Mineralienatlas - Fossilienatlas
Gesteine / Rocks / Rocas => Bestimmung von Funden / Determination of findings => Schweiz / Switzerland => Thema gestartet von: vanderheide am 08 Feb 09, 22:25
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Verehrte Mineralienkenner
Der abgebildete Stein ist 18X12X8 cm. Er ist hinreissend schön und wird noch viel schöner werden, aber er ist wahnsinnig hart. Ich werde also lange brauchen bis ich diesen soweit habe! Cuttermesser: rutscht über die Oberfläche und lässt spuren des Eisens zurück.
Die bläulichen Einschlüsse (auf dem Bild etwas zu stark in der Farbe) haben die Eigentümlichkeit, dass sie das Licht in einem bestimmten Winkel reflektieren. Von der Wirkung ganz ähnlich wie Cyanit (Disthen).
Gefunden habe ich diesen Stein im Unterengadin (CH) (Google Earth: 46°52'28.48"N 10°19'46.76"E). Er stach etwa zur Hälfte aus der bemosten Waldbodenfläche heraus. Weiss also nicht welche Reise er bereits hinter sich hat.
Aber vielleicht erkennt Ihr ihn auf Anhieb?
Sonst kommen später mal Bilder hinzu. Sind noch Details nötig? Zwei habe ich hinzugefügt. Die rote Farbe ist genau so wie auf dem Bild.
Ich hoffe Ihr könnt etwas mit diesen Angaben!
Gruss
Hans
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nächstes Bild
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Detail - Bilder
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hier folgen weitere Fotos bei Tageslicht.
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hier noch Detailaufnahmen. Beim rechten Bild ist der irrisierende Effekt des Lichtes auf der blauen Fläche zu sehen.
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Würde das als Gneis ansprechen, oder ein tektonisch beanspruchter Quarzgang. Ist schwer erkennbar, was zwischen den Quarzknauern alles sitzt. Das blaue könnte Feldspat oder von einem Mineral bläulich gefärbte Quarzkörner sein. Lässt sich über die Härte unterscheiden. Scharfe Quarzkante (frische Bruchkante) ritzt Feldspat.
Gruß
Uwe
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Also,
ich bin ja nicht der Mineralienkenner aber Gneis ist das meines Erachtens nach mit Sicherheit nicht.
Gneis ist im Regelfall viel feiner..
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?? jetzt sagt nicht du schließt gneis nur an hand der korngröße aus. die ist kein kriterium, sondern sagt nur aus wie lange ein kristall wachsen konnte. du kannst meh als armdicke quarzknauern oder faustgroße augen im gneis haben. korngröße interessiert da das gestein nicht.
würde zu dem stück auch gneis sagen.
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Doch - sage ich schon. Gneis ist meist sehr feinkörnig, weil der einfach unter extremen Drücken und physikalischer Einwirkung entstand.
So kannst Du auch Gneis und Granit unterscheiden. Das oben sieht eher aus wie Quarz.
Kommt zwar immer drauf an, woher, aber typischer Gneis sieht nunmal anders aus.
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Vielen Dank fürs Anschauen.
Ich möchte die Fragestellung noch etwas verkomplizieren mit der geologischen Karte der Schweiz (500 000der).
Ich wiederhole nochmals, neben dem Wanderweg, aus dem Waldboden, ragte dieser Stein aus der Erde.
Ausgeschlossen, dass er hintransportiert wurde.
Das Einzugsgebiet ist gross, aber zeigt wenig Anhaltspunkte!
Ich schleife weiter und werde im Notfall einen Experten von hier fragen.
Besten Dank! Ich hoffe Ihr könnt etwas mit einer solch grossen Karte anfangen?! Gab mir ein wenig Arbeit die reinzusetzen, aber auch Spass¨
Gruss
Hans
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Hallo,
Ist ein Mylonit. Habe mir die Bilder noch mal angesehen. Das sind Scherzonengesteine. Das große bläuliche sind Feldspäte, die weißen Säume darum sind auch Feldspat, und zwar rekristallisiert.
Vermutlich wurde der Stein mal mit einem Gletscher transportiert und liegt schon seit der letzten Eiszeit dort (möglich wäre aber auch immer noch der menschliche Transport).
@Helicat: Gneise müssen nicht feinkörnig sein. Habe schon Ultrahochdruckgesteine und Ultrahochtemperaturgesteine gesehen mit Kristallen über 10 cm. Habe hier u.a. Cordierit-Granat-Gneise mit cm-großen Granaten rumliegen, die hatten mal 840 °C, ebenso Pyrope bis Faustgröße, die mal 120 km tief waren.
Glück Auf!
Smoeller
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die 500.000er bringt da nichts. viel zu groß. 25.000 ist die grenze. noch detaillierter wäre noch besser. ohne legende hilft die karte auch nur bedingt.
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Ist klar, dass die Karte für die Detailfrage nur bedingt sinnvoll ist. "Bringt nichts" ist etwas krass ausgedrückt. Sie gibt eine grobe Orientierung mit dem Ergebnis, dass dieser Stein an diesem Ort nicht ins grobe Bild passt.
Für das fragliche Gebiet habe ich die Legende natürlich abgeschrieben und nicht erfunden.
Das Engadinerfenster hat so seine Besonderheiten. Damit kann u.U. dieser Stein in Verbindung stehen.
Wie stark hier die Gesteinsmassen durcheinandergeschoben wurden, ist fürs Verständnis fast nicht fassbar, wissenschaftlich aber klar determinierbar.
Danke Sebastian für den Hinweis, dass wir es mit einem Mylonit zu tun haben, Scherzonengestein, und der Feldspat hier bläulich erscheint. Ich sagte ja: es gibt dieses Irrisierende beim Lichteinfall. Das habe ich bei anderen Feldspäten auch schon beobachtet. Scheint eine Eigenschaft dieses Minerals zu sein. Habe an der Eiszeit nicht gedacht. Klar, da hatte ich in Kanton St. Gallen einen Fund von der Julierregion (Ophilith)!! Da fragt man sich fast, ob alles überall auffindbar ist!
Wenn der Stein weitergediehen ist, will ich sie nochmals an verschiedenste Stellen auf die Härte prüfen. Der Strich ist einheitlich: weisslich.
Besten Dank für Eure Hilfe!!
Hans
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Hallo
Der Schliff ist endlich fertig! Hier folgen die Bilder.
Grösse: 165 X 105 X 65 mm
Wer mir sagen kann, was denn hier das Rot-Braune sein kann (Detailbild 1)? Als ich diese Stelle geschliffen habe, wurde meine Scheibe rot, wie wenn ich den Finger mitgeschliffen hätte.
Sind die schwarzen Schlirken Biotit? Und bleiben die blaufärbigen Kristalleinschlüsse weiterhin Feldspäte?
Mylonite bleibt die definitive Benennung?
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Weitere Detailbilder
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und hier die letzten Drei!
Gruss
Hans
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würde sagen rost. gammliger biotit, dessen eisen wanderte