Mineralienatlas - Fossilienatlas

Mineralien / Minerals / Minerales => (Ver-) Fälschungen, Montagen / Fakes, Assemblages => Thema gestartet von: Schluchti am 11 Nov 04, 21:40

Titel: Mineralienfälschungen
Beitrag von: Schluchti am 11 Nov 04, 21:40
So, da ja Peter McSchuerfs verloren geglaubte Mineralienfälschungsliste nach ausgiebigen Sucharbeiten in den Untiefen des WWW wieder ausgegraben und unbeschädigt geborgen werden konnte, hat sie nach einigen kleineren Revisionsarbeiten nach Rücksprache mit Peter erstmal auf meinem Webserver ein Zuhause gefunden:

http://home.arcor.de/marcusjunius/min_/faelschungsliste1.htm
Titel: Re: Mineralienfälschungen
Beitrag von: uwe am 12 Nov 04, 16:41
Sehr interessanter Überblick - Kompliment. Sollte weiter geführt werden, denn die Ganoven sterben nicht aus.

Uwe
Titel: Re: Mineralienfälschungen
Beitrag von: McSchuerf am 12 Nov 04, 17:58
Danke sehr.. :)..und auch nochmal vielen Dank an Schluchti für die 'Restauration' bezügl. persönlicher Daten.. :D ;D

..nun müsste man diese Liste noch fortlaufend ergänzen können. Es empfiehlt sich daher ein Unterbringen im Lexikon..o.k, Stefan?.. ;)

Gruß Peter
Titel: Re: Mineralienfälschungen
Beitrag von: wolfilain am 12 Nov 04, 18:20
Wenn Amehtyst oder Rauchquarz auf 300 - 400°C erhitzt wird wechseln die steine die farbe zu Gelb-braun.
So kommen diese öfters in den handel als Citrin oder Goldtopas.
Ich hab vor einiger zeit selbst so einen stein sozusagen als falsches beispiel erworben.
Es ist erkennbar weil die kristalle dabei teilweise arg leiden.
Einige kristalle zeigen sprünge und brüche die beim erhitzen entstanden sind.
Titel: Re: Mineralienfälschungen
Beitrag von: McSchuerf am 12 Nov 04, 18:27
Hallo wolfilain.. :)

... ja, das wäre so ein Fall, den man dann später noch getrost in die Liste aufnehmen kann.. ;)

Gruß Peter
Titel: Re: Mineralienfälschungen
Beitrag von: der Sauerländer am 12 Nov 04, 18:35
Hi

Letzten Sonntag in Dortmund hatten etliche Rumänen gebrannte Quarze auf dem Tisch. Wirklich schöne Quarzgruppen. Aber halt gebrannt. Tiefschwarz. Für mich ebenfalls Fälschungen, weil kein Hinweis dabei lag.
Warum die Knaller die Teile nicht naturbelassen, ist mir ein Rätsel ???
Titel: Re: Mineralienfälschungen
Beitrag von: wolfilain am 12 Nov 04, 18:37
hm tiefschwarz ?
heist das so in die richtung verkohlt :P ?
weil eigentlich werden die ja heller/gelber durch brennen.
rauchquarz bzw morion kann ja durch strahlung "hergestellt" werden.
Wobei das allerdings auch für andere steine zb topas zählt.  (gamma strahlung)
Titel: Re: Mineralienfälschungen
Beitrag von: geomueller am 12 Nov 04, 19:21
Hallo Sauerländer,

ich weis was Du für Quarzgruppen meinst aus Rumänien, ich habe die auch gesehen zum Tauschtag in Zwickau. Nach mehrmaliger Nachfrage hat der rumänische Händler verraten das sie bestrahlt sind, normal ist es Milchquarz.

Auf einer Seite waren die Quarze komplett mit weißem Dolomit belegt. Zu dem weißen Dolomit wirkt natürlich Rauchquarz besser als weißer Quarz.

