Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => Thema gestartet von: rheinkiesel am 19 Nov 04, 15:53
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Hallo,
diese Stufe aus einer Alten Sammlung habe ich als "Rosenquarz" gekauft, Fundort Seiser Alm.
Ich kenne Rosenquarz eigentlich nur so zartschimmernd rosarot und Kristalle sind doch eher extrem selten, aber was könnte es denn sonst sein ?
Leider ist das Bild nicht besonders gut, da nur eingescannt.
Hat jemand so was schon gesehen ?
Cordula
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Hallo Rheinkiesel,
ich bin zwar kein Seiser Alm Spezialist, aber ich denke, Du hast eine recht interessante und attraktive Stufe erworben.
Da Rosenquarz ohnehin kein selbstständiges Mineral ist, sollten die eingelagerten Minerale, welche die Farbe hervorrufen nicht entscheidend sein. Im allgemeinen sagt man ja, daß Rosenquarz seine rosa Farbe durch eingelagerte Rutilnädelchen erhält (?). Da auch die bekannten Analcime der Seiser Alm manchmal rosa gefärbt sind, denke ich im vorliegenden Fall sind Manganionen der Farbgeber.
Unabhängig davon, kannst Du meiner Meinung nach ruhig Rosenquarz auf das Etikett schreiben.
Glück Auf
Uwe
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Hallo Cordula
ja, im südlichen Gebiet der Seiser Alm gabs an der Charlottenwand (ital. Malga Carlotta) und am Saltriebach rosafarbenen Rosenquarz und sogar rosafarbenen Quarz pseudomorph nach einem Zeolith (Stilbit).
Deine Stufe dürfte recht alt und dementsprechend wertvoll sein, habe von solchen Funden schon lange nichts mehr gehört.
gruss
collector
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Hallo rheinkiesel!
In dem Buch "Dolomiten-Wunderwelt aus Kristall" sind auf Seite 79 Ros-a-quarz-Kristalle abgebildet.
(Ros-en-quarz-Kristalle gibt es nicht, glaube ich zumindest schon mal gelesen zu haben!)
Die Fundstelle dieser Stücke auf den Bildern ist das Durontal.
Auf den Seiten 50 und 51 ist eine Karte des Fassatals und der Seiseralm...darin eingetragen ist das Durontal.
(Wusste nicht, dass das Durontal Teil der Seiseralm ist, darum mal erwähnt...)
Trotz der Tatsache, dass deine Rosaquarzkristalle nicht so kräftig rosa und so rein sind wie die im Buch,
denke ich, dass du mit diesem Stück Rosaquarz erstanden hast!
So nebenbei: Im Buch weiters erwähnt, dass die Kristalle zunächst aus dem Calcit, in dem sie eingebettet sind,
herausgelöst werden müssen.
Auf jeden Fall ein schönes Stück!
Hoffentlich habe ich ein wenig weiterhelfen können... :D
Mit freundlichen Grüßen,
VaDa
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Hallo Cordula
Nachtrag zum Rosenquarz.
Das von VaDa erwähnte Duron-Tal liegt etwa 1,5 km S von der Charlottenwand und die Fundortangabe dürfte identisch sein. (Der Saltriebach liegt zwischen der Charlottenwand und dem Duron-Tal). Im weiteren Bereich der Seiser Alm gabs auch noch mehr Quarz und Quarz nach Desmin-Pseudomorphosen-vorkommen.
Das Gestein ist basaltisch, der frühere Name, der meist auch noch auf Etiketten steht, ist Melaphyr.
Die Stufe ist wirklich interessant !
collector
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Hallo,
ja, Rosenquarz xx. Die Begründung für diese Bezeichnung liegt darin, dass rosafarbener Quarz allgemein als Rosenquarz bezeichnet wird und es tatsächlich ja auch Rosenquarz xx (wenn auch sehr selten) gibt. Für den Mineralogen ist alles "nur" Quarz.
Gruß
Berthold
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Hallo!
Rosenquarz xx wird aber eigentlich offiziell als Rosaquarz gehandhabt.
Also von der Form her würde ich schon auf eine psm tippen, sieht stark
nach Stilbit aus, finde ich.
Wenn das wirklich Rosaquarz sein sollte, dann ist die Stufe bestimmt
sehr viel wert...wie groß ist die Stufe denn?
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Schöner rosa gefärbter Quarz in Kristallen ist u.a. bekannt aus Gruben von Minas Gerais, Brasilien, besonders xx-Stufen mit Eosphorit.
