Mineralienatlas - Fossilienatlas
Vermischtes / Miscellaneous / Varios => Bestimmungen allg. => Thema gestartet von: Druide am 30 Dec 08, 12:27
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Fundort:
BaWü
Odenwald
Mittlerer Buntsandstein
Hallo,
diese braune Stellen im Buntsandstein, ist das etwas pflanzliches?
Wer kann mir etwas zu dem Teil sagen
Danke für mögliche Antworten
Gruß Marie
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Hallo!
Wie man auf den Bildern sieht, folgen die Strukturen einer Kluftfläche. Das sind wohl (technisch gesprochen) zweidimensionale Manganabscheidungen (ähnlich Dendriten), keine Fossilien.
Gruß,
Triassammler
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Hallo Triassammler,
aha und ich dachte es wäre so was wie eine Wurzelröhre.
Danke für deine Antwort
Marie
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Hallo Marie!
Gibt es das Teil im Aufschluss noch? Dann schlag es mal mit dem Hammer quer durch - wenn sich ein röhrenförmiger Querschnitt ergibt, ist es eine Wurzelröhre. Ich bezweifle das aber, es handelt sich sicher um einen hauchdünnen anorganischen Überzug. Die Teile liegen völlig "platt" auf der Kluftfläche, da ist nichts von Röhrenwölbungen zu sehen. Und diagenetische Kompression wirkt nur vertikal, nicht horizontal.
Gruß,
Triassammler
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Hallo Triassammler,
das ist kein feiner Überzug. Das ganze Teil ist ausgefüllt mit feinen Sandkörnern, wenig Glimmer und hmmm ich würde sagen feiner Erde, augenscheinlich.
Auf.
http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,19759.0.html
krieger 024.jpg
ist das Ganze aus der Nähe zu sehen. Diese braune Masse findet sich auch als Schicht zwischen dem Buntsandstein.
Gruß
Marie
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Hallo,
so schaut es aus der Nähe aus
Gruß Marie
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Hmhmhm.... also doch was dreidimensionales... Nur, irgendwas daran gefällt mir nicht so ganz, um es als Wurzelröhre einzuordnen. Diese Knubbel, die weder zu einer Wurzel passen, noch durch Kompaktion zwingend zu erklären sind...
Finden sich diese Objekte im Aufschluss in der ganzen Schicht durchgehend, oder nur an einer Stelle? Wurzelhorizonte sind meistens sehr ausgedehnt.
Gruß,
Triassammler
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Hallo Triassamler,
so wie ich es in Erinnerung habe, ist es eher eine Stelle, die solche Röhren zeigt.
Gruß Marie
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Vielleicht eher eine verwitterte Mangankonkretion oder ähnliches ???
Gruß, Erik
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...ja, "oder ähnliches" - es ist schwierig, hier ganz klar was zu sagen. Aber ich würde nach wie vor von einem anorganischen Gebilde ausgehen, auch wenn nur an Hand der Bilder nicht eindeutig gesagt werden kann, was es ist.
Ich bin grade über den Jahreswechsel nicht zu Hause, möchte aber gerne danach hier in diesem Thread noch ein Aufschlussfoto von einem echten fossilen Wurzelhorizont zum Vergleich einstellen.
Gruß,
Triassammler
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Ich wollte wissen ob das Braune brennbar ist.
Nein es ist nichts brennbar von dem braunen Zeugs. Aber was passiert ist, es wurde nach dem Verbrennen magnetisch.
Mir sagt es nichts...vielleicht euch
Gruß Marie
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Wenn es nach dem Verbrennen bzw. richtiger gesagt Durchglühen magnetisch geworden ist, handelt es sich um ein Eisenoxid, das in der Flamme reduziert wurde. Also definitiv etwas Anorganisches und kein inkohlter Wurzelrest.
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ich kann mir kaum verkneifen zu fragen,
wie kommt das Eisenoxid so nestartig in den Buntsandstein?
Danke für mögliche Antworten
Maria
Innerhalb des gelben Kreises befinden sich diese Röhren
Und vor wenigen Minuten habe ich entdeckt das im höchsten Steinbruch
unterhalb der Lössmauer, wo ebenfalls solche Röhren zu finden sind nur viel kleiner,
das Innere auch magnetisch wird, wenn ich es erhitze.
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Hallo!
wie kommt das Eisenoxid so nestartig in den Buntsandstein?
Diagenese, Lokaltektonik und Verwitterung... Detaillierteres dazu müsste man direkt an der Lokalität betrachten, ansonsten könnte man nur rumraten und zig Möglichkeiten beschreiben.
Gruß,
Triassammler
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Hallo Triassammler,
ansonsten könnte man nur rumraten und zig Möglichkeiten beschreiben.
raten ...das muß nicht sein:-)
Gruß Maria
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Hallo,
anbei mal die versprochenen Bilder eines verifizierten Wurzelhorizonts (von Schachtelhalmen, Radicites sp.) aus dem Lettenkeuper-Hauptsandstein von Backnang.
Bild 1: Vertikaler Querschnitt. Gut erkennbar ist die schwarz inkohlte pflanzliche Substanz, teilweise erkennbar die typische geradlinige Abgrenzung gegenüber der Matrix.
Gruß,
Triassammler
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Bild 2: Aufsicht auf eine durchwurzelte Schichtfläche aus demselben Horizont. Erkennbar sind die Querschnitte vertikaler Wurzeln, sowie horizontale Wurzelröhren. Man beachte, dass die Wurzelröhren Steinkerne (Sandverfüllungen) ohne organische Substanz sind. Überwiegend war nur die äußere Gewebeschicht der Wurzeln durch Inkohlung überlieferungsfähig. Das Innere ist rückstandslos vergangen und wurde von Sand aufgefüllt.
Maßstab: Balkenabschnitte des Etiketts je 1 cm.