Mineralienatlas - Fossilienatlas

Mineralien / Minerals / Minerales => Allg. Diskussionen Mineralien / General discussions minerals => Thema gestartet von: UlrichW am 17 Jun 09, 21:25

Titel: Sammlungsauflösung
Beitrag von: UlrichW am 17 Jun 09, 21:25
Hallo zusammen,

ich möchte mal eine Diskussion anregen, die mich augenblicklich brennend interessiert.

Es geht um folgendes: Nehmen wir einmal an, ich wollte meine Sammlung abgeben, sprich verkaufen. Dann gibt es da mehrere Wege.

Zum Ersten wäre da ein Inserat in Lapis und Co.
Das führt letztendlich dazu, daß man vielen Anrufern erklären muss um was es geht, und was zum Verkauf steht. Naturgemäß versuchen Einige das Schnäppchen des Jahrhunderts zu bekommen, Eine Sammlung für 10% ihres Wertes zu verkaufen halte ich gelinde gesagt für eine Frechheit! Andere wollen nur Rosinen picken. Daß dabei die besten Stücke schnell ihre Liebhaber finden werden ist sicher möglich, aber der Rest, sagen wir mal die Basis einer Lokal/Regional/Systematik-Sammlung bleibt liegen, trotz guter Qualität. Viele Sammler werden sich auch insgeheim sagen: Na der verkauft doch nur große Pakete, das kann ich mir aber nicht leisten.

Der daraus folgende Weg ist der über Ebay.

In Ebay muss man viel Aufwand betreiben für relativ geringe Umsätze. Desweiteren wiederstrebt mir der Gedanke der hinter Ebay steht: Unbedingt das letzte Quentchen aus einem Verkauf rausquetschen bzw. darauf zu hoffen, daß sich einige Bieter gegenseitig in absurde Preisregionen bieten. Umgekehrt läuft es mir kalt den Rücken runter, wenn ein Top-Stück für 1 Euro den Besitzer wechseln muss, nur weil gerade Fussball im Fernsehen ist. Das hat meiner Meinung nach nichts mit dem Hobby zu tun, sondern ist reine Geldschneiderrei auf Basis niedrigster Instinkte. Ebay...ohne mich.

Ok, dann bleibt noch die Möglichkeit sich selbst auf Börsen zu stellen. Aus eigener Erfahrung, die liegt allerdings gut 10 Jahre zurück, ist das mit enormen Kosten (Anreise, Übernachtung, Tischmiete) und fraglichen Erlösen verbunden, zumal dann, wenn man die Preise nicht an die augenblicklichen Trends anpassen sondern "Sammlerpreise" verlangen will.. Auch der Aufwand ist nicht ohne! Ausserdem gibt es nicht soviele Börsen, die ein interessiertes Publikum anziehen, und in einer Halle mit Schmuck und Esotherik zu stehen ist nicht mein Ding. Trotzdem gibt es sicher einige wenige Börsen, die man so besuchen könnte.

Zu Guter letzt gibt es dann noch die Möglichkeit die Sammlung via Internet zu verkaufen. Z.B. würde ja gerade hier im Forum dazu eine Möglichkeit bestehen.
Was macht man aber, bei ca. 8-9000 Stufen und Kleinstufen (ca. 10% größere Stücke ab 4*5 cm, 65 % Kleinstufen und 15% Micromounts, resp. das was in ein Micro-Döschen rein passt). Von jedem ein Foto zu machen ist müßig. Aber z.B. eine Lokalsammlung als Liste anzubieten macht auch keinen wirklichen Sinn, denn unter "Chloanthit, 371 Mine, Hartenstein" kann man sich alles mögliche vorstellen. Das Stück aber zu beschreiben wäre bei diesem Stück vielleicht noch möglich, aber bei 8000?

Dann ist da noch die Problematik, daß man ja eigentlich möglichst viel "aus dem Haus" haben will. Aus rein finanzieller Sicht, wäre ja das Anbieten nur der Top-Stücke vielleicht noch sinnvoll, aber was sind Top-Stücke, und für wen? Und was macht man mit dem Rest, wobei der Rest alles andere als "Börsenware" ist sondern meist nur entweder nicht wirklich das Beste vom Besten oder vom Mineralnamen/Fundort her nicht die allererste Wahl.

Es gibt also verschiedenste Wege, aber welchen sollte man gehen?

Ich fände es toll, wenn mal jemand dazu aus seiner Sicht, sowohl die Erwartungen als "Verkäufer" als auch die Erwartungen als "Einkaüfer" schildern könnte.

So, soviel vorerst aus meiner Feder,

Glück auf
Ulrich



Titel: Re: Sammlungsauflösung
Beitrag von: uwe am 17 Jun 09, 22:00
Ich will zwar meine Sammlung nicht verkaufen, aber ich würde diese grundsätzlich nur komplett abgeben. Wer die Topstufen haben will, muß auch das andere übernehmen. Natürlich ist die Preisverhandlung hier etwas schwieriger, sollte aber dennoch letztendlich für beide Seiten zum Erfolg führen. Immer noch besser als e-bay.

Ich würde weiterhin meine Verkaufsabsicht in bekannten Sammlerkreisen sowie in den Foren bekannt geben. Irgend wer kommt dann schon.

