Mineralienatlas - Fossilienatlas
Gesteine / Rocks / Rocas => Bestimmung von Funden / Determination of findings => Norwegen / Norway => Thema gestartet von: Sadidi am 29 Aug 09, 08:01
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Hallo zusammen
Ich fand diesen "Stein" am Mjøsasee in Norwegen.
Die Form macht mich nachdenklich!
Natürlich entstanden ist es so wohl kaum, oder?
Die Materialbestimmung ist mir in diesem Fall nicht so wichtig!
LG Sarah
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Hallo,
wenn es um einen möglichen Verwendungszweck geht: evtl. ein antiker Zelthering? Wie lang ist das Teil?
Günter
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Hallo,
ich denke die Form ist rein zufällig. Erinnert mich an Griffelschiefer bzw. allgemein an auf diese Art und Weise entstandene Strukturen in Metamorphiten: Zwei orthogonal zueinander gelegene Schieferungsebenen aus zwei unterschiedlichen Deformationsphasen. Das Resultat sind stab- bzw. leistenförmige Gesteinskörper verschiedenster Größen.
Gruß,
Rainer
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Hallo
Das Stück ist ca 16 x 1,5 x 0,5 cm (LxBxT) und wiegt nur 70 g.
(Es hat einen hohen Klang...etwas metallisch)
LG Sarah
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Hallo
Hier noch mal Bilder (Seitenansicht/ Bruchkante/ Rostfleck?)
LG Sarah
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Hallo,
der Rostfleck wird mit hoher Wahrscheinlichkeit vergammelter Pyrit sein, der ursprünglich als kleines Korn im Gestein enthalten war. Jetzt sind wohl nur noch Eisenoxide und -hydroxide übrig.
Günter
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Vielen Dank für eure Antworten!
Per PM hab ich den Hinweis bekommen, es könnte sich um einen "Schuhleistenkeil" handeln.
Ähnlichkeiten sind vorhanden!
Was denkt Ihr?
Liebe Grüße Sarah
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Per PM hab ich den Hinweis bekommen, es könnte sich um einen "Schuhleistenkeil" handeln.
Ähnlichkeiten sind vorhanden!
Was denkt Ihr?
Wäre es ein solcher, wäre er eigentlich geschliffen, soviel ich weiss.
Die Materialbestimmung ist mir in diesem Fall nicht so wichtig!
Gerade die Materialbestimmung wäre da sehr wichtig, weil sich nicht jedes Gestein zum Werkzeug eignet und man, wenn man das Material kennt, schon mal einiges eingrenzen bzw. ausschließen kann.
Das Problem ist, dass in der Gegend, in der Du das Teil gefunden hast, derartig viel glazialer Schutt und geologische Strukturen in allen möglichen Formen, die oft durchaus auch an menschliche Bearbeitung denken lassen, vorkommt, dass ohne Begleitfunde etc. eine anthropogene Herkunft nicht zu belegen ist.
Großzügige Formdeutungen entsprechen da eher dem Wunschdenken.
Mehr Sachkenntnis kann Dir auf jeden Fall ein archäologisches Forum bieten.
Gruß,
Rainer
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Hallo Rainer
Inzwischen ist die Materialbestimmung auch für mich in den Vordergrung gerückt....werde mal schauen, ob es bei uns an der Uni in HB einen Geologen, Archäologen oder ähnliches gibt. Kann zwar dauern, aber werde es posten, wenn ich was rausgefunden habe.
Vielen Dank ersteinmal
LG Sarah
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garantiert kein "Schuhleistenkeil" (Dechsel).
Falls es doch ein Artefakt sein sollte, wäre ein Schleifstein möglich - da gibt es von der Eisenzeit bis in die Frühgeschichte ähnliche Formen (besonders IMG 1066 lässt mich daran denken).
Um das wirklich beurteilen zu können, wäre aber ein Blick auf die Oberfläche im Original nötig, oder ein sehr gutes / scharfes (Detail-) Foto.
Die hochgeladenen Fotos sind dazu leider in der Qualität nicht ausreichend.
Vorerst tippe ich auch eher auf "natürliche Form".
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Hi,
triassammler hat doch alles spitzenmässig genau beschrieben!
Also: nix Artefakt, nix Schuhleistenkeil, nix Keili-Seife.
Grüßle und Glück Auf!
GEOMAXX
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Also auf den ersten Blick und spontan einen alten Wetzstein aus der Region Eidsborg... diese wurden schon zur Wikingerzeit im Gebiet Eidsborg Telemark dort abgebaut und auch Handel mit Ihnen getrieben. Auf welche Weise es aber am Mjösa See gelandet ist kann ich hier so nicht nachvollziehen. Haben nahezu identische Stücke als Beleg am Rand unserer Sammlung stehen Hoffe die Info ist ok ! PriMus1
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liegt der Mjösa nicht bei Rjukan, also quasi um die Ecke von Eidsborg ( für norwegische Verhältnisse natürlich)? Wetzstein würde auch für mich Sinn machen. In Eidsborg stehen neben der dortigen kleinen Stabkirche noch alte Grabsteine aus genau disem Material...
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Hallo,
ganz falsche Ecke, der Mjøsa-See liegt ein gutes Stück nördlich von Oslo. Da ist auch die Smaragd-Grube Byrud.
Günter
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Hallo,
kann mich nur einigen Vorredner anschließen.
Sicher natürlich. Auch die Leute früher haben auf eine gewisse Ästhetik und Qualität geschaut. Alleine wegen der damals noch hohen Transportkosten. Das hintere Ende ist z. B. nicht abgeschliffen. Wäre ungefähr so, wie wenn ich bei einem Hackenstiel das untere Ende nicht abschneiden und glätten würde. Und der Spitz hat einen Einriss.