Jürgen Geomueller
Titel: Re: Mineralienfälschungen
Beitrag von: der Sauerländer am 12 Nov 04, 19:47
Hi Jürgen

als Milchquarz hätte ich da sofort eine Stufe gekauft. Da war schon was schönes dabei.
Titel: Re: Mineralienfälschungen
Beitrag von: geomueller am 12 Nov 04, 20:05
Hi Wilhelm,

da gebe ich Dir voll Recht, eigentlich waren die Stufen toll, aber eben bestrahlt. Und wenn man sich etwas auskennt war das auch zu erkennen. Wer nur mal so einen schönen Stein in die Anbauwand stellen will, sind das auch attraktive Stücke. Bloß man sollte dann auch als Verkäufer zugeben das sie "behandelt" sind ;).

Geomueller
Titel: Re: Mineralienfälschungen
Beitrag von: McSchuerf am 13 Nov 04, 07:00
Ja, und die in der Mineralienszene 'berühmt gewordenen' bzw. bekanntesten, von Menschenhand bestrahlten Quarze sind die zu Morion 'mutierten' Quarze aus Arkansas!.. ;)..wohl immer noch.. :'(

Gruß Peter
Titel: Re: Mineralienfälschungen
Beitrag von: Collector am 13 Nov 04, 15:12
Seit das Lapisheft zum Thema Fälschungen erschien, sind ja n`paar Jahre vergangen.

Seitdem fing ja der Boom mit China- und Pakistanmineralien an - und da gibts massenhaft Fälschungen.

1. Niemand weiss wieviele der im Handel befindlichen grünen chinesischen Fluorite aus " Hunan " bestrahlt sind ( ein farnzösischer dealer hat die gleichen Stufen einmal beim Bergen und danach beim ersten Aufkäufer gesehen - die Farben waren weitaus dunkler als die der natürlichen Kristalle. Die Farbe verblasst nach einigen Jahren. (bin auch drauf reingefallen, Börse Heidelberg; die von mir gekaufte dunkelgrüne Fluoritstufe ist nun fast farblos.

2. In Pakistan ist der japanische Alleskleber "Elfi " beliebt, hier werden Fluorite und Topase mit Muskovit und ganzen Muskovitpaketen verklebt.

3. Geklebte Topase, Fluorite und Rauchquarz von der Kleinen Spitzkoppe und neuderdings vom Erongogebirge (Namibia) werden in Karibib zusammengeklebt. In der gleichen Werkstatt in Karibib enstehen auch Turmalinmontagen.
Nicht wenige Turmaline sind nachgeschliffen.

4. Auch nicht selten sind Fluoritwürfel zusammen mit Oktaedern, montiert auf Dolomit aus China.

5. Aus Peru mit Quarz- oder Glimmerschiefer verkittete rosa Fluorite.

und vielleicht noch vieles mehr

.................money. money, money let`s the world turn round, let`s the world turn round .......................................

Titel: Re: Mineralienfälschungen
Beitrag von: Collector am 13 Nov 04, 15:28
und dann noch so`n paar Tricks :

Sehr viele der im Handel befindlichen Türkise werden aus tw. minderwertigem Türkismehl aus gemahlenem Türkis mit (????) zusammengebacken und als Rohmaterial für Türkisschmuck verkauft. ( u.a. als " seam turquoise " )

Aber- ich habe auch " Türkisstufen " in Arizona als " natürliche Aggregate (nodules)  "  bis über 10 cm Gröse gesehen, selbst in Tucson als natürlicher Türkis angeboten.

Die gleiche Vermahlungs-Backtechnik scheint man im Iran und in Afghanistan zu kennen, wo Lapislazuli-mehl mit feinstem Pyrit und einem (???-Material)  verbacken wird und als Schleifmaterial in den Handel gelangt.
Vor ca. 4 Jahren habe ich bei einem italienischen Händler in Sainte-Marie selbst Lapis-Kristalle aus diesem Kunstprodukt gesehen, die dann -was dem die Krone aufsetzt - noch stümperhaft auf Gesteinsmatrix aufgeklebt waren.
Was`n Aufwand !

collector

Titel: Re: Mineralienfälschungen
Beitrag von: rheinkiesel am 17 Nov 04, 15:39
Hi,

bin ganz geschockt, das vergällt mir direkt die Freunde an der Sache, weil ich als Neuling ja fast sicher sein kann, irgend einer Fälschung auf den Leim zu gehen.

