Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => Thema gestartet von: Collector am 31 Oct 04, 10:01
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Hallo
ich habe vor kurzem Fluoritaggregate in einer seltenen Ausbildung gefunden. Der tiefviolette Fluorit bildet langgestreckte Äste, auf welchen wiederum fast perfekt in 45 Grad Zweige abstehen. Diese "Dendriten" , welche bis über 10 cm gross sein können, ähneln einer Fischgräte, bzw. einem Tannenbaum.
Das Gestein ist Syenit , der Fluorit wird von rosa Eudialith und grünlich-schwarzem Ägirin begleitet.
Wer weiss, wie es zu der Entstehung dieser "Dendriten" kommt ? Bin für jede Information und evtl. Literaturhinweis dankbar.
Danke und Gruss
collector
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Hi, ist sicher, daß es Fluorit und nicht Villiaumit ist? (Wie ist der Fundort dieser Dendriten?).
Gruß, Uwe Kolitsch
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Hallo Uwe
danke für die Antwort. Nein, es ist siher kein Villiaumit.
Es ist absolut Fluorit; gefunden auf der Halde der aufgelassenen Flußspatgrube Moepe Mine nördlich von Rustenburg in Südafrika. Der Fluorit wurde analysiert und ist bestätigt.
Allerdings gibts bis heute keine Kenntnis wie diese Aggregate enstanden sind.
Das eigenartige ist, dass diese mm-dünnen und mehrere cm-langen Äste und Zweige alle in gleichen Abständen und Winkeln stehen, was eigentlich nicht dem Wesen von Dendriten enspricht. (wie zBsp. Mangandendriten ). Die Äste erstrecken sich in Richtung der Würfelflächen und spalten nach dem Oktaeder.
Da ich mit dem Forum noch nicht vertraut bin, habe ich es noch nicht geschafft, ein Foto reinzustellen.
Vielleicht kannst Du mir da weiter helfen (Fotos habe ich als jpg-Dateien auf der Festplatte ).
Ich würde mich über eine Schritt-für-Schritt-Anleitung freuen.
Danke
collector
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Hallo Collector,
soso..eine Anleitung zum Fotos einstellen.
Am besten guckst Du hier:
http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,523.0.html
Grüße vom
Schatten
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Hallo Schatten
ich versuchs mal.
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Hallo
Uwe: So sehen die Dendriten aus ( Grösse original ca. 10 cm )
Schatten: Danke. Hat geklappt.
collector
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Hallo Collector,
es ist viel einfacher: Schreibe einen Beitrag, gehe auf erweiterte Optionen und suche unter "Durchsuchen" das Bild in Deinen Datein. Nach dem "Öffnen" hast Du das Bild auf der Seite. Zuerst solltest (oder mußt) Du das Bild auf unter 150 KB herunterbringen. Falls Du es noch nicht kennst - ich mache das so:
Bild aufrufen und auf Bildschirmgröße zoomen. Dann einen Bildschirmschnappschuß machen: Taste "Alt" und "Druck" gemeinsam drucken und nochmal "Druck" drücken. Dann Dein Zeichenprogramm (*.btm) öffnen und Unter "Bearbeiten" einfügen. Richtigen Bildausschnitt Ausschneiden und anschließen unter Einen Fotoeditor unter "Bearbeiten" als neues Bild, diesmal unter *.jpg einfügen.
Glück Auf
Uwe
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Hallo Colletcor,
auch ich habe mich bereits den Dentriden analytisch gewidment. Konnte bisher noch nichts herausfinden, wobei ich sagen muß, das ich es auch nicht mit der notwendigen Intensität betrieben habe ... ;)
Literatur ist mir dazu ebenfalls noch nicht über den Weg gelaufen.
Liebe Grüße von Moni
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Hallo Moni
hoch interessant, dass Du Dich mit Dendriten analytisch beschäftigt hast. Würde sehr gern mehr über Deine Arbeit darüber erfahren, auch wenn das nicht intensiv war.
Ich weiss ja nicht, ob Du Mineralogin ( Erdwissenschaftlerin, Chemikerin o.ä.) bist. So wärs ja Blödsinn, Dir spezifische Fragen zu stellen oder Dir mitzuteilen, wo ich gerade mit meinen eigenen Recherchen stehe.
Ist auf jeden Fall spannend, dass es noch schwarze Löcher gibt, über die sich bisher niemand Gedanken gemacht hat.
Gruss
collector
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Hallo,
Fluorit-Dendriten kann man theoretisch schon erklären.
Einige Tage her habe ich an der Universität das entstehen von Silberdendriten unter der Mikroskop beobachtet. Wir nützten die Redoxreaktion: Zn + 2 AgNO3 --> Zn(NO3)2 + 2 Ag . Weil diese Reaktion sehr schnell verlauft (growth rate >> diffusion rate) hat der Silber kein zeit um idiomorphe xx zu bilden, und deswegen entstehen Dendriten. Die Winkeln zwischen die Äste und Zweige (hier 60 oder 120 grad) sind abhängig von das Kristallsystem (Silber = Cubic Close Packed).
