Mineralienatlas - Fossilienatlas
Arbeitsmittel / Means for work => Reinigung (Präparieren, Konservierung) / Cleaning (Prepare, Conservation) => Thema gestartet von: Goldi85 am 10 Oct 08, 20:32
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Hallo,
ich hätte mal wieder eine Nuss zu knacken. Heute war ich mal wieder im Bergwerkswald, um noch die letzten beiden Teile des Brockens mit Pyrolusit und Calcit zu holen. Problem: Da das ganze nun annähernd 50 Jahre auf dem Waldboden lag, ist ordentlich Moosbewuchs vorhanden. Nur wie kann man den entfernen, möglichst auflösen?
HCl=> geht nicht, wegen Calcit
H2O2=> geht nicht, wg. Pyrolusit
Ammoniak=> würde ich nur sehr ungern verwenden ;D
Also gibts da noch andere Möglichkeiten, oder muss ich doch zum Ammoniak greifen?
Gruß Daniel
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hallo,
gute erfahrungen habe ich mit einer "ordentlichen" lösung geschirrspülertabs gemacht. möglichst nicht die rot-blauen nehmen, sondern welche, die hell sind.
bref-reiniger geht auch (biozid!), ansonsten versuche es doch mal mit den üblichen steinreiniger (baumarkt, lidl, fliesenleger, steinmetz)
bei allen gilt: vorher an einem kleinen stück probieren, ehe man die hauptstufe damit behandelt. und danach: spülen, spülen und nochmals spülen.
haldenschreck
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Hmm, daran hatte ich bisher noch nicht gedacht, werde ich mal ausprobieren. Danke für den Tip!
Gruß Daniel
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Ich habe aus dem Zillertal etliche Kleinstufen mit Adular und Bergkristallen mitgebracht.
Da es sich um oberflächennahe Funde handelt sind diese leider sehr stark mit organischen Material bewachsen.
trotz wiederholten Behandeln im Ultraschallbad und unter dem Binokular mit Pinzetten, lassen sich die Wurzeln nicht bzw. nur sehr schwer entfernen.
Kann mir jemand empfehlen wie diese sich chemisch auflösen lassen? Ist eventuell Wasserstoffperoxid hierzu geeignet?
Gruß
Frank-Detlef Paul
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Hallo,
als tauglich haben sich Gebissreiniger und Waschmaschinentabs (oder -pulver) erwiesen.
Kluftknacker
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Wenn die Kristalle nicht allzu zerbrechlich sind, pack ich meine Stufen in den Geschirrspüler.Das Ergebniss überascht mich immer wieder,
Evtl. vorher einweichen die Stufen.
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Hallo,
wenn es nur um Wurzeln geht, ist Michaels Tipp mit dem Geschirrspüler super. Zweifellos erreicht man das ganze auch manuell mit Geschirrspültabs im Wassereimer (warmes Wasser ist wichtig für die richtige Wirkentfaltung!), muss danach aber eben auch manuell wässern. Der Geschirrspüler macht das alles automatisch und sozusagen "in einem Abwasch" ;D
Wenn es aber Flechten sind, hilft der Geschirrspüler nicht weiter. Da hilft ggf. sehr langes Einlegen in Geschirrspültab-Lösung im Eimer, oft komme ich der Sache aber auch nur durch ausgiebiges Kochen unempfindlicher Stücke in einer Mischung aus Essigwasser und reichlich Geschirrspülmittel bei.
Gruß,
Rainer
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Hallo!
organische Ablagerungen lassen sich sehr gut mit warmer/heißer Natronlauge entfernen. Vorher sollte aber immer geprüft
werden ob das betreffende Mineral eine solche Behandlung auch verträgt. Bei Bergkristall/Quarz ist eine Behandlung mit
NaOH sicher kein Problem, für Adular habe ich keine eigenen Erfahrungswerte.
Wichtig ist eine anschließende sorgfältige Neutralisierung (Wasser, Wasser und nochmals Wasser).
Auch sollte man sich über die Gefährlichkeit dieses Produktes im klaren sein und entsprechend vorsichtig damit
umgehen.
Gruß Steinjäger
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Hallo!
Wurzeln saugen immer wieder Wasser und sind selbst nach Jahren biegsam und fest.Denke mal,ab in den Ofen oder in die Sonne und austrocknen-dann mit Pressluft abblasen.Vorsicht nur bei Rissen im Periklin.Wenn die Pressluft da reingeht,zerteilt es die Kristalle.Aber man kann ja auch mit Gefühl abblasen und nicht gleich mit voller Power rangehen.
Gruß Jens
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Hallo,
nur bei Kenntnissen mit Chemikalien und deren Gefährlichkeit anzuwenden:
1.bei säureunempfindlichen Mineralien und Matrix
verdünnte Schwefelsäure (gut vorher, nachher wässern)
2. bei basischunempfindlichen Mineralien und Matrix
basische Reinigung
Laborreiniger (Neodisher LM3 u.ä.) oder 10%ige NaOH , dazu langsam nur wenige Tropfen 30%ige Wasserstoffperoxid zutropfen lassen (Pasteurpipette o.ä.), Vorsicht: nicht hinzugiessen!!
