Mineralienatlas - Fossilienatlas
Gesteine / Rocks / Rocas => Bestimmung von Funden / Determination of findings => Österreich / Austria => Thema gestartet von: fosi am 07 Jan 09, 02:45
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hi leute
ich komme aus den tiroler alpen
und habe als kind mal diesen stein gefunden
dem ich neulich seit vielen jahren beim umräumen
das erste mal wieder begenet binn jedoch kenne ich mich
mit mineralien überhaubt nicht aus und weiss nicht wie oder wo ich suchen kann
um diesen stein zu bestimmen
aber vielleicht konnt ihr mir ja helfen oder mich auf die richtige spur bringen
hier fotos von dem stein
danke schon im voraus
lg fosi
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Es dürfte sich hier um Gneis (Gestein,kein Mineral) mit etwas Fuchsit handeln
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Nope, kein Gneis mit Fuchsit
das sieht mir mit großer Sicherheit nach Serpentin aus
Glück Auf
Thomas
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Hallo,
Serpentin oder Talk. Mal mit dem Fingernagel ritzen. Wenn es Talk ist, lässt es sich gut ritzen, wenn Serpentin, nicht.
Glück Auf!
Smoeller
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hallo,
das ist ein typisches gestein der alpinen schieferhülle ohne fuchsit.
haldenschreck
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hm.. wenn es typisch wäre, hätte er es nicht mitgenommen.. ich denke, es war in der Gegend ein auffälliges Einzelstück.. ich tippe übrigens auch auf Serpentinit, würde auch vom Ort her passen...
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hm.. wenn es typisch wäre, hätte er es nicht mitgenommen.. ich denke, es war in der Gegend ein auffälliges Einzelstück.
da verkennst du die kindliche seele ... ;)
haldenschreck
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Hallo
Ich bin schon der Meinung das es sich hier um einen kristallinen Schiefer handelt.Es sind metamorphe Gesteine und dazu zählt auch der Gneis.Diese Gesteine besitzen eine hohen Anteil an Glimmer z.B. Muskovit oder Biotit (Glimmerschiefer) und können in ihren Erscheinungsformen auch unterschiedlich aussehen.Die kristallinien Schiefer sind in ihrem Aufbau relativ vielfältig und davon gibt es ganze Gebirge (auch in den Alpen sehr zahlreich).Wenn man nun im Bereich der Kalkalpen wohnt und dann mal so ein abgrolltes und glänzendes Stück sieht kann man schon etwas Begeisterung erwecken (ist aber völlig gewöhnlich).Leider ist das Bild auch nicht ganz scharf und die grünlichen Beimengungen könnten durchaus Fuchsit sein der für die Alpen sehr häufig ist.Sicherlich ist auch Chlorit möglich aber das läßt sich am Bild nicht erkennen.
Beste Grüße
der Mineralroli
Wichtig wäre wo das Stück gefunden wurde.
Für Serpentin ist der Glanz der mit Sicherheit durch Glimmer (in diesem Fall Biotit) verursacht wird zu groß.
Ich hatte solche Stücke schon sehr oft in der Hand und denke das ich da richtig liege.
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Die Meinung von Mineralroli geht in die richtige Richtung.
Solches Zeug findet man nicht nur in den Alpen, sondern auch in gesamt Deutschland und das auch in beachtlichen Mengen. Das Zeug wird nur (meines Wissens) nicht abgebaut und befindet sich in zahlreichen verlassenen und jetzt erzlosen Schächten oder Bergwerken an den Wänden und man kann es regelrecht abblättern. Das ist mit ziemlicher Sicherheit kristalliner Schiefer mit verschiedenen Einschlüssen.
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Hallo,
Ich hätte vom ersten Eindruck her auch eher auf Edeltalk oder Serpentin getippt. Zum einen wegen Färbung und der Erscheinungsform (Fuchsit ist m.M.n. eher dunkel-chromgrün und feinkristallin) und auch wegen der Scherfläche (?) im letzten Bild. Müsste man aber noch mal einen Blick auf schärfere Fotos werfen, sonst kann natürlich auch der andere Fall (Gneis) stimmen.