Letzte Woche habe ich auf der Messe in Stuttgart einen "Glendorit" gekauft, auch wieder so ein Name, der nirgends zu finden war. Der russische Händler hat gemeint es sei eine Pseudomorphose nach Ikait(?) oder Gaylussit - und dank Google-Bildersuche und einem schönen Foto von McSchuerf habe ich jetzt das Teil als "Calcit nach Gaylussit" identifiziert.

Aber es war auch wieder traurig, daß sogar an den Ständen von guten Händlern oft so schreckliche "Edelstein"-Elefanten aus "Sonnenstein" und so ein Mist zu finden war.
Diese Esoterik-Welle hat so viele Seltsamkeiten ins Geschäft gebracht, es ist echt ätzend.

So, das war jetzt mein Einstand hier in dieser edlen Runde.

Grüße Cordula
Titel: Re: Mineralienfälschungen
Beitrag von: McSchuerf am 17 Nov 04, 17:56
Hallo Cordula,

erst mal willkommen hier im Forum!.. ;)..fühle Dich wohl hier! .. :)

Damit aber jetzt nichts durcheinanderläuft, hier nochmal die berechtigte Nachfrage von Philip (slugslayer) und meine Antwort darauf... ;)

http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,713.15.html

...siehe dort die letzten beiden Beiträge..danke.. ;)

Gruß Peter
Titel: Re: Mineralienfälschungen
Beitrag von: uwe am 17 Nov 04, 18:07
Hallo Rheinkiesel,

die Esoteriker habe auch für uns eigentliche Mineraliensammler eine Bedeutung. Denn davon leben die kleineren Mineralienhändler, die von den Käufen der Sammler allein wohl kaum existieren könnten.

Gruß
Uwe
Titel: Re: Mineralienfälschungen
Beitrag von: McSchuerf am 17 Nov 04, 18:14
Hallo Rheinkiesel,

ich muss dem Uwe da völlig zustimmen!... ;)  .. vor 15-20 Jahren allerdings ging's noch völlig ohne diese Esotherik-Welle von heute... :-\

..da gab es noch echte Sammlerbörsen die heute nur noch sehr selten, vereinzelt auftreten. Ich denke da sind dann etwaige Rücklagen wohl so gefestigt, dass das auch ohne Esotherik-Händler gewinnbringend für beide Seiten (Sammler und Mineralienhändler) ablaufen kann.


Gruß Peter
Titel: Re: Mineralienfälschungen
Beitrag von: der Sauerländer am 17 Nov 04, 20:27
Männer von Flake ;D

Direkte Mineralfälschungen ist uns ja Allen ärgerlich klar >:(

Wie ist denn Eure Meinung zu falschen Fundort- Angaben?

Das ist mir hier vor einigen Jahren auf der Börse in Letmathe passiert. Da wollte ein hier bekannter "Name" ne Pyritstufe aus dem Bergwerk(!) Becke-Oese verkaufen. Nicht zu verwechseln mit dem Steinbruch!
Die Grube lag gegenüber und ist 1901 geschlossen worden. Vom Gestein her konnte das garnicht Becke sein. Als ich ihn ansprach, machte er ne Riesenwelle.

Ich mag sowas nicht!!!!!!!!!!!!!!

Also.....Fälschung oder nicht?

Anmerkung: zumindest war die Angabe Pyrit richtig :o 8)

Titel: Re: Mineralienfälschungen
Beitrag von: Galenit am 17 Nov 04, 20:51
Wie schon erwähnt haben die "Esotheriker" zwei Seiten. Ohne geht es manchmal nicht mehr, sicher, aber in den letzten beiden Jahren finde ich hat es auf den Börsen eindeutig überhand genommen!
Teilweise bis zu fast 50% aller Stände!  :o Das ist zu viel für meinen Geschmack...