3. auch wässrige Kupferlösungen (giftig!), erwärmen können Algen und Mosse absterben lassen, dann ordentlich spülen
wie immer: Sicherheit (Schutzbrille, Chemikalienhandschuhe, etc.) einhalten....
Bitte um Rückmeldung, ob was geholfen hat...
Gruß
Kay
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Hallo Gemeinde,
ich habe eine Stufe aus dem Tessin mit Staurolith und Disthen drauf. Dummerweise sind die z.T. Flechtenüberzogen. Einlegen in Seifenlauge und Bürsten hat die Flechten nicht wirklich beseitigt. Das Buch der Schweizer Kollegen sagt etwas über Ammoniak-Lösung. Ich habe die Chance das Stück in Perhydrol Wasserstoffperoxid ca. 30% einlegen zu können.
Habt ihr Erfahrungen dazu?
Glück Auf Jürgen Lange
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Hallo!
Flechten!Brrrrrr! Überlebenskünstler!!!!!
Probiere es mal mit einer längeren Wasserkur.Ersäufe sie!!!!
Dadurch sollten sie Ihren Überlebenswillen einbüßen.Kann aber etwas dauern.Chemische Mittel wirst Du wahrscheinlich selbst ausprobieren müssen.
Gruß Jens
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Hi Jürgen,
nach "Mineralien reinigen" von Duthaler Seite 71 ff. 1. Pinzette/Messer,2.basische Reinigungslösung (Neodisher) 3, Ammoniak,4, Erwärmen in NaOH,6.Erwärmen in Schwefelsäure,7.wenn Du einen Fehler gemacht hast,wegwerfen.Mein Tipp :das Buch besorgen und Schritt für Schritt vorgehen,wie beschrieben.Umfangreiche Tabellen mit Mineralien und deren Chemikalienverträglichkeit ist mit im Buch.Erhältlich bei Lapis 25 Euro
Gruß Günter
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Servus Juergen,
den Duthaler-Weiss wollen wir mal ganz schnell beiseite legen (Vorschlaege 3 und 6 sind ohnehin wenig sinnvoll) - das koennen wir schon von Berufs wegen besser, wenn nicht sogar sehr viel besser ... ;)
Zur Entfernung von Bewuchs verwende ich i. a. einen stark alkalischen Laborglasreiniger: Reinigerkonzentrat zu entmineralisiertem Wasser geben um eine ca 5 %ige Loesung zu erhalten und mindestens 24h auf das zu reinigende Mineral einwirken lassen. Moose lassen sich danach leicht abspuelen oder abziehen, bei hartnaeckigerem Bewuchs wie Flechten muss erwaermt und/oder die Einwirkdauer erhoeht werden. Danach koennen die Flechten, so sie sich nicht von selbst loesen, mit einer weichen Zahnbuerste entfernt werden. Das Ganze muss evtl. mehrmals wiederholt werden.
Uebrigens kann man alkalische Reiniger auch bedenkenlos in der Wanne eines Ultraschallbades benutzen ;).
Du kannst als Sachkundiger nach dieser alkalischen Behandlung und einem Waesserungsschritt ggf. die Stufe mit Chlorbleichlauge und Wasserstoffperoxid (35 %) behandlen, dies hilft oft, aber nicht immer um hartnaeckig haftende Bewuchsreste zu entfernen.
Wurzeln lassen sich so nicht entfernen, da hilft meist nur die Pinzette.
Nach beendeter Reinigung muessen die behandelten Stufen natuerlich noch gruendlich gewaessert werden.
Laborglasreiniger (Neodisher ist relativ teuer) sind im lokalen Chemiegrosshandel zu Preisen von ca 5 Euro/l im 5 l-Kanister erhaeltlich - am Besten nachfragen.
Quarz und viele Silikate sind in der verduennten Reinigerloesung stabil - zur Reinigung von Sekundaermineralien (z.B. Malachit, Azurit ...) sind alkalische Zubereitungen allerdings ungeeignet.
Viel Spass beim Probieren - Schutzbrille nicht vergessen
GA
Harald
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Servus!
Ich hatte vor kurzem ´ne Straurolith-Stufe in heiße Chlorreiniger-Lösung eingelegt und über Nacht stehen lassen. Der Flechtenbewuchs ist dabei zu einem schleimigen, leicht abzubürstenden Überzug aufgequollen.
Vielleicht hilft´s Dir ja, ist halt auch immer vom jeweiligen Einzelstück abhängig. Manche Flechten lassen sich beinahe von gar nichts beeindrucken.
Gruß,
Sebastian
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Hallo Jürgen,
die vom " Strahler " beschriebenen Methoden hätte ich auch empfohlen.
Für die Stufe schonend, aber nicht für Moos, Algen und Flechten, ist der alkalische Laborreiniger (z.B. Neodisher).
Damit habe ich festen Algenbewuchs in Rückflußkühlern entfernt.
Was auch gehen kann, habe ich allerdings noch nicht probiert, ist die Verwendung von leicht löslichen Kupfersalzen.
Das ist für die Flechten, Algen, Moose so schädlich, dass die Haftung zum Untergrund (Mineral, Matrix)
verloren geht bzw. geschwächt wird.
Ist halt deshalb auch wassergefährdend....
Bericht mal von Deinen Versuchen.
Glück Auf
Kay