Gruß Daniel
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also nach gneis sieht mir das absolut nicht aus.
ich würde dazu serpentinit sagen. gründe:
http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Bildanzeige?pict=1140795543
http://www.isar-kiesel.de/kieselbilder_klein/serpentinit.jpg
an dem stück sehe ich kein typisches mineral für einen gneis kein quarz, kein glimmer, kein feldspat. alles vergrünt. dazu kommt der bruch. glatt, gewellt und deutlich orientierte "haare" auf harnischflächen bzw. schieferungsflächen. so bricht kein gneis. sieht eher fast monomineralisch aus, also in richtung serpentinit mit lizardit, epidot oder ähnliches. leider habe ich ein vergleichbares stück serpentinit gerade nicht greifbar, liegt aber irgendwo herum.
grünliche gneise kenne ich vom sehen her in den alpen und dem tiroler eck jetzt auf die schnelle nicht. im tiroler gebiet kommen nicht unbedingt selten serpentinite vor.
aber was meint ihr mit kristalliner schiefer? das ist nur die alte bezeichnung für metamorphite mit sichtbarer schieferung und paralleltextur. da fältt ja alles mögliche drunter.
fuchsit und chlorit würde ich von der farbe her ausschließen. schwarzgrün und pistazienfarbe (typisch für epidot) passt nicht zu den mineralen.
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Hallo Maximilian
Ich weiß ja nicht wo Du deine Erkenntnisse her hast aber ich glaube da besteht noch Nachholbedarf.
Da hier der Glimmer dominiert ist auch Quarz nicht gleich erkennbar,denn der kann auch zwischen den Glimmerlagen vorhanden sein das trifft auch für Feldspat zu und der Glimmer ist doch das was man als erstes sieht (Glanz) auch wenn die Bilder nicht sonderlich gut sind.
Dann ,welcher Bruch? Man sieht deutlich das es abgerollte (Flußsedimente )sind.Muß aber nicht unbedingt sein da gute rundliche Stücke auch im frischen Zustand das gleiche Aussehen haben.Im Ötztal oder Silvretta kann man tausende Exemplare davon sehen ohne lange zu suchen.Haariges kann ich nicht erkennen was auf Serpentin schließen läßt.
Zur Frage des kristallinen Schiefers würde ich sagen - googeln - da findet man das.
Beste Grüße
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@Mineralroli
Es kann überhaupt kein Zweifel daran bestehen, das es sich hier um KEINEN Gneis handelt und zu 99.9 % um Serpentinit.
Bitte vergleich doch mal selber mit Bildern hier im Atlas und anderswo
Sorry, aber das mußte mal raus...
Glück Auf
Thomas
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Hallo Thomas
Ist schon ok. wenn`s raus muß
Ich will mich ja hier nicht streiten dafür sind die Stücke zu unbedeutend ,
aber kannst Du da mal ein Link einfügen sonst müßte ich zu lange suchen.
Danke
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mein hinweis auf "schieferhülle" konkreter:
gneis: nein!
schiefergestein: ja - besser: schwarzphyllit, mit serpentinit-anteilen. ggf. kalkglimmer-"schiefer" oder prasinit
... unbedeutend? ja!
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Phyllit bzw.Phyllitschiefer geht in Ordnung.
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Haldi - warum so gallig? Nimms locker.. ;)
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*g* da muß ich aber bei dem stück wieder widersprechen. phyllit hat seinen aus dem griechischen wort für blatt abgeleitet, weil das gestein blättrig ist. phyllit hat meist auch recht viel feinen msc, den ich hier eigentlich nicht sehe. das stück ist für phyllit schon wieder zu fest.
am besten:
- ritzfestigkeit testen
- abrieb mit fingern
- biegsamkeit, oberflächengefühl, weitere bilder
- fundort genauer nach möglichkeit
und selber mal die handstücke durchsuche geh'
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hi leute jetzt binn isch erst recht verwirrt ;)
also
dr stein läst ich auf jeden fall nicht mit fingernägeln einritzten
zweitens glänzt die oberfläche von bild 1 weit mehr als auf dem foto zusehen ist und ist sehr glatt
abreiben mit finger ist nicht möglich biegen eben so nicht
genauer fundort hm
soweit ich weiss gehört der berg zur samnaungruppe
auf jeden fall ist dieser berg schieferhaltig und
unser wasser das direkt aus dem see kommt an dessen ufer ich den stein gefunden habe ist stark eisen hältig jedoch sogut wie kalkfrei
das ist nun wirklich alles was ich dazu sagen kann
lg fosi
ps danke für das rege interresse
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ok, das stück ist natürlich mit anderen wieder mal an nem ganz anderen ort.