Gruß
Uwe
Titel: Re: Sammlungsauflösung
Beitrag von: Mineralroli am 17 Jun 09, 23:00
Hallo Ulrich
Da ich selbst  Käufer wie Verkäufer bin möchte ich das mal aus meiner Sicht erklären.
Zitat
Zum Ersten wäre da ein Inserat in Lapis und Co.
Klar das Interessenten sich erkundigen und das auch müssen.Versetz dich mal in die Lage des Käufers.
Bevor man sich ins Auto setzt möchte man schon wissen was einem erwartet, was für Sammelgebiete vorhanden sind
und was es kosten sollte.Schließlich muß ein Käufer kalkulieren und seine Gewinnrprognosen planen (keiner schafft um sonst).
Auch den Preis zu drücken ist bei einer Gesamtabnahme normal denn schließlich kommen noch Aufschläge hinzu und die müssen noch
akzeptabel sein wenn der Käufer nicht auf der neuen  Ware selbst sitzen bleiben will.
Wenn z.B. 80% der Sammlung gut sind kann man 20 % noch mitnehmen.Wenn es aber umgedreht ist bleiben halt nur die besagten Rosinen.
Dennoch bleibt immer ein Risiko eine längere Autofahrt um sonst zu machen da der Sammler wieder einmal seine Sammlung schöngeredet hat.
Zitat
Der daraus folgende Weg ist der über Ebay.
Nun ja, ohne Aufwand kein Gewinn, ohne Mühe keinen Lohn und wer für 1 Euro einstellt , so ist er selber schuld.Alles hat seinen Preis und ich setze
immer den Minimalpreis an.Nach oben keine Grenze (logisch) aber wenn der Minimalpreis geboten wird ist es ok.Man braucht dann auch keinen Strohmann.
Zitat
Ok, dann bleibt noch die Möglichkeit sich selbst auf Börsen zu stellen.
Mit den Börsen verhält es sich wie mit ebay.Entweder Standgebühr oder Einstellungsgebühr.Umsonst ist nichts.Nichtmal der Tod.
Nur warten das da Einer kommt, nicht vorher fragt und alles mitnimmt und zur maximalen Preisvorstellung das wird nicht funktionieren.
Zitat
Zu Guter letzt gibt es dann noch die Möglichkeit die Sammlung via Internet zu verkaufen. Z.B. würde ja gerade hier im Forum dazu eine Möglichkeit bestehen.
Hier im Forum ? glaube ich nicht.Es sind viele Anfänge hier (Sorry,soll kein Vorwurf sein und das waren wir alle mal) aber dieser Kauft keine große Sammlung sondern
versucht es zuerst mit Eigenfunden oder Informationen aus der Gemeinschaft zu bekommen und zu  sammeln.
Mein Tipp ist,  mit etwas Ausdauer die Geschicke selbst in die Hand zu nehmen und die Verkäufe organisieren oder die Sammlung in Teilbereiche zerlegen.
Es dauert zwar etwas länger bringt aber den maximalen Erfolg.
Titel: Re: Sammlungsauflösung
Beitrag von: Collector am 17 Jun 09, 23:37
Hallo Ulrich, aberganz besonders Mineralroli,

ich habe Mineraralrolis Kommentar aufmerksam gelesen und stimme 100% zu.
Ich bin seit über 50 Jahren Sammler, war nie Händler, habe aber nicht wenig ge- und auch verkauft.  Irgendwie musste ich meine diversen Sammlungen finanzieren.

Im Laufe meines Sammlerdaseins habe ich zwei Sammlungen verkauft. Zufriedenstellend für beide Seiten. Einmal eine Sammlung mit 6.500 Systematik- und ca. 1.500 mehr oder weniger Schaustufen. Ohne Mikros. Die zweite Sammlung war Deutschlands größte Fluoritsammlung plus eine sehr schöne, ca. 500 Stufen umfassende Schausammlung.

Beide Sammlungen gingen weder über Lapis, noch über private Angebote, noch über ebay. Beide Sammlungen gingen mit Handkuss ins europäische Ausland.

Und genau das ist es Ulrich, , was mir bei Deinen Überlegungen gefehlt hat: Deutschland ist nicht unbedingt der richtige Marktplatz für Mineralien, und besonders nicht für umfangreiche Mineraliensammlungen.

Wie Mineralroli sehr richtig bemerkte, ist der hiesige Mineralienatlas wirklich nicht der optimale Platz, eine Sammlung zu verkaufen, da nun mal Anfänger und 11-jährige kaum die Mittel und noch weniger die Kenntnis haben, den wissenschaftlichen oder reellen Wert einer Sammlung einzuschätzen.
Ebay - alles wurde schon gesagt. Bis auf ganz wenige Ausnahmen: Primitiv wie RTL und Pro-7, Abzocke, Idiotenbörse und sehr oft unterhalb der Schamgrenze. Seriöse Käufer klicken nicht mal an. Und das alles bei einem unverhältnismäßig riesigem Aufwand.
Lapis: Hier hast Du zwar die Distribution und Ansprache an x-tausend Abonnenten, aber richtige Käufer oder Zielgruppe: Nein.

Börsen: Mühselig, teuer, aufwendig, viel stehen für nix, handeln um 50 Pfennig. Nix für 8000 Stufen.

Was bleibt ?

