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Mineralien / Minerals / Minerales => Allg. Diskussionen Mineralien / General discussions minerals => Thema gestartet von: raritätenjäger am 22 Jun 09, 10:39

Titel: Uranopilit-beta - was ist das?
Beitrag von: raritätenjäger am 22 Jun 09, 10:39
Hallo,

bin neulich über was gestolpert, was ich seinerzeit als "gottgegeben" in die Sammlung einsortiert habe: "Uranopilit-beta", namentlich von Ronneburg. Was ist das denn eigentlich? Uranophan-beta sagt mir ja noch was, aber die vorliegende Bezeichnung ist mir noch nicht untergekommen...

Gruß
Andreas
Titel: Re: Uranopilit-beta - was ist das?
Beitrag von: STIRNER am 22 Jun 09, 11:24
Hallo,

Uranopilit-beta = Meta-Uranopilit   (Synonym)

Frage damit beantwortet ?

Gruß
Titel: Re: Uranopilit-beta - was ist das?
Beitrag von: berthold am 22 Jun 09, 11:25
Hallo Andreas,

mit der (veralterten) Bezeichnung ist Meta-Uranopilit gemeint (http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/MineralData?mineral=Meta-uranopilite).

siehe auch: www.minsocam.org/ammin/AM37/AM37_950.pdf

Gruß
Berthold
Titel: Re: Uranopilit-beta - was ist das?
Beitrag von: raritätenjäger am 22 Jun 09, 11:39
Ah, schön! Ein neues Mineral in der Sammlung :D. Wusste gar nicht, dass es sowas von Ronneburg gibt. Na denn: wie immer, Firma dankt!

Gruß
Andreas
Titel: Re: Uranopilit-beta - was ist das?
Beitrag von: stollentroll am 22 Jun 09, 23:02
Gibt es davon eine Analyse ?

Glück Auf,
Thomas
Titel: Re: Uranopilit-beta - was ist das?
Beitrag von: dorian am 05 Jul 09, 15:35
Hallo,
Ist Beta-uranophan aalso auch Meta-Uranophan?
Was bedeutet Meta?
ciao,
Dorian
Titel: Re: Uranopilit-beta - was ist das?
Beitrag von: berthold am 05 Jul 09, 19:01
Hallo,

Zitat
Ist Beta-uranophan aalso auch Meta-Uranophan?

Nein. Beta-Uranophan hat bei gleicher chemischer Zusammensetzung eine andere Kristallstruktur, ist also ein eigenständiges Mineral. Meta-Uranophan gibt es m.W.n. (natürlicherweise) nicht.

Zitat
Was bedeutet Meta?

Mit "Meta-" werden Dehydrationsphasen bezeichnet. Also verliert z.B. Torbernit Kristallwasser - und ändert sich als Folge davon seine Kristallstruktur liegt Meta-Torbernit vor. Gelegentlich wurde/wird für die wasserreichste Phase das Wort "Ortho" (also Ortho-Torbernit) gebraucht und verschiedene Dehydrationsstufen werden mit römischen Ziffern (also z.B. Meta-Torbernit II) bezeichnet.

Gruß
Berthold    
Titel: Re: Uranopilit-beta - was ist das?
Beitrag von: Bergbaumaulwurf am 06 Jul 09, 20:11
Glück Auf!
Übrigens hatt der Geraer Mineralienverein eine CD mit allen 240 in Ronneburg gefundenen Mineralien herausgegeben.
Erhältlich im Naturkundemuseum Gera, oder am 20.09 ist Börse im Komma in Gera.
Gruß Bergbaumaulwurf
Titel: Re: Uranopilit-beta - was ist das?
Beitrag von: Bergbaumaulwurf am 06 Jul 09, 20:16
Glück Auf!
Aber mal die Frage zu dem Torbenit!
Ändert sich eigentlich was für uns Mineraliensammlern( auch mit Bino), ob es Torbenit oder Meta-Torbenit ist?
Auch wenn es so ist, spaltet sich vieles für uns Normalsammler zu viel und zu weit.
Gruß Bergbaumaulwurf
Titel: Re: Uranopilit-beta - was ist das?
Beitrag von: smoeller am 06 Jul 09, 20:30
Hallo,

@Bergbaumaulwurf: Torbernit und Meta-Torbernit sind 2 unterschiedliche Minerale. Die visuelle Unterscheidung zwischen ortho- und meta- (auch mit Bino) ist bei den meisten Uranmineralien nicht möglich. Nur bei Zeunerit ist es teilweise moglich, aber nicht zu 100 %.

Glück Auf!
Smoeller
Titel: Re: Uranopilit-beta - was ist das?
Beitrag von: berthold am 06 Jul 09, 20:41
Hallo,

Zitat
Ändert sich eigentlich was für uns Mineraliensammlern( auch mit Bino), ob es Torbenit oder Meta-Torbenit ist?

In der Natur kommt Torbernit und Metatorbernit vor. Viele Sammler unterscheiden da nicht, das ist auch nur analytisch möglich.

Unter Wohnraumklima wandelt sich der Torbernit in Metatorbernit um - langsam aber stetig. Sichtbar wird das dadurch, dass der Kristall langsam trübe, rissig und heller wird. Bild im Anhang: gleicher Kristall - links bergfrisch als Torbernit, recht Metatorbernit. Soweit alles noch kein Problem. Nur reinigt man die Stufe dann nass - nimmt der Metatorbernit wieder Wasser auf - nochmals Gitterumbau - und nach der Reinigungsaktion wieder Umbau (weil > Metatorbernit). Dieser "Stress" lässt den Kristall mechanisch instabil werden, dümmstenfalls zerfällt er zu Pulver. Das ist -abgesehen vom Verlust der Sammlungsstufe- deswegen problematisch, da die Staubteilchen recht klein - und damit lungengängig sind.

Nun bin ich wirklich kein Angsthase wenn es mal im Zähler knattert, aber bei einem lungengängigen alpha-Strahler gehen bei mir alle Alarmleuchten an.

Gruß
Berthold

Literaturhinweis: WEBER, B., (2007) Epitaxie und Metaphasen von Autunit, Torbernit und Uranocircit aus Wölsendorf, Hagendorf und Bergen, Der Aufschluss 58: (Jan./Feb. 2007), S. 7-12