Mineralienatlas - Fossilienatlas
Gesteine / Rocks / Rocas => Geschiebe / Glacial erratic => Thema gestartet von: Haldenschreck am 02 Mar 09, 18:36
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hallo,
die gestern gestarte sammelsaison 2009 ließ sich ja prächtig an: ab in die nächste kiesgrube und dort neben interessantem neuen ein ca. zigarettenschachtelgroßes stück achat gefunden. keine mandel, sondern gangförmig, marke "uruguay-typ"! mein erster achat aus einer heimischen niedersächsischen kiesgrube, nach etlichen jahren. ja, so kann es weitergehen! :D
das stück ist äußerst fein gebändert, leider überwiegen hier erdfarben, d.h. es fehlt ein bischen das "feuer", das optisch attraktive. aber egal ...
bei meinen recherchen (u.a.: w.schulz, geolog. führer ...) fand ich heraus, dass das teil verdammt selten ist und aus dem öje-diabasporphyrit (dalarne bzw. dalarna, schweden) stammen soll. nebengesteinsreste sind bei meinem fund nicht vorhanden, was die genaue zuordnung erschwert.
leider sind mir keine anderen quellen bekannt. wer kann weiterhelfen und mir literaturquellen nennen (zur not auch in schwedisch), in denen der achat in diesem diabas (den ich bislang selbst noch nicht gefunden habe) näher beschrieben oder/und abgebildet ist?
haldenschreck
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Hallo,
als "Nordländer", der von Geschieben umzingelt ist, interessiert mich Deine Fundmeldung besonders.
Hoffe, dass man schon bald mal ein Foto zu sehen bekommt.
Obwohl ich auch fast jedes Geschiebe und jeden Stein am Geröllstrand näher betrachte, konnte ich bisher nur wenige Achate hier entdecken.
Am häufigsten waren auf meinen Sammeltouren Achatbildungen in Brekzien-Geschieben.
In ihnen waren einzelne Gesteinsfragmente mit Quarz verkittet, der teilweise in Achatausbildung vorlag.
Gerölle von Melaphyrmandelsteinen, die man auch ab und zu zwischen den vielen Graniten, Porphyren und Gneisen finden kann, enthalten zwar manchmal auch winzige Quarz-Mandeln, aber bisher konnte ich darunter keine Achatbildungen entdecken.
Wie Du schon richtig bemerkst, sind solche Achatfunde immer selten.
Also: Glückwunsch !
Gruß
Psaronius
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Hallo,
Mir liegen bisher auch nur 2 oder 3 Funde kleiner (< 2 cm) Achate vor. Waren alles Basalte oder Melaphyre. Oft erkennt man die fündigen Stücke daran, dass sich ein schwarzer glasiger Rand um die Mandeln gebildet hat. Fast alle Mandelsteine, insbesondere die mit vielen Mandeln, enthalten nur Calcit (z.T. als Doppelspat) und Quarz, in seltensten Fällen auch Prehnit (so einen hab ich nie gefunden) oder Achat.
Glück Auf!
Smoeller
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hier mal zwei bilder (gescannt! - kamera nicht auffindbar):
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sondern gangförmig, marke "uruguay-typ"!
gangförmig ja, uruguay nein. Ist ein gangachat,hat nichts mit dem paralelen bänderungen eines uruguaytyps gemein.
Nur der richtigkeit halber.
Gruß
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hallo lausitz,
danke für die richtigstellung. achate sind - bis auf ein paar krümel aus freisen vor 31 jahren - für mich neuland.
haldenschreck
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ist aber leider auch schon alles was ich darüber sagen kann. Mit den norddeutschen achaten und deren herkunft habe ich mich noch nie eingehend befasst. Das von dir gefundene exemplar weist eine, über die gesamte oberfläche sich ziehende bänderung auf, und ein anschliff lohnt sich sicher. Auch spricht die beschriebene größe des stückes dafür.
Gruß
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Hallo,
nur ein Kommentar nach den Fotos:
Solche Art von Geschiebeachaten habe ich noch nicht gesehen...
Ein Anschliff wäre wirklich lohnenswert und würde wohl auch einige weitere Infos liefern...
Und vielleicht ist das auch gar kein Achat. Gibt ja einige Gesteine, die auch solche Bänderungen aufweisen. Selbst manche Gneise sehen ähnlich aus...
Gruß
Psaronius
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ja, psaronius,
diese zweifel sind mir auch gekommen, und die möchte ich zunächst nach literatur- und vergleichsstückstudium ausräumen oder stärken.
haldenschreck
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Achate kommen in mehreren gängigen und in einigen eher ungewöhnlichen skandinavischen Geschiebetypen vor.
An basischen Vulkaniten gibt es mehrere Arten Mandelsteine, aber nur in einem Typ gibt es schön gebänderte Achatmandeln (auch in korallenrot oder blau) bis zu 3 cm Größe. In den anderen (zu denen auch die mandelführenden Typen der norwegischen Rhombenporphyrgeschiebe gehören) sind die Mandeln meist calzitgefüllt.