*Da kannst die Sammlung einem guten Händler in Kommission geben. Betonung liegt auf gut, da Du keine Kontrolle über dessen Verkaufspreise hast. Und unter Umständen sehr zeitaufwendig.
*Wenn Du gut verdienst und viel Steuern zahlst, kannst Du Deine Sammlung an ... stiften und ggf. über Spendenbescheinigung steuerlich absetzen.
* Und auf jeden Fall: Nicht wenige ausländische Dealer (Händler) suchen ständig, Sammlungen zu kaufen (im Gegensatz zu deutschen Händlern). Dominierened sind dabei Händler aus den USA, England und Spanien. Ich hatte, als ich meine Sammlungen verkaufte, an die 10-12 Händler innerhalb von 2 Wochen bei mir zuhause, zwei davon haben 2x gekauft. Zu Dir kommen sie auf jeden Fall. Das erspart Dir Fotos, Beschreibungen etc.

Wichtig ist, dass Du den Wert Deiner Sammlung realistisch einschätzt. Faustregel: Aktueller Marktpreis einer Stufe (oder was Du bezahlt hast) minus 70%.. Dann kommst Du ins Gespräch. Alles andere ist illusorisch. Du wirst niemals soviel für eine Stufe bekommen, wie Du dafür bezahlst hast. Es sei denn, Du hast was ganz besonderes.
Und das musst Du halt selber wissen. Orientieren kannst Du Dich an den überwältigenden Angeboten der etwa 20 besten Dealer im Net.

Wenn Du in er Lage bist, einen präzisen Abstract, e.g. eine Kurzbeschreibung zu Deiner Sammlung zu schreiben (Menge, Art, A-B-C-Mineralien, Höhepunkte, Schwerpunkte, etc.) kannst Du das in einem sehr kurzen TZext als Angebot benutzen. Namen potentieller Käufer stelle ich Dir gerne zur Verfügung. (PN)

Besten Gruß
collector


Titel: Re: Sammlungsauflösung
Beitrag von: UlrichW am 18 Jun 09, 00:52
Hallo Collector,

nun, ganz so hochwertig wie deine Sammlung ist die Meine sicher nicht. Trotzdem hat mich dein Posting sehr zum Nachdenken angeregt. Ich danke Dir sehr herzlich dafür, das muss ich mir wirklich mal durch den Kopf gehen lassen.

Mein Problem ist aber, daß es sich in der Mehrheit der Stufen um Kleinstufen handelt. Ich bin mir überhaupt nicht sicher, ob Kleinstufen überhaupt gescheit handelbar sind.


Glück auf
Ulrich
Titel: Re: Sammlungsauflösung
Beitrag von: cmd.powell am 18 Jun 09, 02:31
Hallo UlrichW

Ich musste mehr oder weniger Tatenlos mit ansehen, wie der - inzwischen vorletzte - VFMG-Vorsitzende Horst Welzel seine Sammlung nahezu verschenkt hat. Leider hatte er das Problem, das er aus gesundheitlichen Gründen die Sammlung relativ schnell und möglichst komplett loswerden wollte. Unter solch einer Prämisse, schnell und im Stück, kann man eine Sammlung eigentlich immer nur weit unter Wert verkaufen - das sollte jedem klar sein. Sich auf Börsen zu stellen oder per Internet, Zeitung oder sonstwie zu inserieren, Fotos zu machen und all die anderen Mühen aufzunehmen, ist letztlich die einzige Möglichkeit, die Sammlung zumindestens Wertnahe los zu werden. Nun sind die Mehrzahl aller Sammlungsverkäufe, insbesondere die eher kleineren und nicht unbedingt "schaustufenträchtigen", eher "ad hoc" Verkaufe und gehen damit unter Wert weg. Daher solltest Du Dich vielleicht erstmal selber fragen, ob Du die Sammlung einfach nur los werden willst bzw. in Sammlerhänden wissen willst (was oft der Fall ist), oder ob Du damit - nicht böse gemeint - Geld machen willst. Im ersteren Fall würde ich die Sammlung komplett z.B. in Lapis o.ä. anbieten mit kurzer Beschreibung, um was es sich handelt mit dem Hinweis auf nähere Informationen bei Kontaktaufnahme. Im zweiten Fall kommt viel Arbeit mit Fotos machen etc. auf Dich zu. In ersten Fall schreibst Du eine Preisvorstellung dazu mit Verhandlungsbasis davor und gut gewesen. Im zweiten Fall wirst Du ja sehen, was passiert, aber mal bei anderen Händlern oder Verkäufern schauen, was die für vergleichbares Material nehmen kann helfen.
Was Dir auch klar sein sollte: Einzelstücke können sich eher mal Sammler leisten, eine Sammlung mal eben für, sagen wir mal 20000 Euro (was übrigens Welzels Angebot für seine komplette Sammlung an mich war) zu kaufen, kann kaum jemand, eigentlich nur Händler !

Ich hoffe, meine Ausführungen konnten Dir etwas helfen.