Sollte doch eigentlich möglich sein, den Unterschied zwischen einem Quarzkristall und einer Pseudomorphose Quarz > Stilbit festzustellen ???
collector
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hallo slugslayer,
die Stufe ist 6 x 8 cm (also das ganze Stück) und der große Kristall in der Mitte ungefähr 8 x 18 mm.
Ich bin ganz geplättet, das das so ein tolles Stück ist, ich hab das nämlich im "Ausverkauf" eines Mineralienhändlers in Stuttgart letztes Jahr erworben für - ich weiß nicht mehr ganz genau, aber auf jedenfall keine 10 €.
Der hatte lauter so tolle Dinger, Holzzinn und Bergleder und alte Feldspatstufen, und alles ganz billig.
gruß rheinkiesel
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1. Rosaquarz ist rosafarbener, immer frei kristallisierter Quarz (durch Farbzentren gefärbt)!..z.B. von der Galilea Mine, Minas Gerais, Brasilien (eigentlich kommen die guten xx nur von dort!). Rosaquarz ist also sehr selten..
Rosenquarz ist dagegen rosafarbener derber Quarz als Schmucksteinvarietät mit feinstfaserigen Einschlüssen von Dumortierit (und nicht RUTIL!!!)..Rutil glaubte man früher..
2. Leider muss ich diesmal allen widersprechen. Die abgebildeten Stufen sind nie im Leben Rosenquarz und auch kein Rosaquarz. Rosa Analcim und roter Apophyllit sehen auch ganz anders aus.!
Ich habe selbst solche Stufen wie die abgebildeten nahe der Pufler Schlucht ..sorry..ich meinte St. Christina..gefunden..und dabei handelte es sich um rosagefärbten - wahrscheinlich durch Eisenoxide/-hydroxide rosa gefärbten Dolomit -- also nix Besonderes..sorry.. :-\
sollte ich mich aber irren..was auch öfters mal vorkommt.. :)..dann ist es zwar Quarz aber eben mehr in Richtung 'Eisenkiesel' und nix mit Rosenquarz..dann müsste ja auch Dumortierit dort vorkommen und das bezweifle ich sehr.
Bitte Härtetest durchführen..wenn Härte 7 dann Quarz..wenn niedriger dann Dolomit oder evtl. noch Calcit (3)..
Gruß Peter
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Hallo!
Ich muß da auch Peter zustimmen , das es sich wohl "nur" um rosa Eisenkiesel handelt.
Solche rosa gefärbten Quarz xx bis 1 cm Länge konnte ich auch hier in einem Andesitsteinbruch finden, wie man es auf den nachfolgenden Bildern sehen kann.
Die Funde liegen 3 Jahre zurück , mitten im dicksten Winter bei über 10 cm Schnee :D..
Ein Sammlerfreund hatte mich angerufen , das er in diesem Steinbruch Rhodonit xx gefunden hätte, trotz meiner Erklärungen , das Rhodonit da garnicht vorkommen kann, konnte ich ihn zuerst nicht überzeugen und fuhr dann mit ihm in den Bruch...
Ganz kurios ist noch , das auf einer Stufe mit diesen rosa Eisenkieseln auch bis 2 cm große traubige Kupferkiesaggregate sitzen! Leider ist der Bruch vor 2 Jahren stillgelegt worden , so das keine Funde mehr möglich sind.
Im Anhang Bilder.
Gruß
TK
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Bild 1: Eisenkiesel xx , Steinbruch Setz , Steinbach , Saarland , Eigenfund Januar 2001
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noch mehr:
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Hallo peter McSchuerf
2. Leider muss ich diesmal allen widersprechen. Die abgebildeten Stufen sind nie im Leben Rosenquarz und auch kein Rosaquarz. Rosa Analcim und roter Apophyllit sehen auch ganz anders aus.!
Ich habe selbst solche Stufen wie die abgebildeten nahe der Pufler Schlucht ..sorry..ich meinte St. Christina..gefunden..und dabei handelte es sich um rosagefärbten - wahrscheinlich durch Eisenoxide/-hydroxide rosa gefärbten Dolomit -- also nix Besonderes..sorry.. :-\
sollte ich mich aber irren..was auch öfters mal vorkommt.. :)..dann ist es zwar Quarz aber eben mehr in Richtung 'Eisenkiesel' und nix mit Rosenquarz..dann müsste ja auch Dumortierit dort vorkommen und das bezweifle ich sehr.
