Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => Thema gestartet von: vanderheide am 11 Jan 09, 12:01
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Verehrte Mineralienkenner
Meine Schwester hat mir folgendes Bild gesendet. Die Grösse des abgebildeten Steines ist 200mm x 1400 mm.
Die hellen Stellen sind wahrscheinlich durch Abbruch aus dem ganzen Gesteinsbrocken entstanden.
Es ist ein Foto eines Fotos, ich hoffe, die Qualität lässt dennoch eine mögliche Bestimmung zu.
mit bestem Dank fürs Anschauen und ev. Bestimmen
Gruss
Hans
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Das schaut nach Granit mit Quarzanteilen (weiß) und Biotit (schwarz) aus.
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Granitpegmatit (wegen der Großkörnigkeit), bestehend aus Quarz xx farblos, Feldspat xx rosa, Muskovit xx silbrig.
Gruß
Uwe
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Schäumt das Teil bei Zugabe von Salzsäure (sofern das Stück greifbar ist)?
Erinnert mich frappierend an ein allseitig angeschlagenes Stück aus der Füllung einer Calcitkluft innerhalb karbonatischer Gesteine. Oft sind die Kristalle darin hypidiomorph bis xenomorph mit unterschiedlichen Färbungen von orange über rostbraun bis schwarz (Kerogeneinschlüsse), wobei kerogengefärbte Partien nur untergeordnet auftreten und auf den ersten flüchtigen Blick Biotit vortäuschen. Stapelungen paralleler Spaltrissebenen in transparenten Partien können die Reflexion von Muskovit bzw. allgemein von Glimmern vortäuschen. Das müsste sich anhand vorhandener bzw. fehlender Blättrigkeit der verdächtigen Einsprenglinge aber einfach feststellen lassen.
Definitiven Quarz, Feldspat oder Muskovit kann ich beim Betrachten nicht erkennen...
Gruß,
Triassammler
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Triassammler, du kannst durchaus Recht haben, wo du es sagst und man es genau ansieht, könnte es genauso auch großkörniger Calcit sein, dessen Körner die typischen Farbnuancen haben. Sollte der Säuretest oder Härtetest oder schärferes Bild klären.
Gruß
Uwe
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Würde mich auch der Variante Calcit anschließen.
Darauf deuten auch die Bruchstellen hin. Eine Salzsäuretest sollte die Klärung bringen.
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Hallo,
neben Calcit könnte das Stück auch aus einem Salzlager stammen.
Schon mal den Geschmack ermittelt?
Gruß
Bodo
:P
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Hallo,
Calcit oder Gips, Salz glaube ich eher nicht.
Glück Auf!
Smoeller
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An ein Salz glaube ich auch nicht. Vor allem nicht, wenn das mit Clacit/Quarz und Feldspat/Glimmer vorkommt.
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Hallo,
das Stück ist mit 100%iger Sicherheit kein Granit oder ähnliches Gestein.
1.Möglichkeit Calcit (schäumt mit conz. HCl)
2.Möglichkeit Steinsalz (ablecken)
3.Möglichkeit Gips
Alle anderen sonst in Frage kommenden Möglichkeiten würde ich eher ausschließen.
gruß
miami
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Hallo,.....
also ich schließe mich der ursprünglichen meinung von minuwe an... was pegmatisches..... das dunkle sieht verdammt aus nach muskovit das helle nach quarz....
diese dunklen kristalle, sind die hexagonal im querschnitt? und lassen sie sich aufblättern?.... wenn ja, dann ein glimmer.... also biotit oder muskovit !
und , die grössenangabe wage ich zu bezweilfen........bei dem photo...... dieser schwarze hintergrund....... ???
Die Grösse des abgebildeten Steines ist 200mm x 1400 mm.
das wär dann nen metervierzig auf zwanzig zentimeter...... also da stimmt was nicht !!
gretinx chris
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Die Grösse des abgebildeten Steines ist 200mm x 1400 mm
... er meint bestimmt 200mm x 140mm ;)
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herzlichen Dank thdun5!! "er meint bestimmt 200mm x 140mm!!"
Natürlich meinte ich das. Dass mir diesen Fehler unterlaufen ist, uujuui!
Aber, Gott sei Dank, haben wir so exakt lesende Forumsteilnehmer.