Das so viele Fälschungen "unterwegs" sind ist sicherlich sehr schade Cordula, aber abschrecken lassen soltest du dich nicht! Selber Sammeln  :D ist des Problems Lösung! Und dann mit Bekannten Tauschen, oder leuten den man trauen kann, um die Sammlung wachsen zu lassen...

...ich versuchs gerade auch so. Meine Sammlung ist noch in den Kinderschuhen, aber TEU!TEU!, bisher habe ich keine Fälschung in meinen Reihen!

:D Habe mich bisher nur noch keinem Sammlerverein angeschlossen, weiß noch nicht so recht was ich davon halten soll.

Glück  Auf!
EOAH
Titel: Re: Mineralienfälschungen
Beitrag von: McSchuerf am 18 Nov 04, 20:38
Hallo EOAH... :)

Zitat
....bisher habe ich keine Fälschung in meinen Reihen!

Bist Du Dir da auch ganz sicher? .. ;D..Denn selbst Sammelprofis wie ich können sich da immer noch nicht ganz sicher sein.. :-\ ;)..oder hast Du alle Deine Stufen ausgiebig untersuchen lassen?.. :D..ggf. auch röntgenanalysieren lassen?

Gruß Peter
Titel: Re: Mineralienfälschungen
Beitrag von: Schluchti am 18 Nov 04, 22:02

Direkte Mineralfälschungen ist uns ja Allen ärgerlich klar >:(

Wie ist denn Eure Meinung zu falschen Fundort- Angaben?

Das ist mindestens genauso ärgerlich und kriminell: Man stelle sich nur den Wertunterschied einer reich besetzten 6x6 cm großen Stufe Roselith von Bou Azzer und Schneeberg vor... Der Unterschied dürfte grob geschätzt annähernd das fünfzig bis hundertfache betragen. 
Titel: Re: Mineralienfälschungen
Beitrag von: McSchuerf am 18 Nov 04, 22:13
kommt ungefähr hin.. ;)..denke ich..
Titel: Re: Mineralienfälschungen
Beitrag von: Schluchti am 19 Nov 04, 00:37
Hehe, deshalb ist meine 6x6 cm Stufe auch aus Bou Azzer und meine 1x1 cm MMs aus Schneeberg...   ::)

(Wobei ich auch schon MMs aus Schneeberg gesehen habe, die eigentlich gar nicht mehr MMs heißen dürften. Das waren dann Nadeln von einem mm Durchmesser und einem cm Länge aus Quarz mit zwei winzigen lila Tupfen von allenfalls 0,5 mm vorn dran (keine Kristalle selbstverständlich). Sehr symbolisch das ganze und auch nicht mehr wirklich nachprüfbar. Sollten trotzdem 8 EUR kosten)  :o
Titel: Re: Mineralienfälschungen
Beitrag von: uwe am 19 Nov 04, 09:01
Fälschungen des Fundortes sind das übelste, was so in den Händlerkreisen auftreten kann. Da sind die Marokkanischen Drusenbastler harmlos dagegen, denn diese Fälschungen lassen sich erkennen. Gegen falsche Fundortangaben ist man jedoch machtlos.

Dabei geht diese Fälschungen relativ einfach. Ich hatte selbst so ein Erlebnis. Auf einen der früheren "Tauschtage" in der DDR hatte ich meinen Tisch neben einen Sammler (oder besser Schwarzhändler) den ich kannte. Er hattte eine schöne handtellergroße Stufe mit Galenitoktaedern von irgend einen spanischen Fundort im Angebot. Nachdem der Dritte gefragt hatte, ob es sich um eine Stufe aus Neudorf/Harz handelt und die betreffenden nach der Verneinung die Stufe schnell wieder zurück gelegt hatten, äußerte mein Nachbar: "Ab sofort ist es Neudorf."  Minuten später war er die Stufe los - übel !

Allerdings läßt sich Erythrin von Schneeberg und Bou Azzer leicht auseinander halten.

