Mineralienatlas - Fossilienatlas

Mineralien / Minerals / Minerales => Fluoreszenz, Lumineszenz / Fluorescence, Luminescence => Thema gestartet von: Xyrx am 22 Jan 10, 18:19

Titel: UV-Licht (405nm) und Calcit
Beitrag von: Xyrx am 22 Jan 10, 18:19
Hallo,

habe einen sehr schönen Calcit-Zwillingskristall (wahrscheinlich ein Spaltstück) aus Island. Die isländischen Calcite fluoreszieren immer sehr schön, meist rot. Aber dieser Zwillingskristall fluoresziert  bei dem einen Kristall rot, beim anderen gelbgrün. Wie kann so was sein? Wie könnte sich so ein Kristall bilden?

Leider kriege ich die Fotos nicht hin, meine Kamera ist in diesen Bereichen fast blind, Fotos sind extrem schwer. Ich probiere es, vielleicht kann ich die Fotos noch nachreichen.

LG Xyrx
Titel: Antw:UV-Licht (405nm) und Calcit
Beitrag von: smoeller am 22 Jan 10, 18:56
Hallo,

Die Farbe bzw. Intensität hängt von der Art und Wertigkeit der Fremdionen sowie deren Umgebung im Kristall ab (Kristallfeldtheorie). Je nach Wellenlängenbereich der eingestrahlten Strahlung werden bestimmte Wellenlängen verschluckt oder angeregt.

Calcit kann z.B. Mn einbauen (wohl Mn2+), das für die rosarote bis rote Fluoreszenz verantwortlich ist.

Andere generell in fluoreszierenden Mineralen mögliche Fremdionen sind Sr2+ oder Ba2+, auch Uran (+4 oder +6 in den meisten geologisch relevanten Umgebungen) kann Fluoreszenz auslösen. Dazu kommen noch Zn, tw. Pb (2+ oder 4+), Mg2+, Cr3+ und einige andere. Wichtig ist, dass keine Fluoreszenzunterdrücker (Quencher) wie Fe oder Cu vorhanden sind.

Der rote Kristall wird eindeutig durch Mn2+ hervorgerufen, das Ca2+ substituiert (leichter Mischkristall mit Rhodochrosit), das grüne ist schwieriger. Möglich wäre Zn oder U, wobei Zn2+ in das Calcitgitter passt (MK mit Smithsonit), auch wenn der Einbau begrenzt sein dürfte, aber wir reden hier eh über ppm.

Aus dem Kaiserstuhl (Stbr. V am Orberg bei Schelingen) sind grobkörnige Karbonatite bekannt, bei denen die Calcite benachbarter Lagen auch rote und grüneFluoreszenz zeigen. Leider fehlt mir so ein Teil noch.

Glück Auf!
Smoeller
Titel: Antw:UV-Licht (405nm) und Calcit
Beitrag von: Xyrx am 22 Jan 10, 19:15
Hallo Smoeller,

supervielen Dank für die ausführliche Erklärung.
Hier mal ein Bild vom Zwilling. Ich kämpfe immer noch mit den UV-Bildern, habe bereits einige Dutzend verschossen, ich kriegst nicht hin. Das Bild mal auf die Schnelle, links der gelbgrüne Kristall (mit Spalt"narbe"), rechts der rote Kristall. Die Farben bei Fluoreszens bei 405nm. Leider eben kriege ich die Bilder nicht hin. Bildbreite 7cm.

LG Xyrx
Titel: Antw:UV-Licht (405nm) und Calcit
Beitrag von: uwe am 22 Jan 10, 21:23
Hallo Andre,

eigentlich sollte das Darstellen der Fluoreszenzfarbe per Foto kein Problem sein. Natürlich darf die Kamera nicht im Automatikmodus eingestellt sein. Also Licht aus und UV-Leuchte an. Dazu eine längere Belichtungszeit.

Schau mal unter Malayait ins Lexikon. Da hab ich ein Beispiel.