Gruß Robin
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Hi Robin
that`s an amazing theory. Have you got any literature or net-links related to that phenomenon ?
Regarding your observations under the microscope, I guess that the experiment had been done on a flat surface ( e.g. similar to hele-shaw cells, is this right ? ).
Questions:
What I don`t understand is, how could those " dendrites" be formed within a rock as foyaite ( syenite ) - not on the surface as in lab experiment. ?
How would you explain this for fluorite, as it seems that there is no redox reaction involved ?
Solidification requires the presence of surface tension anisotrophy for dendrites to grow. How did you achieve this ?
Sorry for the others that I write in English; guess its easier to follow up the scientific quest. I`ll let the audience have an abstract.
Hallo,
Fluorit-Dendriten kann man theoretisch schon erklären.
Einige Tage her habe ich an der Universität das entstehen von Silberdendriten unter der Mikroskop beobachtet. Wir nützten die Redoxreaktion: Zn + 2 AgNO3 --> Zn(NO3)2 + 2 Ag . Weil diese Reaktion sehr schnell verlauft (growth rate >> diffusion rate) hat der Silber kein zeit um idiomorphe xx zu bilden, und deswegen entstehen Dendriten. Die Winkeln zwischen die Äste und Zweige (hier 60 oder 120 grad) sind abhängig von das Kristallsystem (Silber = Cubic Close Packed).
Gruß Robin
Hab dem Robin ein paar Fachfragen in Englisch gestellt. Hat eigentlich nichts mehr mit Mineraliensammeln zu tun; da aber die Problematik der Dendritenbildungen bei Mineralien zum grossen Teil in der englischsprachigen Literatur abgehandelt wird, dürfte Robin wohl eher damit vertraut sein.
Ich habe sehr wohl Robin`s Erklärung verstanden, aber das löst nicht mein Problem. Ich frage mich ganz einfach, wie es in der Natur ( nicht im Lab) passiert, dass sich geometrisch ausgerichtete Fluorit-Äste und Zweige innerhalb eines Gesteins (und Syenit ist ja nun kein leichtschmelzendes Gestein) bilden könne-immer exakt, immer genau angeordnet.
Mit Spannung
collector
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Hi,
falls der Fluorit primär entstanden ist (und nicht unter metasomatischen oder retrograd-hydrothermalen Bedingungen), dann würde ich eine Bildung direkt aus einer unterkühlten/CaF2-übersättigten Schmelze vermuten.
Gibt es dir bekannte Literatur zu dem Fundort? (Vielleicht kann die Geol. Survey in SA weiterhelfen?)
Große dendritische/skelettartige XX sind z.B. auch von Primärphosphaten in Quarzkernen von Phosphatpegmatiten beschrieben worden.
Gruß, Uwe Kolitsch
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Hallo Uwe
ganz herzlichen Dank für die Info. Ich glaube, dass Deine Vermutung nahe am Ergebis liegt, d.h. Bildung aus einer CaF2-Schmelze.
Aber: Ich weiss leider nicht, wie es zur Bildung dieser sehr grossen Skelettkristalle kommen kann.
Henschel beschreibt ähnliche Skelette vom Krufter Ofen in der Eifel, allerdings gibt er an, dass .... Fluorit seine Anwesenheit durch eine intensive Fluor-Metasomatose anzeigt. Allerdings sind diese Skelette winzig.
Zum Fundort gibts geologische Literatur . Die alte Moepe Mine liegt im Gebiet des Pilanesberg-Vulkan-Alkalipegmatit-ringkomplexes. Zur Mineralogie gibts leider nur ganz wenige Publikationen. Selbst der kompetenteste Kenner des Vorkommens (Prof. Jos Lurie in Johennesburg (Geologe), dessen PhD Dissertation sich mit der Geologie des Pilanesberges befasst) weiss nichts über den Bildungsprozess dieser " giant sceletal crystals ".
Ich bin sehr an der Beschreibung der Primärphosphat-Dendriten xx in Quarzkernen interessiert. Kannst Du mir den link schreiben ?
Danke
collector
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Hallo collector,
Prof. Paul Keller vom Inst. für Mineralogie und Kristallchemie der Uni Stuttgart beschäftigt sich mit solchen Primärphosphaten.
http://www.uni-stuttgart.de/imi/fakult/fakult8.htm
http://www.uni-stuttgart.de/imi/mitarb/keller/keller.htm
Seine Publikationen findest du in den üblichen Literaturdatenbanken.
Gruß, Uwe Kolitsch
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Prima, daß wir Geologie/Mineralogiestudenten hier im Forum haben. Die Diskussion ist wirklich interessant (meine ich ernst !). Bitte diskutiert das Problem hier im Forum aus. Man lernt immer gern was dazu.
By the way, warum ist Uwe Kolitsch noch Gast und kein Mitglied ? Hallo Vornamensvetter, es kostet nix. Wir müßten uns dann allerdings nummerieren, damit keine Verwechslungen enstehen.
Glück Auf
Uwe
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Hallo Uwe-Uwe Forum, nicht der Gast
ich bin kein Mineralogie-Student. Nur Sammler. Frue mich aber, dass ich eine Fachdiskussion anregen konnte.
collector