P.S.: Die internationale Seite von ebay bietet die Möglichkeit, einen "reserve-Preis" einzurichten; Dabei kann man die Auktion bei einem Euro starten lassen, gibt aber gleichzeitig einen Reserve-Preis von z.B. 15 Euro an. Bleiben die Gebote unter 15 Euro, ist der Verkäufer nicht verpflichtet, den Artikel zu verkaufen. Bietet jemand mehr als den Reserve-Preis, so springt das Gebot automatisch auf den Wert des Reserve-Preises, in unserem Fall 15 Euro - auch wenn die Gebote noch deutlich darunter lagen  - und der Verkauf ist gesichert. Die Auktion läuft natürlich bis zum festgelegten Termin weiter und es können natürlich auch noch höhere Summen geboten werden. Hab ich schon ein paar mal gemacht und erspart einem "Ghost-Bieter" und evtl. Schweißperlen auf der Stirn  ;)
Titel: Re: Sammlungsauflösung
Beitrag von: franksch am 18 Jun 09, 07:53
Hallo UllrichW,
als Verkäufer einer ganzen Sammlung mit 8.000-9.000 Stufen würde ich einzelne Lots nach Fundregionen aufteilen, was bei einer Systematiksammlung jedoch schwierig oder unmöglich ist. Hat halt den Vorteil, das z.B. 10 einzelne Lots zu je EUR 2.000,- vermutlich leichter einen Käufer finden als 1 Lot zu EUR 20.000,-
Als Kaufinteressent weiß ich dann schon genauer, was mich erwartet- also z.B. nur Hopffeldboden und nicht nur ein bischen Hopffeldboden und viele Stufen aus nn, die mich eigentlich gar nicht interessieren. Interessierte Sammler nehmen dafür dann auch eher in Kauf, dass sie den kompletten Hopffeldboden nehmen und nicht nur die Raritäten.
Meines Erachtens ist eine umfangreiche Beschreibung am Telefon oder im Internet eh nur eine subjektive Einschätzung des Verkäufers. Was für den einen super Ausbildungen oder Seltenheiten sind, muss es für den anderen noch lange nicht sein. Eine persönliche Sichtung ist bei einem doch nicht so kleinen Verkaufspreis unabdingbar, um spätere Enttäuschungen zu vermeiden.
Den Weg über eBay würde ich nicht wählen, um eine komplette Sammlung abzugeben. Wer bei eBay schaut, sucht i.d.R. Schnäppchen und ist nicht bereit, viel zu bezahlen. Ich nehme mich persönlich noch nicht einmal davon aus. Jedoch gibt es natürlich auch hier Ausnahmen. Ohne aussagekräftige Fotos kann man das aber eh vergessen und Fotos von tausenden MM's zu machen, kostet auch viel Zeit und lohnt daher nicht.
Zum Schluß würde ich das Interesse an MM's bzw. KS doch nicht für so gering einschätzen. Um bei den Hopffeldboden zu bleiben: ich habe noch nicht von vielen Schau- oder Vitrinenstufen von dort gehört. Mich persönlich würden auch eher MM's bzw. KS interessieren (Platzproblem) und wenn sich gleich ein ganzes Lot mit 1.000 Stufen oder mehr anbietet, stellt sich mir da auch überhaupt keine Frage.
Ich wünsche Dir eine erfolgreichen Verkauf!

Mit freundlichen Grüßen aus Berlin
franksch
Titel: Re: Sammlungsauflösung
Beitrag von: anatasi am 18 Jun 09, 08:32
Hi Ulrich (und die anderen),
danke für die bisherige absolut seriöse und in den Einzelheiten völlig zutreffende Diskussion.
Insbesondere eines kann ich bestätigen. Ganze Sammlungen, auch und besonders im MM- und Kleinstufen-Bereich werden (auch in Deutschland) sicher gekauft - ich gehöre zu denen, die sowas machen. Der zeitliche und finanzielle Aufwand für den Wiederverkauf und gleichzeitig das teilweise Einordnen in die eigene Sammlung ist aber wahnsinnig hoch.
Ich spreche aus Erfahrung.
Da muss nämlich wirklich jedes einzelne Stück angeschaut, überprüft, ev. neu analysiert, taxiert, ev. fotografiert, auf Börsen (manchmal jahrelang) angeboten, im Internet oder ebay eingestellt werden, von der Verkaufsabwicklung ist dabei überhaupt noch nicht gesprochen
Stand - und Einstellungsgebühren, ebay- und PayPal-Kosten, 19 % Umsatzsteuer (!!) und vieles andere mehr kommt hinzu.
Dies alles führt auch meiner Meinung (und Praxis) nach dazu, dass du tatsächlich bestenfalls ca. 30% des Einkaufswertes erlösen kannst. Alles darüber hinaus wäre reines Glück. Nur bei Einzelstücken kannst du ev. mit Gewinn rechnen, aber dann bleibst du auf dem großen Rest sitzen.
Glück Auf
anatasi
Titel: Re: Sammlungsauflösung
Beitrag von: caliastos am 18 Jun 09, 08:50
es gibt aber auch den fall, dass du bei ebay 100-200% des wertes bekommst oder nicht mal das startgebot von 1 euro. dieser markt verhält sich nicht logisch und sollte mit den 30% nicht verglichen werden.

das beste ist wirklich flats und einzelstücke abzugeben, trot arbeit. von den 30% bin ich selber kein freund. grund: selbst 50-70% des kaufpreises ist ein schnäppchen. möglichst billig ist gut, aber man sollte schon einen angemessenen betrag zahlen und nicht nur möglichst billig was haben wollen. jemand der sagen wir die 30% zahlt und nachher zu einem preis, der 20% über deinem kaufpreis liegt wieder verkauft, der will nur geld machen. ein richtiger sammler und kein schnäppchenhai und preisschinder zahlt immer vernüftige preise. und da gibt man ein stück lieber an jemand ab, der es auch wirklich will und zu schätzen weiß.

