Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => (Ver-) Fälschungen, Montagen / Fakes, Assemblages => Thema gestartet von: torunta am 26 Mar 09, 01:06
-
hallo!
hat jemand von green gold gehoert, das unter diesem namen in brasilien verkauft wird gruenes quarz, das irgenwie durch radioaktive bestrahlung oder so seine farbe erhaelt?!
besteht noch radioaktivitaet in vollendeter verabeitung?
und wie wird es genau hergestellt?
danke fuer antworten
lg torunta
-
Hi, wir haben in Brasilien solche grünen Quarze gekauft und wir waren auch an den Fundstellen für das Material. Uns wurde erklärt, dass das ursprünglich sehr reine farblose Quarzmaterial erst erhitzt und dann gefärbt wird. Radioaktivität ist dabei wohl nicht im Spiel.
Glück Auf
anatasi
-
hallo!
mir wurde auch erklaert das es urspruenglich farblos ist aber im nachhinein durch niedrige radioaktive bestrahlung die gruene farbe bekommt
lg torunta
-
eher ein typischer fall von grünem comicleuchten.
was beim bestrahlen von quarz passiert sieht man am rauchquarz.
-
Hallo,
mit "green-gold" wird ein künstlich durch gamma-Strahlung grün verfärbter Quarz bezeichnet. Nicht jeder Quarz kann so gefärbt werden, vermutlich verurachen an bestimmte Elemente assozierte F-Zentren - durch die radioaktive Bestrahlung aktiviert - die Farbe. Von den bestrahlten Stücken dürfte demzufolge keine Strahlung ausgehen. Die Farbe soll relativ stabil sein.
Gruß
Berthold
-
ev. cobalt??
also eher keine strahlung mehr enthalten?
-
Hallo,
ev. cobalt??
also eher keine strahlung mehr enthalten?
mir ist nicht klar was Du damit sagen/fragen möchtest.
Gruß
Berthold
-
Hallo!
also eher keine strahlung mehr enthalten?
Verbreitet wird bei der Erwähnung radioaktiver Bestrahlung mit einem wie auch immer gearteten "Verbleib" der exogenen Strahlung im bestrahlten Material gerechnet, oder, zumindest etwas "richtiger", mit einer Anregung des bestrahlten Materials zu eigener Radioaktivität.
Ersteres ist kompletter Unsinn (viele Energieprobleme der Welt wären gelöst, wenn es "Strahlungsakkus" gäbe), Letzteres trifft nur bei Aktivierung durch Kernteilchenbeschuss und passendem Targetmaterial zu. Dazu muss die passende Strahlung (Protonen, Neutronen) und das passende Target (ein stabiles Element, dass durch Aufnahme eines oder mehrerer weiterer Protonen oder Neutronen selbst zu einem radioaktiven Element wird) gewählt werden und in den meisten Fällen die Bestrahlung aufrecht erhalten werden, sofern das Target durch Kernzerfall nicht in der Lage ist, die Kettenreaktion aufrecht zu erhalten. Dies ist eher ein Fall für Teilchenbeschleuniger als für Kristallwerkstätten.
In Kristallen auf natürliche Weise eingewachsene Partikel radioaktiver Elemente können durch ihre Strahlung Strukturfehler und damit Färbung erzeugen (vgl. z. B. natürlicher Rauchquarz), die Strahlungsmenge liegt dabei aber kaum über dem Niveau der natürlichen Hintergrundstrahlung.
Gruß,
Triassammler
-
Hallo,
Dies ist eher ein Fall für Teilchenbeschleuniger als für Kristallwerkstätten.
relativ. Farbschwacher Topas wird (in nicht geringen Mengen) durch Neutronenstrahlung (in Kombination mit Hitze und Elektronenstrahlung) schön blau gefärbt 2). Und richtig, dabei entstehen radioaktive Nuklide - sprich der Stein strahlt (und zwar so stark, dass ich den nicht tragen würde). Klar, es gibt auch andere Verfahren (z.B. mit Gamma-Strahlung, Elektronenstrahlung 1)), aber das in 2) geschilderte geht eben sehr gut.
In Kristallen auf natürliche Weise eingewachsene Partikel radioaktiver Elemente können durch ihre Strahlung Strukturfehler und damit Färbung erzeugen (vgl. z. B. natürlicher Rauchquarz), die Strahlungsmenge liegt dabei aber kaum über dem Niveau der natürlichen Hintergrundstrahlung.
Bei eingelagerten radioaktiven Partikeln wirkt in erster Linie die Alpha-Strahlung färbend (schafft Gitterfehlordnungen) nur kommt die nicht weit (Größenordnung bis 0.04 mm). Das kann man gelegentlich durch einen Verfärbungshof (Halo) um den radioaktiven Einschluss im Quarz sehen. Diese Färbungsmethode durch eingelagerte radioaktive Partikel dürfte für Rauchquarz -wie wir ihn in der Sammlung stehen haben- eher selten sein. Die im mikroskopischen Bereich i.d.R. weitgehend homogene Färbung entsteht wenn Strahlung von aussen bereits vorhandene Fehlstellen aktiviert. Natürlicherweise kommt dazu eben keine Protonen- oder Neutonernstrahlung in Betracht und deswegen strahlen unsere Rauchquarze auch nicht.
Welche Strahlungsart beim "green gold" zum Einsatz kommt kann ich leider nicht sagen, ich vermute Gamma - möglicherweise in Kombination mit weiteren Behandlungsmethoden (z.B. Brennen).
Gruß
Berthold
Quelle:
1) US-Patent: http://www.freepatentsonline.com/4749869.html
2) http://www.patentstorm.us/patents/5477055/description.html