Mineralienatlas - Fossilienatlas
Arbeitsmittel / Means for work => Schneiden, Spalten, Schleifen, Polieren / Cutting, Grinding, Polishing => Thema gestartet von: grauerstar am 13 Oct 08, 18:44
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Hallo an alle!
Ich habe eine ca. handgroße Fluoritstufe von der Rogerley-Mine in England. 80% der Stufe sind von Kristallen bedeckt. Ich möchte nun die Stufe sägen, teils auch durch beschädigte Fluortkristalle. Hat jemand schon einmal diese Fluorite bearbeitet oder eine ähnliche Stufe gesägt? Wie empfindlich sind Fluoritkristelle gegenüber Sägearbeiten? Ich fürchte, dass etliche Kristalle durch Erschütterungen von der Matrix gelöst werden. Kann mir jemnad vielleicht ein paar Tipps dazu geben?
Das Bild im Anhang zeigt nicht genau die Stufe, aber sie schaut so ähnlich aus.
Danke!
Robert
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also fluorit schneiden ist generell besch...
feste gangfluorite gehen ja noch, aber kristalle... da reißt es viele vermutlich raus oder sie splittern. wenn dann eh nur ganz langsam schneiden.
würde ich aber bei einer stufe der art nicht machen.
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frage ist warum du die stufe überhaupt sägen willst.... wo willst du denn sägen?
lass die stufe so ... sieht doch schön aus!
grüßle,
lars
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Hallo,
da würd ich auch eher von abraten. Welcher Teil soll denn ab?
Gruß Daniel
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Also, nicht diese Stufe möchte ich bearbeiten! Jene, die ich meine ist auf Vorder- und Rückseite jeweils beschädigt. Sieht wirklich nicht so toll aus. Das "gute" ist aber, dass sich diese Seiten diagonal gegenüber liegen, so dass ich mit einem Schnitt aus einer Stufe, die mir nicht gefällt zwei Stufen machen kan, die mir dann gefallen. Die miese Seite wäre dann jeweils hinten. Ich habe das Stück jetzt ein paar Monate und mir geistert diese Idee seit dem im Kopf herum. Die Stufe, so wie sie jetzt ist - mit der kann ich nicht leben (wie man so sagt)!
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Hallo Robert
:)
Da würde ich sagen,die Drehzahl möglichst zwischen 600-1200 und das Sägeblatt mit nur 0,3 mm-0,5mm Stärke und mit reichlich Wasser sägen.Dann wirds auch kaum Erschütterungen geben.Auch den Druck sehr gering halten,schön langsam,dann klappts bestimmt.Vielleicht kannst ja den Anschnitt dann noch polieren,sieht bestimmt gut aus,mach ich auch manchmal.
...Manfred :)
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Hallo,
mit abgerichtetem Sägeblatt! Damit von da auch keine Schläge kommen.
Oder hast du eine Uni mit einer Fadensäge an der Hand?
MfG
Frank
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Danke Manfred, das hilft mir schonmal weiter.
Jetzt stellt sich mir nur noch die Frage, Frank, was ist ein abgerichtetes Sägeblatt? Eine Uni ist in der Nähe, aber eine Fadensäge steht da bestimmt nicht, die ist eher sozial-, rechts- und geisteswissenschaftlich ausgerichtet.
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Hallo,
ein Sägeblatt kann eine Unwucht haben. Die würde Dir dann mit einigen 1000 Schlägen/min gegen die Stufe schlage. Deshalb werden Sägeblätter und Schleifsteine für Präzissionsaufgaben abgerichtet.
http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php?topic=11896.msg112589
mfg
Frank
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So, ich habe mich die letzten Tage mal um den Fluorit gekümmert. Zunächst habe ich die Stufe angesägt, komplett durchsägen ging nicht, da die Trennscheibe zu klein war. Sägen hat super funtkioniert, sogar duch Kristalle habe ich sägen können, ohne dass diese abgefallen sind. Es war wirklich erstaunlich. Dabei habe ich, um Erschütterungen zu minimieren sie Stufe auf etwas Schaumstoffgelegt und diesen dann in Blumenerde. Die passte sich der Stufe gut an und nahm Vibrationen auf.
Tja, nachdem der Schnitt nicht ganz durch die Stufe ging, habe ich dann überlegt, wie man die Stufe knacken könnte ohne Erschütterungen. Die Lösung waren Holzkeile, die ich anschließend durch Wasser quellen lassen wollte. Also habe ich Holzstücke genau auf die Breite des Sägespaltes gebracht und in den Spalt gesteckt. Eine Nacht im Wasser und die Stufe war gespalten. Ich bin fasziniert von der Kraft quellenden Holzes.
Ich habe mal zwei Bilder von den Holzkeilen im Sägespalt drangehangen.
Robert
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Sehr interessante Technik. Die sollte man sich mal merken.
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ja gute Idee, haben die alten Ägypter schon so gemacht
Glück Auf
Ralf
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Irgendwie hätte ich von hinten her gesägt und nach vorne brechen lassen.. hätte mich natürlicher gedünkt, jedoch kann man dann nicht so genau steuern was vorne passiert.
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irgendwie meine ich die stufe hätte das sägen echt nicht nötig gehabt. aber nimm lieber mal dünnere sägeblätter.
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irgendwie meine ich die stufe hätte das sägen echt nicht nötig gehabt. aber nimm lieber mal dünnere sägeblätter.
Glaub mir, sie hatte es nötig. Jeweils die Rückseiten der beiden Stufen sind zu mind. 50% beschädigt. Die Vorderseiten zu ca. 85% in Ordnung. Und nun stell dir vor, diese beiden Qualitäten treffen unmittelbar nebeneinander zusammen. Das sieht fürchterlich aus.
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Geht das ganze auch extremer? ALso kleine Löcher dremeln und Rundhölzer setzen?
MfG
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frag doch mal die alten Ägypter, die haben so ihre Obelisken aus dem Granit "herausgesprengt".
Glück Auf
Ralf
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sind die nicht schon in den Särgen?
MfG
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Sarkophage nennt man das, glaube ich, gehört zu haben. Ich finde, die waren damals gar nicht so undumm, gerade was Technik angeht, denke, man kann sich auch in unserer hochtechnisierten Zeit, manches von den Alten abgucken.
Glück Auf
Ralf
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Geht das ganze auch extremer? ALso kleine Löcher dremeln und Rundhölzer setzen?
MfG
Ja, mag auch gehen. Aber dann wirkt die Kraft sozusagen radial. Und dies ist schwerer zu kontrollieren als eine Kraft, die nur in eine Richtung wirkt. damit sind Schäden weniger wahrscheinlich.
Grüße,
Robert