Mineralienatlas - Fossilienatlas

Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => Thema gestartet von: Helmi am 12 Feb 09, 19:44

Titel: unbekannte Stufe
Beitrag von: Helmi am 12 Feb 09, 19:44
Hallo,
was könnte das sein? Die Farbe und der Glanz ähneln denen von Aluminium bzw. Nickel. Die Rohdichte des Stückes beträgt 8,00 g/cm³ und die Härte liegt  etwa bei 6,5 Mohs (jedenfalls wird der Kristall gerade noch von Calcedon geritzt). Magnet bleibt an der Stufe hängen.Leitet den elektrischen Strom. Nach mehr als 30 Jahre an der Luft zeigen sich keinerlei Oxydation- bzw. Erosionerscheinungen. Fundort unbekannt (irgendwo in Rußland oder Polen) die Stufe lag in einer Haushaltssteinkohlenanlieferung vor 30 Jahren.
Gruß Helmi
Titel: Re: unbekannte Stufe
Beitrag von: -M- am 12 Feb 09, 20:10
Hallo,
wohl am ehesten eine natürliche Fe + Ni - Legierung (Ni-Eisen) - würde ich vermuten.

Gruß -M-
Titel: Re: unbekannte Stufe
Beitrag von: Doc Diether am 12 Feb 09, 20:51
Halloo,
auf den 1.Blick sieht das ja aus wie eine Bleiglanz-Stufe. Die Dichte liegt mit 8 bei Legierungen der Eisenmetalle (Fe-Co-Ni).
Jetzt gibt es Stahlveredler, die auch so aussehen: also Legierungen wie Ferro-Nickel, Ferro-Chrom etc.
Wie ist denn die Härte? Weich spricht für Bleiglanz, hart für Ferro-Legierung.
Gruß
Doc Diether
Titel: Re: unbekannte Stufe
Beitrag von: Krizu am 12 Feb 09, 21:20
Hallo,

ich hätte einen Eisenzuschlagsstoff vermutet. Aber so gute Kristalle? Cr als Ferrochrom liefert oft gute Kristalle, aber so habe ich die nicht gesehen.

MfG

Frank
Titel: Re: unbekannte Stufe
Beitrag von: Helmi am 13 Feb 09, 20:04
Hallo,
habe die Härte noch mal mit Glas überprüft. Glas ritzt die Kristalle genau wie beim Calcedon (  => 6 - 7 Mohs).
Anbei Bild von der Rückseite
Gruß Helmi
Titel: Re: unbekannte Stufe
Beitrag von: Hans-Joachim am 13 Feb 09, 20:42
Hallo Helmi

Ich habe von einem Stahlwerke eine Stufe bekommen die sieht deiner sehr ähnlich ,er sagte mir das das Chrom ist .
Werde Morgen mal ein Foto machen dann kannst du vergleichen .

Gruß Achim
Titel: Re: unbekannte Stufe
Beitrag von: smoeller am 13 Feb 09, 21:27
Hallo,

Habe auch so ein Teil im Keller. Mein  Stiefvater gab mir damals die Info, es sei ein Stahlveredler. Chrom könnte vom Glanz her gut hinkommen, habe aber noch keine Analyse daran gemacht.

Glück Auf!
Smoeller
Titel: Re: unbekannte Stufe
Beitrag von: Hans-Joachim am 14 Feb 09, 08:37
Hallo Helmi

Habe wie versprochen mein Stufe fotografiert , Kamst du ja mal vergleichen .

Gruß Achim
Titel: Re: unbekannte Stufe
Beitrag von: Helmi am 14 Feb 09, 18:24
Hallo,
meine Vermutungen lagen ebenfalls in der Richtung Chrom/Nickel . Nehme mal an, daß es Nickel ist. Ähnlichkeit und Dichte kommen hin. Vorausgesetzt das Nickel tatsächlich in der Natur solche Kristalle bilden kann. Werde mich mal weiter diesbezüglich in Veröffentlichungen umschauen.
Danke für eure Beiträge.
Gruß Helmi
Titel: Re: unbekannte Stufe
Beitrag von: -M- am 14 Feb 09, 20:52
Hallo,
"reines" / gediegenes Cr oder Ni ist es sicherlich nicht, wenn dann auf jeden Fall eine Legierung mit Fe.
Der springende Punkt bei der Geschichte ist wohl, ob es nun synth. oder natürl. ist,
aber das wird man so wohl leider nicht abschließend entscheiden können ...
Falls es nicht synthetisch sein sollte, dürfte Ni-Eisen am wahrscheinlichsten sein.

Gruß -M-
Titel: Re: unbekannte Stufe
Beitrag von: stollentroll am 14 Feb 09, 23:20
Das ist synthetisch, ein Zuschlagstoff für die Stahlherstellung.
Weder Fe, Cr, Ni oder Legierungen davon gibt es in dieser Ausbildung natürlich.

