Mineralienatlas - Fossilienatlas

Gesteine / Rocks / Rocas => Bestimmung von Funden / Determination of findings => Schweiz / Switzerland => Thema gestartet von: vanderheide am 06 Nov 09, 22:43

Titel: Fundort: Motta Naluns, bei Scuol, GR, CH
Beitrag von: vanderheide am 06 Nov 09, 22:43
Verehrte Leser,
Beigefügt: Bild eines geschliffenen Steines.
Mich interessiert, ob jemand die hellgrüne (fast gelbliche), grüne und schwarze Teile identifizieren kann.
Die endlos vielen roten Punkte müssen wohl Granate sein.
Herzlichen Dank für Hinweise!
Gruss
Hans van der Heide
Titel: Antw:Fundort: Motta Naluns, bei Scuol, GR, CH
Beitrag von: vanderheide am 06 Nov 09, 22:44
hier die Detail Bilder
Titel: Antw:Fundort: Motta Naluns, bei Scuol, GR, CH
Beitrag von: smoeller am 07 Nov 09, 10:15
Hallo,

Pyropserpentinit vielleicht. Das rote dürfte Granat sein, mit recht hohem Pyropanteil meistens bei derartigen Gesteinen. Wenn die ehr so graugrün werden, liegt eine Umwandlung in Chlorit/Aktinolith vor. Die schwarzen Schlieren dürften ebenso wie die grünen Serpentin sein, aber mit Magnetit. Das Gestein geht aus Eklogit oder Granatperidotit hervor.

Glück Auf!
Smoeller
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Beitrag von: Jaspis am 08 Nov 09, 13:32
Ich habe in Deinem anderen Beitrag schon bewundert wie schoen, Du den Stein bearbeitet hast!

Magst Du mir verraten wie Du die Steine polierst? Ich hab sowas aehnliches auch schon gefunden und habe mich am polieren versucht aber alles was ich geschafft hab war die Granate rauszubroeseln :(

wuerde mich ueber eine Antwort freuen!
Titel: Antw:Fundort: Motta Naluns, bei Scuol, GR, CH
Beitrag von: vanderheide am 08 Nov 09, 19:28
Hallo Sebastian,
Du bestätigst meine Vermutung und jetzt verdichtet sich eine Annahme. Oberhalb von Motta Naluns
(46°48'57.71"N   10°15'42.20"E /  In Google-Earth eingeben im Feld "Anfliegen") ist ein Gebirgszug der aus
Serpentinit ist. Dieser Stein ist eindeutig heruntergekommen, denn ich war an der Grenze von Bündner Schiefer zum Serpentinit.
Nun kenne ich das Engadiner Fenster und seine Geschichte nicht. Kann mir denken, dass in den Randzonen Übergangsgestein vorhanden sein können. Vielleicht ist das hier ein Übergangsgestein???
Besten Dank für den Hinweis
Hans
Titel: Antw:Fundort: Motta Naluns, bei Scuol, GR, CH weitere Funde
Beitrag von: vanderheide am 16 Nov 09, 23:43
Zwei Steine folgen auf den vorhergehenden Stein, sie sind dem gleichen Geschiebe (am selben Fundort des ersteren Steines).
Der erste Stein ist fast nur hell und dunkel grün, hat viele Löcher (die sind weiss, wenn Schleifpulver hineinkam) und einen Rückstand eines Granates. Wäre alles Pyropserpentinit?
Der zweite Stein (vom selben Ort) hat eine herrlich bewegte Textur ist auffallend grünlich und schwarz, mit weissen Flecken.
Da ist sicher viel Verwandtschaft mit dem allerersten Stein?!
herzliche Grüsse und Dank für Hinweise!!!
Hans van der Heide
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Beitrag von: vanderheide am 16 Nov 09, 23:44
Detailfoto vom zweiten Stein
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Beitrag von: vanderheide am 16 Nov 09, 23:45
dritter Stein
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Beitrag von: vanderheide am 16 Nov 09, 23:46
Detail vom dritten Stein
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Beitrag von: smoeller am 17 Nov 09, 10:15
Hallo,

1+2 sind Serpentinite. DEr 3. ist leider nicht so eindeutig zu bestimmen vom Foto her. Die dunklen Flecken im 2. sind umgewandelter Granat.