Gruß
Uwe
Titel: Antw:UV-Licht (405nm) und Calcit
Beitrag von: berthold am 22 Jan 10, 23:27
Hallo,

Zitat
eigentlich sollte das Darstellen der Fluoreszenzfarbe per Foto kein Problem sein.

doch, doch, das ist manchmal wirklich nicht leicht. Gut geht starke Fluoreszenz, z.B. von Autunit/Uranocircit, aber z.B. bei einem Scheelit habe ich schon enormen Aufwand treiben müssen. Manchmal hilft ein UV-Filter vor dem Objektiv, manchmal Experimente mit Belichtungszeit/Blende/Lichtempfindlichkeit (es ist trotz Bildrauschen bzw. geringer Schärfentiefe oft besser mit kurzen Zeiten zu arbeiten). Problematisch wird es wenn Reflexe da sind oder wenn zur Ausleuchtung (z.B. Drusen) mehrere UV-Lampen gebraucht werden.

Gruß
Berthold
Titel: Antw:UV-Licht (405nm) und Calcit
Beitrag von: Xyrx am 24 Jan 10, 14:24
Hallo,

ich habe mir auch schon gedacht, das das eigentliche UV-Licht weggefiltert werden sollte. Beim Laser habe ich einen ziemlich engen Bereich, also diese 405nm Wellenlänge. Doch Filter dafür sind sündhaft teuer (vierstellige Eurobeträge!). Normale UV-Filter sind zu schwach, das habe ich probiert.

VG Xyrx
Titel: Antw:UV-Licht (405nm) und Calcit
Beitrag von: Stefan am 24 Jan 10, 15:02
Das Problem bei den Aufnahmen düfte daher beruhen, dass es eben noch kein UV Licht ist, sondern Licht im tiefen violett sichtbaren Bereich. Ein Filter dürfte sich relativ einfach digital bei der Nachbearbeitung umsetzen lassen.

Besten Gruß
Stefan
Titel: Antw:UV-Licht (405nm) und Calcit
Beitrag von: Xyrx am 24 Jan 10, 18:24
Habe es nochmals probiert (*schwitz*)

Dieses Foto ist etwas vergrößert, der Laserstrahl (dunkelviolett) geht erst von links nach rechts durch den ersten Kristall des Zwillings, wird rot, dann weiter durch den zweiten Kristall, da wird er grün, durch die Doppelbrechung (eben Islandspat) gleich zweimal, danach wieder dunkelviolett beim Austritt aus dem Stein (leider nicht sichtbar im Foto).

LG Xyrx
Titel: Antw:UV-Licht (405nm) und Calcit
Beitrag von: Stefan am 24 Jan 10, 18:39
Sollte dann ungefähr so aussehen nach Digitalfilter ...
Ich hoffe Dein Bild verändern zu dürfen ...
Besten Gruß
Stefan
Titel: Antw:UV-Licht (405nm) und Calcit
Beitrag von: Xyrx am 24 Jan 10, 19:20
 :o Wie hast du das gemacht???

Welche Software, wie geht das? Bin begeistert!

LG Xyrx
Titel: Antw:UV-Licht (405nm) und Calcit
Beitrag von: Stefan am 24 Jan 10, 19:23
Gimp

Farben - Werte - neben "Automatisch" mit der Pipette den Schwarzwert im Bild (z.B. links unten) auswählen - dann daneben den Grauwert (lila im Bild) - OK und fertig.

Primär geht es darum einen Weißabgleich zu machen und dazu musst Du das lila als weiß oder grau definieren.

Dauer der Bearbeitung - 30 Sekunden incl. speichern  ;)

Besten Gruß
Stefan

Titel: Antw:UV-Licht (405nm) und Calcit
Beitrag von: Xyrx am 24 Jan 10, 20:09
Danke. Lade mir grade Gimp runter. Kannst du trotzdem die PN bearbeiten? Muß mich erst in Gimp einarbeiten, sofern ich da was verstehe...

LG Xyrx
Titel: Antw:UV-Licht (405nm) und Calcit
Beitrag von: Stefan am 24 Jan 10, 22:18
Hmm so recht mag Gimp mit Deiner Originaldatei zu keinem guten Ergebnis zu kommen. Was hast du mit der datei gemacht bevor Du sie hier hochgeladen hast. Der Zwischenschritt scheint nützlich zu sein.

