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Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => Thema gestartet von: eyck am 06 Oct 08, 15:08

Titel: unbekanntes radialstrahliges Aggregat
Beitrag von: eyck am 06 Oct 08, 15:08
Hallo zusammen,

im Rahmen einer wissenschaftlichen Arbeit habe ich im Gelände ein radialstrahliges Gestein gefunden, welches knollenförmige, teils kugelförmige Aggregate ausbildet.
Vielleicht kann mir jemand einen Tipp geben wobei es sich bei den unten abgebildeten Handstücken handeln kann.

Diese Art "Strahlenknollen" erreichen Größen von mehreren cm-dm, können aber im Einzelfall auch größere Gebilde von bis zu mehreren Metern Durchmesser erreichen.
Im Rahmen einer geologischen Kartierung habe ich eine Horizont von ca. 3-4m Mächtigkeit auskartiert, der ausschließlich aus diesem Strahlenknollen besteht. Dieser Horizont wird von marinen karbonatischen Einheiten eingeschlossen, die die vereinzelt mergelige Anteile enthalten. Meine Vermutung geht in die Richtung, dass es sich um eine diagenetische Veränderung dieses mergeligen Gesteins handelt.
Die Lokalität liegt in NE-Spanien in der Nähe von Teruel, die Gesteine sind ober Jurassischen Alters (Kimmeridge/Tithon)

Vielen Dank im Voraus ... Grüße Eyck
Titel: Re: unbekanntes radialstrahliges Aggregat
Beitrag von: Collector am 06 Oct 08, 18:03
Hallo Eyck

was hälst Du von "shatter cones", d.h. Strahlenkalke, allesamt Impaktit-Gesteine aus dem spanischen Jura. ??

Solche tw. großen strahligen Kalke sind aus dem Nordwesten der Provinz Teruel (Rubielos de la Cerida und Cucalón-Impakte) sowie aus der  benachbarten Provinz Zaragoza (Azuara-Impakt, Herrera de los Navarros und Fuentetodos) bekannt. Kannst Dir ja mal solche shatter cones (von Steinheim) bei uns im Atlas unter "Impaktite" anschauen oder gleich in die spanischen Impaktit-Seiten gehen. 

Gruß
collector

Titel: Re: unbekanntes radialstrahliges Aggregat
Beitrag von: eyck am 08 Oct 08, 12:41
Hallo und vorab danke für die Antwort !

Strahlenkegel (shatter cones) kann ich zu 100% ausschließen, da zum einen keine typischen Impaktstrukturen in der Umgebung existieren und zum anderen das Aggregat keine konische Form aufweist, sondern eine sphärische, deren Kristalle scheinbar vom Zentrum aus, radialstrahlig nach außen kristallisieren.
Weiterhin können mehrere Genesestadien beobachtet werden, sodass ältere Sphären von jüngeren umschlosen werden.
Shatter Cones aus dem Nördlinger Ries/Steinheimer Becken kenne ich sehr gut und kann diese daher ausschließen.

Zur Verdeutlichung der kristallinen Struktur hab ich nochmal eine Detailaufnahme gemacht und angehängt.
Grüße - Eyck