Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Fluoreszenz, Lumineszenz / Fluorescence, Luminescence => Thema gestartet von: hightower1109 am 11 Dec 08, 17:58
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N'Abend Leute!
Kann mir bitte mal jemand Auskunft darüber geben, welche Uran-Mineralien unter
Scharzlicht (UV-Langwelle) leuchten und welche nicht?
Ich finde da in der Literatur einige strittige Angaben... ???
Uranocircit und Autunit ist klar. :o
Was ist mit Tobernit, Walburgin und den anderen?
Wäre nett, wenn mir da jemand helfen könnte!
Euer hightower1109 8)
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Hallo,
Dann noch Uranospinit und Heinrichit (bzw. die Meta-Formen). Manche Zeunerite (Mischkristalle mit Heinrichit vermutlich oder Verwachsungen) leuchten ebenfalls, aber sehr viel schwächer. Novacekit leuchtet viel schwächer als die anderen und mehr bräunlichgelb, manchmal auch gar nicht.
Typische Elemente in U-Mineralien, die leuchten: Ca, Ba, Na. Typische Fluoreszenzunterdrücker: Fe, Mg, Cu, Pb.
Glück Auf!
Smoeller
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Danke erst mal nach Kiel, smoeller!
Walburgin also nicht?
Torbernit (Cu(UO2)2(PO4)2·12H2O)? Da ist Cu drin...
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Hallo,
Walpurgin hab ich bislang noch nichts beobachtet. Wenn, dann höchstens extrem schwach (kaum wahrnehmbar und nicht alle Stufen). Mit Torbernit hab' ich nicht so viel Erfahrung, aber eher nicht. Cu ist neben Fe und Mg ein Fluoreszenzquencher (-unterdrücker). Sollte eher nicht gehen. Beim Zeunerit (auch Cu) leuchten 80 % nicht, der Rest nur schwach. Gehe hier von Ba-Gehalt (Heinrichit) aus. Ich benutze die Fluoreszenz als Kriterium zur Bestimmung von Uranglimmern.
Glück Auf!
Smoeller
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Hallo,
SALEEIT knallt auch herrlich unter UV. Gab´s mal super Stufen im "Hohe"- Bruch Wolfsgrün/Burghardtsgrün bei Eibenstock im Erzgebirge.
Leider war nicht ich der glückliche Finder :'(
Grüße vom STRAHLER
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Hallo,
SALEEIT knallt auch herrlich unter UV. Gab´s mal super Stufen im "Hohe"- Bruch Wolfsgrün/Burghardtsgrün bei Eibenstock im Erzgebirge.
Leider war nicht ich der glückliche Finder :'(
Grüße vom STRAHLER
Hm, im "Hohe" war ich auch schon, aber so was habe ich nicht gefunden.
Wer könnte da noch was haben vom Saleeit?
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Hallo,
Torbernit sollte nicht leuchten (macht er bei mir auf jeden Fall nicht); Uranophan auch nicht.
Recht schön leuchten:
Liebigit, Zippeit, Zeunerit, Andersonit, Tujamunit und Schröckingerit.
Gruß,
Andreas
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Hallo,
Torbernit leuchtet nicht, ausser er ist -was öfters vorkommt- mehr oeder weniger fein epitaktisch mit Uranocircit oder Autunit verwachsen. Details dazu siehe:
WEBER, B., (2007) Epitaxie und Metaphasen von Autunit, Torbernit und Uranocircit aus Wölsendorf, Hagendorf und Bergen, Der Aufschluss 58: (Jan./Feb. 2007), S. 7-12
Gruß
Berthold
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Hallo,
Stimmt, die hatte ich noch vergessen. Uranophan (und insbesondere Beta-Uranophan) leuchten manchmal sehr schwach (ist aber deutlich sichtbar), z.B. die Stücke von Menzenschwand. Torbernit hab ich an den 2 oder 3 Stücken meiner Sammlung nichts gesehen. Ist aber für eine generelle Aussage zu wenig.
Glück Auf!
Smoeller
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Das Kupfer, Eisen und andere Buntmetalle Fluoreszenzkiller sind, wusste ich ja, aber Blei und Magnesium ? Wieso fluoreszieren denn dann viele Cerussite und Anglesite ? Oder stört Pb die Fluoreszenz nur, wenn es in Spuren vorkommt, sprich kein Formelbestandteil des Minerals ist ?
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Hi,
ich habe ja so einen Torbernit, der dann wohl mit irgend etwas verwachsen ist und daher leuchtet, siehe dazu auch hier: http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,13557.0.html (http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,13557.0.html)
Viele Grüße, Anne
(OT@smoeller: Habs nicht vergessen, nur so gar keine Zeit... :P)
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Hallo,
Das Kupfer, Eisen und andere Buntmetalle Fluoreszenzkiller sind, wusste ich ja, aber Blei und Magnesium ?