Sicher kann man nur sein, wenn man das Stück selbst gefunden bzw. aus einem Stein geschlagen hat, der zu groß ist, um in einen  Rucksack gewesen zu sein.

Glück Auf
Uwe
Titel: Re: Mineralienfälschungen
Beitrag von: Schluchti am 19 Nov 04, 09:14
Ja, da gibt es schon einige schwarze Schafe.

Manchmal kann man zum Glück an der Matrix noch Rückschlüsse auf den Fundort treffen. Deswegen gehen offenbar einige Händler, z.B. bei Proustit dazu über, die Kristalle vollkommen ohne Matrix zu verkaufen.

Zuletzt war bei ebay ein (vermeintlich?) aus Schlema stammendes Proustit-Aggregat angeboten, mit ungewöhnlich großen und reichen Kristallen und das ganze auf weißen Quarz aufgewachsen. Da habe ich auch meine Zweifel, ob das wirklich aus Schlema stammte.       
Titel: Re: Mineralienfälschungen
Beitrag von: geni am 19 Nov 04, 11:31
Hallo an Alle  :)

der allerneueste Hammer:

Händler kauft alte Sammlungsetiketten und legt die zu neugefunden Mineralstufen. Somit bietet er alte
Mineralstufe
mit altem Etikett an, natürlich zu einem sehr hohen Preis. :(

Gruß geni 8)
Titel: Re: Mineralienfälschungen
Beitrag von: berthold am 19 Nov 04, 11:55
Hallo,

Zitat
Mineralstufe mit altem Etikett  an, natürlich zu einem sehr hohen Preis

... noch schlimmer, mit Fotokopie vom alten Etikett  >:(

Gruß

Berthold

Titel: Re: Mineralienfälschungen
Beitrag von: Collector am 19 Nov 04, 12:34
.............oder sogar neugemachte " alte Etiketten "
- vom Grafiker entworfen, auf der Handpresse auf altem Papier (aus alten antiquarischen Büchern ) gedruckt ....

Habe vor 2 Jahren eine alte Ilfelder Manganitstufe mit "Originaletikett " von einem bekannten deutschen Händler erworben. Sehr schönes Etikett: Schwedisches Reichsmuseum, mit handschriftlicher Katalognummer.
Nur - nach Kommunikation mit dem Kurator der min. Sammlung in Stockholm, dem ich das Etikett geschickt hatte:

die Stufe gabs dort niemals und die Etiketten gabs niemals. Obwohl das Etikett echtes Papier und der Druck echt waren:  Das Etikett war eindeutig gefälscht !

Was nicht alles versucht wird, um den Preis in die Höhe zu treiben !

collector
Titel: Re: Mineralienfälschungen
Beitrag von: Philip Blümner am 19 Nov 04, 13:38
Also mit Fundorten ist wohl das einfachste. Ich kenne mich mit den Fundorten
wirklich nicht besonders gut aus, wobei ich auch darauf nicht strengstens achte.
Mir könnte man somit alles auf die Nase binden. Die Matrix ist für FO-Sammler
wichtig, mir würde sie wenig sagen. Ich weiß jedoch zb diesen Sandstein aus
Elmwood, auf dem der Sphalerit, Baryt, Calcit und Fluorit wachsen oder der
Basalt in Indien, in dem sich die Okenitüberraschungen befinden.
Wenn man kein echter Profi ist, wird man sehr oft in die Irre geführt, weil man
einfach einem seriös wirkenden Händler traut, sei es am Fundort, im Internet
oder auf Börsen. Man hat ja auch nicht immer ein FO-Buch zur Hand bzw die Lust,
dort nachzusehen.
Die Kopie der alten Etiketten ist aber wahrhaft eine Schweinerei.

Gruß
Philip
Titel: Re: Mineralienfälschungen
Beitrag von: uwe am 19 Nov 04, 16:55
Der Betrug mit den Etiketten ist für mich neu, obwohl eigentlich naheliegend. Dabei sind Etiketten für mich durchaus ein minerolgisches Sammelobjekt (sieh Bild). Also danke für den Hinweis. Man kann gar nicht mistrauisch genug sein. Bei meinen Etiketten bin ich mir allerdings sicher. Die Preise der dazugehörenden Minerale waren alle recht moderat.

