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Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => Thema gestartet von: Achim am 08 Jan 10, 11:42

Titel: Malachit oder doch PseudoMalachit?
Beitrag von: Achim am 08 Jan 10, 11:42
Hallo,

anbei Bildchen einer wenig attraktiv aussehenden Stufe (80 * 65 * 55mm).
Zunächst hatte ich an Pseudomalachit gedacht. Da die Härte um 4, eher niedriger ist tendiere ich nun doch hin zu Malachit. Der Strich ist grünlich, nicht allzu kräftig. Ob Säuretest sinn macht weis ich nicht. Pseudomalchit steht nicht in meinen Büchern, im Mineralienlexikon steht bei Pseudomalachit nichts über Chemische Eigenschaften und Tests.

Kann man ggf. auch etwas zu möglichen Lokalität sagen? Die Matrix scheint stark quarzhaltig, teils mit kleinen XX.

Glück auf

Achim

p.s. ist die stellenweise dunkle Verfärbung ins bräunliche Verschmutzung? wenn ja, wie könnte man diese entfernen?
Titel: Antw:Malachit oder doch PseudoMalachit?
Beitrag von: smoeller am 08 Jan 10, 12:13
Hallo,

tendiere eher zu Pseudomalachit. Die Matrix ist Quarz, das gelbe/braune Limonit. Malachit + Pseudomalachit ist möglich, kenne entsprechende Stücke von der Grube Silberbrünnle. Dann ist der Malachit immer heller grün als der Pseudomalachit, dessen Farbe ins blaugrüne geht.

Wenn es Pseudomalachit ist, kämen drei Fundorte in Frage: Grube Käusersteimel bei Kausen/Siegerland, Grube Virneberg bei Rheinbreitbach im Rheinland (zwischen Bonn und Koblenz), Grube Silberbrünnle bei Gengenbach im Schwarzwald. Dann noch als etwas weniger wahrscheinlicher FO Reichenbach im Odenwald.

Von der Art des Gesteins kommen alle FO in Frage.

Glück Auf!
Smoeller
Titel: Antw:Malachit oder doch PseudoMalachit?
Beitrag von: Walpurgin am 08 Jan 10, 12:25
Die Grube : Alväter samt Eschig zu Sayda/Erzgebirge brachte ähnliche Pseudomalachite.
Titel: Antw:Malachit oder doch PseudoMalachit?
Beitrag von: raritätenjäger am 08 Jan 10, 12:58
Hallo,

in Anbetracht deiner restlichen Stücke würde ich diesen Pseudomalachit entweder nach Kausen oder Rheinbreitbach stellen wollen. Möglich wäre auch Erl bei Linz (Grube Venus) oder Bruchhausen. Aber das ist alles in der Nachbarschaft von Rheinbreitbach.

Gruß
Andreas
Titel: Antw:Malachit oder doch PseudoMalachit?
Beitrag von: Haspelknecht am 08 Jan 10, 13:00
Hmm... ich wäre mir da anhand der Bilder nicht so sicher, ob Pseudomalachit oder Malachit. Der Salzsäuretest mit einer kleinen Probe macht auf jeden Fall Sinn: Braust es auf, ist es Malachit, braust es nicht, dann - möglicherweise - Pseudomalchit. Schlimmstenfalls ist es ein Gemenge mit beiden Mineralen. Als Fundort kommen die von smoeller, raritätenjäger und Walpurgin genannten in Frage.
Titel: Antw:Malachit oder doch PseudoMalachit?
Beitrag von: Achim am 08 Jan 10, 14:28
Hallo,

ich habe ein paar Krümel abgetrennt und mit 1:5 HCl beträufelt. Es hat etwas geblubbert, die Reaktion war aber nicht sonderlich kräftig.

Zur Eingangsfrage: kann man den Malachit / Pseudomalachit reinigen (oder nur ggf. mit Wasser und Zahnbürste abschrubben)

Glück auf

Achim
Titel: Antw:Malachit oder doch PseudoMalachit?
Beitrag von: Dr Vogtländer am 08 Jan 10, 19:32
Hallo
Limonitkrusten lassen sich eventuell mit Natriumditionit entfernen , man sollte die Stücke aber nicht zu lang der Chemikalie aussetzen immer 10 -20 min sollten schon Ergebnisse zeigen.
Gruß Thomas
Titel: Antw:Malachit oder doch PseudoMalachit?
Beitrag von: Haspelknecht am 09 Jan 10, 10:55
Wenn es geblubbert hat, dann wird auf jeden Fall Malachit mit drin sein. Meiner Meinung nach sieht das grüne Mineral auch wie Malachit aus. Aber wie gesagt: Dass ein anderes Mineral wie Pseudomalachit mit dabei ist, kann man anhand der Fotos nicht ausschließen. Reinigen kann man das Material, ich würde nur auf die Zahnbürste verzichten.
Titel: Antw:Malachit oder doch PseudoMalachit?
Beitrag von: jürgen lange am 09 Jan 10, 12:11
hallo. auch wenn die antwort jetzt nervt. man könnte das phosphat auch nachweisen nach folgenden methoden:

http://www.chemgapedia.de/vsengine/vlu/vsc/de/ch/6/ac/versuche/anionen/_vlu/phosphat.vlu/Page/vsc/de/ch/6/ac/versuche/anionen/phosphat/nachweis.vscml.html


fragt aber jetzt bitte nicht, wo man die substanzen für die analytik herbekommt und dann noch in kleinen mengen. die sache wäre für einen chemiestudenten im 1. semester im anfängerpraktikum ganz einfach zu lösen.


auch sind wohl mischkristallisationen nicht auszuschließen, was die sache noch schwieriger macht. ich habe hier das eine oder andere stück vom borstein herumliegen und bin genauso verzweifelt bei der zuordnung.

heute muss ich das wort labor schon im lexikon auf richtigkeit kontrollieren ;D


glück auf jürgen lange