Mineralienatlas - Fossilienatlas
Gesteine / Rocks / Rocas => Gesteine / Rocks / Rocas => Thema gestartet von: Gerhard am 29 Apr 09, 11:41
-
Das Vorkommen enthält rötliche Kugeln-von mm bis - zig cm Größe mit schaligen Aufbau---
entstanden vor etwa 250 Mill. Jahren durch vulkanische Tätigkeiten erstarrtes Porphyr.
Der Begriff Pechstein ist durch C.F. Schulze 1759 benannt worden. Seine Entstehung ist bis
heute nicht eindeutig geklärt. Das Farbspektrum reicht von bräunlich --rötlich--grünlich-- bis
schwarz.
Pechsteinvorkommen gibt es in Deutschland bei Meißen--im Südschwarzwald und bei
Zwickau. Jedoch ist das Vorkommen von Spechthausen eine geologische Seltenheit.
Die Funde sind oberflächlich gefunden worden und stammen nicht aus dem Gebiet gemäß
der Informationstafel, da der ausgewiesene Bereich ein Naturdenkmal ist
----- seit 1939 geschützter Geotop----. Damit ist ein verändern von Pechsteinblöcken und ein
Aufsammeln von Belegstücken untersagt.
Es war ein glücklicher Zufall für mich ---das ich diese Belegstücke gefunden habe und möchte
sie für Alle in Bilder zugänglich machen. Die beschädigten Kugeln habe ich cabochonisch
angeschliffen und poliert.
-
a) Außenansicht der Kugeln
b) Die gleichen Kugeln angeschliffen
c) hier einige kleinere Varianten
d) Hier noch ein größerer Kugelanschliff
-
Hallo Gerhard,
ist dir zufällig bekannt seit wann und/oder vom wem der Name Pechstein stammt? Er wird zwar 1759 von Schulze erwähnt, es gibt aber schon aus älterer Zeit Kunstwerke aus den Material.
Gruss
Helge
-
Hallo Helge
Mir ist nur der Name ---Schulze-- bekannt, der diesen Namen prägte. Pechstein wurde auch erwähnt von
K.C. von Leonhard 1838 in seinem Buch --Geologie.........- Zitat: das dieser Name seit siebenzig Jahre
bekannt ist........
Auch gibt es den Namen --- Augenobsidian---
Doch wie enstand der Name? Pechstein ist ein Obsidian ähnliches Glas, das u.a. auch Feldspatein-
schlüsse und Xenolithe enthält. Obsidian aber ist frei von Einschlüssen.
Da die Grundmasse oft tiefschwarz und fettglänzend ist wurde ihm der Name ---Pechstein gegeben
Übrigens solles noch 2 weitere Vorkommen von Kugelpechstein im Tharanter Wald geben
---- bei Mohorn und Braunsdorf.?
Gruss Gerhard
-
Hallo Helge und Gerhard,
ich habe da in der Literatur noch etwas gefunden:
Neben dem hier beschriebenen Vorkommen soll es noch Pechsteinaufschlüsse bei Meißen- Garsebach geben (Götterfelsen).
Ich glaube auch etwas in einer Fundgrube mal gelesen zu haben (zu Spechtshausen).
Früher besass ich auch mal ein größeres Stück aus Spechtshausen (zu DDR Zeiten getauscht). Es ist aber wohl mal abhanden gekommen?
Literatur:
Prescher,H.(1986) : Zeugnisse der Erdgeschichte Sachsens S. 158 (Spechtshausen) und S. 159 (Meißen)
Gruß Conny
-
Wie entsteht dann diese exakte braune (dreieckige) Zonierung wie beim einen Stück? Oder ist das Feldspat?
@Gerhard
Man kann übrigens auch mehrere Bilder an einen Beitrag hängen, bis zu einer Gesamtgröße von 256 KB. :)
-
Hallo,
"...Wie entsteht dann diese exakte braune (dreieckige) Zonierung wie beim einen Stück? Oder ist das Feldspat?..."
