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Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => Thema gestartet von: Druide am 03 Jan 09, 21:58

Titel: magnetische Steinchen
Beitrag von: Druide am 03 Jan 09, 21:58
Fundort:
BaWü
Odenwald
Buntsandstein
Lehm

Hallo,

ich habe diese magnetische Steinchen (läßt sich von einem Magneten anziehen)
glatt geschliffen. Wie man sehen kann glänzen sie metallisch.

Der Abrieb ist so lange rot bis die Fläche Glanz bekommt
Kommt Säure auf die Fläche wird sie "rostig"

Obwohl alle gezeigten Steinchen gut  magnetisch sind
sind sie im Glanz unterschiedlich was auch an den Bildern zu erkennen ist.
Diese Steinchen sind  kein Zufallsfund von denen gibts reichlich.

1te Frage:
Kann das Magnetit sein?

2 te Frage:
Ist es möglich mir einige Stichworte zu nennen
so das ich nicht völlig blind nach der Lieferursache suche.
Verzeiht diese naive Frage ;)


Danke für mögliche Antworten
Maria

aushub 013.a/bjpg ist das Innere von
aushub 013.jpg

Titel: Re: magnetische Steinchen
Beitrag von: Druide am 03 Jan 09, 21:59
....
Titel: Re: magnetische Steinchen
Beitrag von: Druide am 03 Jan 09, 22:00
...
Titel: Re: magnetische Steinchen
Beitrag von: Helicat135 am 04 Jan 09, 09:09
Hallo Druide,

dass sieht mir mehr nach Geothit/Limonit aus...
Dafür würde auch die rote Farbe sprechen.
Titel: Re: magnetische Steinchen
Beitrag von: Mineralroli am 04 Jan 09, 10:02
Hämatit (daher die rote Farbe) sog. Raseneisenerz (wurde früher auch verhüttet wenn es zahlreich vorhanden war).

Titel: Re: magnetische Steinchen
Beitrag von: smoeller am 04 Jan 09, 11:01
Hallo,

Limonit. Erinnert mich von der Form her etwas an Bohnerz.

@Mineralroli: Raseneisenerz ist Limonit (der Name kommt von griech. leimon =Wiese), obwohl in manchen Fällen wenig Hämatit dabei ist.

Glück Auf!
Smoeller
Titel: Re: magnetische Steinchen
Beitrag von: minuwe am 04 Jan 09, 11:22
@ Maria: Wie sieht der Strich auf rauhem Porzellan aus, wenn man an einer der grauglänzenden Stellen reibt, gelbbraun, rotbraun oder grauschwarz?

Gruß
Uwe
Titel: Re: magnetische Steinchen
Beitrag von: berthold am 04 Jan 09, 11:25
Hallo,

nein, Limonit ist nicht magnetisch, für Limonit passt auch die metallische Oberfläche nicht. Ich tippe auf Eisen, schlicht und ergreifend oberflächlich verrostet.

Gruß
Berthold
Titel: Re: magnetische Steinchen
Beitrag von: thdun5 am 04 Jan 09, 11:47
Limonit oder Goethit dürfte es nicht sein.

Eisen wäre eine Möglichkeit, muss aber nicht unbedingt sein. Im Erzgebirge, speziell am Kalkwerk Lengefeld habe ich einmal eine wirklich seltsame Entdeckung gemacht:
Mit Sammelfreunden war ich unterwegs, auf der Suche nach so genannten "feritischen Eisen". Das besondere daran ist, dass es von einem normalen Magneten angezogen wird. Aber das seltsame ist, dass ein Metalldetektor im normalen Modus (normal lautlos - bei Metall Geräusch) nichts anzeigt und beim Modus 2 (normal hörbares Geräusch - und bei dem gefundenen Zeug geht das Geräusch auf einmal schlagartig weg)  ???. Ich weiß auch noch nicht, wie das kommt. Aber das Zeug sah auch so ähnlich aus. Ich dachte da zuerst an ein Hüttenprodukt, also wo schon Eisen ausgeschmolzen wurde oder an Magnetit. Das Problem ist nur dies, dass zwar Magnetit vom Magneten angezogen wird, aber der Metalldetektor keine Veränderungen zeigt.
Mit einem Metalldetekor oder mit einem einfachen Leitungssucher einmal ausprobieren.