Glück Auf
Uwe

Titel: Re: Mineralienfälschungen
Beitrag von: Collector am 19 Nov 04, 17:14
Hallo Uwe

eine wunderschöne Idee - Etiketten einrahmen. Muss ich kopieren !

Fiel mir übrigens noch ein : ( wie die Frankfurter sagen " Ufpasse ! ")

Besondere Vorsicht bei Etiketten mit adligen Wappen, besonders in Farbe ! Die Amis lieben sowas ganz doll, besonders, wenn dann noch eine Stufe aus Ehrenfriedersdorf dazugehört.


Im übrigen gibts Leute, die mit Eisengallustinte, altem Papier und einer alten Oma ( die noch Sütterlin-schrift beherrscht ) Etiketten erzeugen, die dann 1-2 Stunden unter eine moderate Glühbirne legen,  um dann ganz hervorragende Etiketten zu zaubern, die selbst der Fachmann nicht vom Original unterscheiden kann !
Ich bin immer noch stinkig sauer, dass ich auf sowas reingefallen bin, hat mich Geld gekostet und viel Ärger eingebracht.
In diesem Sinne - aber leider sind das verkaufsfördernde Mittel (sales promotion ).
gruss
collector

Titel: Re: Mineralienfälschungen
Beitrag von: der Sauerländer am 19 Nov 04, 18:07
Männer von Flake ::)

Na, dann seht ihr das ja genau so wie ich.
Von daher lass ich mir IMMER aufschreiben, woher das Teil stammt. Is natürlich auch keine Garantie bei Stücken aus irgendeiner Provinz im wilden Kurdistan :-[    Von China ganz zu schweigen.
Aber wenn mich Einer mit "Sauerländern" vernatzen will, da hat er ganz schlechte Karten.
Beim nächsten Versuch werde ich den Typen nennen.

Gruß aus dem verschneiten Sauerland
Titel: Re: Mineralienfälschungen
Beitrag von: McSchuerf am 19 Nov 04, 18:45
..jedenfalls stammen die meisten falschen Fundortangaben seit einiger Zeit doch schon hauptsächlich aus China..da stimmt ja z.T. nicht mal  die Provinz Hunan z.B. ..da braucht man nur mal in die Lapis zu schauen.. ...jeden Monat wird eine neue Fundorts-Fälschungs-Schweinerei der chinesischen Händler aufgedeckt..da stimmt doch überhaupt kein Fundort, bin ich der Meinung.. >:( :(..daher schreibe ich neuerdings auf jedes Etikett mit chinesischem Fundort ein Fragezeichen dahinter..!!!

Und kaum ein Chinese weiß überhaupt, was er da verkauft..lauter Rätsel und wenn man die anspricht schütteln die nur den Kopf und verstehen kein deutsch! Fast ohne Ausnahme!

Gruß Peter
Titel: Re: Mineralienfälschungen
Beitrag von: uwe am 20 Nov 04, 15:13
Hallo Peter,

Deine Verärgerung über die Praktiken des Chinesischen Mineralienhandels ist aus europäischer Sicht verständlich. Die Chinesen sehen das jedoch aus Mentalitätsgründen nicht so verbissen. In China wird der Stein an sich bewertet. Und wenn man in diesen Stein (muß nicht mal ein Mineral sein) noch etwas hineindeuten kann ist es um so besser. Die Steine haben dann auch individuell ganz phantastische Namen.

Möglich, daß es auch Chinesische Sammler gibt, die vergleichbar mit uns, nach wissenschaftlichen Gesichtspunkten sammeln. Wenn ja, sind das recht wenige. In den letzten 15 Jahren war ich (dienstlich) etwa 50 mal in China. Dabei habe ich nur ein einziges mal - in Changsa - einen Mineralienladen westlicher Prägung gesehen. Schön geformte und gefärbte Steine gibt es dagegen auf jedem Provinzflughafen.

