Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Systematik und Klassifikation / Systematics and Classification => Thema gestartet von: Kupperdroll am 20 Jan 09, 17:39
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Hallo,Leute!
Habe heute eine Anfrage über "Wer-Weiß-Was" erhalten:" kann uns jemand sagen, was für ein Mineral Zucker ist?"
Ich sagte,das Zucker,obwohl kristallin,kein Mineral ist.Diese würden in der Erdkruste entstehen.Kann jemaqnd von Euch das vielleicht wissenschaftlicher begründen?
Vielen Dank!!
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Hallo,
die Erdkruste ist nicht ausschlaggebend, sondern das menschliche Eingreifen.
Ein Mineral entsteht in der Natur. Deshalb sind Schalckenmineralien oder gar synthetische Einkristalle keine Mineralien.
Einige - Hallo Berthold ;-) - gehen so weit und sagen, das eine Kristallbildung in einem Stollen kein Mineral ist.
Was jetzt mit einem Zuckerkristall in einer Zelle ist weiss ich nicht 8)
MfG
Frank
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kein mineral aber kristalle.
minerale müssen natürlichen ursprungs sein um als solche zu gelten und anorganisch. zucker wird in der natur so nicht gebildet, sondern über photosynthese von pflanzen produziert.
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Hallo,Krizu!
Was jetzt mit einem Zuckerkristall in einer Zelle ist weiss ich nicht Cool
Hier war wohl mehr der kristalline Zucker aus der Tüte gemeint,Denke ich!
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minerale müssen natürlichen ursprungs sein um als solche zu gelten und anorganisch.
und was ist mit denen?
http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Mineralklasse-10
ganz besonders mit denen?
http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Mineralklasse-10C
die sind organisch und anerkannt
Bei Zucker wird der Knackpunkt sein, dass der nicht ohne Zutun in der Natur kristallisieren wird.
Gruß,
Andreas
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Ganz zufallig haben Tim&ich vor kurzem Zucker photografiert ;-)
Das Bild habe ich Freunde gezeigt und gefragt welches Mineral das ist.
Die Antworten machten uns alle Spass ;D
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Bei Zucker wird der Knackpunkt sein, dass der nicht ohne Zutun in der Natur kristallisieren wird.
hallo,
was bedeutet hier "ohne zutun in der natur"? stellt man eine schale mit zuckerlösung oder sole auf die fensterbank, bilden sich auch minerale. und was ist bei nieren-, blasen- und gallensteinen? soweit ich weiß, kann man die durchaus als mineral ansprechen. warum nicht auch zucker?
haldenschreck
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Aber die Zuckerlösung bildet sich nicht von alleine.
Nieren-, Blasen- und Gallensteine werden ebenfalls nicht als Minerale anerkannt.
Glück Auf
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Hallo,
Ich denke mal, weil sich ohne Zutun nur "Sirup" bilden wird. War das nicht das Problem beim Zucker? Wenn ja, woran liegt das? Gibts da keine spontane Keimbildung?
Gruß Daniel
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Aber die Zuckerlösung bildet sich nicht von alleine.
Nieren-, Blasen- und Gallensteine werden ebenfalls nicht als Minerale anerkannt.
... die lösung nicht, aber die zucker-xx
ist die "wikipedia-definition" falsch ?
http://de.wikipedia.org/wiki/Mineral (http://de.wikipedia.org/wiki/Mineral)
witzig, warum bernstein wiederum kein mineral sein soll ...
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Die Definition ist etwas ungenau und missverständlich.
Whewellit und Weddellit sind Nierensteinbildner. Das ist korrekt.
Whewellit und Weddellit sind als Minerale anerkannt. Das ist auch korrekt.
Aber Nierensteine aus Whewellit oder Weddelit sind keine Minerale.
Zitat aus den Richtlinien der IMA:
"A mineral is a naturally occurring solid that has been formed by geological processes, either on earth or in extraterrestrial bodies"
........
".... purely biogenic substances that have no geological counterparts, or whose origin owes essentially nothing to geological processes, are not regarded as minerals. However, substances formed by the action of geological processes on organic material (.......) , can be accepted as minerals."
Entscheidend ist der Zusatz "geologische Prozesse" (wobei geologisch auch extraterrestrische Körper einschließt), der in vielen Definitionen vergessen wird.