das ist aber nur mir einzel- oder flatverkauf möglich. alles auf einen schlag ist ein verlustgeschäfft für den sammler. und meist geht so eine sammlung wieder an händler, die teilweise richtig gut daran verdienen, da die sammlung, plötzlich das 3-4 fache bringt. nicht anders ist es bei manchen sammlern.
bevor man sowas macht dann doch lieber verschenken oder halt... auf den müll.
Titel: Re: Sammlungsauflösung
Beitrag von: giantcrystal am 18 Jun 09, 11:41
Warum muß die Sammlung eigentlich immer verkauft werden ??

Als Sammler sollte man sich einmal fragen, warum man eigentlich sammelt. Dafür gibt es verschiedenste Gründe, zu den wichtigsten zählen aber mit Sicherheit die Freude am Sammeln und beim Betrachten der Stufen, die eigenen Erlebnisse beim Sammeln im Aufschluss und bei den damit einhergehenden Reisen, der Austausch (Mineralien, Erlebnisse, nettes Miteinander) mit anderen Sammlernm, Freude an den Schöpfungen der Natur und letzthin vielleicht auch noch ein wissenschaftlicher Anspruch.

Ganz selten liegt der Grund aber in der Schaffung einer Wertanlage (auch wenn die eigene Sammlung durchaus einen beträchtlichen Wert darstellen kann)

Wenn also im allgemeinen der wesentliche Grund des Sammelns nicht der pekuniäre ist, warum sollte man dann seine Sammlung nicht im fortgeschrittenen Alter oder einfach auch nur bei Interessenwechsel an geeignete andere Sammler "weitervererben" ? Vielleicht für einen angemessenen Obolus, aber zumindestens zu einem durchaus erschwinglichen Preis ?

Im Herbst 2007 habe ich zum Beispiel für 1500.- Euro eine alte und recht große Systematiksammlung auf diese Weise "geerbt" und dabei dem alten Herrn versprochen, diese - soweit möglich, letzthin war es dann etwa ein Drittel - in meine eigene Sammlung einzuarbeiten. Was ungefähr: anderthalb Jahre gedauert hat und viel Arbeit war !. Einige wenige Stufen habe ich verkauft, um die Kosten für die Sammlung wieder herein zu bekommen. Den Rest - durchaus viele gute Stufen, die aber nicht in meine eigene Sammlung passen - habe ich an ein in Aufbau befindliches Mineralienmuseum in meiner Nähe abgegeben.

Auf diese Weise ist - denke ich - allen Seiten geholfen und der alte Herr hat die Gewissheit, das seine Sammlung (zumindestens in großen Teilen)  bei einem Mitsammler oder in einer öffentlich zugänglichen Sammlung "weiterlebt", geschätzt  und gepflegt wird.

Wenn es an der Zeit ist, werde ich wohl mit meiner Sammlung ähnlich verfahren. Die Schwierigkeit dabei ist allerdings zugebenermaßen oft, einen richtigen Nachfolger für seine Sammlung zu finden.

Glück Auf

Thomas
Titel: Re: Sammlungsauflösung
Beitrag von: Gerhard am 18 Jun 09, 13:16
Hallo Ulrich
Ich habe mir diese Frage auch schon gestellt ---WAS IST WENN................--
Diese Frage kam für mich plötzlich ,als ich durch Zufall eine Sammlungsauflösung durch einen Todesfall miterlebte.........
wo das meiste einfach so beseitigt wurde. Einige Stücke erhielt ich fast geschenkt ,ich jedenfalls bewahre sie in
EHREN auf, und für mich ist klar --so wie ich sie erhalten habe gebe ich sie auch einmal weiter ,obwohl ich heute weiß,
das diese Stufen -ETWAS WERT -sind.
Aber doch noch etwas zum Sammeln: Es ist doch ein Inbegriff Von Hobby -Leidenschaft-Sucht zum Aufbewahren von
Dingen. Bei uns sind es Steine und Mineralien.
Und warum sammeln wir ? Es ist Freizeitbeschäftigung-Sammelspaß-aufspüren und bergen-bergbauliches Interesse mit
einer Nachweisführung-ästhetische Faszination für die Schönheit von Kristalle usw.
aber Sammeln ist auch Spekulation und Wertanlage und Ausdruck von kulturellen und privaten Reichtum.
----- Das ist doch der Kern der Frage, denn jeder kann das nur für sich selbst entscheiden ,was er mit dem Sammler-
ergebnis macht !
Für mich jedenfalls zählt immer ein Erfolgserlebnis wenn ich auf Tour bin,und dazu gehören nicht nur Superstufen.
Ich freue mich ,wenn ich etwas gefunden habe, was andere vielleicht noch nicht haben oder noch nicht fanden.
Der Aufwand zählt nicht --- dafür ist es mein Hobby--
Der Mensch ist und bleibt Jäger und Sammler. Jeder sammelt irgentwas (Kleider,Schuhe,Kugelschreiber,Knöpfe usw
Für mich ist das Hobby -Mineralien  bergen und sammeln ein Erhalt ,Nachweis von Natur und Berbaugeschichte
und auch geologischer Geschichte. Mineralien haben eine eigene -Seele- ein Wunder was die Erde vollbracht hat
Für mich allein bin ich zu der Erkenntnis gekommen
--wenn ich etwas verkaufe von meiner Sammlung(95% Eigenfunde)dann kämen Neusammler in Betracht und zu ganz
fairen Preisen (ohne Aufwand Nutzen denken)
-- ein verschenken weniger "guter" Nachweisbelege
-- oder wenn ich das Hobby aufgebe dann käme eine Dauerleihgabe an Mineralienkabinette zB Geologieschulen
in Betracht. Möglich sind viele Varianten nur eine nicht --auf den Müll entsorgen-