Gruß
Daniel
Titel: Re: magnetische Steinchen
Beitrag von: Druide am 04 Jan 09, 12:24
Hallo,

die Strichfarbe der glänzenden Fläche hinterläßt  kaum  einen Strich.
Das metallische  gleicht augenscheinlich einfach einem Stück Eisen.
Der Abrieb ist von Stein zu Stein verschieden.  Von blutrot bis zu ocker
Und Magnetit konnte ich unter dem Bino nicht erkenen.
Leider habe ich keinen Detektor. .

Danke für die Antworten
Maria
Titel: Re: magnetische Steinchen
Beitrag von: minuwe am 04 Jan 09, 12:44
Da es mit den magn. Stücken ein Dauerbrenner ist, wäre es schon mal interessant, dahinter zu kommen. Nach Strichfarben ist es recht eindeutig, Magnetit= grau bis schwarz, Hämatit= rot bis rotbraun, Limonit= braun bis orange bis ocker. Müsstest also mit einem Porzellanscherben mal kräftig auf der glänzenden Fläche, besser noch auf einer frischen Bruchfläche reiben. Dass irgendwo auch Hämatit und Limonit ist, ist klar (letzterer ist auf den Bildern sichtbar). Die Stichfarbe bei Tageslicht ev. mit einer Lupe beurteilen.
Metallisches Eisen zerbricht nicht, Magnetit aber schon, wenn man es mit dem Hammer zerschlägt.
Ein gewöhnliches (billiges) Leitungssuchgerät zeigt zwar Eisen an, aber keinen Magnetit, nur eines von beiden kommt ja in Frage. Als Verhüttungsrückstand kann Eisen selbstverständlich auch mit Eisenoxiden kombiniert sein. Beim Magnetismus gibt es ja noch diese Merkwürdigkeiten, auf die in früheren Threads schon eingegangen wurde.

Gruß
Uwe
Titel: Re: magnetische Steinchen
Beitrag von: Erik am 04 Jan 09, 12:57
Soweit ich weiß gibt es pedogen gebildeten Magnetit, evtl wäre das noch eine Möglichkeit?

Etwas künstliches ist es nicht, ich hatte diese Dinger vor mir liegen. Sehr irritierend waren auch Sandsteinbröckchen die mit einer solchen Oxidschicht überzogen und durchsetzt waren - nach dem Zerstossen ließen sich selbst die einzelnen Quarzkörner die von einer dünnen Oxidhaut umgeben waren von einem Magneten anziehen.

@Maria - wenn Du wirklich wissen willst, was das ist, lasse es analysieren. Wird zwar etwas kosten, aber hier kann nur geraten werden.

Gruß, Erik
Titel: Re: magnetische Steinchen
Beitrag von: Druide am 04 Jan 09, 13:13
Hallo Erik,

wer macht so eine Analyse?
Und was kostet so was ...ungefähr?

Gruß Maria
Titel: Re: magnetische Steinchen
Beitrag von: berthold am 04 Jan 09, 13:15
Hallo,

Zitat
Etwas künstliches ist es nicht

wegen der Quarzkörner? Ich dachte da an Abfälle aus der Gusseisen-Produktion, Rückstände von Formsand wären da zu erwarten. Man müsste etwas über die Fundumstände und genaue Fundstelle wissen: Kommen die Stücke tatsächlich im (Verbund liegenden) Buntsandstein vor, oder wie ich aus der Aussage "Lehm" eher ableite, aus einem geologisch nicht zuordnerbaren Gemenge? Was war da im Umfeld noch zu finden (Rüchstände wie Zielgebruchstücke ...)?