- ja, diese rotbraunen Einschlüsse sind größtenteils Feldspat, enthalten aber (fast) immer auch noch kleinere Quarz-
und wer weiß was noch für- Einsprenglinge, ist also im Grunde eher ein Gesteins-xenolith (sieht im Detail ähnlich wie
die typ. Grundmasse von rötlichen Porphyren bis Rhyolithen aus)
Die scheinbar exakt dreieckige Form, ist Zufall - hat jedenfalls nichts mit irgendwelchen xx-formen zu tun.
Gruß -M-
-
Hallo
Ich habe nun selber noch gesucht nach der -- Problematik des Kugelpechsteins-- und versuche hiermit
noch einiges darzulegen.
Sphärolith (griechisch für Kugel und lithos für Stein) So bezeichnen Jubelt u. Schreiber im Gesteinsbestimmungsbuch den Kugelporphyr, der in den Pechsteinen eingebettet ist. Ob die Kugelbildungen
groß oder klein ausfallen hängt u.a. von den Abkühlungsbedingungen in der Schmelze ab
--- langsame Abkühlung weniger Kugeln aber groß
--- Schnelle Abkühlung viele Kugeln aber klein
Und ich habe Pechsteinblöcke am Fundort gesehen mit --zig-- Minikugeln. Und grundsätzlich bilden sich die
Kugeln um die Aggregate ( Feldspat ?) die in der Mitte der Kugeln zu sehen sind.
Siehe auch Lexicon 88 --Bewährtes Wissen in aktueller Form
Band 15 Seite 15.135 Mineralogie und Geologie -- Allgemeines
Band 12 Seite 12.798 Mineralogie und Geologie - Gesteine
Gerhard
-
Hallo,
"...Wie entsteht dann diese exakte braune (dreieckige) Zonierung wie beim einen Stück? Oder ist das Feldspat?..."
- ja, diese rotbraunen Einschlüsse sind größtenteils Feldspat, enthalten aber (fast) immer auch noch kleinere Quarz-
und wer weiß was noch für- Einsprenglinge
Hallo, das ist der neueste Stand zur Entstehung der Kugeln. https://www.yumpu.com/de/document/read/4625924/entzauberte-kugeln-und-phycodische-strukturen-in-gesteinen/ (https://www.yumpu.com/de/document/read/4625924/entzauberte-kugeln-und-phycodische-strukturen-in-gesteinen/)
"Während die Sandsteinkugeln neben phycodischen Quarzit und Hämatit eingerollten Sand enthalten, enthalten Pechstein und die Kugeln angebliche Gesteinsstückchen von Quarz, Quarzit und Feldspat, die sich jedoch als algendurchsetzte Sedimentsgesteinen erweisen.
Die Frage der Entstehung der Kugeln im Pechstein und im Porphyr ist durch die plutonische These vom Rollen in der Schmelze unterstützt worden. Es kann jedoch vom Wachstum von Algentangen im Wasser ausgegangen werden. Der Einschluss von Algentangenbruchstücke und Sedimentsbruchstücken kann durch wirre Struktur eine scheinbar brekziöse Genese vortäuschen. Der massivere, dunklere Pechstein geht durch Verkieselung aus kompakten Algentangen hervor, der Porphyr hingegen besitzt mehr Sedimentbestandteile. So ist die Benachbarung und das Eindringn von Porphyr in den Pechstein zu erklären. "
Viele Grüße
Jule
-
Ja na klar, und die Erde ist eine Scheibe! ??? ::)
-
algendurchsetzte Sedimentsgesteine
;D >:D ;D >:D
na so ein Schwachsinn ....