Gruß Gerhard
Titel: Re: Sammlungsauflösung
Beitrag von: miami am 18 Jun 09, 19:31
Hallo Ulrich,

grundsätzlich kommt es auf die Qualität der Stufen an. Aber nur die Qualität zaählt wirklich ( egal ob Regional oder International )!!!
Die Qualität deiner Sammlung musst du selber einschätzen können. Bei entsprechender Qualität wirst du die Sammlung problemlos verkaufen können (auch wie vorher angesprochen nach Amerika).

Ich stelle eine Kalkulation als Käufer vorurteilsfrei auf.
Meine Sammlertätigkeit ca. 25 Jahre, seit einigen Jahren auch Kauf.
Sammlungsgebiet Region, Alpin und international Stufen mit Ästhetik.
Als Gesamtpaket angenommen 8-9000 Stufen währe das eine Summe von 9000€ bei einem Stückpreis von 1€/Stück.
Da wirst Du aufheulen ( bei Stückpreis 1€ ), aber auch ich würde ähnlich empfinden, da ja auch die Sammlungsdöschen nicht billig waren, und von den Mineralien erst gar nicht zu sprechen.
Aber die Realität ist das  ein durchschnittliche Europäer 1850€ brutto/ Monat. verdient .
Und wie lange muss man sparen bis man 9000€ netto zu Verfügung hat?
Aber Angebot und Nachfrage regelt sich selbst.
Meiner Meinung nach wahr die Blütezeit des Mineraliensammels in den 70-iger Jahren.
Hochgerechnet bedeutet das für mich das diese in den 70-iger Jahren aufgebauten Sammlungen alle sehr bald Herrenlos sein werden!!!
Wenn ich mich in den letzten Jahren auf Börsen umgesehen habe bestätigt sich meine oben genannte These.
Ich denke falls Dir jemand die komplette Sammlung abnehmen würde währen auch Deine verachteten 10%-Schnäppchen Jäger ok.

Gruß

miami
 






Titel: Re: Sammlungsauflösung
Beitrag von: caliastos am 18 Jun 09, 21:13
also insgesamt würde ich das weggeben einer sammlung wie folgt lösen, und zwar altersabhängig:

sagst du dir: meine letzten 10 jahre will ich ohne sammlung verbringen, dann finde ich hast du folgende möglichkeiten:

a) du willst nochmal auf den putz, dann verkauf die sammlung gesamt und nimm das beste angebot an, auch wenn die dich gnadenlos übern tisch ziehen
b) sagst du, auf geld lege ich nicht viel wert, dann schau, dass die sammlung in vernünftige hände kommt, egal welcher preis
c) wenn du es nicht eilig hast kannst du das auch anderen überlassen

was mich an den gesamtverkauf stört oder an dem rosinenpicken sind die $-zeichen im hinterkopf der käufer. was ich von manchen händlern kenne ist die aussage: mehr als xy will ich nicht zahlen, ich will ja auch noch verdienen. dieser preis xy sei z.b. 10€. gewollt hättest du 20€, hast das stück aber dennoch abgegeben. und 2 wochen später siehst du es im laden zu 35€ angeboten. hatte ich vor paar jahren schon zwei mal und seither sage ich mir: den preis nenne ich, und wenn ich warten muss. wenn ich jetzt diese stufe kaufen will, dann müsste ich 15€ mehr zahlen als ich ohne den händler gezahlt hätte. so freut sich nur der händler. verkäufer und potentielle kunden ärgern sich. ohne den schritt hätte sich beide gefreut.
allerdings gibt es auch genug sammler die so vorgehen. und das ist es was stört. wirklich faire geschäfte für beide seiten sind schwer. was es auch noch schwer macht ist die handelsfaulheit. keienr ist bereit zu handeln. der preis der steht gilt, keine entgegenkommen. aber genauso gut kannst du vhb sagen und niemand macht dir nen preisvorschlag, wenn ihm dein preis zu hoch ist. halt kompliziert das ganze.


also wenn du keinen großen wert auf geld legst, dann verkauf die sammlung so, wie du es für richtig hälst und verschenke ruhig etwas und sei großzügig. andere freuen sich sicher drüber. wenn es schnell sein muss, du aber geld brauchst oder schnell willst, dann mußt du in den sauren apfel beißen.
persönlich wäre das für mich nur die allerletzte wahl.
Titel: Re: Sammlungsauflösung
Beitrag von: UlrichW am 18 Jun 09, 22:42
Hallo Leute,

also mal gleich vorweg: Ich bin 47, sammel seit knapp 31 Jahren und werde eines ganz sicher nicht machen: Leute befriedigen, die Caliastos so schön mit den $-Zeichen beschrieben hat. Ich habe diesen Thread eröffnet, um mal zu erfahren wie die Szene für den Fall der Fälle so tickt. Schließlich habe ich keinerlei Erfahrung im Umgang mit Verkäufen dieser Größenordnung.