Glück Auf
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DANKE FÜR DIE REGE DISKUSSION !!
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@ hg
ich finde das zitat von stollentroll sagt es an sich schon. es gibt von allem auch eine ausname. man kann den diamant auch als die reinste organische verbindung ansehen, wenn man es will, oder auch apatit, kalk, aragnit, quarz, da organismen diese bilden können.
du kannst allerdings auch organische verbindungen haben, die kein lebewesen selbst herstellt außer der mensch. in beiden fällen sind die aber nicht natürlich, also ohne fremdes wirken entstanden. die wenigen organischen minerale sind eher ausnahmen.
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Entscheidend ist der Zusatz "geologische Prozesse"
Dann würde ich sekundär gebildete Minerale in Halden nicht als Minerale bezeichnen, da sie ausschließlich durch klimatisches Einwirken der Atmosphäre gebildet werden. Die entstehen ja nicht durch die schiere Anwesentheit der geologisch bedingten Primärminerale, sondern nur das Hinzukommen von Wetter, vor allem Niederschlagswasser lässt sie entstehen. Zählt das Wetter zu den geologischen Prozessen?
Die Einwirkung von zirkulierenden Wässern im Berg hingegen würde ich der Geologie zurechnen.
Gruß
Uwe
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Aber die Halde wurde doch künstlich aufgeschüttet (Zutun des Menschen). Das genügt doch, um es nach Definition nicht mehr Mineral zu nennen? Irgendwo hatten wir die Diskussion aber schon mal, finds nur nicht wieder... :P
Gruß Daniel
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Hallo,
ich sehe das so, Zucker ist doch ein Produkt, das eigentlich aus Pflanzen gewonnen wird. Gibt es ein vergleichbares Mineral?
Glück Auf
Ralf
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Kokain?
MfG + :-)
Frank
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Aber die Halde wurde doch künstlich aufgeschüttet (Zutun des Menschen). Das genügt doch, um es nach Definition nicht mehr Mineral zu nennen?
Na ja, die Minerale bilden sich nicht unmittelbar wegen des Aufschüttens, auch wenn das Wesen der Schüttung (viele Hohlräume z. B.) das Eindringen des Wassers begünstigt und bei z. B. Schwefelgehalt das Wasser aggressiv macht. Andersrum: ohne Wetter würden sich kaum sekundär Minerale bilden. Wollte nur festgestellt haben, keine geologischen Prozesse im Spiel, sofern man Wetter nicht zur Geologie rechnet.
Gruß
Uwe
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Das schon. Aber wäre da auch etwas sekundär entstanden, wenn es keine Halde gegeben hätte? Bei Stollen ist es ähnlich.
Gruß Daniel
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Habe das so verstanden, wenn Whewellit im Organismus gebildet wurde, kein Mineral, im Berg aber schon. Wenn das Erythrin im Berg gebildet wird- Mineral, wenn auf der Halde, die nichts weiter als ein Haufwerk ist, unter Witterungseinfluss, dürfte das dann keine Mineral sein. Es Zählt also nicht der Stoff, sondern die Bildungsbedingung.
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ja, so hatte ich mir das auch gedacht :)
Gruß Daniel
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Da zitiere ich auch mal wieder die IMA-Richtlinie:
"Anthopogenic substances, i.e. those made by Man, are not regarded as minerals. However, there are other cases in which human intervention in the creation of a substance is less direct, and the borderline between mineral and non-mineral can be unclear. One such case is the occurrence of new substances that owe their origin, at least in part, to human activities such as mining and quarrying. If such substances are purely formed as a result of the exposure of existing rock or minerals to the atmosphere or to the effects of groundwater, they can generally be accepted as minerals."
http://www.mineralogicalassociation.ca/doc/abstracts/ima98/ima98(01).pdf (http://www.mineralogicalassociation.ca/doc/abstracts/ima98/ima98(01).pdf)
Verwitterung ist ein geologischer Prozess.
Haldenbildungen oder Bildungen in Bergwerken werden also als Minerale betrachtet.
