Mineralienatlas - Fossilienatlas

Arbeitsmittel / Means for work => Reinigung (Präparieren, Konservierung) / Cleaning (Prepare, Conservation) => Thema gestartet von: Krizu am 30 Jun 09, 09:39

Titel: Fluorit und Oxalsäure
Beitrag von: Krizu am 30 Jun 09, 09:39
Hallo,

gerade als Disksussion in einem anderen Forum:
Verliert Flusspat durch Oxalsäure seinen Glanz? Wird das Ca oberflächlich abgelöst?

Oder ist das eine Wechselwirkung mit anderen Ca-Verbindungen und dann eine Ablagerung von Ca-Ox?

Mfg

Frank
Titel: Re: Fluorit und Oxalsäure
Beitrag von: berthold am 30 Jun 09, 11:58
Hallo Frank,

Zitat
Verliert Flusspat durch Oxalsäure seinen Glanz?

ja, leider  :'(. Zwar nicht ganz so stark wie bei Salzsäure, aber dennoch merklich. Über die Ursache kann ich nichts sagen.

Gruß
Berthold
Titel: Re: Fluorit und Oxalsäure
Beitrag von: tbillert am 30 Jun 09, 12:41
wuerde ich auch von ausgehen. Oxalsaeure ist zwar eine relativ schwache Saeure, aber Ca-Oxalat ist sehr schwer loeslich, was das Gleichgewicht der Reaktion nach rechts verschiebt - und damit wir der Fluorit langsam in Mitleidenschaft gezogen.

Gruss,

Thomas.
Titel: Re: Fluorit und Oxalsäure
Beitrag von: Kay am 01 Jul 09, 21:54
Hallo,

die Ausfällung von Ca-Oxalat gegünstigt natürlich das Gleichgewicht , sodass
immer mehr Ca aus dem Fluorit sich löst.
Dazu kommt, dass Oxalsäure (wenn auch verdünnt) in reichliger Menge vorhanden ist.
Dies reicht für den Angriff des Fluorits an der Oberfläche, also bis zum Verlust des Glanzes.
Die Empfindlichkeit von Fluorit gegen Oxalsäure wird als schwerlöslich in verd. Oxalsäure und langsam löslich in konz. Oxalsäure
in "Mineralie reinigen präparieren und aufbewahren" vom Chr. Weise Verlag beschrieben.

Gruß
Kay
Titel: Re: Fluorit und Oxalsäure
Beitrag von: Doc Diether am 02 Jul 09, 06:56
Oxalsäure benutze ich ungerne zum Reinigen bzw. entfernen von Eisen etc.
Den Begriff "unlöslich" muß man so verstehen, daß nahezu immer ganz wenige Ionen sich dennoch aus dem Verband herauslösen können und dann (wie im Falle der Oxalsäure) mit denen wechselwirkt.
Bei Mn-Mineralien lösen die Atmosphärilien immer im Laufe der Zeit die Oberfläche, sodaß sich dort Mn4+ bildet, was heißt Braunstein - und der ist mit H2O2 nachzuweisen (braust auf). Das ist bei mir der Test auf Mn, wenn ich nicht sicher bin.
Gruß
Doc Diether
Titel: Re: Fluorit und Oxalsäure
Beitrag von: cmd.powell am 03 Jul 09, 01:27
Streng genommen gibt es den Begriff "unlöslich" nicht. Richtiger wäre die Begriffe "schwer löslich", "löslich" und "leicht löslich", wobei Fluorit irgendwo zwischen "schwer löslich" und "löslich" liegen würde, ähnlich wie Calcit, da diese sich auf Dauer doch recht beträchtlich auflösen. Gips wäre dann sogar zwischen "löslich" und "leichtlöslich", da dieser schon nach kurzer Zeit von Wasser angelöst und die Oberflächen matt werden.
Titel: Re: Fluorit und Oxalsäure
Beitrag von: Bergbaumaulwurf am 06 Jul 09, 20:23
Glück Auf!
Ob Oxalsäure oder Salzsäure ist auch immer wieder die Frage der Einwirkzeit!!!
Also immer mal wieder das Stück herausnehmen und immer in Destl. Wasser durchschwenken und nachschauen.
Oft ist Leitungswasser Kalkhaltig und ergibt einen hässlichen Belag, selbst Regenwasser ist da nicht unbedingt ideal.
Öftere Kontrolle verhilft manchen Fehlschlag und Fehler zu zu vermeiden.
Meist ist aber immer ein nicht so gutes Probestück nützlich.
Gruß Bergbaumaulwurf
Titel: Re: Fluorit und Oxalsäure
Beitrag von: stoanesel am 24 Apr 20, 08:51
Hallo zusammen,

ich habe eine Fluoritstufe, welche mit "Rost" überzogen war, in Oxalsäure gelegt. Der Rost hat sich perfekt gelöst. Ich habe dann die Stufe einigen Stunden in fließendes Wasser gelegt. Jedoch hat sich auf den Fluoritkristallen ein Überzug (kristallisiert) gebildet welcher sich nicht mehr entfernen lässt.
Hat jemand im Forum eine Idee wie ich diesen Überzug enfernen kann?

Danke für die Hilfe
Karl
Titel: Re: Fluorit und Oxalsäure
Beitrag von: Harzsammler am 24 Apr 20, 09:58
Hallo,

meistens sind die Fluorit-XX unter dem "Rost" eh nicht perfekt kristallisiert so dass sie nach entfernen desselben matt wirken, egal welche Säure man verwendet.
Um trotzdem ansehnliche Stufen zu bekommen hilft da nur ölen... auch wenn es "offiziell" verpönt ist  ;)

Grüße,
Michael
Titel: Re: Fluorit und Oxalsäure
Beitrag von: harzgeist am 24 Apr 20, 12:05
Hallo
Fluorit wird von Oxalsäure angelöst, wodurch dieser matt erscheint!
Der Grund dafür ist, dass das Löslichkeitsprodukt von Fluorit zwar relativ klein ist aber immerhin noch größer als das extrem schwer lösliche Calciumoxslat.

Thomas