Bitte Härtetest durchführen..wenn Härte 7 dann Quarz..wenn niedriger dann Dolomit oder evtl. noch Calcit (3)..
Gruß Peter
Hallo Peter McSchuerf
sag niemals nie ! Auch bei Mineralien gibts Überraschungen !
hat mir keine Ruhe gelassen, mit dem rosafarbenen Mineral, was Cordula als Rosenquarz erstanden hat.
Im Prinzip hast Du mit Deinem Kommentar völlig recht - aber - ich hab dazu auch noch mal den alten Grammaccioli mit seinen Literaturangaben konsultiert ( Die Mineralien der Alpen ) -----
Im Gebiet der Seiser Alm-Duron-Tal gabs definitiv Quarz sowie Pseudomorphosen von Quarz nach Stilbit !!
(Stilbite von der Seiser Alm können rötlich bis ziegelrot sein).( Von rosa Analcim oder rosa Apophyllit hat eigentlich keiner gesprochen )
Grammaccioli erwähnt ausdrücklich "Rosenquarz" von der Seiser Alm !
Soweit ich es nachvollziehen kann, hab ich auch in der Sammlung Albert Kaufmann in Seis am Schlern rosagefärbte Quarze gesehen, die nun wirklich keine Eisenkiesel waren.
Über Eisenkiesel von der Seiser Alm hat meines Wissens nach keiner der kompetenten Autoren ( Gasser, Fruth, de Michele) berichtet. Auch das in alpinen Pegmatiten vorkommende Mineral Dumortierit ist höchst unwahrscheinlich.
Bei den erwähnten Vorkommen von "Rosenquarz" gehört Calcit nicht zur gängigen Paragenese, wohl aber Dolomit.
(Calcite gabs aber sehr schön nahe der Alpenvereinshütte (Rif. Alpe di Siusi) in der Molignonschlucht und der Molignonhöhle.
Im übrigen gibts von der Seiser Alm neben den "normalen" Apophylliten auch Pseudomorphosen von Quarz nach (rosa) Apophyllit.
Je länger ich den zentralen Kristall in Cordula`s Stufe betrachte (ist natürlich auf einem Foto nur eine vage Vermutung) meine ich, dass es sich um eine Pseudomorphose handeln könnte. (ich habe den Eindruck, als wenn der Kristall sich in der Mitte verjüngt, was auf Stilbit deuten könnte ).
Kann es nicht sein, dass auch die rosa Färbung durch den Stilbit hervorgerufen wird. ?? (bin hierfür kein Spezialist)
Ganz pragmatisch:
Eigentlich hat die Cordula ja nur gefragt, um was es sich bei Ihrer Stufe handeln könnte.
Wir alle in diesem Kapitel versuchen ja lediglich zu helfen, ohne Anspruch oder Garantie, dass das was wir schreiben, auch nun das absolute Dogma ist.
Eine einwandfreie Bestimmung ist über ein eingescanntes Foto nur selten möglich, dazu müsste man das Mineral sehen und ggf. untersuchen. (trifft i.ü. auf nicht wenige der Fragen " Was ist das " zu )
Da gibts nun verschiedene Lösungsansätze.
Und die Stufe, ob nun rosa gefärbter Quarz, Rosaquarz, Rosenquarz oder Quarz nach Stilbit , ist schön, wegen des Sammlerverbots im Gebiet der Seiser Alm mittlerweile selten und dementsprechend wertvoll . Gönnen wir Ihr doch das " Schnäppchen ".
gruss
collector
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So kommen wir nochmals auf die Farbgebung des "Rosenquarzes" zu sprechen ...
Ich für meinen Teil halte die Theorie aus der bekannten Quarzmonografie am plausibelsten. Genau dieses Thema habe ich am Stand des GLA München anläßlich den Mineralientagen angeschnitten und auf einmal waren keine Geologen/Mineralogen mehr am Stand. Keine konnte oder wollte hier Auskunft geben warum das Mineral "Dumortierit" für die Färbung verantwortlich sein ... . Was wißt Ihr darüber - oder besser gesagt, wer stellt sich der Diskussion? Am besten in einem neuen Thread?
Gx Waidler
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Hallo Waidler!
Solche Diskussionen können am besten im Thread "Quarz-Arten" geführt werden. Hier kommt alle möglichen Fragen zum Quarz rein:
http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,833.0.html
Gruß
Philip
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Dumortierit - typisches Pegmatitstück mit den kornblumenblauen Flecken ... . Unter dem Mikro kann man recht nette Stängel selten mit Kopffläche ausmachen.