Glück Auf
Thomas
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Danke stollentroll,
Du hast es endlich auf den Punkt gebracht. Diese ganze Diskussion - ob nun Wetter (eigentlich ist ja wohl Klima gemeint) ein geologischer Prozess ist oder nicht - ist schön langsam absurd. Wer Geologie gelernt hat, weiß sehr wohl, daß zwischen endogener und exogener Geologie unterschieden wird. Und "exogen" heißt nichts anderes als "durch äußere Einflüsse entstanden". Und da gehört der klimatische Einfluß genauso dazu wie Schwerkraft, biochemische Prozesse mit Einfluß auf das anorganische Substrat u.a. Nur nicht der unmittelbare und direkte Einfluß des Menschen.
Für mich ist Zucker auch in Zellen kein Mineral, da sich die biochemischen Prozesse nicht auf anorganische Substrate auswirken. Dagegen haben Whewellit, Weddelit oder v.a. Apatit aus Nierensteinen ja ihre "geogenen" Gegenstücke in der "Festkörpermineralogie" und sind daher sehr wohl als Mineral zu bezeichnen (siehe Definition!). Genauso wie Schlackenminerale, soweit sie nicht im Labor gezüchtet wurden....
Diese "alte" Diskussion wird wahrscheinlich noch ewig weitergehen und die unterschiedlichsten Meinungen aufeinandertreffen. Bis zu einem gewissen Grad wird das Thema auch Auslegungssache bleiben. Aber eines ist klar: "Kristall" ist nicht gleich "Mineral". "Kristall" bezeichnet nur den Ordnungsgrad einer Substanz, "Mineral" beinhaltet auch einen genetischen Aspekt.
Wahrscheinlich liege ich auch daneben.... ::)
stoanklopfer
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Diese ganze Diskussion - ob nun Wetter (eigentlich ist ja wohl Klima gemeint) ein geologischer Prozess ist oder nicht - ist schön langsam absurd.
Du hast völlig Recht, für die Gelernten und Gelehrten müssen sich solche Diskussionen absurd darstellen.
Das Wort Klima habe ich übrigens bewusst vermieden.
Da hilft wohl nur, zwei Foren zu betreiben, eins für die Profis und eins, in denen einfache Hobbysammler ihre dummen Fragen stellen können 8)
Gruß
Uwe
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also klima oder "wetter", wobei wetter nur das meteorologische meint sollte an sich nicht nur von fachkundigen verstanden werden können.
jeder wird doch schon irgendwo gesehen haben wie umwelteinflüsse materialien verändern. die kunststoffgartenbank wird durch uv-licht mit den jahren brüchig, der autolack ausgebleicht. das salz im winter greift die autos an, das wasser im mauerwerk führt im winter zur frostsprengung usw.
anders gesagt, genau das ist erosion. wind, wasser, eis, partikel, schadstoffe, wärme, kälte... wo es das nicht gibt hat man keine erosion. wieso sollte klime (wetter eben) kein geologisch bildender prozess sein? führt dies nicht erst zur bildung der sedimente?
doch logisch wieso die frage absurd klingt.
halden im sinne von schutthalden durch abbau von rohstoffen sind zwar vom menschen verursacht. aber danach lässt dieser sie üblicherweise in ruhe. alles was dann passiert ist wieder rein natürlich, sofern kein organismus rumfuhrwerkt. selbst die porosität ist da egal. natürlich schutthalden gibt es zu hauf, ebenfalls mit viel porenraum. unterscheidung nur im haldenbildner. was danach passiert ist egal. selbst wenn nach 1m alles gestein der halde rot glüht, so sind die prozesse, die dazu führen natürlich.
an sich alles logisch
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an sich alles logisch
Eben nicht alles, denn selbst die IMA räumt zunächst ein:
However, there are other cases in which human intervention in the creation of a substance is less direct, and the borderline between mineral and non-mineral can be unclear.
Das bedeutet, dass die Grenzen fließend sind, es eben nicht von Natur aus gegeben ist, was zu den Mineralien gehört, so dass es die IMA es erst festlegen und definieren muss.
Daher ist die Art Beitrag von Stollentroll die einzig mögliche Antwort, die man geben kann, nämlich die jenigen zu zitieren, die es festgelegt haben. Das zeichnet den wahren Fachmann in dieser Hinsicht eben aus.
