ich vermute, dass die entstehenden Eisenhydroxide im Regenwasser zu 100% gelöst werden. Ein schon ein Liter Regenwasser kann die x-fache Menge lösen, jetzt kommen bei uns aber pro Jahr im Schnitt 830 Liter auf einem Quadratmeter runter...
Gruß
Berthold
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Also aus der Geologievorlesung kenne ich noch den Begriff "Kryokonit" (oder ähnlich, ist ewig her). Dabei handelt es sich um eine staubartige Substanz, die gelegentlich als Sediment auf Gletschen gefunden werden können. In wieweit da noch Vulkanasche oder Zivilisationsdreck mit drin ist, dazu hatte sich der Prof damals nicht geäußert. Ich halte es aber für extrem unwahrscheinlich, das man irgendwo auf diesem Planeten "reinen" Meteoritenstauf finden wird. Bestenfalls kann man vielleicht einzelne Komponenten als extraterrestrisch identifizieren. Nicht umsonst hat die NASA mit "Stardust" den Versuch unternommen, kosmische Staubpartikel im Weltraum einzufangen. Ok, Hintergund der Mission war natürlich auch, die Staubpartikel unverfäscht vom Eintritt in die Erdatmosphäre einzufangen, ansonsten hätte es auch ein hochfliegender Ballon getan (was auch gemacht wurde). Würde man das Zeug in ausreichender Konzentration auf dem Boden finden, würde ja ein Staubsauger reichen...
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Hallo,
die Sendung letzten So, ZDF, 19:30 über die Lufthülle schnitt ach das Thema Mikrometeoriten in Zusammenhang mit leuchtenden Nachtwolken an.
Mfg
Frank
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Hallo,alle zusammen!!
Da habe ich ja eine Lawine losgetreten.
Natürlich sind alle Äußerungen nicht von der Hand zuweisen.Stellt euch doch bitte nicht vor,das ich bei diesem Experiment "tonnenweise"Material erhalten habe.Ich habe es auch nicht gewogen oder im Vorfeld per Wahrscheinlichkeitsrechnung damit befasst.
Wenn ich zurück denke,werden es wohl weniger als 1 mg gewesen sein.Probiert es doch mal aus,wer auch immer,und dann untersucht es doch mal z.B. unter einem Mikroskop(habe ich nicht) und dann kann man ja mal die weiteren Schritte überlegen.Ich denke mir,das das interessant werden könnte.
Und mal ehrlich:Wollen wir und /oder können wir hochwissenschaftlich arbeiten??Sicher strebt das dieser oder jener Amateur an,aber können das alle Amateure?Bloss dann wären wir keine Amateure mehr!!!
Sollen denn Experimente nicht auch Denkanstösse geben??
Viel Spass !!
Kupperdroll
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Und wie willst Du kosmischen Staub von irdischem unterscheiden ? Magnetismus ist kein Kriterium, Schmelzkügelchen ebensowenig, desweiteren sind nur 10% der Materie aus dem All Eisen. Mit etwas Glück könnte man anhand der Isotopensignatur die extraterrestrische Herkunft beweisen, nur wer kann solche Analysen schon durchführen ? Rein optisch unter dem Binokular wirst Du da nichts finden, außer es sitzen ein paar Marsbakterien drauf und winken Dir im ihren Fühlern zu ;D Das beschriebene Experiment halte ich für eine Fahrkarte zu allgemeinen Belustigung. Was wäscht der Regen den schon alleine aus den Dachpfannen heraus ? Was ist Staub von den Äckern und Wäldern der Umgebung ? Was ist Vulkanasche ? Was kommt aus den bei uns allgegenwärtigen Fahrzeugen ? Da sind mir zu viele Unsicherheiten drin - Sorry. Wenn ihr/Du unbedingt extraterrestrisches Sammeln wollt, dann sammelt Meteoriten: Ein Kumpel von mir hat sogar mal einen echten (wissenschaftlich untersucht und bestätigt) Mondmeteoriten gefunden - ein echter Lottogewinn, sowohl von der Wahrscheinlichkeit als auch vom Wert her. Ich durfte den sogar mal anfassen - kann ja nun auch nicht jeder von sich behaupten, mal ein Stück Mond angefasst zu haben *lol*.
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cmd.powell !! Du hast doch Recht!!!!
Aber wer kann schon hochwissenschaftliche Arbeit von uns leisten,wenn diesbezüglich die NASA extra ins All will und muß??????
Wir haben das Experiment unter Anleitung unseres Physik- und Astrolehrers durchgeführt und es war allemal interessanter,als seitenweise Bücher durchzukauen und oder Wahrscheinlichkeiten zu berechnen.Ich bin mir auch bewusst,das dieses Ergebnis nicht 100-%ig sein kann.Es wäre aber auch ein Zeitvertreib bei schlechtem Wetter.