Wie kann dieses Mineral zu der angesprochenen rosaroten Farbgebung führen? Sorry, aber das will mir nicht recht einleuchten ... . Nur mal so zum Nachdenken ... - mein ja nur.
Gx Waidler
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Gegenfrage: Weshalb sollte damals Rutil für die rosa Färbung verantwortlich sein?
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Was spricht denn dagegen, dass ein Borhaltiges Insel-Silikat wie der Dumortierit als 'Fremdbeigabe' in der SiO2-Struktur entsprechend im Kristallgitter eingebaut ist und die farbgebenden Ionen ihre 'Aufgabe' erfüllen.
Und entscheidend ist schließlich, was die Netzhaut des menschlichen Auges letztendlich verarbeitet! Bäume sind nämlich in Wirklichkeit rot - nur wir sehen sie als grün aber das ist ein anderes Thema..das kann ein Phyiker dann besser erklären.
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Mineralien- und Elementeinschlüsse erzeugen je nach Gitter und je nach Lage im Gitter bestimmte Dinge.
Eisen kann blau, rot, gelb, braun, schwarz, u.a färben. Kupfer kann rot, grün und blau u.a. erzeugen.
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na endlich ist die Diskussion ja völlig von der Seiser Alm-stufe weggeglitten.
collector
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Sorry - zurück zur "Rosenquarz-Stufe"
Meine Meinung dazu ist: Quarz pseudomorph nach Desmin. Schaut Euch mal die Matrix an ... . Auch irritiert mich die so auch so typische Garbe ... .
@ rheinkiesel: Wie ist der Habitus/Tracht - sind Fotos möglich (nur um ein paar Flächen aufblitzen zu lassen ...)?
Gx Waidler
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Hallo Collector,
Tja, da kann'ste mal sehen, wie gern in diesem Forum wissenchaftlich diskutiert wird. Find ich gut. Ich bin bloß froh, daß ich hinter den Hinweis mit den Rutilnädelchen als Farbgeber ein (?) gesetzt habe. So steht es zwar in den, zugegeben alten, Büchern, aber so richtig geglaubt habe ich es eh' nicht. Dünne Rutilnädelchen sind eher gelb als rot.
Das mit dem Dumortierit war mir neu, ist aber einleuchtend. Ich habe sofort meinen Dumortierit unterm Mikro betrachtet und die einzelnen Kristalle schimmern auf den Spaltflächen der Längsrichtung tatsächlich violett bis rosa.
Um noch etwas zur Rosenquarzdiskussion beizutragen möchte ich zu bedenken geben, daß Rosenquarz ja kein Mineral im wissenschaftlichen Sinne ist. Deshalb sollte es auch auch möglich sein, reden rosa gefärbten Quarz als Rosenquarz anzusprechen.
Rheinkiesel hat angegeben, daß die Bilder eingscannt wurden. Die desmintypische Form könnte durch die perspektivische Verzerrung bei scannen hervorgerufen worden sein. Die parallel zur Ansichtsfläche liegenden Kristalle sehen schon wie Quarze aus.
Auf jeden Fall eine sehr schöne und bezogen auf den berühmten Fundort auch wertvolle Stufe, die erfreulicherweise zu einem ausgesprochenen Schnäppchenpreis erworben werden konnte. Sie sollte in der Sammlung einen entsprechend würdigen Platz bekommen.
Glück Auf
Uwe
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Hallo,
nun habe ich auch noch etwas gefunden: Druse mit Rosenquarz aus dem Durontal!
Abgebildet und beschrieben in EXTRA LAPIS Nr. 22 "Südtirol und die Dolomiten" auf S.77:
"Zu erwähnen aus diesem Gebiet sind noch die Rosenquarze: Sie sind meist lose in der erdig- kreidigen Schicht eingelagert, welche die felspartien überlagert, können aber auch im anstehenden Gestein vorkommen. Diese Rosenquarze treten vorwiegend in Form von Igeln, Garbenoder als Sternquarz auf, sind oft an der Oberfläche matt und selten glänzend. Diese Aggregate können Längen bis 15 cm erreichen und bilden dann unregelmäßig verwachsene Gruppen von Garben."