Würde ich vor einer Analyse klären.

Gruß
Berthold  
Titel: Re: magnetische Steinchen
Beitrag von: Druide am 04 Jan 09, 13:47
Hall  Berthold,
wie du schon fest gestellt hast  läßt sich das  Gemenge  nicht zu ordnen.
Augenscheinlich ist das Gemenge  großflächig wie eine Decke verteilt.
Tonscherben habe ich gefunden aber eher in südlicher Richtung und die  könnten auch von der alten Ziegelei stammen, die um 1850 geschlossen wurde.

Was ich in der Nähe gefunden habe ist Schlacke.  Da diese magnetischen Steinchen auch im Löss vor kommen reicht meine Vorstellung nicht aus um sie mit einer Schmelze in Verbindung zu bringen.   ???


Gruß Maria



Titel: Re: magnetische Steinchen
Beitrag von: minuwe am 04 Jan 09, 14:17
Was die Fundumstände betrifft muss man sagen, nur wenn das Material im natürlich gewachsenen Horizonten wie Gesteinsschichten auftritt ist es sicher natürlich, liegt es im Boden verstreut, kann es künstlich wie natürlich sein. Selbst im Abfall einer Gießerei kann natürliches Rohmaterial wie Magnetitsandstein neben Hämatit liegen und gemeinsam mit Schlacke und anderem in der Gegend z. Bsp. zum Auffüllen verwendet worden sein. Würde mal die Versuche machen. Wenn es Eisen ist, ist es mit Sicherheit ein Abfall der Produktion wie der angedeutete Gießereiabfall. In Form von Gußeisen (hoher C- Gehalt) allerdings auch zerbrechlich. Geht mal ein scharfes Bild einer frischen Bruchfläche?
Titel: Re: magnetische Steinchen
Beitrag von: Uwe Kolitsch am 04 Jan 09, 16:14
Ich halte das zwar auch für anthropogen, aber will darauf hinweisen, dass Maghemit (magnetisches Fe2O3) in ähnlicher (Bohnerz-artiger) Ausbildung vorkommt, z.B. in NSW/Australien. Es sind allerdings immer nur mehr oder minder dünne, (violett-)schwarze Krusten, die einen nicht-Maghemit-Kern umhüllen.
Titel: Re: magnetische Steinchen
Beitrag von: Druide am 04 Jan 09, 18:23
Hallo,
bessere Bilder habe ich leider nicht.

Gruß Marie
Titel: Re: magnetische Steinchen
Beitrag von: uwe am 04 Jan 09, 18:26
Derartige Eisenbildungen kommen auch als Adern im Sandstein der sächsichen Schweiz vor. Da die Stücke im Sandstein gefunden wurden, kann man schon von einer natürlichen Bildung ausgehen. Möglicherweise wurden hier eisenhaltige Sickerwässer in einem bestimmten Horizont des Sedimentes zu Eisen reduziert.

Uwe
Titel: Re: magnetische Steinchen
Beitrag von: Druide am 04 Jan 09, 18:34
hie habe ich noch ein paar Bilder von dem Lehm aus dem diese Steine sind
Gruß Marie
Titel: Re: magnetische Steinchen
Beitrag von: Druide am 14 Jan 09, 21:13
Hallo,

noch ein paar Bilder um das
menschlich oder natürlich ein zu grenzen.

Das eine Bild ist ein Lehmbatzen von dem Aushub
An den  Berg Aushub kann man eine Handvoll Magneten dran werfen, die bleiben hängen. Egal wo

Geht so was auch  wenns anthropogen ist?
Danke für mögliche Antworten
Marie
Titel: Re: magnetische Steinchen
Beitrag von: minuwe am 15 Jan 09, 00:17
Schon von der sehr weiten und scheinbar wahllosen Verteilung über das Gebiet her scheint mir das Material natürlich zu sein. Kann mir nicht vorstellen, dass Verhüttungsrückstände überall in der Landschaft verteilt wurden, ausgenommen für Wegebau oder einzelne Baustellen. Werde mir die Proben genau anschauen und notfalls wird ein Profi herangezogen  ;)  interessant allemal.