Ich habe es nun händisch gemacht, ist dann ein wenig aufwändiger - Datei ist unterwegs.

Besten Gruß
Stefan
Titel: Antw:UV-Licht (405nm) und Calcit
Beitrag von: Embarak am 24 Jan 10, 22:49
Hallo,
Primär geht es darum einen Weißabgleich zu machen und dazu musst Du das lila als weiß oder grau definieren.
@Stefan,
Bin nie auf die Idee gekommen,nochmal am Weißabgleich zu rütteln und ihn als Filter zu nehmen,
wenn ich ihn doch schon mit der Kamera gemacht hatte.Interessanter Tip !
Mercie
Norbert
Titel: Antw:UV-Licht (405nm) und Calcit
Beitrag von: Stefan am 24 Jan 10, 22:57
Problematisch ist natürlich, dass etwaige violette Fluoreszenz auch entfernt wird - das sollt man nicht vergessen.

Besten Gruß
Stefan
Titel: Antw:UV-Licht (405nm) und Calcit
Beitrag von: berthold am 25 Jan 10, 10:48
Hallo,

da glaube ich sind jetzt einige Unklarheiten aufgetreten:

405nm ist kein UV-Licht - auch wenn es Fluoreszenz auslöst, das ist sichtbares violettes Licht

Zitat
Beim Laser habe ich einen ziemlich engen Bereich, also diese 405nm Wellenlänge. Doch Filter dafür sind sündhaft teuer (vierstellige Eurobeträge!). Normale UV-Filter sind zu schwach, das habe ich probiert.

Fluoreszenz ist immer längerwellig, es braucht also keinen extrem schmalbandigen Filter der genau 405nm wegnimmt es reicht wenn er alles kürzerwellige ab blau sperrt - also Gelbfilter (und nein, so teuer ist der nicht, ich denke an einen Kantenfilter, optimal wäre was  in Richtung Schott GG-420 und selbst der kostet nur "zweistellig"). Klar, ein "normaler UV-Filter" kann nichts bringen, es ist ja kein UV-Licht da.

Zitat
Bin nie auf die Idee gekommen,nochmal am Weißabgleich zu rütteln und ihn als Filter zu nehmen

Ich denke, es ist besser bei der Aufnahme schon das nicht benötigte Licht wegzufiltern als hinterher zu retten. Ich sehe das so wie bei einer überbelichteten Aufnahmen - die kann man nachträglich "rettern" aber das bessere Ergebis erhält man sicher bei richtiger Belichtung. Klar, Feinabgleich geht immer und bei großer Dynamik/Farbtiefe auch ohne nennenswete Verluste.   

Gruß
Berthold
Titel: Antw:UV-Licht (405nm) und Calcit
Beitrag von: Stefan am 25 Jan 10, 11:02
Hallo,

in diesem Fall bringt ein analoger Filter keine oder sehr wenig Vorteile, wenn nicht sogar Nachteile gegenüber der digitalen Nachbearbeitung. Auch bei der digitalen Nachbearbeitung bleiben Schattierungen etc. erhalten, es wird nur ein Teil des Spektrums in Richtung weiß verschoben. Ein Filter vor der Kamera würde violett Richtung schwarz verschieben, auch das würde digital machbar sein. Es ist ja nicht so, dass man Belichtungsstufen ändert, das würde zu Verlusten führen.

Im Gegenteil, ich sehe digital sogar den Vorteil, das der Kristall als solches noch sichtbar bleibt, was bei einem Filter nicht der Fall wäre, da das violette, ausleuchtende Licht schwarz wäre.

Da Du den Filter nur vor die Kamera setzen kannst, passiert auch nicht viel mehr als bei der digitalen Nachbearbeitung. Violette Farben würden eleminiert. Eigentlich bräuchte es den Fiilter vor der Lichtquelle, aber da so oder so im sichtbaren Bereich gearbeitet wird, würde es nur dunkel werden.