Also Blei ist normalerweise kein Killer, im Gegenteil: Pb2+ kann ein Aktivator sein.
Man sollte bedenken, dass die Frage ob ein Mineral fluoresziert nicht so einfach beantwortet werden kann. Einmal hängt das vom Aktivator und/oder Kristallfehlern und der Kristallstruktur/Bindungsart ab, dann von Tilgern (Killer, Quencher) und nicht zuletzt auch vom UV-Licht (kurzwellig / langwellig). Bei den "UV-Uran-Mineralien" von denen wier hier sprechen wirkt die Uranyl-Gruppe [UO2]2+ häufig als (intrinsischer) Aktivator. Im Torbernit oder Bassetit wird die Fluoreszenz dagegen von Kupfer bzw. Eisen "gekillt". Das Uranyl-Ion kann auch in Mineralien, in denen es nicht in der Formel auftaucht (also nur in Spuren enthalten ist) Fluoreszenz auslösen (Beispiel: Hyalit, Aragonit aber auch in den bekannten Uran-Gläser), jedoch auch hier hängt das ggf. wieder von den Tilgern ab.
Gruß
Berthold
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Hallo,
Aber natürliche Blei-Uranyl-Verbindungen wie Hügelit fluoreszieren nicht. Kenne auch kein Pb-Uran-Mineral, das leuchtet.
Glück Auf!
Smoeller
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Hallo,
Aber natürliche Blei-Uranyl-Verbindungen wie Hügelit fluoreszieren nicht. Kenne auch kein Pb-Uran-Mineral, das leuchtet.
das Phosphat-Analogon von Hügelit, nämlich Dumontit fluoresziert schon (ist ein Blei-Uran-Phosphat). Oder nehme Dewindtit, der leuchtet (unter KW) auch.
Bitte nicht nur an der Chemie aufmachen, die Zusammenhänge sind nicht so einfach, dass man sagen kann: Wenn Urany drinnen und kein Killer da ist, dann fluoresziert es. Es ist viel komplizierter, sogar das Urany-Ion kann Tilger sein. Bei vielen Aktivatoren kommt es zudem auf die Konzentration an, es ist keineswegs so, dass viel Aktivator stärkere Fluoreszenz bedeutet, häufig ist das Gegenteil der Fall. Dann spielt es auch noch eine Rolle, ob das Mineral durchsichtig/durchseinend ist - oder nicht.
Gruß
Berthold
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Ja, die Fluoreszenz ist eine Wissenschaft für sich. Alfredo Petrov meinte zu mir, als wir in Sterling Hill waren, das normalerweise Mangan ein Fluoreszenzkiller ist, im Falle der Sterling Hill-Calcite jedoch ein geringer Mangangehalt zu der wunderschönen rot-orangen Fluoreszenz führt.
Ich hab mich persönlich noch nie näher mit Fluoreszenz beschäftigt und weiß daher nur, das bestimmte angeregte Zustände möglich sein müssen, vielleicht sowas wie freie Orbitalbereiche, damit eine Fluoreszenz möglich ist. Letztendlich "hebt" das UV-Licht (oder andere elektromagnetische Wellen) Elektronen in diesen angeregten Zustand und sobald die Elektronen in den Normalzustand zurückfallen, geben sie die aufgenommenen Energie in Form elektromagnetischer Strahlung wieder ab, im Idealfall sichtbares Licht. In wieweit bestimmte Elemente diesen Mechanismus positiv oder negativ beeinflussen, ist mir noch ein Rätsel (ich glaube, da bin ich aber auch nicht alleine :P). Ok, ein bisserl hab ich mich schon mit Fluoreszenz befasst, aber nicht wirklich tiefgreifend...
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Fluoreszenz ist meine unmaßgeblichen Meinung nicht immer ein Merkmal eines bestimmten Minerals. So habe ich zwei Fluoritstufen aus Derbyshire, UK von denen eine "normal" blau fluoresziert, während die andere, für Fluorit ungewöhnlich, gelblichweiß fluoresziert.
Uwe
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Hallo,
Fluoreszenz ist meine unmaßgeblichen Meinung nicht immer ein Merkmal eines bestimmten Minerals.
so pauschal würde ich das nicht sagen. Intrinsische Fluoreszenz z.B. von Autunit ist schon ein greifbares Merkmal. Und, um bei Thema zu bleiben, die kommt vom Uranyl-Komplex.
Für Fluorit stimme ich Dir zu, da kommt die Fluoreszenz -wie die Farbe übrignes auch- salopp gesagt durch Verunreinigungen (Aktivatoren) zustande. Reines CaF2 zeigt weder eine Farbe noch fluoresziert es.
Gruß
Berthold