Dann kommen Achate auch regelmäßig in den Hornsteinen aus dem Raum Sylt vor.
Achatführend sind auch ordovizische und silurische Sedimentärgeschiebe, hier vor allem der ordovizische Bachsteinkalk und Typen der silurischen Stromatoporen/Leperditienkalke. Meistens in hellblauen Tönen, ich habe selber aber auch schon einen Beleg in kräftigem Rot gefunden.
Dein Geschiebe dürfte dem Bild nach in die Richtung Hälleflint oder evtl. auch in metamorph überprägte Ignimbrite gehen. Ein Anschliff wäre sinnvoll und würde sich, egal was es ist, lohnen.
Und: Achate im Geschiebe sammeln ist, ebenso wie bei guten Fossilien eine Herausforderung, weil alle seltene Einzelstücke sind ;) Viel Glück dabei.
(Zu evtl. "Anhäufungen" o.g. basischer Vulkanite und zu Literatur kann ich Dir bei Interesse eine PN schicken)
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hallo,
vielleicht habe ich mich doch zu früh gefreut; so langsam nehme ich abschied vom achat :'(.
hälleflinta schließe ich nach lektüre einschlägiger werke aus. der hinweis, es könne sich dabei um einen metamorph überprägten ignimbrit handeln, ist aber sehr ernst zu nehmen und wird von mir weiterverfolgt. gerade fehlendes "feuer" und glanz sowie die kleinen "poren" lassen mich am achat zweifeln. die schichten sehen teilweise sehr matt und nach verkieseltem gestein aus.
Zu evtl. "Anhäufungen" o.g. basischer Vulkanite und zu Literatur kann ich Dir bei Interesse eine PN schicken
nur zu, besten dank schon einmal im voraus.
haldenschreck
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Hallo Haldenschreck!
Nun mal nicht so traurig! Das ist ein absolut exotisches und tolles Stück Geschiebe! Die normalen Ignimbrite sehen eigentlich nicht so gleichmäßig gebändert aus, aber dazu müßte man das gute Stück mal in noch stärkerer Vergrößerung sehen. Wenn Du das im Moment nicht umsetzen kannst, hebst Du ihn einfach auf - eventuell polieren?
Zu den Achtaten in skandinavischen Gesteinen.
Es gibt ein Konglomerat, das sich aus den ausgewitterten Achaten einiger Öje-Diabase (=Dolerite) in Dalarna aufbaut bzw. diese enthält. Das Konglomerat ist nach der Stadt "Transtrand" benannt und im Geschiebe sehr selten. Ich kenne nur einen Fund.
Transtrand-Konglomerat ist von roten und weißlichen Achaten durchsetzt, wobei diese überwiegend rundlich und meist unter 1 cm klein sind. Die Matrix ist grünlichgrau.
Bilder findest Du hier http://www.kristallin.de/s2/transtrand.htm#Anker1
Am Wochenende war ich an der Ostsee. Ein Sammelkollege hat bei der Gelegenheit einen cm-großen Achat in dunkler Matrix gefunden. Weißer Quarzkern mit dünnem, roten Saum. Nicht mit Idar Oberstein zu vergleichen, aber fürs Geschiebe eine schönes und seltenes Stück. Das Foto dauert aber noch einige Tage.
Saxifragus
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Darf ich das Bild von meinem Geschiebe selber einstellen? ;)
Besten Gruß in die Graue Stadt im Norden........
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Hallo Haldenschreck,
ob es überhaupt durchgehend und an jeder Stelle Quarz ist, eine der Voraussetzungen um von Achat sprechen zu können, prüfe doch an den unterschiedlichen Stellen die Härte. Ritzen mit Stahlmesser oder Hartmetallreißnadel verglichen mit einem Quarz.
Für mich sieht es eher nicht nach Achat aus, was das Stück nur interessanter macht ;)
Gruß
Uwe
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Hallo,
habe gestern gerade in meiner Geschiebekollektion rumgestöbert, und dabei einiges gefunden, das dem vorgestellten Stück ähnelt. Neige eigentlich zu den Vermutungen von Tapir...
Selbst wenn nach der Härteprobe sich der Quarz nachweisen läßt, muss das noch lange kein Achat sein.
Zu den Geschiebeachaten: Muss immer wieder feststellen, dass die Stücke hier in N-Deutschland extrem selten sind.
Selbst in der Literatur findet man oft Stücke, bei denen als Fundort Skandinavien angegeben ist,
und bei denen es sich meist um Nah- oder Lokalgeschiebe handelt...
Gruß
Psaronius
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Hallo, nach etwas längerer Zeit ein Bild von einem Hälleflintgeschiebe von Saßnitz auf Rügen. Das Stück ist 13 cm breit und man sieht sehr schön eine etwas zerflatschte "Bombe" links unten, die einen Hinweis auf das vulkanische Edukt dieses metamorphen "Flints" gibt. Solche Stücke können auch etwas "geflammter" auftreten und ähneln dann dem oben gezeigten Stück...
