Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Allg. Diskussionen Mineralien / General discussions minerals => Thema gestartet von: geomueller am 16 Dec 08, 20:37
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Hallo,
ich möchte euch mal ein paar ungewöhnliche Hämatitkristallaggregate zeigen. Die Stufe ist in meiner Sammlung und stammt aus dem Schacht Reust der SDAG Wismut bei Ronneburg (meine Arbeitsstätte bis 1991). Die Schuppenähnlichen Hämatitkristalle sind ninear zu Leisten zusammengewachsen die bis 1 cm lang werden, deutlich sind die roten Innenreflexe zu sehen. Derartige Aggregate habe ich noch von keiner anderen Fundstelle so gesehen, nur nadelige Aggregate (z. B. aus Marokko) aber nicht so. Anderenseits waren diese Aggregate wie in den folgenden Bildern dargestellt in unserer Uranerz-Lagerstätte (Ronneburg) gar nicht so selten. Mir stellen sich folgende Fragen:
1. Habt ihr solche Bildungen von Hämatit schon mal gesehen, oder habt Vergleichsbilder?
2. Die besagten Stufen sind leicht radioaktiv, kann es sein das Radioaktivität die Ursache solcher außergewöhnlichen Kristallbildungen sein könnte, quasi Veränderungen im Kristallgitter verursacht?
Bin gespannt auf eure Antworten.
Gruß Jürgen
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Hallo,
Hämatit wie auf den Bildern 2 und 3 habe ich selber schon im Fichtelgebirge gefunden. Aber die Ausbildung auf Bild 1 erstaunt mich ein wenig. Ist das dort wirklich Hämatit (gibt es dazu Analysen) ?
Das die Radioaktivität das Kristallgitter so stark verändert wäre mir neu.
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Hallo,
kann es sein, dass diese Aggregate parallelverwachsen sind? Also so ähnlich wie Fadenquarze? Ich meine, auf dem einen Bild wäre fast eine Art "Faden" zu sehen. Andererseits, dann wären die einzelnen Spieße nicht so ungeordnet gewachsen, eher auch parallel...
Könnte mir auch eine Pseudomorphose nach nadeligen Kristallen vorstellen.
Gruß Daniel
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Hallo,
kann es sein das Radioaktivität die Ursache solcher außergewöhnlichen Kristallbildungen sein könnte, quasi Veränderungen im Kristallgitter verursacht?
ganz sicher nicht. Die Radioaktivität bringt nur Unordnung (bis zu amorph) in den Kristall. Ich würde eher an Pseudomorphosen denken - wenn es sicher Hämatit ist.
Gruß
Berthold
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Hallo,
In der Eifel gibt es auch nadeligen Hämatit. Schau mal im Lexikon auf die Seite
http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Deutschland/Rheinland-Pfalz/Eifel/Ochtendung/Wannenk%F6pfe/Bilder%FCbersicht
Ich denke da eher an Wachstum in nur eine Richtung (starker Gradient in der Lösung/Gasphase) oder an Skelettkristalle.
Glück Auf!
Smoeller
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Hallo,
bei diesen relativ kleinen Bildungen glaube ich kaum an einen starken Gradienten. Vermutlich ist da eher ein wachstumsbeeinflussendes Ion in der Lösung gewesen.
MfG
Frank
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Hallo,
solche Hämatit-xx gab es hier im Sauerland ebenfalls. Der olle ARNDT hat die xx 1834 als "Bürstenerz" beschrieben. Ich kenne nur ein einziges erhaltenes Stück aus dieser Betriebsperiode von den Endorfer Gruben.
Gruß
Wilhelm
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Hallo!
Ich habe im Siegerland auch schon solche nadelig-stängeligen Hämatit-Kristalle gefunden. Oder besser gesagt: Hämatit-Aggregate. Es scheint sich meiner Meinung nach um eine Verwachsung vieler einzelner Blättchen in eine Richtung zu handeln.
Gruß und Glück-Auf
Markus
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Hallo,
auf der "366" Schlema/Alberoda und "371" Hartenstein gab´s auch solche nadlig-spitzen Aggregate. Man könnte fast denken es wäre Lepidokrokit (Rubinglimmer wegen der roten Farbe ( beim ersten Bild zumindest).
Grüße vom STRAHLER
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Hallo alle,
vielen Dank für die vielen Antworten, sind sehr interessante Meinungen dabei. Auch wenn sich das erste Bild leicht von den anderen unterscheidet, es handelt sich eindeutig um Ein und das Selbe Material, alle drei Bilder sind ja auch an einer Stufe entstanden. Wie Haspelknecht und andere richtig erkannt haben handelt es sich wirklich um eine Verwachsung vieler einzelner Blättchen in eine Richtung und nicht um Nadeln im eigentlichen Sinne. Interessant war auch das es ähnliche Bildungen von Hämatit auch anderenortes gibt. Hat jemand mal ein Bild solcher Aggregate von anderen Fundpunkten? Im Netz habe ich nämlich nichts vergleichbares gefunden.
Das es wohl keinen Zusammenhang zur Radioaktivität gibt habe ich schon gedacht, mich hat aber eben gewundert das solche Bildungen bei und im Schacht Reust relativ selten vorkamen und zwar meist auf gut vererzten Blöcken im Lederschiefer (Og3) im Zusammenhang mit Dolomitgängchen. Kann aber auch Zufall sein.
Gruß Jürgen
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Ich denke nicht, dass diese Ausbildungsform etwas mit Radioaktivität zu tun hat. Die von mir im Siegerland beobachteten, entsprechenden Hämatite hatten keine Beeinflussung durch Radioaktivität. Eine Fortwachsung auf einem versteckten oder bereits weg gelösten Kristall könnte ich mir vorstellen, glaube aber eher, dass es sich um eine zufällige Verwachsung der Hämatit-Blättchen handelt. Eine Laune der Natur halt.
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Hallo,
ich habe unter folgendem Link einige Mineralienbilder vom Schacht 374 Reust bei Ronneburg eingestellt, u.a. auch eine Gesamtansicht der fraglichen Hämatitstufe. Also wenn es euch interessiert schaut mal rein.
Gruß Jürgen
http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Deutschland/Th%FCringen/Ronneburg/Bergwerk%20Reust