Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => Thema gestartet von: doberstar am 14 Oct 08, 14:05
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Hallo, ich brauche mal wieder Eure geschätzte Hilfe.
Habe bei Ebay vor geraumer Zeit ein paar Stufen einer aufgelösten Sammlung erworben. Die Mehrzahl der Stücke stammt aus dem Steinbruch Oßling in Sachsen. Diesem hier fehlt die Zuordnung. Die grau-metallisch glänzenden Nadeln sind über die gesamte Stufe verteilt, max. 1cm lang und haben Längsrillen. Auch in dem auf der Stufe vorkommenden Bergkristall finde ich diese Nadeln. Größe des Bildausschnittes ca. 2,5x3cm, Gesamtgröße 8x11 cm.
Für Eure Hilfe schon mal vielen Dank im Voraus.
Gruß, Jörg
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Glück Auf doberstar,
gibt es sek. Ausblühungen, Erze,welche sich noch in der Stufe befinden!?Aus was besteht das Grundgestein(Quarz)?Denke,könnte in die Richtung Emplektit - Wismutglanz oder so gehen ???
Glück Auf
Lutz
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Hallo Lutz, Ausblühungen sehe ich keine. Vom Grundgestein ist auch nicht viel zu erkennen, da die Stufe komplett von einem Kristallrasen überzogen ist, auf dem dann diese Nadeln aufgewachsen sind. An der einzigen Stelle, wo was zu durchsehen ist, meine ich ein dunkelgraues Gestein zu erkennen, ähnlich Grauwacke (?) Der größere Kristall am linken Bildrand müsste Calcit sein.
Gruß, Jörg
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Hallo,
würde auch von Bismuthinit, o.ä. ausgehen.
Viel mehr kann man dazu so wohl nicht sagen, außer evtl. noch,
daß das Stück mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit wirklich nicht
aus dem Lausitzer Raum zu sein scheint.
(solche Stufen sind mir jedenfalls, aus der Lausitz, noch nie zu Gesicht
gekommen)
Gruß -M-
edit : zur Eingrenzung des Minerals an sich, würde ich als erstes mal die Tenazität prüfen
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Hab ich gleich mal gemacht: Zähigkeit=milde
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Dann fallen schon mal alle spröden "Spieß-glanz-artigen" raus. (Pb-Spießglanz, etc.)
Würde dann noch Antimonit in den engeren Kreis der Verdächtigen aufnehmen.
Könnte man mit KOH rel. einfach "nachweisen".
Gruß -M-
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Der Steinbruch Osslingen war mal für seine schönen und realtiv großen Allanit-Ce-Kristalle bekannt. Ich kenne diese von dort in hellbrauner Farbe, Allanit-Ce kann jedoch auch schwarz vorkommen.
Gruß
Uwe
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Hallo Uwe,
aber Allanit :
- hat keinen Metallglanz, sondern höchstens (glgtl.halbmetallisch wirkenden) Pechglanz
- ist nicht milde, sondern spröde
Gruß -M-
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Hallo,doberstar!
Hast du dich mal mit der Mineralienliste von diesem Fundort befasst?Kannst du hier finden.
Ich habe mal eine weile durch geschaut.Ich würde mal Richtung Goethit gucken.Mir ist eine Stufe mit solchen Nadeln von einem anderen Fundort bekannt.Dort ist auch Calcit in der Nähe bzw.zwischen den Calcitkristallen gewachsen.
Gruss! Kupperdroll
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Goethit ist nicht milde, und hat max. metall-artigen Glanz.
Gruß -M-
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Glück Auf,
wäre vielleicht ganz gut die Stufe mal im ganze zusehen,vorder und rück Seite!Wenn die Kristalle bis zu 1cm sind,eventuell mal Strichfarbe und Härte prüfen(vorerst)??
Glück Auf
Lutz
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Von Oßling habe ich Goethit u.a. in dieser Art:
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Glück Auf!
Das Kristallbüschel auf dem Bild DSC_0009 ist mit verdammt hoher Wahrscheinlichkeit Allanit-Ce. Die büschelige, feinnadelige, (verfilzte) Ausbildung, die hellgraue-braune, zimtartige Färbung, der hohe Glanz auf frischen Kristallen ohne "Rostschicht" und die Überdeckung mit anderen, primären Kristallbildungen sprechen sehr deutlich für Allanit-Ce. Zumindest trifft das für den Steinbruch Oßling zu. (Zum Beispiel sehen vom äußeren Erscheinungsbild den Allaniten von Oßling die Epidote vom Petersberg bei Halle sehr ähnlich. Denen fehlt aber der Selten-Erden-Anteil oder er ist zu niedrig.) Der gelbe kristalline Überzug ist sehr wahrscheinlich Siderit. Bei der nicht mehr zu erkennenden Kristallgröße sind es sehr wahrscheinlich gebogene, halblinsenförmige Kristalle oder Kristallaggregate. Typisch spatförmige Kristalle sind eher selten beim Siderit aus Oßling anzutreffen. Alternativ könnte es anstelle von Siderit auch Chamosit sein. Dann wären es aber kugelförmige bis röhrenförmige Aggregate. Goethit von Oßling ist immer richtig schwarz bis leicht bräunlich (Tendenz zu Limonit). Die Ausbildung kann nadelig sein oder kugelig. Gelegentlich füllt er ganze Klüfte oder bildet Kristallmatten aus nadeligen Kristalle bis kugeligen Aggregaten. Goethit aus Oßling hat zudem keine Überzüge aus Chamosit oder Siderit.
Glück Auf!
Das Felsenmammut
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Das Kristallbüschel auf dem Bild DSC_0009 ist mit verdammt hoher Wahrscheinlichkeit Allanit-Ce.
paßt das zusammen ???
Die grau-metallisch glänzenden Nadeln sind über die gesamte Stufe verteilt, max. 1cm lang und haben Längsrillen
udo
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Hallo,
In Frage käme auch noch Berthierit, der in Sachsen z.B. von Venusberg (bei Chemnitz) und Mobendorf (bei Freiberg) nachgewiesen ist. Auch Sulfosalze wie Gustavit oder Emplektit wären möglich. Allerdings kam Emplektit in der Größe in Sachsen fast nur von der Typlokalität Antonsthal und das Material sieht anders aus. Dazu kämen dann noch Funde von Sb-Erzmineralien (Antimonit u.a.) von Neumühle bei Greiz in Thüringen und neuerdings aus dem Granit der Königshainer Berge erfolgte Bi-Mineral-Funde.
Glück Auf!
Smoeller
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Hallo,
die Tenazität der xx soll milde sein.
Berthierit ist, so weit mir bekannt spröde, fällt also raus. (zumindest das Material, was ich davon aus Sachsen kenne, ist außerdem
durchweg, wenn in xx, feinst-nadelig, also nicht so flach-strahlig/nadelig)
Auf Bismuthinit, Antimonit, oder ähnliches "Spießglanz-artiges" - mit milder Tenazität war die Sache eh schon eingegrenzt ...
Gruß -M-