Ich muss irgendwie Caliastos Recht geben, es scheint als hätte er geschrieben was ich denke. Aber was noch erstaunlicher ist, ist die Tatsache, daß je mehr man sich mit dem Thema "Sammlungsauflösung" beschäftigt, desto mehr wächst sie einem doch ans Herz.

Ich denke ich werde noch eine ganze Weile darüber nachdenken müssen.

Trotzdem nochmals vielen vielen Dank für die rege Teilnahme an der Diskussion und

Glück auf
Ulrich

Titel: Re: Sammlungsauflösung
Beitrag von: Embarak am 18 Jun 09, 23:18
Hallo,alle zusammen!
Ich bin überrascht über die angeregte Diskussion zu diesem Thema ! Ich dachte schon,ich sei der Einzige,der sich die Frage stellt ,was später mal mit der Sammlung
geschieht.Die Frage beschäftigt mich schon länger, spätestens seit mir klar wurde,daß meine Tochter meine Begeisterung für Mineralien nicht teilt,also nicht in der
Lage wäre,die Sammlung - in Einzelstücken oder komplett - zu verkaufen,ohne über den Tisch gezogen zu werden.

Ich kaufe nicht nur bei ebay,sondern auch auf Börsen und häufig bei einem großen Berliner Händler.In den letzten Jahren ist auch mir aufgefallen,daß dort zunehmend
Komplett-Sammlungen aus den 60ern und 70ern  im Sortiment auftauchen.Die Tatsache,daß ich in diesem Fundus häufig echte Schmankerl für einen guten Preis
erwerben kann,deutet darauf hin,daß für die komplette Sammlung dem Verkäufer nicht viel gezahlt wurde.
Die Einschätzung,daß der Erlös nur 10-30% des Anschaffungspreises einbringt,halte ich für realistisch.Als Kapitalanlage war meine Sammlung allerdings auch nie geplant.
Im Augenblick würde ich gute und leicht verkäufliche Stücke über ebay verhökern,wobei eine gute Präsentation der halbe deal ist,den Rest bei Freunden und Bekannten
preiswert oder for free anbieten.
Der Komplettverkauf an einen Händler käme nur in Frage,wenn's "schnell gehen muss......."!
Hat hoffentlich noch Zeit;habe mir grade eine weitere Vitrine zugelegt.

Euer Sammler und Jäger
Embarak
Titel: Re: Sammlungsauflösung
Beitrag von: Mineralroli am 18 Jun 09, 23:26
Hallo zusammen
Zitat
was mich an den gesamtverkauf stört oder an dem rosinenpicken sind die $-zeichen im hinterkopf der käufer. was ich von manchen händlern kenne ist die aussage: mehr als xy will ich nicht zahlen, ich will ja auch noch verdienen. dieser preis xy sei z.b. 10€. gewollt hättest du 20€, hast das stück aber dennoch abgegeben. und 2 wochen später siehst du es im laden zu 35€ angeboten. hatte ich vor paar jahren schon zwei mal und seither sage ich mir: den preis nenne ich, und wenn ich warten muss. wenn ich jetzt diese stufe kaufen will, dann müsste ich 15€ mehr zahlen als ich ohne den händler gezahlt hätte. so freut sich nur der händler. verkäufer und potentielle kunden ärgern sich. ohne den schritt hätte sich beide gefreut.
Dazu muß ich sagen, keiner ist gezwungen zu verkaufen und wenn man seine Stücke irgendwann und irgendwo teurer angeboten sieht  muß man sich nicht ärgern wenn zuvor ein halbwegs akzeptabler Preis gezahlt wurde.
Es ist ja nicht gesagt das der Händler das Stück für den erhöhten Preis an den Mann oder die Frau bringt. und wenn es dadurch ein Ladenhüter wird, wird sich auch der Preis wieder ändern und oft ist es doch so das der Händler auch einen Rabatt einräumen kann wenn danach gefragt wird (auf Börsen üblich) oder wenn mehrere Stücke zusammen gekauft werden und somit ist der Gewinn gar nicht so groß. Es ist daher nicht angebracht Neid gegenüber dem Händler zu zeigen. Er trägt ja auch das Risiko auf größere Investitionen bei Sammlungsaufkäufen sitzen zu bleiben. Hinzu kommen laufende Kosten wie Ladenmiete.... (wenn vorhanden), Standmiete mit evtl. Hotelkosten, Benzin, Verpflegung oder Einstellungsgebühren (z,B. bei eBay) inkl. Verkaufsprovision und Steuern. Wenn  ich ein Stück verkaufe und wäre mit dem gezahlten Preis zufrieden dann kann ein Händler danach ranschreiben was er will und soll er doch verdienen oder arbeitet jemand umsonst ? Jeder Händler kalkuliert und macht seine Gewinnrechnung und wenn die nicht optimal sind wird er auch nicht kaufen.
Nun möchte ich noch eine Meinung zu den oft verpönten ebay  abgeben
Da mag es ja unterschiedliche Meinungen geben aber ich spreche jetzt mal nur über eigene Erfahrung.
Ebay ist im Grunde genommen gar nicht so verkehrt. Es ist nur von vielen Ramschverkäufern minderwertig gemacht worden. Es gibt auch keine Prognosen wann was und wie gut läuft, In einer Woche läuft ein Artikel ohne Gebot aus und in der nächste Wocher erziehlt der gleiche Artikel mit gleichem Startpreis einen unerwarteten Höchstpreis. Dabei ist es unwichtig ob es Weihnachten oder Ostern oder sonst irgend ein besonderer Zeitabschnitt ist. Eines hat sich aber über Jahrer herauskristallisiert und das sind schlechte Umsatzzahlen in der Sommerzeit. Ich nehme an das die Urlaubszeit und die Möglichkeiten selber zu sammeln das Kaufverhalten beeinflussen.
In der letzten Zeit kommt es sehr oft vor das man vergessen hat zu bieten und Kunden melden sich per Mail nach der Auktion (ist aber eher unwesentlich zu dieser Thematik).
Wenn man nur hin und wieder etwas verkaufen möchte wird man es schwer haben. Der Erfolg stellt sich oft erst nach einem längeren Zeitraum ein und wenn man immer aktiv ist  dann hat man sowas wie einen Kundenstamm.
Fast jedes Mal wenn ich Artikel eingestellt habe sind kurz danach schon zahlreiche Beobachter darauf obwohl ich in der Liste ganz hinten stehe. Das zeigt mir das mich viele als Favorit hinterlegt haben und wenn ich etwas neues eingestellt habe bekommen diese Leute gleich von eBay eine Mail dazu. Hier zeigt sich das sich Beständigkeit auszahlt.
Beste Grüße
Titel: Re: Sammlungsauflösung
Beitrag von: vandendrieschen am 31 Dec 24, 20:47
Ich muss irgendwie Caliastos Recht geben, es scheint als hätte er geschrieben was ich denke. Aber was noch erstaunlicher ist, ist die Tatsache, daß je mehr man sich mit dem Thema "Sammlungsauflösung" beschäftigt, desto mehr wächst sie einem doch ans Herz.