Bei dieser Sicht der Dinge kann man nachvollziehen, daß für Chinesen der Fundort absolut unwichtig ist. Ungenaue Fundortangaben werden sicherlich nicht aus Boshaftigkeit gemacht. Die Chinesischen Händler in Europa wissen natürlich wie wichtig für uns der Fundort ist - im inneren könne sie es jedoch sicherlich nicht verstehen. Die Zwischenhändler in China haben dafür jedoch kaum Verständnis und "Hunan" ist immer gut wenn die Langnasen eben unbedingt wissen müssen woher ein Stein stammt. Selbst wenn Hunan stimmen wird, ist das ist so genau als wenn man an eine Stufe schreiben würde: "Fluorit, Deutschland" (in China sind auch die Provinzen riesig). Ich kann mir auch nicht vorstellen, daß die Fundorte eigene Namen haben.

Das ist auch ein Grund, warum ich trotz meiner guten und engen Beziehungen zum Reich der Mitte keine Chinesischen Minerale in meiner Sammlung habe.

Zai Jian
Uwe
Titel: Re: Mineralienfälschungen
Beitrag von: wolfilain am 20 Nov 04, 15:17
nimm mich mal mit nach china  ;D
Titel: Re: Mineralienfälschungen
Beitrag von: Collector am 20 Nov 04, 16:20
Hallo Uwe

mir ist die "Steinephilosophie" der Chinesen sehr vertraut; zwar nicht nur aus China, aber auch aus Japan (wo ich ein paar Jahre gelebt habe und ständig hinreise). Auch in Japan sind Form, Farbe und Assoziation zu Formen der Natur wichtiger als der Fundort. In Japan kann ein schönes, abgerolltes Gestein aus einem Gebirgsfluss weit mehr wert sein als die schönste Mineralstufe ! Und keinen kümmerts, woher das Stück stammt.

Nicht ganz einverstanden bin ich mit Deinem Kommentar

.....Ich kann mir auch nicht vorstellen, daß die Fundorte eigene Namen haben.



Da wird der liebe Herr Ottens, der wohl der zur Zeit beste Kenner chinesischer Fundstellen für Sammlermineralien ist, nicht ganz einverstanden sein.
Es gibt sehr wohl ganz exakte Fundstellenangaben ( Gruben / Minen, Steinbrüche, Lagerstätten und deren Geologie, etc. ) Besonders in Hunan !
Ottens schreibt ja sogar darüber und hat ein umfangreiches Bildarchiv der bekanntesten Mineralvorkommen.
Allein die Aufnahmen, die er in den bekannten (sic ! ) Flußspatgruben gemacht hat, sind sehenswert .

Ich kenn auch ne ganze Reihe anderer Dealer und Sammler (Amerikaner, Franzosen, ja selbst Chinesen) die ständig in China unterwegs sind und die Fundstellen direkt aufsuchen und die genauen Namen und Bezeichnungen wissen.
(ein guter Bekannter von mir fliegt praktisch alle 2 Monate nach China, er ist ein wandelndes Adressbuch für chinesische Fundorte).
In China gibts ausserdem sehr verlässliche und sehr detaillierte Informationen (u.a. von der geol. Fakultät der Univ. Beijing) zu aktuellen und zu aufgelassenen Vorkommen

Ich möchte auf keinen Fall in den Verdacht eines Werbemittlers machen - aber hast Du schon das neue extra-dicke Lapis-Sonderheft "China" gelesen ? Auch hier sind Fundorte beschrieben.

Die chinesischen Dealer auf den Börsen - ja, das ist ja nun ein ganz anderes Kapitel. Da gibts nicht nur falsche oder garkeine Fundortangaben, aber auch falsche Doktoren und Etiketten von Phantasie-Museen. Diese Dealer kennen nur eins: " money, money, money " . Ich bezweifle, dass auch nur ein Bruchteil von denen jemals an einem chinesischen Fundort waren, auch wenn man da manchmal Märchen aus 1000 + 1 Nacht hört.

gruss
collector
Titel: Re: Mineralienfälschungen
Beitrag von: uwe am 20 Nov 04, 18:31
Hi Collector,

interssant Dein Hinweis zu meinem Zitat, welches allerdings wirklich nur auf meinen privaten Eindrücken beruhte.