(Leider habe ich den Scanner am anderen Rechner angeschlossen - dieser Rechner befindet sich noch zur Reparatur- daher jetzt noch nicht das Bild dazu - aber später)
Der Conny
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Jep - und da währen wieder mal meine alten Probleme ... . Gemenge kontra Mischung! Verdammte Optik aber auch *fg*!!
Dampft mal Gold hauchdünn auf Arkansas-Quarze auf, kommt wunderbar gefärbter "Blauquarz" zustande. So und das ist oberflächig! Nimmt man nun, nach der Theorie Rykart´s, diverse eingelagerte Elemente, wie Mn, Mg oder Fe (ohne auf die Wertigkeit zu achten!) erhalten wir je nach Bestrahlung mit natürlicher Radioaktivität einen Farbquarz. So - und die Farbzonen erklären sich durch unterschiedlich stark angereicherte Bereiche (sog. Phantome). Die einzelnen Farbquarze werden sodann mit speziellen Namen angesprochen. So und nun kennen wir eben Amethyst, Rosenquarz, Blauquarz (künstlich!), usw. .
Aber: "Eisenkiesel" ist und bleibt Quarz, der mit Haematit(-xx) durchstäubt ist. Hier gibt es in der älteren Literatur oftmals schlimme Verwechslungen. Weinschenk beschrieb Amethyst vom Silberberg bei Bodenmais. Die beschriebene Stufe IST allerdings unumwerflich "Eisenkiesel", nicht anderes. Auch sollte Rosenquarz als Kristalle vom Schwarzeck bekannt sein. HIER aber IST es Amethyst! Allerdings sollte man bei solchen Aussagen immer aufpassen, wenn man die Originalstufe nicht kennt!
Gx Waidler
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Hallo uwe,
nicht einverstanden.
Rosenquarz ja kein Mineral im wissenschaftlichen Sinne
Was soll es denn dann sonst sein, wenn keine Mineralvarietät? :-\
an alle..
ich habe das mit dem Dumortierit nicht erfunden, sondern es steht so in der Mineralsystematik von Lapis..muss man nur
mal reinschauen. Daher verstehe ich nicht die e-mails an mich und Anzweifelungen..ich täte mich widersprechen (@Waidler) ..kann mir aber keiner genau sagen wo ich mich widersprochen haben soll!! ???? 'Macht echt wieder viel Freude hier'.
Peter
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Hallo Conny :D :)
treffender gehts nicht ! Danke für die Bestätigung ! Nix Eisenkiesel !
Hallo Uwe >:( >:(
genau wie Mc Schuerf kann ich Dir nicht zustimmen. Warum soll Rosenquarz denn kein Mineral sein ?
Rosenquarz ist eine Farbvarietät von Quarz !
Oder sind rosa Fluorite ( Rosafluorit) auch keine Mineralien im wissenschaftlichen Sinne ?
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das mit den rosa Fluoriten war von mir, hab vergessen zu unterschreiben.
collector
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Scheint, als ob es sich hierbei DOCH um einen Rosenquarz-Kristall handelt?! Aber warum die, doch für Zeolithe typische garbenförmige Verwachsung?
1:
Schöne Rosenquarz-Kristalle findet man extrem selten nur in Brasilien und Südtirol, sonst erscheint er nur inunregelmäßig begrenzten Massen. Der Rosenquarz ist ein Quarz, welcher durch mikroskopisch feine Fasern von Rutil seine Farbe erhält. Neuere Untersuchungen haben ergeben, daß die feinen Farben der madagasischen Rosenquarze jedoch von Dumortierit bzw. einem dumortieritähnlichem Mineral herrühren - doch sind diese Arbeiten noch nicht abgeschlossen. Schreibt zumindest ein Thomas Weis, Hauptstraße 31,63825 Schöllkrippen!
2:
Rosenquarz ist, wie der Name schon sagt, ein Quarz. Die chemische Formel lautet SiO2. Die Härte ist 7 und das Kristallsystem trigonal. Rosenquarz ist im Vergleich zu anderen typischen Quarzen, wie z. B. Bergkristall und Amethyst, kaum in Form regelmäßiger Kristalle zu finden, sondern fast immer unregelmäßig. Nur selten findet man größere Rosenquarzkristalle. Durch Beimischungen von Titanoxid und Manganoxid kommt die rosane Farbe zustande. Rosenquarz reagiert genauso wie andere Quarze auf radioaktive Strahlung und das heißt, dass es braun wird. In der Antike wurden dem Rosenquarz, wie auch den meisten anderen Quarzen, heilende Wirkungen nachgesagt. Rosenquarz findet man vorallem in Brasilien, ... . Das schreibt ein gewisser Lukas Czarnecki.