Besten Dank Hotzenblitz! Die Korrektur war nötig.
Meine Schwester in Amsterdam kann diese Geschichte mitlesen. Sobald sie Versuche gemacht hat, werde ich mich wieder melden.
mit besten Grüssen
Hans
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Gebe zu, bzw. gestehe zu meiner Schande ::) , hatte anfangs etwas flüchtig hingeschaut. Nachbearbeitet sieht das Bild/ Stück noch mehr nach Calcit aus. Die weißen Flecken scheinen, wie Hans es schon sagte, nach angebrochenen Kristallen aus. Ansonsten unterscheiden sich die Kristalle nur in der Farbe (->Triassammler). Wir werden sehen :)
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lso ich schließe mich der ursprünglichen meinung von minuwe an... was pegmatisches..... das dunkle sieht verdammt aus nach muskovit das helle nach quarz....
diese dunklen kristalle, sind die hexagonal im querschnitt? und lassen sie sich aufblättern?.... wenn ja, dann ein glimmer.... also biotit oder muskovit !
Diese der Beschreibung nach starken Farbkontraste sehe ich auf dem Bild einfach nicht...
Mag jemand wetten? Es ist 100% ein Calcit (auch Gips, Sylvin schließe ich absolut aus). Das Stück ist so typisch... Ich würde sogar soweit gehen, zu sagen, dass es aus einer kalksedimentären Lagerstätte stammt und das Entstehungsalter zwischen Eozän und Untermiozän anzusiedeln ist, zumindest wenn es aus Mitteleuropa stammt.
Brocken dieser Art bis Tischgröße werden in den Plattenkalkbrüchen des Altmühltals als Abraum abgekippt, finden sich aber auch in anderen Steinbrüchen auf der Weissjurahochfläche der Alb. Was nicht heisst, dass es das nicht auch woanders gibt, wo genügend Kalk vorliegt. An o. g. Orten hatte ich das eben immer besonders reichlich als Anschauungsmaterial. Üblicherweise ist warmes, über lange Zeit in Klüften stehendes Wasser zur Bildung solcher Brocken nötig. Also ein warmfeuchtes, subtropisches Klima war nötig, wie es in Mitteleuropa zeitweilig während des Tertiärs herrschte.
Gruß,
Triassammler
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Auch ich tippe 100%ig auf Calzit. Die dunklen Partien sind durch Fe-Ionen schwarz gefärbter Calzit.
Uwe
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Hallo,
für mich ist das nun wieder 100% Gips. Solchen nahezu identischen gibt es hier im Raum Jena häufig.
Gruß Conny
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Hallo,
Ich kann Conny da nur beipflichten. Als ich das Bild das erste Mal sah dachte ich auch an Gips. Habe ich im Raum Erfurt oft gesehen. Könnte ein fast identisches Bild mit einer Stufe aus meiner Sammlung hier hochladen.
Gruß
Jürgen
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Ich bin ja jetzt echt gespannt auf die Auflösung, sprich, den HCL-Test ;D
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So endlich hier ein paar Hinweise
ob sie auch genügen - ohne Salzsäure?
Merkmale der Härte betreffend:
- die Nägel hinterlassen keine Kratzspuren
- eine Kupfermünze hinterlässt auf die Kristallfläche feine Kratzspuren
(so wie beim Schlittschuhlaufen auf dem Eis) 1)
- mit einer Stahlklinge lässt sich ein feines, weisses Puder abkratzen
- es sind keine Plättchen abzuspalten
- die weisslichen Stellen scheinen Bruchstellen zu sein
"chemische" Merkmale:
- mit Essig, Essig und Salz keine Reaktion
- durch Abschlecken: kein Salzgeschmack
- sonst keine chemischen Flüssigkeiten zur Hand
Wenn ich das so höre, kommt mir nur Calcit in Sinn (Gips ist weicher) oder
ein verwandtes Mineral von Härte 4
Wie beurteilt Ihr das???
Gruss
Hans
1) meine Schwester wohnt in Amsterdam: da sind die Grachten im Moment
zugefroren!!!
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Wenn ich das so höre, kommt mir nur Calcit in Sinn
Hallo Hans,
richtig!
Sie kann in einer Apotheke auch mal einen Tropfen Salzsäure drauf machen lassen.