wäre ein nettes beispiel für einen hochglänzenden südtiroler serpentinit aus einer knapp 100 m großen linse nahe der periadriatischen naht gewesen.
kristalliner schiefer kenne ich nur als veralteten begriff für geregelte metamorphite, den man heute lieber nicht mehr benutzt, sofern man nicht einen schiefer aus dem kristallin meint. nur nicht als gesteinsname.
glanz beruht allersings nicht immer auf glimmern. bei metamorphiten, oder anderen gesteinen erreichen auch harnische, schieferungsflächen und co. flächenhaften glanz. glimmer sind mehr punktuell glänzend und an der farbe zu unterscheiden. silber/weiß msc oder serizit, schwärzlich biotit, schwarzgolden (name entfallen), grünlich je farbton chlorit bzw. fuchsit usw.
der bruch bzw. besser die glänzende, gebogene trennfläche sieht man auf dem 3. bild recht gut. das stück mag vielleicht im fluss bewegt worden sein, aber wenn nur kurz. dafür ist das viel zu eckig und kantig und durch schlagstellen nicht stumpf genug. flussgerölle glänzen nur selten so extrem und dann nur nach entsprechender flusspolitur. da bleiben keine scharfen kanten über. schon gar nicht bei glimmerschiefer und phyllit. die halten kaum was aus. einfach zu weich. rundliche formen sind immer transportbedingt, nie an frischen stücken.
ötztal ist ein gutes stichwort. der granat-glimmerschiefer ist ideal als beispiel. wenn nicht gerade viel quarz dabei ist kratz man die granate mit dem fingernagel frei. alles was nicht moräne ist ist kantig, blockig und bald stumpf. neben msc findet sich mit glück hellgrünen fuchsit, auch arg weich oder ein granat-glimmerschiefer mit chlorit und muskovit, der grünlich glänzt. alles aber nicht mit dem stück vergleichbar. die hornblendegarbenschiefer sind da auch wieder anders. der marmor, gneis, amphibolit und co sind auch nicht passend. 3 tage ötztal-stereo-beschallung von 8 bis 23 uhr und die dinger bleiben im kopf; die 35kg vom gipfel geschleppten handstücke (bekloppteste handstückaktion an sich überhaupt, da nur wenig granate) mal ignoriert. der schneeberger zug ist allerdings ein lokals erscheinungsbild. die tiroler gesteine, auch wenn in sichtweite zum ötztal sind doch etwas anders ausgebildet. also vom ötztal gingen genug bilder über handstücke.
@ fosi:
wenn der nicht mit fingernagel zu ritzen ist haste sicher keinen glimmer. was abkratzen geht bei glimmerschiefer und phyllit immer (nennt man auch gerne studentenerosion in den übungen). samnauner gruppe? da haste doch den ganzen spaß aus gabbro diabas, tuff, serpentinit usw. von daher also ist serpentinit schon sehr wahrscheinlich.
steine an seeufern können entweder natürlich sein oder durch uferbefestigung kommen. sagt also evtl. nur bedingt was. eisenhaltig und kalkfrei ist kein wunder.
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OK, nehms zurück, hab erst jetzt gesehen, daß Du geschrieben hast, der Stein stammt aus der Samnaungruppe. Vom Foto her war ich so völlig überzeugt... (schäme mich).
stoanklopfer
Edit: Da scheint eine Meldung von mir noch nicht angekommen zu sein. Also bitte nicht wundern!
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von daher also ist serpentinit schon sehr wahrscheinlich
Sehe ich auch so! Auch die glänzende dunkle Harnischfläche auf Bild 3 (die anscheinend von manchen Mitdiskutierenden für Glimmer gehalten wurde) erscheint mir geradezu typisch.
(edit: und ja, bevor wieder jemand darauf hinweist - ich hab natürlich gesehen, dass der Fragesteller schon lange nicht mehr online war.)