Gruß
Uwe
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dieser sollte allerdings auch nicht immer blind zitieren.
halden sind eher eine grauzone, weil niemand mit sicherheit sagen kann oder will wann der menschliche einfluss endet. um das etwas abstrakt zu formulieren: der begriff "natürlich nachwachsender rohstoff holz" oder "natürlicher, biologischer anbau" wird mit der gleichen begründung wie bei halden witzlos, wenn es um einen forst geht, wo alle bäume in reihe stehen. sind die nun natürlich oder nicht? natürlich gewachsen wie die minerale in der halde: ja; natürlicher ursprung der wachstumsbedingung nein.
das hat eher was von spitzfindigkeit an sich
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ich glaube, wir haben da Grenzbereiche und das sind auch die Sekundärbildungen auf Halde. Der eine rechnet das schon zum menschlichen Eingreifen. Klarer ist das schon bei Schlacken. Da ist klar der menschliche Eingriff. Bei der Halde könnte das ja auch durch einen Bergsturz (mit Erzader) passieren. - Klar ists wieder bei Mineralbildung durch Zement und Kalk im Bergwerk. -
Witzig wirds natürlich bei durch Harn (menschlich und tierisch), Schiet und natürliche Zersetzung entstehenden Oxalaten, Harnsäure etc. Auch interessant beim Struvit (Hamburger Kirche): der entsteht, weil man früher die Leichen zwecks Desinfektion und Geruchsbeseitigung in den Kirchen und sonstwo mit Kalk überstreut hat. Und das wirkt dann im Laufe der Zeit so, daß sich eben der Struvit bildet. - Bei den vielen bernstein-ähnlichen Substanzen gibts unzählige als Mineral anerkannte Stoffe. - Auch bei den Wachsen z.B. von der Braunkohle (z.B. "Dinit") gebildet, gibts einige natürliche Mineralien.
Gruß
Diether
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Ja, Zucker ist ein interessantes Thema und eigentlich auch gar nicht problematisch
Zucker wie auch viele andere kristalline Substanzen wie zum Beispiel Harnstoff, Bilirubin und etliche mehr, finden sich als gut ausgebildete Kristalle sowohl in Pflanzen als auch in menschlichen und tierischen Urin sowie in verschiedenen "Steinen" = Nieren-, Harnröhren und ähnlichen Konkretionen
Nähere Informationen zum Beispiel hier :
http://www.agora.crosemont.qc.ca/urinesediments/doceng/doc_004.htm
Es handelt sich - wenn man den Menschen einmal völlig beiseite lässt - eindeutig um natürliche Bildungen, die halt an lebende Organismen gebunden sind.
Und hier liegt wohl die Krux : Obwohl völlig natürliche Bildungen und somit durchaus als Minerale anzuerkennen, fühlt sich keiner so recht
zuständig : die Mineralogen nicht, weil Ihnen die biologischen Kenntnisse fehlen, und die Biologen nicht, weil sie meist wenig Ahnung von Mineralogie haben...
Grundsätzlich handelt es sich aber meiner Meinung nach per defintionam bei den genannten Substanzen - und auch noch ein paar anderen - durchaus um Mineralien. Zur Erinnerung die Definition eines Minerales :
Ein kristalliner*, natürlich enstandener Feststoff* homogener Zusammensetzung
Glück Auf
Thomas
* = wobei es auch hier jeweils Ausnahmen gibt : z.B. Opal und Quecksilber
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Wieso ist Wasser kein Mineral, wenn Eis eins ist? Wegen "flüssig" kann es nicht sein, da Quecksilber auch flüssig ist. Vermutlich, weil es sich mehr oder weniger um eine Mixtur von Substanzen handelt, also in der Natur kaum rein vorliegt.
Noch eine kleine Begebenheit:
Die Halde 296 des Uranbergbaues Schlema/ Alberoda wurde in den Achziger Jahren vom Spitzkegel befreit, oben wurde ein großes Becken ausgehoben und diente dann jahrelang als Abfallbecken für menschliche Rückstände regionaler Abort- und Klärgruben.
Natürlich ist der Schlamm entsprechend in die Halde versickert und die aggressiven Stoffe haben gewiß die Bildung diverser Sekundärminerale, vor allem wohl an Arsengangstücken begünstigt. Bei der aktuellen Sanierung der Halde hat man diesen Bereich des Sickerbeckens extra deponiert und extra dick mit Rotliegendlehm abgedeckt, erst danach weiteres Haldenmaterial darübergelagert, was von der chemischen Aktivität dieses Materials zeugt.
