Mineralienatlas - Fossilienatlas
Bergbau und Verhüttung / Mining and Smelting / Minería y Fundición => Schlacken, Gläser, Verhüttungsprodukte / slags, glasses, smelting products => Themen zu Schlackenmineralien und -fundstellen, Verhüttungsprozesse etc. => Thema gestartet von: Stefan am 17 Jun 09, 13:29
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Hallo,
ein Kollege hat aus Mehlmeisel in der Oberpfalz zahlreiche hellgrüne "Steine" die dort großflächig auf einem Grundstück und auch See zu finden sind mitgebracht. Einiges deutet auf Glas hin. Merkwürdig ist die großflächige Verteilung im Gelände und dass es sich um 3 mal 3 cm große Brocken (optisch keine Flaschenreste) handelt. Die Brocken sind transparent grünlich, (Farbe original wie die grünen Fluorite aus China) und abgerollt. Das Material wirkt aufgeschmolzen und weißt innere Sprünge auf.
Ist zufällig bekannt ob es dort eine Glashütte gab oder wie das Zeug sonst zustande kam?
Gruß Stefan
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Servus,
am Ochsenkopf-Massiv, d.h. ganz in der Naehe von Mehlmeisel wurden nachweislich Glashuetten, z.B. zur Herstellung von "Paterln" (Rosenkranz-Perlen) betrieben. Eine dieser Huetten war in den letzten Jahren sogar Objekt einer archaeologischen Grabung - hier wurde aus anstehendem Proterobas schwarzes Glas erzeugt.
GA
Harald
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Das Glas ist zwar ungewöhnlich hellgrün, aber die Glashütte muss eh schon vor einigen hundert Jahre betrieben worden sein, da das heute Gebäude angeblich schon sehr lange besteht.
Ich vermute sehr stark, dass es aus einem Verhüttungsprozess stammt. Wenn ich das Material greifbar habe, werde ich mal ein Foto dazu stellen. Evtl. muss ich mal den Geigerzähler dran halten ob nicht auch ein wenig Uran an der Farbe beteiligt ist.
Danke, dann wird es wohl die Ursache sein.
Besten Gruß
Stefan
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Hallo,
im Rahmen meines erneuten Aufenthaltes im kristallinen Grundgebirge (Fichtelgebirge/Frankenwald/Oberpfälzer Wald) habe ich auf der Heimreise mal wieder den Ochsenkopf bestiegen. Dieser Berg war ja schon im Jahr 1990 ein magischer Anziehungspunkt für uns (auch wegen der Empfangsmöglichkeiten der damaligen Westsender schon Jahre zuvor ;)). Nach 23 Jahren hatte ich nun auch mehr Zeit dort (damals mit der Seilbahn hoch und runter) und konnte beim gemütlichen Abstieg die Steinbrüche im Proterobas beobachten. Dort lag sogar noch etwas Schnee! Als bemerkenswerter Lesesteinfund las ich im Geröll direkt an der Straße nahe der alten Steinbrüche ein fast nur aus Epidot bestehendes Gestein auf. Da waren auch winzige Drusen in einem Quarzgang der den Epidot durchbrach mit kleinen Epidotkristallen. (Bild folgt noch). Hier ein paar Bilder von den wassergefüllten Proterobasbrüchen, Schneeresten im alten Bruch und einem Bergbausymbol am Baum ohne Lehrpfad oder anderer Erklärung ?. Sehr interessant!
Literatur: F. Müller "Bayerns steinreiche Ecke", S. 177-178
Gruß vom Conny
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Hallo Conny,
das Bergbauzeichen soll wohl auf die Ausgrabung der Glashütte aufmerksam machen,
in der Proterobas zu Glas für die Herstellung von Knöpfen verarbeitet wurde.
http://www.wohlfuehlregion-fichtelgebirge.de/Projekte/Zeitreise/GlashuetteProterobas.aspx