Glück Auf!
Smoeller
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Beitrag von: vanderheide am 17 Nov 09, 23:21
Herzlichen Dank für die Hinweise. Den anderen Stein werde ich nochmals neu ablichten.
Habe irgendwo auch noch ein Foto vom Rohling. Auffallend war, der Stein glitzerte über die ganze Fläche. Das schwarze Material ist offensichtlich kristallin, denn es gibt unzählige kleinen Kristall-Flächen, die das Licht reflektieren. Ich selber dachte an Aktinolit, wobei ich mich dann fragte: kann es überhaupt so bewegt und geschwungen erscheinen?
Ich werde mich am Wochenende neu mit Ablichten abgeben!
liebe Grüsse
Hans
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Beitrag von: smoeller am 18 Nov 09, 13:23
Hallo,

Hornblende kann natürlich sein. Es gibt sogar Hornblendeschiefer. Die Biegung kommt davon, dass Minerale während der Verformung des Gesteins wachsen. Dann orientiert sich ein Mineral halt an der Bewegungsrichtung. Es gibt z.B. Granate mit Biotiteinschlüssen, die s-Förmig gebogen im Kristall sitzen.

Glück Auf!
Smoeller
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Beitrag von: vanderheide am 18 Nov 09, 22:38
Hallo Sebastian
Du hast mir zugleich eine andere Frage beantwortet. Ich wollte die entsprechenden Fotos noch suchen und mal als extra Thema hineinstellen: Auvergne - Nähe von le Puit - prächtige Basalt Formationen. Ich denke mir, dass der Kristalllisationsvorgang bei Basalt-Säulen irgendwie durch die ganze Gesteinsmasse zieht, wenn entsprechende Bedingungen dazu erfüllt sind. Hier in der Auvergne fand ich abstruseste Biegungen und Wölbungen dieser sechskantigen Säulen. Wenn meine Schlussfolgerung falsch ist, werde ich das Thema demnächst einmal aufgreifen.
Hier zusätzliche Bilder (heute schien die Sonne).
Herzliche Grüsse
Hans
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Beitrag von: vanderheide am 18 Nov 09, 22:39
ein weiteres Bild
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Beitrag von: vanderheide am 18 Nov 09, 22:40
Und hier der Rohling
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Beitrag von: vanderheide am 18 Nov 09, 22:46
Noch kurz zu den letzten Bildern.
Sie sind stark verkleinert (640X480pixel). Schaut man sie vergrössert an, sind die Steine mit hellen Kreuzen übersäht.
Dieser Effekt rührt davon her, dass der Stein übersäht ist mit unzähligen Lichtpünktchen (kristallflächen, die das Licht reflektieren). Immer wieder habe ich festgestellt, dass dieser Effekt bei Gesteinen mit Reflexionspunkten auftaucht.
Gruss
Hans
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Beitrag von: vanderheide am 30 Nov 09, 21:21
Hallo!
Bitte, wer hier liest, mal eben kurz zurückblenden auf Seite 1. Hier ist noch eine ungelöste Frage mit 5 Bildern.
Ob der Stein nun wirklich Hornblende ist? Ich würde mich freuen, wenn jemand das bestätigen oder widersprechen würde!
Herzlichen Dank
Hans van der Heide
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Beitrag von: vanderheide am 21 Dec 09, 22:53
Letzter Versuch: zwei Detailbilder des Rohsteines.
Wenn es optisch einfach nicht definierbar ist, lassen wir es.
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Beitrag von: vanderheide am 21 Dec 09, 22:54
Zweites Bild