Sorry, genaueres konnte ich über den "Dumortierit-Rosenquarz" nicht finden ... .
Gx Waidler
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da hab ich ja eine tolle Diskusion losgetreten !
also, die Stufe hat Härte 7 (läßt sich mit Taschenmesser nicht ritzen), also doch Quarz.
Aber zu Habitus und Tracht kann ich nur sagen:
äh, was ist das eigentlich? Tut mir leid, bin nicht besonders wissenschaftlich, aber arbeite daran, ehrlich.
Bessere Bilder sind leider auch nicht, außer ich finde einen lieben Menschen der mir eine Kamera leiht (und am besten auch gleich die Bilder macht und in den Computer bringt).
Aber herzlichen Dank an alle.
Ich werde jetzt einfach einmal auf`s Etikett schreiben: alte rosafarbene Quarzstufe, eventuell Pseudomorphose nach Stilbit, und freu mich so eine interessante Stufe mein Eigen zu haben.
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Collector, ich denke uwe wollte damit sagen, dass Rosenquarz kein eigenständiges
eingetragenes Mineral ist laut IMA. Es ist SiO2 und nicht mehr.
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Hallo McSchuerf
hab´s ja auch so verstanden, wies der Uwe gemeint hat.
Rosenquarz ist Quarz, ist Quarz, ist Quarz !!!
Und noch dazu von der Seiser Alm !
EINVERSTANDEN !!!!!! ;D
collector
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Hallo,
ich meinte mit meiner Bemerkung, daß es verschiedene Möglichkeiten gibt, um Quarzkristalle rosa bzw. hellrot zu färben. Wir hatten Eisen, Mangan und Dumortierit (Rutil eher unwahrscheinlich). Alle diese Varianten können meiner Meinung nach (ich betone "meiner unmaßgeblichen Meinung nach") als Rosenquarz angsprochen werden, da Rosenquarz eben kein wissenschaftlich definiertes, eigenständiges Mineral ist.
Die "Rosenquarze" der diskutierten Stufe von der Seiseralm sind nach meinem Dafürhalten durch Mangan rosa gefärbt, während der linke, von Waidler gezeigte Stein meiner Meinung nach durch Dumortieriteinlagerungen seine Färbung erhalten hat, denn das ist genau der Farbstich, den Dumorieritsplitter haben.
Ich finde diese Diskussion aber ausgesprochen interessant und lehrreich. Aus diesem Grund mache ich auch einen neuen Thread auf zum Thema Quarzvarianten. Quarzvarianten sind zwar schon mal diskutiert worden, aber nicht in dieser Tiefe.
Glück Auf
Uwe
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Hallo,
ohne McSchürf zu nahe treten zu wollen, aber woher stammt die Information dass Rutil NICHT das färbende Mineral im Rosenquarz ist oder sein kann? Ich zitiere SRTUNZ (Klockmanns Lehrbuch der Mineralogie)
... die meisten Rosenquarze erhalten ihre Färbung durch Streuung des Lichtes an feinst verteilten Rutilnädelchen.
und weiter:
Der Farbträger ist Rutil in feinsten Nädelchen (rein koloidopitsch) und vieleicht Mn3+
Ich behaupte, dass Strunz sowas nicht geschrieben hätte, wenn es da keine Untersuchungen in dieser Richtung gäbe. Aber er schreibt ja auch "..die meisten Rosenquarze..." was für mich bedeutet, dass er ausdrücklich auch andere Ursachen für möglich hält. Ich denke, dass tatsächlich auch andere Ursachen für eine rosa Färbung in Frage kommen. Auf der Homepage vom Seilnacht finde ich:
Beim Rosaquarz wir die rosa Färbung durch Phosphoratome und beim Rosenquarz durch Titanatome verursacht (Bild 14). Der Rosenquarz bildet nur sehr selten Kristalle.
