Mineralienatlas - Fossilienatlas
Arbeitsmittel / Means for work => Sonstiges / Others => Thema gestartet von: Achim am 23 Dec 09, 09:00
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Hallo,
gestern habe ich von einem Freund ein Tropffläschchen mit HCL 1:5 bekommen. Nun stellt sich mir die Frage: wie führt man die Tests eigentlich korrekt durch? Nun, das ist sicherlich auch von der Art der Stufe abhängig, nur gibt es hier irgendwo Verhaltenshinweise? Hierbei denke ich weniger an 'nicht mit der Haut in Berührung bringen, nicht Trinken ....' sondern daran, wie und wo man die Säure aufbringt, wie lange 'wirken lässt' etc.
Ich könnte mir vorstellen, wenn man ein kleines Stück des Minerals abtrennen kann man dieses - in einem Porzellanschälchen? Glasschälchen ? ... mit der Säure benetzt und abwartet was geschieht.? Wie lange?
Wenn man nichts abtrennen kann: an einer möglichst unauffälligen Stelle einen Tropfen aufbringen, warten was passiert und dann mit klarem Wasser abspülen? ...
Ihr merkt an der Fragestellung: ich habe hiervon absolut keine Ahnung, und würde gerne etwas an dem Zustand ändern.
Vielen Dank für Eure Hilfe
Glück auf
Achim
p.s. mit der Hilfefunktion war ich leider nicht fündig geworden
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Hallo,
Zuerst einmal würde ich die Salzsäure mit dest. Wasser weiter verdünnen. 20 %ige Salzsäure ist schon ziemlich heftig, du kannst die locker auf 10 %ig verdünnen, für einen Laien (im Umgang mit Salzsäure) würde ich sogar empfehlen auf 3 % ige HCL runterzuverdünnen. Tut auch seinen Zweck.
Idealerweise gibst du einen Tropfen der Salzsäure auf ein Uhrglas. Dann kratzt du etwas von der zu untersuchenden Stufe ab (natürlich an einer Stelle, die nicht direkt ins Auge fällt), anschliessend legst du die Probe neben den Tropfen und schiebst sie dann mit einem Spatel oder einer Nadel in die Säure während du das Ganze durch deine Bino beobachtest.
Malachit bzw. ein Carbonat sollte sofort anfangen Bläschen zu bilden.
Gruß Günter
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Hallo,
mal am Rande eine kleine Berichtigung, weil ich das immer wieder lesen muss (das schmerzt einfach den Chemiker :P).
Salzsäure ist HCl. Das große L ist falsch!
Bei solchen Tests mit Säuren sollte man auf jeden Fall eine Schutzbrille tragen. Schon kleinste Spritzer in den Augen schmerzen unheimlich.
Bei der Frage wie lange......Calcit oder Aragonit rauschen sofort unter HCl-Einwirkung
Wenn man nichts abtrennen kann: an einer möglichst unauffälligen Stelle einen Tropfen aufbringen, warten was passiert und dann mit klarem Wasser abspülen?
richtig
Gruß,
Andreas
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Zuerst einmal würde ich die Salzsäure mit dest. Wasser weiter verdünnen. 20 %ige Salzsäure ist schon ziemlich heftig, du kannst die locker auf 10 %ig verdünnen, für einen Laien (im Umgang mit Salzsäure) würde ich sogar empfehlen auf 3 % ige HCL runterzuverdünnen. Tut auch seinen Zweck.
Hallo,
da HCl ein Gas ist - im Gegensatz zu z.B. Schwefelsäure - ist die konzentrierte Salzsäure max 37%, meist eher 30%. Also 1:5 verdünnt macht 6% bis 7%.
MfG
Frank
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hallo
Also 1:5 verdünnt macht 6% bis 7%
hast recht, technische ist so 30 -33 % ig.
Salzsäure ist HCl.
richtig, Chlor hat als Symbol Cl, aber um genau zu sein: Salzsäure ist nicht HCL, sondern eine wässrige Lösung von eben jenem Chlorwasserstoffgas, das Krizu richtigerweise angesprochen hat.
Ich will hier aber keine Diskusion über richtige Schreibweisen etc. vom Zaun brechen, wichtig ist doch eigentlich dass wir Achim einen Tip geben, wie er die Salzsäure Probe am besten durchführt.
Gruß Günter
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Ih mache es folgendermaßen.
Zuerst lege ich das abzusäuernde Stück in Wasser, und warrte, bis das Wasser in alle Poren gedrungen ist. Dann erst gebe ich einen Schuß konzentrierte Salzsäure (mit der gebotenen Vorsicht natürlich) zu. Mit einem Holzstöckchen rühre ich um. So entferne ich schrittweise das Carbonat indem ich immer wieder mal etwas Salzsäure zugebe, wenns nicht mehr perlt.
Wenn es zum Schluß nicht mehr perlt (etwas Carbonat sollte in einer Ecke ruhig noch vorhanden sein) kann ich die neutralisierte Calziumchloridlösung bedenkenlos weggießen. Da passsiert nichts mehr. Auch kann ich das Stück mit den Händen aus dem Bad fischen, denn die Säure ist gebunden. Durch das Einlegen in Wasser ist keine Säure in die Poren gedrungen und es bleiben keine Verfärbungen übrig. Außerdem ist die Arbeisweise Säure in Wasser (und nicht umgekehrt) die sichere. Über die Konzentration muß man sich keine Gedanken machen. Die aktive Säure ist so verteilt und schwach, daß Schäden an den zu erhaltenden Mineralen kaum auftreten können.
Übrigens, Salzsäure gibt es in jeden gut sortierten Baumarkt.
Gruß
Uwe
Ps: Habe gerade festgestellt, daß ich wieder mal am Thema vorbei diskutiert habe - tja, man wir eben alt. Nichts für ungut, als ich es merkte, war der Beitrag schon gesendet.