Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => Thema gestartet von: Reaktor am 10 Nov 04, 19:36
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Also ich hab mal eine Frage was das für Mineralien sind, die Funde stammen von den Spitzkegelhalden bei Ronneburg, wenn ich mich recht erinner von der Halde die gerade abgetragen wird, und wurden vor ungefähr 5 Jahren gemacht.
Die Bilder wurden nur mit einem Scanner gemacht deshalb nicht die allerbeste Qualität ::)
Bild 1:
(http://user.blue-cable.de/blabla/Bilder/Stein1.jpg)
Bild 2: Kommt auf den Bild leider nicht rüber aber die kleinen Gänge sind anscheinend das gleiche Material wie das erste Stück auf Bild 1 bloß deutlich kleiner, auf der Oberfläche ist aber ein metallisch glänzendes Mineral welches mich sehr stark an Aluminiumbronze erinnert - wenn man die Stufe in der Hand hält glitzert danach die ganze Hand.
(http://user.blue-cable.de/blabla/Bilder/Stein2.jpg)
Danke für die Hilfe
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Hallo Reaktor,
also carbonatisch sind die Stufen mal in jedem Falle, denke ich..die Stufe oberhalb des Streichholzes sieht sehr nach Siderit-XX aus aber dunklerer Dolomit, siehe die typisch sattelförmig gekrümmten xx kämen sicherlich auch in Frage.. :)
Gruß Peter
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..bei der Stufe unterhalb des Streichholzes erkenne ich trotz der geringen xx-Größe Verzwilligungen..eher noch Verdrilligungen .. :)..kommt von Ronneburg Cerussit vor?
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Stufe 3 ist auch carbonatisch und zeigt typische Verfärbungen durch Eisen-Oxide bzw. -hydroxide.. :)
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Also mfür Scanner Aufnahmen isnd die bilder doch top.
Gruß vom Steini
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Das Material sieht nicht gerade ronneburgtypisch aus. Die Stufen erinneren mich stark an das Revier Aue/Schneeberg/Schlema. Es wäre möglich, daß man Material von der Halde 250 aus Schlema dort abgelagert hat.
Mal sehen, was Geomüller dazu sagt.
Glück Auf
Uwe
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Nun, auch ich habe mich bei den Stufen an Schlema (heißt ja seit kurzem wieder Bad Schlema) erinnert gefühlt. Die oberste Stufe hat viel Ähnlichkeit mit einer von mir auf der Halde 207 gefundenen Stufe.
Eine Umlagerung von Haldenmaterial aus Schlema nach Ronneburg erscheint mir aber unwahrscheinlich. Nach meinen Informationen wurde überschüssiges Haldenmaterial aus Schlema in das Borbachtal verbracht,wo einmal ein Golfplatz entstehen soll.
Zur Halde 250 habe ich das hier gefunden:
"Während die größten Halden des Lagerstättengebietes Schlema-Alberoda an ihrem Standort belassen
und saniert werden, wurde die gesamte Halde 250 einschließlich des kontaminierten Aushubes der
Haldenaufstandsfläche vollständig zur Auffüllung in das Deformgebiet Oberschlema umgelagert."
(Quelle: Chronik der Wismut, Kapitel 3.3.1 Seite 8 )
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Hallo Reaktor, uwe, Schluchti, hallo alle,
also zunächst mal zu den Stufen, alle drei sind schon typisch für Ronneburg. Die erste Stufe ist Dolomit, so wie er in Ronneburg häufig vorkam. Die weißen Kristalle auf der zweiten Stufe kann man leider nicht richtig erkennen, wird aber Calcit sein. Die dritte stufe wird auch Dolomit sein wahrscheinlich aus einer Störungszone wie es aussieht, die bronzefarbenen glimmerartigen losen Bestandteile sind Hämatit.
Eine Umlagerung von Haldenmaterial aus dem Erzgebirge nach Ronneburg kann man zu 99,9 % ausschließen. Das restliche 0,1 % ;) kann man so erlären: Es gab in der Nähe des Schachtes Reust (374) eine sogenannte Probezeche in der Erzproben, auch größere von mehreren Tonnen, aus allen Lagerstätten der Wismut zu Versuchszwecken aufbereitet wurden. Die Reste dieser Versuche wurden dann natürlich auf die Ronneburger Halden verbracht.
Eine Umlagerung von Halden aus dem erzgebirgischen Raum hat aber auf andere Weise in Größenordnungen von mehreren Mio. m³ statt gefunden. Und zwar hat man schwach belastetes Haldenmaterial aus dem Uranerzaufbereitungsbetrieb Crossen (bei Zwickau) zu Straßenbauzwecken im Bereich der gesamten südlichen ehemaligen DDR eingesetzt.
Zu dem was Schluchti sagt: Das sogenannte Borbachtal ist eine ehemalige Absetzanlage der Wismut aus des 50er und 60ger Jahren in der Aufbereitungsrückstände (Schlämme) eingespült wurden. Diese Anlage wurde bis ca. 1998 als Absatzbecken (Klärbecken) für untertägige Grubenwässer benutzt. Dieses geklärte Wasser wurde dann wieder nach Untertage als Brauchwasser geleitet. Dieses Wasser kam ja von unter Tage und war entsprechend warm (ca. 26°C), so das der Teich nie zugefrieren konnte, außerdem war dieser Teich ein beliebtes Angelgewässer Sommer wie Winter ;D ;D.
Dieser Teich/Absetzanlage wurde trocken gelegt und tatsächlich mit Haldenmaterial der angrenzenden Halden verfüllt.
Gruß Geomueller
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Besten Dank für die zahlreichen Antworten - endlich ein Rätsel weniger in der Sammlung ;D
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Danke Geomüller, sehr interessant. :D Damit fügt sich wieder ein Stückchen in mein Wismut-Puzzle, welches ich mir gerade zu erschließen suche.