ist für mich sehr logisch, da das größte mir in Deutschland bekannte Rosenquarzvorkommen (Kreuzberg Pleystein / Oberpfalz) ein Phosphat(Rest-)pegmatit ist. Etwas wissenschaftlicher ist die Rosenquarzfärbung nach MASCHMEYER u. LEHMANN 1982:
In den Quarzen wurde ein Phosphorgehalt festgestellt, der wahrscheinlich auf den Einbau von AlPO4 aus der hydrothermalen Lösung zurückzuführen ist. In der Struktur substituieren je ein Al und ein P5+ zwei benachbarte Si4 -Ionen (gekoppelte Substitution). Durch ionisierende Strahlung wird von dieser Gruppe ein Elektron abgespaltet, das an anderer Stelle im Kristall metastabil eingefangen werden kann. Neben dem Elektronenzentrum bisher unbekannter Struktur bildet sich dabei ein einwertiges negatives Sauerstoffion, so dass man den Defekt als Al- O- -P Zentrum beschreiben kann, wobei die Punkte zwischen Al und O andeuten, das (im Gegensatz zur O--P Bindung) keine echte Bindung zwischen diesen Atomen vorliegt. Da P kleiner ist als Si, ist das O- näher bei P als bei Al. .......Die Bildungstemperaturen der Rosenquarze lagen bei 465-680°C. ........Die Farbzentren bildeten sich erst bei Raumtemperatur.
Es könnte ja auch sein, dass in einigen Fällen Dumorierit - wie beschrieben - zu der rosa Färbung führt. Für mich scheint jedoch die Phosphor-, und dann sogar noch die Rutil-Färbung wahrscheinlicher oder häufiger zu sein.
Gruß
Berthold
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Hallo Ihr Rosenquarz- Freaks
Bertholds Informationen sind einleuchtend, treffen jedoch m.E. nicht auf die Rosenquarze vom Duron-Tal (Seiser Alm ) zu.
1. In der Gesteins-Mineralparagenese der Seiser Alm Mineralien gibts keinen Phosphor.
2. In der Mineralparagenese der Seiser Alm Mineralien gibts keinen Dumortierit. Ist auch unwahrscheinlich, da Dumortierit i.d.R. nur in Al-reichen, regional metamorphisierten Gesteinen vorkommt und nicht in Basalten wie auf der Seiser Alm.
3. In der Mineralparagenese der Seiser Alm gibts weder Rutil noch TiO2.
4. Der Rosenquarz kommt in einem blasenreichen Gestein vor, welches veraltet als Melaphyr, aktuell aber als basaltisches Gestein vom Typus Tholeitbasalt bezeichnet wird.
5. Tholeitbasalte haben geringe Anteile an TiO2 ( kleiner als 5,5 %) und MnO (kleiner als 1%). Der SiO2-Anteil liegt bei ca. minus 56 %. Der FeO-Anteil ist kleiner als 15,0 %, der Fe2O3-Anteil kleiner als 6,0 %.
6. Sowohl der TiO2- als auch der MnO-Gehalt könn(t)en Ursachen der Farbgebung beim Rosenquarz sein.
(Lichtabsorption durch Ti-Ionen, die im Kristallgitter eingelagert sind. Mn-gehalt als farbgebende Quelle ist bisher nicht bewiesen, sondern eine Annahme ).
Insofern dürfte der alte Strunz wohl Recht haben mit Titan als farbgebender Ursache.
Literaturangaben:
1.Wimmenauer, W., 1985; Petrographie der magmatischen und metamorphen Gesteine
2. Le Maitre, R.W., 1989; A classification of igneous rocks and glossary of terms
3. Rykart, R.; 197; Bergkristall; 2. Aufl.
4. Anthony, Bideaux, Bladh, Nichols; 1995; Handbook of Mineralogy; Vol. II, Silicates (part 2 )
collector
was man nicht alles als Nicht-Mineraloge lernt !
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Hallo berthold,
Hallo,
ohne McSchürf zu nahe treten zu wollen, aber woher stammt die Information dass Rutil NICHT das färbende Mineral im Rosenquarz ist oder sein kann? Ich zitiere SRTUNZ (Klockmanns Lehrbuch der Mineralogie)
ich sags gerne nochmal - auch wenn ich mich laufend wiederholen muss. Es steht sooooo im Lapis-Mineralverzeichnis..und ich habe das nicht erfunden! sorry.. da steht in Klammern (nicht RUTIL!)
