Mineralienatlas - Fossilienatlas
Fossilien / Fossils / Fósiles => Bestimmung von Funden / Determination of findings => Unbekanntes Erdzeitalter / unknown geological era => Thema gestartet von: traubensaft am 30 Sep 09, 18:24
-
Guten Tag,
ich bin neu hier bei dem Forum und habe "natürlich" gleich Fragen.
Als Steinesammler habe ich schon einiges an Steinen zusammen bekommen. Da ich auf dem Gebiet Laie bin habe ich bei vielen keine Ahnung um was es sich handelt.
Der erste hat keine Schichtung. Er ist voll von Muscheln. Er wirkt auf mich als ob jemand die Muscheln einzementiert hat (daher bin ich mir gar nicht sicher ob das wirklich ein Gestein ist), aber wie sollte jemand das schaffen??? Sehr hart (nicht pröselig)
Der zweite hat feine Schichtungen. Schimmert stellenweise silbern und hat ein ganz schwachen türkisgrünen Farbtouch...
Beide Steine habe ich in Neuseeland am Strand gefunden.
Über hilfe würde ich mich sehr freuen
mfg benjamin
-
Hallo,
Der 2. ist ein Gneis. Das silberne ist Hellglimmer (Muskovit oder Phengit), der Rest Quarz und Feldspat, vielleicht ist auch Granat drin, aber das erkennt man auf dem Photo nicht.
Der 1. dürfte ein fossilführender Sand- oder Schluffstein sein. Das weiße sieht sehr nach Überresten von Seeigel aus. Ist halt versteinerter Strand. Stell dir einfach vor, die Muschelschalen am Strand würden mit dem sie umgebenden Sand verbacken. Das passiert über Jahrtausende hinweg durch eindringende Lösungen.
Glück Auf!
Smoeller
-
@Smoeller:
Ist halt versteinerter Strand. Stell dir einfach vor, die Muschelschalen am Strand würden mit dem sie umgebenden Sand verbacken. Das passiert über Jahrtausende hinweg durch eindringende Lösungen.
Du meinst das, was man als "beach rock" bezeichnet, also ein Gestein, das zu seiner Verfestigung keiner Versenkungsdiagenese bedarf und das direkt am Sandstrand entsteht? Deren Formierung ist zwar im Detail immer noch umstritten (die Zementation soll durch den Kontakt von Süß- und Meerwasser ausgelöst werden), allerdings gibt es rezente Beobachtungen, denen zufolge die Bildung eher im Jahres- oder Jahrzehntezeitraum als in größeren Zeiträumen abläuft.
Das abgebildete Stück sieht mir aber eher nicht wie ein Sandstein (nicht mal ein karbonatischer), sondern eher wie ein Kalkstein mit gewissem Ton- oder Kerogengehalt (-> Färbung) aus. Benjamins Beschreibung interpretiere ich so, dass es eine homogene Matrix ohne erkennbare Körnchen ist. Bei beach rocks erkennt man die Sandmatrix aber deutlich.
Als Ablagerungsraum kommt der Strand direkt damit nicht in Frage. Auch tendieren Seeigelgehäuse in der Brandung dazu, sehr schnell zu zerfallen - meist immer vor der endgültigen Einbettung -, während sie z. B. im subtidalen Bereich durch Strömungen an einer Stelle angereichert werden können und dort auch gut erhaltungsfähig sind.
Interessant wäre eine genaue Angabe, wo in NZ die Stücke gefunden wurden ("ein Steinbruch in Deutschland" wäre auch keine befriedigende Fundortangabe).
Ein Gneisfund und ein Fund eines fossilhaltigen Gesteins lassen mich vermuten, dass an dem Strand durch einen Fluss oder eiszeitliche Gletscher Gesteine aus einem größeren Einzugsgebiet zusammengetragen wurden. Beides nebeneinander direkt am Strand anstehend kann ich mir nämlich schlecht vorstellen... Aber wie gesagt, ohne genaue Ortsangabe bleiben das alles nur Vermutungen.
Gruß,
Rainer