Ich denke ich werde noch eine ganze Weile darüber nachdenken müssen.

Trotzdem nochmals vielen vielen Dank für die rege Teilnahme an der Diskussion und

Glück auf
Ulrich
Das sind nur irdische Probleme über die man sich zu Lebzeiten gedanken macht. Wenn de tot bist, ist alles egal im Hier und Jetzt. Man kriegt nichts mehr mit ob die Sammlung im Museum, beim Händler oder auf dem Müll landet. Man spürt weder Freude noch Ärger über den Verbleib der Sammlung. Und nichts ist von Beständigkeit. Sammlererben sterben auch mal weg, oder das Interesse geht verloren oder ein Museum brennt ab oder schließt.
Und solange die Rosinen vor der Vernichtung bewahrt werden, indem sie zu einem fairen Preis abgekauft werden, ist doch alles ok. Der Rest der 8900 Mineralien kann als Wegbefestigung verarbeitet werden.

VG.
Titel: Re: Sammlungsauflösung
Beitrag von: Roman1214 am 26 Jan 25, 07:03
Hallo Ulrich,
Etsy.com
Schau dir die Seite an.
Vorteil das Sammler und Händler,
Von ganzer Welt da aktiv sind.
Mfg Roman
Titel: Re: Sammlungsauflösung
Beitrag von: Paul W am 27 Jan 25, 11:37
Hallo zusammen,
schwieriges Thema. Ich persönlich möchte mich an jedem Stück meiner Sammlung beim Betrachten freuen, das bringt mit sich, dass - das Bessere ist des Guten Feind - ich auch immer wieder aussortiere. Diese aussortierten Stücke gehen entweder geschenkt oder in Lots für Schnäppchenpreise weg oder bei besseren Stücken, dann auch mit genauer Fotodokumentation über ebay, e-Rocks und etsy, über einen befreundeten Händler. Für Verkauf auf Börsen habe ich im Moment (leider) keine Zeit.
Auf diese Weise ist mir die Sammlung in den letzten Jahrzehnten (bin Anfang 50) auch nicht über den Kopf gewachsen, sind insgesamt ca. 2000 Stücke, viele Kleinstufen und MMs, davon ca. 60% Eigenfunde (v.a. alpin). Ich habe begonnen, die Stücke alle zu fotografieren (bisher ca. 600), alle aus mehreren Perspektiven und falls nötig mit genügend Detail-Aufnahmen. Macht mir fotografisch große Freude. Ist zwar zeitaufwändig, aber erleichtert sehr überregionale/internationale Diskussionen und auch Tausch/Verkauf, da sind dann auch gute Preise zu erzielen. Die Fotos und die Sammlungsübersicht können in hoffentlich ferner Zukunft meine Kinder, wenn sie nicht selber die Sammlung weiterführten wollen, dann verwenden und alles verhökern, manches würde ich auch im Freudeskreis oder Mineralogenkreis verschenken/bevorzugt anbieten, z.B. (ehemaligen) Tourenpartnern.
Bis dahin: möglichst jeden Tag ein paar Stücke anschauen und sich freuen!
Glück auf,
Paul