Herkunft sind vermutlich die Hälleflinte von Dannemora
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und nun der angekündigte Achat : Fundort Kägsdorf bei Rerik
Laut Auskunft eines Freundes könnte der dunkle Saum (Vermutung) Hornblende sein. Solche Reaktionsränder sind aus Mischgesteinen bekannt, wenn granitische Magmen größere Mengen Basaltmagma aufnehmen. Dann reagiert der Pyroxen (aus dem Basalt) an der Oberfläche der Quarze zu Amphibol. Aber das könnte man nur im Schliff sicher bestimmen.
Für das Photo Dank an M. Bräunlich
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Hallo,
interessant wäre noch die Größe des Achat-Einschlusses. Nehme an, der ist recht klein, oder ?
Gruß
Psaronius
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Hallo Tapir,
noch einmal eine Nachfrage zum Thema Hälleflinte:
Bin gerade von Bornholm zurück und habe dort etlich Touren an den Geröllstränden der Südküste realisiert. - Diesmal waren die Gerölle total frei gespült, auch dort, wo sonst alles mit Sand bedeckt ist...
Habe etliche, für mich recht "exotische" kristalline Geschiebe mitgebracht.
Hellaflint habe ich allerdings nicht gefunden, - kann aber auch sein, dass ich den einfach übersehe oder als solchen nicht anspreche.
Kannst Du da noch ein paar Fotos von ähnlichen Funden zeigen ?
Das wars schon,
Gruß
Psaronius
PS: Irgendwie erinnert mich das Stück von Dir, (- rein vom Optischen !), an angeschliffene Kieselschiefer aus Sachsen...
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Hallo Psaronius,
klick mal auf das Bild von dem Achat... Und dann sieh in die untere rechte Ecke des Bildchens ;)
Hälleflinte sind sehr heterogen, deshalb mitunter schwer zu erkennen. Solche typischen Stücke wie das abgebildete sind im Geschiebe extrem selten. Aber ich schau auf der nächsten Exkursion mal was sich an Bildern machen läßt.....
Die Ähnlichkeit zum Kieselschiefer ist nicht von so fern hergeholt... Einige Kieselschiefer sind ja auch vulkanische Sedimentgesteine: der Ahrensfelder Kieselschiefer aus dem Harz ist zum Beispiel ein verkieselter Tuffit...... Die sächsischen Gesteine kenne ich leider nicht da ich in diesem Bundesland noch nie auf Exkursionen unterwegs war (Asche auf mein Haupt)
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Hallo,
da muss ich wohl doch zum Blinden- und Sehschwachenverband...; oder ich war von dem Achat so begeistert, , dass ich nichts anderes mehr sah...!
Aber wie vermutet, sind diese Achate nicht sehr groß. Hoffe, dass mir sowas noch mal unter die Finger gerät.
Was ich diesmal von Bornholm auch mitgebracht habe, sind diverse Brekziengerölle unterschiedlichster Art. Manchmal bildet der "verkittende" Quarz auch kleine achatähnliche Bänder zwischen den einzelnen Gesteinsfragmenten.
Über die Herkunft solcher Brekzien ist man in der Literatur recht unterschiedlicher Meinung.
Gibt es die irgendwo in Skandinavien anstehend ?
Gruß
Psaronius
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Anstehende Brekzien in Skandinavien? Hunderte.... Vulkanische, sedimentäre, tektonische und Impaktbrekzien.... Was immer Du wünschst.... ;)
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Hallo,
meine Frage in Sachen anstehende Brekzien ging dahin, dass ich wissen wollte, ob man für Geschiebe-Brekzien, die man in N-Deutschland oder auf Bornholm findet, die Herkunftsorte kennt...
Ich selbst habe bei meinen Touren nur die Feuerstein-Brekzie von Mons kennen gelernt.
Einige Tipps, wo man solche Gesteine bewundern kann, wären nicht schlecht...
Gruß
Psaronius
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Hallo,
meine Frage in Sachen anstehende Brekzien ging dahin, dass ich wissen wollte, ob man für Geschiebe-Brekzien, die man in N-Deutschland oder auf Bornholm findet, die Herkunftsorte kennt...
könntest Du etwas spezifischer werden? vielleicht in einem neuen Thread?
edit: um auf Deine Frage zu antworten: Bei einigen kennt man sie.
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Hallo Haldenschreck,
schau mal hier:
http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,13607.msg124220.html#msg124220
Gruß
Zippy
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hallo zippy,
danke für diesen hinweis. auch dieser hier ähnelt dem fundstück:
http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,21527.msg175562.html#msg175562 (http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,21527.msg175562.html#msg175562).
ich fasse für mich zusammen: kein achat aus nordeuropa, sondern porphyr/porhyrtuff aus mittel-/ostdeutschland. das wäre im übrigen nicht der erste fund aus dieser kiesgrube im weser-leine-gebiet, der aus thüringen stammt. nicht ohne grund fragte ich auch hier an:
http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,20833.msg172263.html#msg172263 (http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,20833.msg172263.html#msg172263).
danke allen, thema ist damit beendet.
haldenschreck