Auch hier sind für mich zumindest diese Mineralbildungen eben solche. Für die Sammlung allerdings kaum bestimmbar und meist bunt- krustig.
Uwe
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Hallo,
Dann noch "Mineralien" (einige sind anerkannt), die im Guano vorkommen, oder durch Reaktion von Guano mit Kalkstein. Guano ist bekanntlich Kot von Seevögeln oder Fledermäusen.
A propos Urin: Es gibt von Neubulach/Schwarzwald Kupferurate. Oder von St. Ulrich/Schwarzwald Ca-Mg-Oxalate. Beides ist sicher auf eine Interaktion von Biosphäre und Gestein zurückzuführen.
Meine Meinung dazu: Solange etwas natürlich gebildet wird, sollte es als Mineral zumindest geduldet werden. Als Wissenschaftler (bin Mineraloge) muss ich mich an die IMA-Nomenklatur halten, auch wenn davon gerade in der Petrologie nicht sehr viel Gebrauch gemacht wird (alte Namen wie Hypersthen, Bronzit, Andesin etc. sind einfach nicht tot zu kriegen), doch als Sammler nehme ich auch Minerale, die in Schlacken kristallisierten, oder in Feuersetzstufen, in die Sammlung und führe sie gleichwertig als Minerale. Eine Ausnahme wären Schmelzprodukte und Bestandteile der Schlacke, die eindeutig künstlich sind.
Andernfalls hat der Mensch zwar die Umgebung geschaffen, aber die Natur hat die Minerale geformt. Viele von diesen könnten sich auch ohne zutun des Menschen bilden, nehmen wir mal einen Waldbrand, der zufällig einen Ausbiss erhitzt.
Grenzwertig sind sicher Kristalle in Lebewesen. Hierüber kann ich im Moment keine Aussage machen. Aber das klingt interessant. Ist auch sicher ein schwieriger Fall, auch aus ethischer Sicht, diese ohne weiteres als Minerale anzuerkennen. Ich meine, wenn Nierensteine und co plötzlich anerkannte Gesteine sind und von skrupellosen Händlern in größerem Umfang gehandelt würden. Letztens hatten sie schon Gallensteine bei eBay!
Zucker, um auf die Ausgangsfrage zurückzukommen: Kein Mineral, solange es nicht bereits vor der Verarbeitung der Pflanze auskristallisieren würde. In der Form, wie es gewonnen wird, ein technisches Produkt wie SiC, Widia, synthetischer Korund, Silizium.
Glück Auf!
Smoeller
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nur als frage, was hat wasser mit quecksilber zu tun? quecksilber ist ein element wie schwefel auch. wasser eine verbindung. da quecksilber sowohl flüssig wie kristallin identisch ist kann es durchaus als mineral gelten wasser wird zu eis, und das ist doch anerkannt. sag zu eis festes wasser und das problem ist weg.
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Missverständnis, die provokante Frage ist: Ist Wasser auch flüssig ein Mineral? Quecksilber war der Vergleich.
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war eigentlich so gedacht. versteeh das in etwa so. wenn hg als mineral gilt, dann hat es den status auch in der flüssigen so wie festen form. beides nennt man hg. wenn man sagt hg ist ein mineral, dann frage ich: fest oder flüssig?
wasser hat im flüssigen kein kristallgitter, welches kristalle und damit minerale erzeugt. bei hg keine ahnung. vermute aber der unterschied in der einstufung hängt am namen.
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Hallo,
Quecksilber wird nur aus rein historischen Gründen zu den Mineralien gezählt. Manche sprechen heute auch von Mieraloiden (mineralien-ähnliche Substanzen). Genauso Opal, Chrysokoll und andere amorphe Substanzen. Wenn man ganz genau sein müsste, sind dies eben nach der engen Definition keine Mineralien.
In gewisser Weise stellt Quecksilber auch eine Ausnahme dar, ist es doch nicht nur das einzige flüssige Element (neben Brom, das aber nicht elementar auftritt) bei Raumtemperatur. Würde man Quecksilber in der Antarktis oder in Sibirien im Winter aufbewahren, würde sich die Frage, ob es ein Mineral ist oder nicht, nicht mehr stellen. Denn dann würde es hochglänzende xx bilden.