Gruß Peter
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Hallo uwe!
es gibt bereits einen Quarz-Arten-Thread:
http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,833.0.html
Gruß
Philip
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Hallo,
...ohne die Rosenquarz-Färbungsfrage ins Unendliche treiben zu wollen (ähh, ja wir schreiben hier unter Mineralien bestimmen - andererseits geht der neue Thread in eine etwas andere Richtung) doch noch eine Anmerkung von mir. Ich habe mich etwas in das Thema eingelesen und muss feststellen, dass es eine Reihe von wissenschaftlichen Untersuchungen und auch Veröffentlichungen zum Thema Rosenquarzfarbe gibt. Aber scheinbar kommt fast jede Analyse zu einem anderen Resultat, bedonders dann, wenn der Rosenquarz von einem anderen Fundort kommt. Ist ja auch logisch, da die (nicht mineralogisch definierte) Bezeichnung Rosenquarz eben nur (z.B. als Handelsname) für einen rosafarbigen Quarz steht. Ich habe inzwischen einen ganzen Sack voll möglicher Ursachen gelesen, die man glauben kann oder auch nicht. Wiederlegen könnte man solche Färbungs-Ursachen aber meiner Ansicht nach nur, wenn man mit genau jenem Original-Rosenquarz (mit dem die betreffende Untersuchung gemacht wurde) analytisch zu einem anderen Resultat käme oder Fehler in der betreffenden Arbeit nachweisen könnte. So eine globale Aussage wie im Lapis-Mineralienverzeichnis (danke Peter) offensichtlich steht würde ich deswegen nicht unterschreiben. Das würde ja Rosenquarz als IMMER durch Dumorierit gefärbten Quarz definieren.
Hier einige Literaturhinweise zur Rosenquarz-Farbe:
Lehmann, B., 1969, Zur Farbe von Rosenquarz, Neues Jahrbuch für Mineralogie Monatshefte, S. 222-225
Lehmann G., und Bambauer, H., 1973, Quarzkristalle und ihre Farben, Angewandte Chemie, v. 85 S. 281-289
Masgutov, R. V., 1962, The coloring of rose quartz, Izvestiya Akademiya Nauk Kazakhskoy SSR, Ser Geology, v. 3, S. 85-87
Smith G., Vance, E. R., Hasan, Z., Edgar, A., and Runciman W. A., 1978, A charge transfer mechanism for the colour of rose quartz, Physica Status Solidi, vol. 46, S. K135-K140
Vultee J., and Lietz, J. , 1956, Über die Rolle des Titans als Färbungsursache von Blau- und Rosenquarzen, Neues Jahrbuch Naturwiss, v. 51, S. 81-82
Holden, E. F., 1924, The cause of color in rose quartz: Geological Society of America Special Papers, v. 9, S. 75-88
Holden, E. F., 1924, The cause of color in rose quartz: Geological Society of America Special Papers, v. 9, S. 101-108
Das ist keine vollständige Liste und es ist leicht erkennbar, dass das Thema weitaus koplexer ist, viel komplexer als dass man sagen könnte, Rosenquarz ist durch xyz gefärbt. Und ja, es gibt auch neuere Arbeiten, die wieder zu anderen Resultaten kommen.
Gruß
Berthold
@Collector: Volle Zustimmung, was den (möglichen) Rosenquarz von der Seiser Alm (Duron-Tal) betrifft; Mit der immer hier nach einem Foto notwendigen Vorsicht.
@McSchuerf: Ist Dir die Quelle (Untersuchung, Analyse oder Veröffentlichung) bekannt, nach der laut Lapis Dumortierit färbendes Mineral ist, ich wäre daran sehr interessiert!
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Hallo Berthold,
ich werde das gerne nochmal eruieren, woher Lapis dieser Erkenntnis hat, das generell Rosenquarz nach neuesten Untersuchungen Dumortierit als Farbgeber enthalten soll.. :)
Gruß Peter
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Ich denke es läßt sich zusammenfassen, daß es viele verschiedene Möglichkeiten für rosa gefärbten Quarz gibt. Es läßt sich weiterhin aus den Beiträgen und Quellehinweisen herauslesen, daß alle diese, aus unterschiedlichen Ursachen rosa gefärbten Quarze von einer mineralogischen Autorität schon mal als Rosenquarz bezeichnet wurden.
Also, um auf das Eingangsthema zurück zu kommen - es gibt, oder besser gab, doch Rosenquarz von der Seiser Alm.
Gruß
Uwe
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Hallo,
jetzt habe ich zufällig mal im Lapis Mineralienverzeichnis 3. Auflage 1998 (also NICHT die aktuelle) nachgesehen:
Rosenquarz=rosafarbener Quarz mit feinstfaserigem Rutil, Schmuckstein-Varietät
...die haben sich anscheinend um 180 Grad gedreht - :-\ aber man muss ja nicht alles glauben was da drinnen steht.
Gruß
Berthold