Die ganze augenblickliche Misere mit den Chinesischen Mineralen wird schon darauf zurückzuführen sein, daß der normale Chinese zwei Haupthobbies hat: Essen und Geldverdienen.

Als' dann
Gruß
Uwe
Titel: Re: Mineralienfälschungen
Beitrag von: berthold am 20 Nov 04, 18:47
Hallo,

ja, dem könnte man hinzufügen, dass die Chinesen offenbar auch über reiche Ölquellen verfügen, denn fast jede zweite Flußspat-Stufe auf einer großen Börse trieft ja wirklich von Öl.  :'(

Gruß

Berthold
Titel: Re: Mineralienfälschungen
Beitrag von: Ralf am 24 Nov 04, 20:42
Während mit Tinte " verbesserte " Azurite aus China schon ein alter Hut sind, haben die Brüder nun Aragonit blau eingefärbt und verkaufen ihn als Hemimorphit. Ist beim zweiten mal Hingucken jedoch zu sehen. Wurde in München aber trotzdem rasant gekauft.
Titel: Re: Mineralienfälschungen
Beitrag von: Philip Blümner am 25 Nov 04, 09:58
CaF2 und ich haben mal auf der Messe in Fürth oder Nürnberg blauen Aragonit
gekauft, jedoch bei einem deutschen Händler. Dieser Aragonit war aus Lavrion.
Jedoch war er auch als Aragonit bezeichnet, nicht als Hemimorphit.
Ich möchte nur zugern wissen, wo die chinesischen Fluorite u.a. von mir alle wirklich
her sind!
Ist die Färbung von Azurit wirklich so nötig?

Titel: Re: Mineralienfälschungen
Beitrag von: Ralf am 25 Nov 04, 18:50
Das Färben von Mineralien ist aus Sicht der Händler dann notwendig, wenn sie mehr Geld dafür bekommen können. Es ist ebenso notwendig wie zum Kotzen ( tschuldigung ). Beim Tinten wird weniger der Azurit selbst, als vielmehr Teile der Matrix oder bei Schwimmerstufen anhaftende Gesteinsreste, insbesondere in den Zwickeln der Kristalle, gefärbt. So sieht das Ganze schön einheitlich blau aus.
Was Deine Mineralien aus China angeht, so bin ich zwar kein Professor, kenne mich aber mit Chinesischen Stücken einigermaßen aus. Wenn Du Stücke mit Matrix  oder einer markanten Paragenese hast, schick mir mal ein paar Photos. Das eine oder andere Stück lässt sich bestimmt zuordnen.
Titel: Re: Mineralienfälschungen
Beitrag von: Philip Blümner am 25 Nov 04, 19:07
Hallo ralf!

Ja, ich schau mal, ich mach später mal Fotos. Vielleicht lässt sich da was machen.
Vielen Dank!

Gruß
Philip
Titel: Re: Mineralienfälschungen
Beitrag von: Philip Blümner am 26 Nov 04, 18:11
Hallo ralf!

Hier meine Mineralien:

http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,2359.0.html
Titel: Re: Mineralienfälschungen
Beitrag von: der Sauerländer am 26 Nov 04, 22:35
Hi Sluggy

Was Fluorit angeht, schau mal unter...: www.peaktopeak.com  nach. Bob`s Fluorit Gallery.

Ob man mit den genannten Fundorten Allerdings was anstellen kann, sei mal dahingestellt 8)

Titel: Re: Mineralienfälschungen
Beitrag von: Philip Blümner am 27 Nov 04, 13:13
Danke, Beobachter von Flake!

Ich schau die Seite grad durch.
Hm, Wölsendorf liegt aber net im Schwarzwald....habe ihn mal kundgegeben.