Einigen wir uns doch so:Wer will macht es mal und wer nicht will(warum auch immer) läßt die Finger davon.!!!!!!!!!!!!!!!
Und warum sollen Mineralogen,Geologen... nicht auch mal etwas Spass haben??
Viel Spass an alle !
Kupperdroll
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Klar, wenns (Dir) Spass macht, ist es ja ok. Nur viel erwarten sollte man sich von der Aktion eben nicht.
Mich würde mal interessieren, was leuchtende Nachtwolken mit Mikrometeoriten zu tun haben sollen ??? Soweit mir bekannt, werden bei dem im Sommer in unseren Breiten nicht selten zu beobachtenden Phänomen Wolken in der oberen Toposphäre, oder gar der Stratosphäre, von der noch weit unter dem Horizont stehenden Sonnen beleuchtet. Aufgrund der Refraktion des Sonnenlichts in der Athmosphäre wird der rötliche Anteil des Lichts - uff, ins All ??? - reflektiert und die Wolken erscheinen bläulich. Wozu braucht man da noch Mikrometeoriten - als Kondensationskeime für die Wolken ? Da würde ich dann doch eher Urlaubsdüsen vermuten :D
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Hallo,
meines Wissens liegen die Nachtwolken deutlich über den Urlaubsdüsen mit einem fehlenden Stoffaustausch und sind auch durch Rekombinationsprozesse am leuchten. Aber das ist nicht mein Fachgebiet ;-)
MfG
Frank
Edit:
http://de.wikipedia.org/wiki/Leuchtende_Nachtwolke
;-)
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die meisten farbenspiele die ich da so abends kenne beruhen auf dem ganzen dreck in der luft, also dem feinstaub usw.
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Die meisten Farbenspiele, die man so abends sieht, sind auch keine nachtleuchtenden Wolken - selbst versierte Amateurastronomen kriegen die nur selten zu Gesicht...
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Die meisten Farbenspiele, die man so abends sieht, sind auch keine nachtleuchtenden Wolken - selbst versierte Amateurastronomen kriegen die nur selten zu Gesicht...
Naja, so selten nun auch wieder nicht. Ich würde mal sagen, ich sehe an ca. 5 - 10 Tagen pro Jahr leuchtende Nachtwolken, in einem Jahr vielleicht mal weniger, dafür in einem anderen mal mehr. Mag sein, das man die in Norddeutschland schon häufiger sehen kann als in Süddeutschland (ähnlich wie die Polarlichter). Die meisten Amateurastronomen sind in den "nachtwolkenaktiven" Sommermonaten eh nicht so aktiv - eben weil sie die normalen Beobachtungen stören, neben der ewig nervenden Dämmerung - von daher ist es in meinen Augen eine Frage des "Wachseins zum richtigen Augenblick". Wer tagsüber arbeitet wird kaum die Gelegenheit haben, die leuchten Wolken um 2 Uhr in der Früh zu beobachten 8)
Grüße vom Ex-Amateurastronom, der zum weniger wetteranfälligen Mineraliensammeln gewechselt ist ;D
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Hallo,
eine recht ausführliche Diskussion zum Thema Mikrometeoriten gab es hier: [entfernt]
Grüße
Troglo
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Hallo,
wobei eigentlich nur der letzte Beitrag von APE wirklich lesenswert ist. :(
Gruß
Berthold
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Allerdings bringt das eben nur was, wenn die umgebung meteoritenfreundlich ist. im wasser, in gemäßigten regionen oder im dichten bewuchs sieht es schlecht aus. daher die wüsten. allerdings auch nicht ganz risikofrei. banditen gibt es in den regionen auch recht viele.
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Ist schon bestimmt alles richtig was ihr da sagt..Fakt ist auch dass in der Sahara in Algerien seit 100 Jahren Mataoriten gefallen sind. Bisvot Jahren hat das weiter wenig Leute interessiert. Als man dann aber für 1 kg 1000 Euro bekam sind alle Algerien und Marokanischen Händler in die Wüste gerannt und haben in 4 Jahren die Meteoriten die in 100 Jahren vom Himmel gefallen sind gesammelt und nach Europa geschafft.
Daher bekommt man nur noch 50 Dollar für ein Kg im Moment ( einfacher Chondrit) . Die Russen haben das selbe in Oman gemacht und den selben Preisverfall, da es nicht mehr Sammler gibt als 1000 auf der Welt.
Und eben Meteorite nicht so schön wie Mineralien funkeln
Ich bekomme hier immer noch täglich Meteoriten angeboten aber wohin damit..
Gruss Don Ronaldo