Gruß
Uwe
Titel: Re: magnetische Steinchen
Beitrag von: minuwe am 18 Jan 09, 18:40
Hallo,

habe einige Stücke mit dem Bino angeschaut und jeweils Härte, Strichfarbe, Körnung, Magnetismus, Einbindung der Eisenoxide, Konkretionen und Farbzonierung der Stücke beurteilt.
Die Bildungen sind allesamt nicht anthropogen bzw. eben natürlich. Es liegen kein metallisches Eisen oder andere Verhüttungsrückstände vor, zumindest was die Sandsteinstücke anbelangt. Lediglich ein Stück ist Quarzit mit Kalk überzogen und mit Bitumenresten belegt, ein anderes ist Schlacke. Diese sind aber nicht dem Sandstein zuzuordnen.
Die Sandsteinstücke unterscheiden sich hinsichtlich Beimengung der Eisenoxide. Alle braunen Farben zeigen Limonit, der teilweise oberflächlich schwarz ist, wohl herausgewittertes Manganoxid (Braunit?), das vermutlich in geringen Mengen enthalten ist. Unter der Oberfläche aber immer braun. Diese Stücke sind nicht magnetisch, d. h. werden vom Dauermagnet nicht angezogen. Alle roten Stücke enthalten Hämatit, welcher die Quarzkörner umschließt, in Anreicherungen oberflächlich ebenfalls z. T. schwarz oder grau- metallisch ist. So ein Stück zeigt http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php?action=dlattach;topic=19809.0;attach=78526;image (http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php?action=dlattach;topic=19809.0;attach=78526;image) . http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php?action=dlattach;topic=19809.0;attach=78648;image (http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php?action=dlattach;topic=19809.0;attach=78648;image) zeigt eine Farbzonierung am Stück. Sowohl die Körner innen als auch Partikel der Randzone werden vom Magnet angezogen. Die Quarzkörner innen sind von rotem Mineral umhüllt und auch der Rand hat einen roten Strich. Der Rand hat sich lediglich unter Unwelteinflüssen verfärbt. Die Körner besitzen eine magnetische Anisotropie (in unterschiedlichen Richtungen unterschiedlich stark magnetisch), nicht aber die Sandsteinstücke selbst. Daraus schließe ich, dass die Körner bzw. das sie umgebende Mineral schon vor der Sedimentation magnetisiert wurden, andernfalls würden die Magnetwirkungen der Körner zueinander parallel liegen.

Die Frage, woher nun der Magnetismus kommt (gemeint ist hier nur die Eigenschaft, vom gewöhnlichen Dauermagnet angezogen zu werden), würde ich so erklären: Hämatit ist grundsätzlich so schwach magnetisch, dass er vom Dauermagnet nicht angezogen wird. Es kann aber im Liefergebiet Magnetit zu Maghemit oxidiert worden sein und dieser ist magnetisch und liegt im Sediment, ggf. im Gemisch mit anderen Oxiden vor.
Auch ein gewisser Magnetitgehalt in Hämatit kann das Material magnetisch sein lassen. Weiter können Minerale wie Ilmenit, Ulvöspinell, Titanomagnetit oder Titanomaghemit im Sedimentgemisch vorliegen, die es magnetisch sein lassen können.

Große Körner ab 0,01 mm von diesen Mineralen liegen nicht vor, lediglich in einem Stück sind Ilmenit- ähnliche Kristalle zu erkennen.

Um die genaue Mineralzusammensetzung herauszufinden, wären Analysen erforderlich, z. B. gesteinsmagnetische Untersuchungen (mittels thermischer Entmagnetisierung) u.a.

Somit sind auch einige Hinweise zu http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,15814.45.html (http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,15814.45.html) gegeben:

Gruß
Uwe