Mineralienatlas - Fossilienatlas

Bergbau und Verhüttung / Mining and Smelting / Minería y Fundición => Zeugen des Bergbaus / evidence of mining => Thema gestartet von: Grubenwehrmann am 22 Nov 04, 17:40

Titel: Uranbergbau Bärenstein
Beitrag von: Grubenwehrmann am 22 Nov 04, 17:40
Hallo
Ich bin neu hier und habe eine Frage. Ich suche Literatur aus den "Wilden Jahren" (1945 bis 1953) aus Baerenstein und Umgebung. Genauer gesagt suche ich Infos von den Schaechten 249  ,  327  ,  566,   und ??? (vierter Schacht) sowie Bergarbeiteraufstaende aus dieser Gegend.  Wer kann mir weiter helfen. Im voraus recht herzlichen Dank

                          Glueck-Auf

                                           Der Grubenwehrmann
Titel: Re: Uranbergbau Bärenstein
Beitrag von: uwe am 22 Nov 04, 19:04
Erst mal ein herzliches Glück Auf zur Begrüßung. Freut mich, daß wieder ein Erzgebrigler zum Forum gefunden hat. Ich werde demnächst mal in die Wismut-CD schauen, was dort über Bärenstein steht. Oder hast Du die selbst ?

Glück Auf
Uwe 
Titel: Re: Uranbergbau Bärenstein
Beitrag von: Schluchti am 22 Nov 04, 20:05
Glück Auf auch von mir! Ich werde mal die CD durchschauen, was sich da so findet.
Titel: Re: Uranbergbau Bärenstein
Beitrag von: Grubenwehrmann am 22 Nov 04, 20:16
Ich sage auch einmal Glueck-Auf

Nur komme ich nicht aus dem Erzgebirge sondern aus dem tiefen Westen, also aus dem Steinkohlebergbau in dem ich 34 Jahre  und 23 Jahre in der Grubenwehr taetig war.  Von der Wismut CD habe ich auch schon gehoert, nur bekommen, das ist ein Problem. Was mich aber interessiert ueber diese Chronik.Wie ausfuehrlich wird die Zeit der SAG-Wismut beschrieben (1945 bis 1953) also die sogenannten "Wilden Jahre" Als alter Grubenwehrmann interessieren mich besonders die Einsaetze der Wehr.

                                           Glueck-Auf
                                                      Der Grubenwehrmann
Titel: Re: Uranbergbau Bärenstein
Beitrag von: Schluchti am 22 Nov 04, 20:53
Nun, ich versuche mal eine kurze quantitative Beschreibung der für Dich möglicherweise Interessanten Themen der CD:

Die CD hat quasi einen allgemeinen Teil, der sich mit der Entstehung und Entwicklung des Uranbergbaues im Allgemeinen beschäftigt, dies jedoch unter allen möglichen Aspekten. In dem besonderen Teil folgt dann eine nähere Beschreibung der einzelnen Lagerstätten und Betriebe, wo dann auch die jeweilieg Geschichte und Entwicklung abgerissen wird.   

Hier nun ein paar Zahlen:

Gesamtseiten der Chronik: 2739

Allgemeine Abhandlungen zur Geschichte und Ausstattung der Grubenwehr: 10 Seiten
Allgemeine Geschichte der SAG Wismut (allgemein zur Gründung dieser AG):  6 Seiten

Geschichte der Lagerstätte Bärenstein-Niederschlag: 24 Seiten


Die CD gibt es wohl bei der Wismut selbst:

siehe hier: http://www.wismut.de/aktuell/veroeffentlichungen.php?nummer=114&ansicht=detail
Allerdings gibt es inzwischen eine neue Auflage von 2002. Für die habe ich in Schlema im Museum Uranerzbergbau (übrigens mit einem Schwerpunkt Grubenrettungswesen) vor ein paar Wochen 10,50 EUR bezahlt. Also vielleicht einfach mal bei der Wismut direkt anfragen.


 
Titel: Re: Uranbergbau Bärenstein
Beitrag von: Grubenwehrmann am 24 Nov 04, 20:59
Ich habe da noch einmal eine Frage

Mir wurde zugetragen das in den 50er Jahren Bergleute in der Gegend von Baerenstein, die verunglueckt oder wie auch immer zu tode gekommen sind,  "" nackt" in den Sarg gelegt und dann beerdigt wurden. Kann mir jemand hier dieses Verhalten erklaeren.

                                               Der Grubenwehrmann
Titel: Re: Uranbergbau Bärenstein
Beitrag von: Schluchti am 24 Nov 04, 21:12
Hmm, seltsames Gebirgsvolk fällt mir da nur spontan als Antwort ein...  ;)

Im Ernst: Davon habe ich noch nicht gehört, vielleicht war das ein lokaler Brauch? Aber möglicherweise haben die alten Hasen hier ein Erklärung.

 
Titel: Re: Uranbergbau Bärenstein
Beitrag von: Grubenwehrmann am 02 Dec 04, 15:42
Hallo Schluchti
Ich wuerde mich freuen wenn du mir noch einmal helfen koenntest. Kannst du mir sagen wo der Schacht 319 stand und ob er noch unter einen anderen Namen bekannt war. Ich bedanke mich im voraus fuer deine Muehe
                    Der Grubenwehrmann
Titel: Re: Uranbergbau Bärenstein
Beitrag von: Schluchti am 02 Dec 04, 18:40
Hallo Grubenwehrmann,

habe mal die Wismut CD befragt.

Danach gehörte der Tagesschacht 319 zur Kleinstlagerstätte August (AWGUSTOWSKOJE). Diese Lagerstätte ertreckte sich über ein Areal von 1 km2. Das Grubenfeld liegt nordwestlich der Ortslage Raschau (Grünstädtel) im Landkreis Schwarzenberg und wird im Zentrum durch die B 101, die Eisenbahnlinie Schwarzenberg - Annaberg und den Flußlauf der großen Mittweida in zwei Teile getrennt. Schacht 319 lag unmittelbar nördlich der großen Mittweida.

Dieses Grubenfeld unterstand der Schachtverwaltung 257 (diese bestand von 1949 bis 1954).
Der Aufschluß erfolgte über 6 Stolln, 3 Tagesschächte (Nr. 257, 278 und 319), 13 Tiefschürfe, 12 Blindschächte und mehrere Überhauen auf 10 Sohlen.


Tagesschacht 319

Füllorte, Sohlen: 3,4,5
Rasensohle m NN: 488,2
Teufe [m]: 319
Querschnitt [ m² ] Ausbr./ Licht: 12 / 8,5
Übergabe in Produktion: 1951

Fördermasch. Typ: TM 23
Fördergefäße: 2 Gestelle
Fördergerüst [Material / Höhe in m]: Holz / 17
Proj.Förderleistung [t/h]: 38

Zwar wurden auch viele alte Bergbauanlagen in die Erschließung dieser Lagerstätte mit einbezogen, jedoch wohl fast nur alte Stolln. Daher gibt es auch keine Informationen über frühere oder andere Namen. Ich vermute Schacht 319 wurde unter diesem Namen erstmals durch die Wismut abgeteuft.

 
Titel: Re: Uranbergbau Bärenstein
Beitrag von: Grubenwehrmann am 02 Dec 04, 19:39
D A N K E   Schluchti

Du hast mir sehr geholfen

                    Der Grubenwehrmann
Titel: Re: Uranbergbau Bärenstein
Beitrag von: Schluchti am 02 Dec 04, 19:40
Gern geschehen!  :)