Mit Wasser ist es halt anders, da es nicht kristallin vorliegt. Man könnte , wenn man andere Planeten mit einschließt, CO2, Methan etc. auch als Minerale bezeichnen, da sie dort eben kristallin vorliegen. Ebenso Gashydrate aus der Tiefsee, diese haben eine Struktur. Fakt ist: Heute werden keine amorphen oder flüssigen Substanzen als Minerale anerkannt, eine Strukturanalyse ist Vorraussetzung für die Anerkennung.
Glück Auf!
Smoeller
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Ich bin der festen Überzeugung, der Hang des Menschen zum verkomplizieren ist Schuld an dieser ganzen Diskussion.
Wen stört´s wenn alles was kristallin vorkommt als Mineral bezeichnet wird ?
Keiner wird deswegen einen Eiswürfel in die Sammlung aufnehmen oder die " Fundorte " von Zucker definieren. Schlackenminerale wurde lange anerkannt, dann diskreditiert und wenn sie nun unter " natürlichen " Bedingungen entdeckt werden/würden, wieder neu aufgenommen.
Der wissenschaftliche Sinn dieser Einstufungen bleibt mir verschlossen. Es ist eher ein Glaubenskrieg.
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caliastos:
vermute aber der unterschied in der einstufung hängt am namen.
Der Unterschied hängt am Aggregatzustand bei Raumtemperatur (in der Physik definiert als 293° K) und Luftdruck auf Meereshöhe (definiert als 1013,25 mbar). Ein Mineral hat bei diesen Bedingungen kristallin (ein reel homogenes Diskontinuum = Feststoff mit gesetzmäßig organisierter atomarer Gitterstruktur; deswegen fällt auch Opal aus der Mineralklassifikation heraus) zu sein. Hg flüssig ist genauso wenig ein Mineral wie geschmolzener Quarz. Reinelementare Schmelzen (wie von Hg, Au, Fe) sind von gemischtelementaren Schmelzen (z. B. Schmelze von Calciumkarbonat, Quarz uvm.) aber hinsichtlich der Benennung definitiv zu unterscheiden. Eine Calciumkarbonatschmelze kann man nicht als Calcit/Aragonit bezeichnen, weil die namensdefinierenden Eigenschaften (Kristallsystem, das entscheidet ja darüber, welche von beiden möglichen Modifikationen vorliegt) in der Flüssigkeit natürlich nicht gegeben sind. Hg ist dagegen auch geschmolzen noch Hg, weil hier keine Mineralvarietät, sondern ein Element bezeichnet wird.
Das geschaffene Druck- und Temperaturbezugssystem ist so gesehen willkürlich und spiegelt einfach die planetaren Durchschnittsbedingungen wider, in denen sich seine Schöpfer bewegen. Auf Jupiter, Ganymed oder Charon mag das anders sein, aber das sind ja nur theoretische Probleme ohne praktischen, alltäglichen Bezug.
My 2 cents.
Gruß,
Triassammler
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caliastos: vermute aber der unterschied in der einstufung hängt am namen.
Der Unterschied hängt am Aggregatzustand bei Raumtemperatur (in der Physik definiert als 293° K) und Luftdruck auf Meereshöhe (definiert als 1013,25 mbar). Ein Mineral hat bei diesen Bedingungen kristallin (ein reel homogenes Diskontinuum = Feststoff mit gesetzmäßig organisierter atomarer Gitterstruktur; deswegen fällt auch Opal aus der Mineralklassifikation heraus) zu sein. Hg flüssig ist genauso wenig ein Mineral wie geschmolzener Quarz. Reinelementare Schmelzen (wie von Hg, Au, Fe) sind von gemischtelementaren Schmelzen (z. B. Schmelze von Calciumkarbonat, Quarz uvm.) aber hinsichtlich der Benennung definitiv zu unterscheiden. Eine Calciumkarbonatschmelze kann man nicht als Calcit/Aragonit bezeichnen, weil die namensdefinierenden Eigenschaften (Kristallsystem, das entscheidet ja darüber, welche von beiden möglichen Modifikationen vorliegt) in der Flüssigkeit natürlich nicht gegeben sind. Hg ist dagegen auch geschmolzen noch Hg, weil hier keine Mineralvarietät, sondern ein Element bezeichnet wird.