Gruß
Uwe
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Hallo,
Ich habe um Calcit nachzuweisen immer HCL benutzt aber sollte nicht auch Essig eine Reaktion erbringen? Ist hier aber nicht der Fall.
Jürgen
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ja, Essig bringt auch eine Reaktion. Man muss aber bedenken, dass es bei Essig etwas dauert, bis sich eine Reaktion zeigt. Und während HCl gleich lossprudelt, zeigen sich bei Essig meist nur ein paar CO2-Bläschen.
Gruß Daniel
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es gibt ja auch essig-essenz, da blubbert es schneller und offensichtlicher.
haldenschreck
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Die von reinem Calcit überkrusteten Knochen von http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,17991.msg159412.html#msg159412 (ähnliche Calcit-Ausbildung wie hier diskutiert) habe ich mit ca. 5%-iger Essigsäure gesäuert, um Calcitüberzüge teilweise zu entfernen. Erst nach ca. 5 Minuten zeigte sich sichtbare, sehr feine Bläschenbildung, um ca. 1/5 mm Calcit zu entfernen, war 1 Stunde Einwirkzeit nötig. D. h., im Vergleich zu HCL ist der Prozess besonders bei reinem, grobkristallinen Calcit sehr langsam und optisch unauffällig. Beim reinen Auftropfen einer kleinen Essigmenge auf eine Probe fällt das Schäumen überhaupt nicht ins Auge. Also: entweder HCL-Probe, oder das gesamte Stück in Essig einlegen (ist nicht zerstörungsfrei).
Die beschriebenen mechanischen und Gefügeeigenschaften sprechen nach wie vor für Calcit.
Gruß,
Triassammler
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Hallo Hans,
gehe mal in den nächsten Baumarkt. In der Farbabteilung bei den Lösemitteln stehen in den meisten Märkten Plastikflaschen mit 30%iger Salzsäure. Kostet nicht viel und ist für die o.g. Prüfungen bestens geeignet.
Uwe
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oder wenn du etwas mehr deine eigenen konzentrationen mischen willst bekommst du für nen 10er auch nen liter konz. hcl in der apo
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oder wenn du etwas mehr deine eigenen konzentrationen mischen willst bekommst du für nen 10er auch nen liter konz. hcl in der apo
Zeigst Du mir mal die Apotheke?! Für nen 10er 1 l konz HCL? Dafür gibts in der Apotheke höchstens den Behälter...
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Hallo,
Das Stück würd ich immer noch als Calcit ansprechen.
@Caliastos: Geht schon, hab letztens in Rensburg in der Apotheke den Liter zu 8 Euro gesehen, dann aber doch nicht gekauft, da es um die Ecke im Sonderpostenmarkt den Liter (22 %) für 1,79 € gab.
Glück Auf!
Smoeller
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30% - oder 22% Salzsäure mag es in Deutschland geben, hier in der Schweiz wird ein sgn. "Giftschein" verlangt, wenn die Salzsäure über 10% ist. Da musst Du zur der Gemeinde und musst Dir dort den Giftschein ausstellen lassen, sei wollen auch wissen wofür man es braucht usw. Ich brauchte es in der Schule (bin Werklehrer) immer für die Kupferbearbeitung (Mischung um die 20%).
So sind die Gegenden verschieden. Habe noch keine Nachricht meiner Schwester, aber sie konnte auch erst heute kaufen gehen.
Gruss
Hans
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Hallo Miteinander
10% Salzsäure schäumt wie verrückt, sagte meine Schwester!!!
Essig hat auch seine Wirkung getan, hat nur viel länger gebraucht.
Ist damit Gips ausgeschlossen und haben wir es definitiv mit Calcit zu tun?
Determinierung abgeschlossen?
Gruss
Hans
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Hallo,
Ja, ist dann definitiv Calcit. Gips reagiert nicht mit HCl unter aufschäumen.
Glück Auf!
Smoeller
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Calcit! Calcit! ;D ;D
Ich habs ja gesagt 8)
Cool, dass wir hier zu einem so eindeutigen Ergebnis gelangt sind. Die unterschiedlichen Reaktionen auf HCL und Essig sind typisch.
Gruß,
Triassammler
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Herzlichen Dank für Eure Hilfe im Namen meiner Schwester!
Toll, dass eine so eindeutige Bestimmung funktioniert.
mit den besten Grüssen
Hans