Besten Gruß
Stefan
Titel: Antw:UV-Licht (405nm) und Calcit
Beitrag von: Krizu am 25 Jan 10, 11:22
Hallo Stefan,

irgendwie verstehe ich etwas nicht:
"Eigentlich bräuchte es den Fiilter vor der Lichtquelle, aber da so oder so im sichtbaren Bereich gearbeitet wird, würde es nur dunkel werden."

Nein-dann waere doch die Floureszenz weg!

"Es ist ja nicht so, dass man Belichtungsstufen ändert, das würde zu Verlusten führen."
Doch - in meinen Augen ja. Dein Sensor wird von sehr viel gestreutem UV-Licht oder violett getroffen. Dann wird ein kleiner Teil des Lichts zu gelb oder rot konvertiert - vielleicht 1%.

Wird jetzt die Kamera von der "Last" des UV-Lichts befreit, die Dynamik  für die Farben unter z.B. 420nm ist dann wesentlich besser. Das ist auch immer das Problem in der Spektroskopie, z.B. Raman. Neben einer intensiven Linie müssen Promille detektiert werden - da helfen auch nur Filter.

Vielleicht hilft hier die Sensorkurve der Kamera - Wenn ich mich recht erinnere, ist die spektrale Empfindlichekeit des Auges bei 405nm nur noch 3% von der Empfindlichkeit bei gelb-grün.

MfG

Frank
Titel: Antw:UV-Licht (405nm) und Calcit
Beitrag von: berthold am 25 Jan 10, 11:29
Hallo Stefan,

wenn Du die Fluoreszenz darstellen möchtest darf das normalerweise ja unsichtbare UV-Licht ebenso wie hier das violette 405nm-Licht eben nicht zum Bildaufbau beitragen. Wenn Du den Weißpunkt per Software verschiebst - verschiebst Du zudem auch die Farbe der Fluoreszenz - Du bekmmst Falschfarben-Bilder  :'(. Und der Hauptpunkt, der für den Filter spricht: Die Fluoreszenz ist doch immer deutlich schwächer als das anregende Licht - sprich, es überstrahlt in der Regel das Fluoreszenz-Bild.

Die Verwendung von Filtern bei UV-Licht-Fotos ist übrigens in der wissenschaftlichen Fossilien-Fotografie von großer Bedeutung. Beispielsweise konnte Archaeopterix-Experte  Helmut Tischlinger nur mit gefilterten UV-Fotos viele Details sichtbar machen, die ohne diese Technik verborgen geblieben wären.

Gruß
Berthold

Nachtrag: "die spektrale Empfindlichekeit des Auges bei 405nm nur noch 3%" Nach meinen Unterlagen sogar schon unter 0,1% (im Vergleich zu 550nm), ein üblicher CCD-Sensor liegt da noch bei 40-50%
Titel: Antw:UV-Licht (405nm) und Calcit
Beitrag von: Stefan am 25 Jan 10, 12:14
Hallo Berthold,

bei Fluoreszenz ist das sicher richtig, die ist ja unsichtbar für das Auge. Da wird die Lichtquelle gefiltert, ich habe auch so eine Lampe hier. Das macht Sinn, da dann nur das gewünschte licht auf das Objekt trifft und nur entsprechede Fluoreszenz ausgelöst wird.

Bei sichtbarem Licht wie 405 nm ist dies nicht möglich, da dann kein Licht mehr auf die Probe treffen würde. Dem entsprechend müsste der Filter vor der Kamera angebracht werden, was den selben Effekt hat wie den violetten Farbanteil digital heraus zu filtern. Da ist nach meiner Auffassung keinerlei Unterschied, auch digital kann ich einzelne Spektren entfernen, aber das weißt Du alles mind. genauso gut wie ich.

Der Weißpunkt wird verschoben, aber damit werden andere Farben außer violett-Töne nicht übermäßig verfälscht. Violette Töne werden zu weiß und grau, was zu einer insg. Aufhellung führen kann. Wenn ich einen analogen Filter einsetzen würde, würden sie schwarz werden, was zu einer insg. Absenkung der Helligkeit führt. Dies kann ich auch digital emulieren.

