Mineralienatlas - Fossilienatlas
Arbeitsmittel / Means for work => Reinigung (Präparieren, Konservierung) / Cleaning (Prepare, Conservation) => Thema gestartet von: grauerstar am 27 Oct 08, 15:47
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Hallo!
Ich habe wieder mal eine Frage: ich habe eine Fluoritstufe aus Freiberg, die auf eine Steinplatte geklebt wurde. Ich finde das hässlich und möchte den Kleber entfernen. Heißkleber ist es keiner, mehr kann ich aber nicht sagen. Welches Lösungsmittel würde sich denn da anbieten? Es darf vor allem keinen Schaden anrichten. Zur Paragenese gehört neben Fluorit auch rote Zinkblende. Für Tipps bin ich dankbar.
Grüße,
Robert
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Hallo,
Aceton? Notfalls 1 Woche einlegen in einem geschlossenen Gefäß.
MfG
Frank
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Hi!
Also du kannst es mal mit Aceton oder Ethylacetat probieren, damit kann man einige Klebstoffe wieder lösen, aber auch nicht alle. Das sollte den Mineralien auch nichts anhaben, aber da gebe ich dir keine Garantie. Im Zweifel erstmal vorsichtig testen!
Kannst ja mal nen Foto von der ganzen Sache einstellen ...
MfG
Arne
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Hallo,
alle meine Kandidaten habe nach 1 Woche im Aceton versagt ;-)
Ok, manchmal habe ich mit Kochen -- nur im EX-geschützten Abzug! -- nachgeholfen.
Für Epoxy gab es auch ein Lösemittel, das schneller war als Aceton. Ein Trivialname war Dioxalan, gesund war das Zeug nicht!
MfG
Frank
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Hi Frank,
Für Epoxy gab es auch ein Lösemittel, das schneller war als Aceton. Ein Trivialname war Dioxalan, gesund war das Zeug nicht!
Dioxalan oder Dioxolan?
Gruß,
Andreas
edit: ok, Dioxalan oder Dioxolan ist beides das gleiche (Ethylencarbonat; 1,3-Dioxolan-2-on) ;D
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Sicher, hier ein Bild. Das schwarze unter der Stufe ist die Steinplatte. Bildbreite ca. 20cm.
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Ich finde das hässlich und möchte den Kleber entfernen.
Oh, endlich mal ein Mitleidender, der diese Art und Weise der Mineral-Präsentation ebenfalls schlimm findet! Ich finde das auch mehr oder weniger abscheulich und hab zuletzt eine hübsche Schweizer Bergkristall-Stufe aus Hasliberg nicht in meine Sammlung aufnehmen können, weil sie auf einem Holzsockel festgeklebt war, sehr ärgerlich ... ::)
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Hallo Robert....wie wärs ,ich die Stufe du die Steinplatte? ;D ;D ;D
Ne mal im ernst, ruf doch mal den Tilo Pönitz (Mineralienwerkstadt.de)in Freiberg an der kann dir da bestimmt helfen.
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Servus Micha!
Ich werd mich mal mit ihm in Verbindung setzen. Hat er öfter damit zu tun?
Viele Grüße aus Linz,
Robert
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geh einfach mal auf seine Homepage,er ist nächste Woche aus dem Urlaub zurück.
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Mal eine Frage zu dem Dioxolan: Kann man das irgendwo als Normalsterblicher kaufen ? Ich suche schon seit einer kleinen Ewigkeit nach einem Epoxid-Löser und das Zeug wäre dann ja mein Erlöser ;D
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Servus,
1,3-Dioxolan bekommst Du sicher in jeder Chemikaliengrosshandlung ... ob die Substanz geeignet ist um Epoxidharz-Klebungen (z. B. Araldit oder aehnliches) zu loesen, wage ich zu bezweifeln.
Was hierfuer haeufig verwendet wird ist ein Gemisch aus Dichloromethan (CH2Cl2, 70 ml), Ameisensaeure HCOOH p.a. (85%, 35 ml und Phenol (35 g), in das die zu trennende Klebung eingelegt wird. FYI: Phenol ist cancerogen, Dichlormethan ist wie viele halogenierte Loesungsmittel recht fluechtig und gesundheitsschaedlich.
Fuer saeureempfindliche Substrate ist die Mischung natuerlich ungeeignet.
Die o.g. Bestandteile sind haeufig auch in sog. Entlackern enthalten, wie sie zum Entfernen der Lackisolation von Draehten vor dem Loeten verwendet werden.
GA
Harald
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Hallo,
UHU-Endfest löst sich in dem Zeug ;-)
Erwarte aber nicht eine Löslichkeit wie Zucker in Wasser!
MfG
Frank
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Erstmal Danke für die Antworten. Das Problem mit den Chemikalien ist ja, das man als Privatperson nicht mehr Stoffe mit T (=Giftig) oder T+ (=sehr giftig) kaufen kann (sofern sich der Chemikalienverkäufer an die geltenden Gesetze hält, was ich mal vorraussetze). Phenol ist damit für mich als Privatperson gestorben, Dichlormethan weiß ich aus dem Kopf nicht, Ameisensäure ist unkritisch. Das meinte ich letztlich mit dem "als Normalsterblicher kaufen" können (ich weiß, ich bin inzwischen wahrscheinlich schon berüchtigt dafür, mich unklar auszudrücken :-[ ).
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wie wäre es mit absägen? ginge auch.
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wie wäre es mit absägen? ginge auch.
Freilich, aber nur als letztes Mittel.
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Hallo,
wenn man die Steinplatte vorsichtig von unten erhitzt werden viele Zweikomponentenkleber weicher.
Natürlich sollte man darauf achten das die Stufe nicht auch heiß wird.
Oder in den Gefrierschrank damit. Durch die unterschiedlichen Ausdehnungskoeffizienten löst sich
vielleicht die Stufe auch leichter vom Sockel oder vom Kleber direkt.
Vielleicht bringt man so die Stufe zumindest mal vom Sockel um dann evtl. weitere Maßnahmen
zu treffen.
Grüsse
HeikoB
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Ich habe eben den Versuch mit Aceton gestartet. Bin mal gespannt!
Grüße,
Robert
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So, ich habe mich nach langem wieder dem Fluorit angenommen. Das Aceton hat nix gebracht... Also habe ich mich für's Absägen entschieden.
Vorgehen: ich habe eine große Schüssel mit Schnee gefüllt und die Fluoritstufe kopfüber hineingesteckt. Die Stufe hatte dabei die Temperatur des Schnees. Dann alles festdrücken, so dass nur noch die Platte herausschaut. Dann habe ich die Dicke der Platte gemessen und mir eine entsprechende Markierung auf der Trennscheibe gemacht. Damit konnte ich nicht zu tief sägen, und die Stufe beschädigen. Dann habe ich etliche parallele Schnitte in die Platte gemacht und den Rest dann herausgebrochen. Das hat perfekt funtkioniert. Die Stufe hat keinen Kristall verloren!
Ich bin mehr als zufrieden, und die ganze Arbeit war in einer halben Stunde erledigt. Allerdings ne ziemliche Sauerei.
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Dann herzlichen Glückwunsch!
Bei der Stufe hat sich die Sauerei gelohnt, die ist wirklich schick!