Das geschaffene Druck- und Temperaturbezugssystem ist so gesehen willkürlich und spiegelt einfach die planetaren Durchschnittsbedingungen wider, in denen sich seine Schöpfer bewegen. Auf Jupiter, Ganymed oder Charon mag das anders sein, aber das sind ja nur theoretische Probleme ohne praktischen, alltäglichen Bezug.
Hallo,
jauw, so hätte ich beinahe mal eine Wette verloren.
Welche Elemente sind unter Laborbedinungen Flüssig:
Meine Antwort: Zwei, Hg + Br. Der Kollege sagte drei 8) Der kam aus Kamerun, da ist Ga im Labor flüssig ;D :o .
BTW: CaCO3 bildet keine Schmelzen 8)
MfG
Frank
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Die meisten hier diskutierten Probleme sind in den IMA-Richtlinen geregelt:
http://www.mineralogicalassociation.ca/doc/abstracts/ima98/ima98(01).pdf (http://www.mineralogicalassociation.ca/doc/abstracts/ima98/ima98(01).pdf)
Nochmal aus den Richtlinien der IMA:
"A mineral substance is a naturally occurring solid that has been formed by geological processes, either on earth or in extraterrestrial bodies. A mineral species is a mineral substance with well-defined chemical composition and crystallographic properties, and which merits a unique name."
Die Zusammensetzung muss nicht konstant, aber eben definiert sein (Grenzen bei Mischkristallen !).
Ähnlich sieht es bei den kristallografischen Eigenschaften aus. Polytypen gelten, obwohl sie sich kristallografisch unterscheiden, nicht als eigenständige Minerale.
Nierensteine usw. sind keine Minerale, sie sind zwar natürlich gebildete Feststoffe, aber eben nicht durch geologische Prozesse entstanden. Das ist ganz eindeutig.
Amorphe Substanzen werden nach wie vor von der IMA anerkannt. Es muss jedoch gezeigt werden, dass sie homogen sind.
Das Vorliegen einer Strukturanalyse ist keine Voraussetzung für die Anerkennung durch die IMA (kann ich auch aus eigener Erfahrung bestätigen).
Es ist auch ein Irrtum, dass Schlackenminerale und Haldenbrandminerale generell diskreditiert sind und keine Minerale mehr sind. Es werden keine neuen Schlackenbildungen und Haldenbrandbildungen mehr anerkannt. Der Beschluss der IMA gilt jedoch nicht rückwirkend. Es gibt nach wie vor Minerale, die ausschließlich aus Schlacken oder von brennenden Halden bekannt sind, und nicht diskreditiert sind sondern weiter als anerkannte Minerale gelten. Was als Mineral von dort beschrieben wurde, bleibt ein Mineral.
Festes CO2, z.B. vom Mars, kann als Mineral anerkannt werden, wenn es bei der IMA eingereicht und Typmaterial in einem Museum hinterlegt wird. Solange dass nicht passiert, ist es eben kein anerkanntes Mineral. Das gleiche gilt für Methanhydrat. Es erfüllt alle Kriterien, ist strukturell von normalem Eis verschieden (die häufigste Form ist strukturell übrigens sehr ähnlich Melanophlogit). Es hat bisher nur keiner eingereicht.
In der oben genannten Veröffentlichung steht auch, dass es Grenzfälle gibt, und hier keine allgemeinen Regeln aufgestellt werden können, sondern jeder Fall individuell betrachtet werden muss (z.B. was die minimale Größe betrifft).
Da die Mineralogie eine Wissenschaft mit Geschichte ist, gibt es diverse Ausnahmen, die heute wohl nicht mehr als Minerale anerkannt würden. Kaolinit, Nakrit und Dickit sind Polytypen, ebenso Hydrotalcit und Manasseit und einige weitere Beispiele. Abhurit, Romarchit und Hydroromarchit haben sich durch Verwitterung auf Zinnbarren oder Zinngeschirr gebildet. Calclacit ist eine Neubildung in Museumsschubladen .....
Glück Auf
der Stollentroll
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Hg ist dagegen auch geschmolzen noch Hg
genau das meinte ich an sich damit. hg ist immer hg, gleich welcher zustand. ist etwas wirr formuliert gewesen