Jule, ein bißchen Quellenkritik wäre gut, bevor du was postest ...............
lg + ga
oliver
-
Quelle steht doch oben. Für dich nochmal https://www.yumpu.com/de/document/read/4625924/entzauberte-kugeln-und-phycodische-strukturen-in-gesteinen/ (https://www.yumpu.com/de/document/read/4625924/entzauberte-kugeln-und-phycodische-strukturen-in-gesteinen/)
-
Quellenkritik bedeutet, dass man nicht alles, was man in den Weiten des Internet findet, ungeprüft weitergeben sollte. Da steht halt auch viel Unsinn...
-
Und in dem Pamphlet findet sich mehr als reichlich Unsinn. Von der Geologie her betrachtet entspricht das in etwa Astrologie statt Astronomie. Und wenn man das fachlich nicht unterscheiden kann, solte man sich mit kritiklosem Zitieren besser etwas zurückhalten...
-
Von der Geologie her betrachtet entspricht das in etwa Astrologie statt Astronomie.
Fast noch schlimmer - vom Augengneis bis zu Skolithos (Spurenfossil) führt der alles (also wirklich so ziemlich alles!!) auf Algen zurück - muss ein ausgesprochener Algenliebhaber sein, der das verfasst hat ......
>:D >:D >:D
-
Da gewisse Algen vor allem bei massenhaftem Auftreten toxisch wirken, erklärt das bei extremen Algenliebhabern wohl so manche krude Hypothese ;D
Und da das Pamphlet aus dem Jahr 2010 stammt, dürfte es auch mit der Aktualität nicht ganz so weit her sein, außerdem stammen diverse "neptunistische Ansätze" wohl noch aus dem 18. Jhdt...
Wie hat doch mal jemand so schön gesagt: "Da schüttelt's ja den Hund mitsamt der Hütte" ::)
Gruß Chrisch
-
Hallo zusammen
dieser Thread ist so nicht hilfreich. Die von Jule angegebene Quelle scheint mir in diesem Thread hinreichend als kritisch bis ungeeignet benannt worden zu sein. Allerdings ist bisher von Euch keine aktuelle und stichhaltigere Quelle genannt worden, die hier entgegensteht.
Wenn das so bleibt führt dieser Thread in die Irre und ich werden ihn kürzen.
Gruß, Martin
-
Hallo,
ein Zitat aus
Lapp, M., & Breitkreuz, C. (2015). Die spätpaläozoischen Vulkanzentren im östlichen Erzgebirge (Exkursion G am 10. April 2015). Jahresberichte und Mitteilungen des Oberrheinischen Geologischen Vereins, 143-168:
"Eine Besonderheit der Tharandter-Wald-Caldera stellt die glasige Fazies des sogenannten „Kugelpechsteins“ von Spechtshausen dar (Abb. 2). Der Pechstein hat eine stark verschweißte vitroklastische Grundmasse, in der, jeweils mit einem Gesteinsbruchstück als zentralem Kristallisationskeim, mikrokristalline Sphärolithe (Breitkreuz 2013) von bis zu 15 cm Durchmesser entstanden sind (Abb. 5b). Der Pechstein dürfte ebenfalls zum System pyroklastischer Zufuhrsysteme der Tharandter-Wald-Caldera gehören."
In
Breitkreuz, C. (2013). Spherulites and lithophysae—200 years of investigation on high-temperature crystallization domains in silica-rich volcanic rocks. Bulletin of Volcanology, 75(4), 1-16.
sowie z.B.
Kenneth S. Befus, James Watkins, James E. Gardner, Dominique Richard, Kevin M. Befus, Nathan R. Miller, Donald B. Dingwell; Spherulites as in-situ recorders of thermal history in lava flows. Geology 2015;; 43 (7): 647–650. doi: https://doi.org/10.1130/G36639.1
steht dann noch was ausführlich zu Lithophysen und Sphärolithen. Kurzfassung: Sphärolithe bestehen meist aus radialstrahligem Cristobalit, Tridymit oder Sanidin und bilden sich bei der raschen Abkühlung von SiO2-reichen Laven oder Ignimbriten.
-
Dankeschön, Thomas!