Glück Auf
Titel: Re: unbekannte Stufe
Beitrag von: Hans-Joachim am 15 Feb 09, 09:34
Hallo Stollentroll

Du hast recht meine Stufen sind aufgearbeitete Konzentrate ich habe außer Chrom noch Titan und Mangan
anbei zwei Bilder

Bild 1 Mangan
Bild 2 Titan

Bilder sind leider etwas Gelbstichig

Gruß Achim
Titel: Re: unbekannte Stufe
Beitrag von: Helmi am 15 Feb 09, 17:50
Hallo,
synthetisch würde ich ausschließen.  Ich war damals bei der Anlieferung und beim Fund dabei. Zur damaligen Zeit wurde Steinkohle sofort aus der Grube nach Vorbehandlung (Brechen) zum Großhandel und von da im Rohzustand zum  Verbraucher befördert.  In dieser Kette ist meiner Meinung nach keine Möglichkeit einer Konterminierung der Kohle mit einer syntetischen Kristallstufe gegeben. Dazu kommt noch, daß der dunkle auch mit  bloßem Auge schwarz erscheinende Teil der Rückseite unter der Lupe und dem Mikroskop als blaugrünes, glänzendes  Material erscheint, daß aussieht als ob feine
(< 0,2 mm) Körner miteinander verschmolzen sind. Könnte Olivin oder Augit sein.
Gruß Helmi
Titel: Re: unbekannte Stufe
Beitrag von: minuwe am 15 Feb 09, 18:12
Zitat
In dieser Kette ist meiner Meinung nach keine Möglichkeit einer Konterminierung der Kohle mit einer syntetischen Kristallstufe gegeben
Der LKW braucht vorher nur den "Zuschlagsstoff" transportiert haben und das Stück ist so in die Kohle gelangt. Oder der Lehrling  ;) hat es reingeworfen. Da kann doch sonst was gewesen sein  ???
Finde bitte Vergleichsstücke von natürlichen Bildungen!

Gruß
Uwe
Titel: Re: unbekannte Stufe
Beitrag von: Krizu am 15 Feb 09, 18:56
Hallo,

ich habe auch schon Si auf der Straße gefunden ;-)
Und wer sagt, dass bei dem Haufen Steinkohle im Hafen nicht vorher irgendwas anders lag?

Aus der Grube, zum Brecher zum Kunden klingt etwas zu einfach. Meistens ist da ein Schiff, ein Hafen oder sonstwas zwischen.

MfG

Frank
Titel: Re: unbekannte Stufe
Beitrag von: Helmi am 16 Feb 09, 19:59
Hallo,
ok , ganz so einfach ist es nicht. Aber die Wahrscheinlichkeiten ob natürlich oder nicht dürften bei fifty / fifty liegen. Gruß Helmi
Titel: Re: unbekannte Stufe
Beitrag von: Krizu am 16 Feb 09, 21:02
Hi,

schau dir mal die Fundstellen für solche Elemente oder Mischungen an.
Kristalline Fe-Ni-Verbindungen sind die Widmanstättschen Figuren in den Meteoriten.
Der Rest sieht bei Mindat eher klumpig aus.

Meine Einschätzung: Synthetisch 99% wenn es metallisch ist.

MfG

Frank


Titel: Re: unbekannte Stufe
Beitrag von: Helmi am 17 Feb 09, 16:49
Hallo,
habe schon etliche Seiten diesbezüglich durchgesehen. Sie bringen aber auch keine entgültige Klärung. Dazu kommen noch Eigenschaften der Stufe , wie Traubenformen zwischen einigen  Kristallen aus Minikörnern (<0,1 mm mit silbernem bzw. gelblichem Metallglanz) so wie sie bei Rohnickel bzw. Nickelin auftreten und ein dunkler blaugrüner Belag auf der Rückseite der Stufe wie beim Nickelin, daß es aber nicht sein kann wegen dem Magnetismus und der elektrischen Leitfähigkeit. Werde die Stufe unter Eisen-Nickel-Legierung führen ohne mich auf synthetisch oder nicht festzulegen.
Gruß Helmi
Titel: Re: unbekannte Stufe
Beitrag von: stollentroll am 18 Feb 09, 07:28
Ni-Fe-Legierungen kommen auf der Erde nicht mit Steinkohle zusammen vor. Nirgendwo.
Das fragliche Material ist deshalb von irgendwo anders her in die Steinkohlenlieferung gelangt. Das Naheliegendste, dass es auf dem Transport oder Umschlag passiert ist, wurde ja schon mehrfach genannt.

Terrestrische Ni-Fe-Legierungen in dieser Ausbildung und Größe gibt es nicht. In Frage kommen ja nur Kamacit (=Ni-haltiges alpha-Eisen), Taenit, Tetrataenit und Awaruit. Wo auf der Erde gibt es eines dieser Minerale in dieser Form oder Größe ? Nirgendwo.
Gediegen Eisen (aber sehr Ni-arm !) gibt es zwar auf der Erde auch in großen Klumpen (Insel Disko), aber das zeigt keinerlei Ähnlichkeit mit dem fraglichen Stück.

Es ist auch kein Meteorit. Ni-Fe-Legierungen in Meteoriten weisen eine komplett andere Struktur auf. Es ist definitiv kein Meteorit.

Nach den Fotos weist das Material eine gewisse Spaltbarkeit auf. Ni-Fe-Legierungen weisen aber keine Spaltbarkeit auf.

Es ist synthetisch. Da kann man sich festlegen.

Glück Auf
der Stollentroll