Natürlich kann ich durch den Einsatz von Polfiltern etc. Überstrahlungen etc. entfernen die ich digital nicht weg bekommen würde. Hier liegt ein eindeutiger Vorteil bei der Filterung (auch vor der Kamera). Diese Informationen wie Orientierung sind auf dem Bild bereits verloren. Bei Farbfiltern (vor der Kamera) sehe ich keine Vorteile. Bei Filtern vor der Lichtquelle sehr wohl.
Besten Gruß
Stefan
Titel: Antw:UV-Licht (405nm) und Calcit
Beitrag von: berthold am 25 Jan 10, 12:35
Hallo,

Zitat
Dem entsprechend müsste der Filter vor der Kamera angebracht werden, was den selben Effekt hat wie den violetten Farbanteil digital heraus zu filtern. Da ist nach meiner Auffassung keinerlei Unterschied.

Doch, genau da ist der Unterschied  ;). Software-Filter geht nur sehr bedingt, da da der Sensor das Licht ja nicht genau spektral misst (sondern über breitbandige RGB-Filter bewertet. "Abschneiden" (wie z.B. mit dem ganannten Filter) geht faktisch nicht. Der Sensor sagt Dir nicht, ob das Signal von viel 405nm oder etwas weniger 430nm kommt - keine Chance.

Gruß
Berthold
Titel: Antw:UV-Licht (405nm) und Calcit
Beitrag von: Stefan am 25 Jan 10, 13:06
Da hast Du schon recht Berthold, aber technisch ist es kein Problem Lichtpunkte mit Bestandteil von 30-35% rot und 70-75% blau zu entfernen oder zu verändern. Damit treffe ich (angenommen die Werte stimmen für violett) genau die Farben die ich entfernen möchte und alle anderen rot-töne und blau-töne werden davon nicht berührt. Ich muss ja nicht den ganzen rot oder blau Bereich anheben oder absenken. Dies entspricht in der Wirkung der Funktion des Anlogfilters. Jeder Bildpunkt wird über mind. 3 Werte RGB (manche Kameras auch mehr) beschrieben und das Verhältnis zueinander beschreibt eine Farbe und wen ich so will auch den Teil eines Spektrums, das ich individuell verändern kann.

Den Vorteil von anlog Filtern sehe ich primär in der Möglichkeit längere und gezieltere Belichtung auszuüben, da weniger Stör-Licht auf den Senor trifft und ich damit gezielter den gewünschten Effekt belichten kann.

Besten Gruß
Stefan

Nachtrag: Habe gerade erst verstanden was Du meinst: Klar ein Pixel das von einer Farbe überstrahlt wurde weiß nicht, dass es auch noch einen dunkleren oder anderen Farbanteil gegeben hätte... Das ist eine absolut richtige und nicht zu unterschätzende Einschränkung!
Titel: Antw:UV-Licht (405nm) und Calcit
Beitrag von: berthold am 25 Jan 10, 15:04
Hallo,

Zitat
Jeder Bildpunkt wird über mind. 3 Werte RGB (manche Kameras auch mehr) beschrieben

Das verstehe ich jetzt nicht.  ??? Ich kenne keine Kamera die mehr als die drei RGB-Werte pro Pixel liefert. Idealerweise sind die drei Werte sogar normiert (z.B. sRGB oder Adobe-RGB). Im sRGB-Farbraum ist die spektralen Farbe (die liegen ja am Randes des "Farbschuhes") des blauen Laserpointers nicht enthalten (folglich wird die Laser-Farbe schon falsch fargestellt. Der Kamera- Sensor integriert (auch bei jedem farbgefilterten Pixel) über einen gewissen Bereich. Eine Rückrechnung von den sRGB-Werten auf die Wellenlänge(n) der Spektralfarbe ist folglich nicht möglich - und das wäre Voraussetzung für einen digitalen Filter der einem phyikalischen Filter nahe käme.

Gruß
Berthold
Titel: Antw:UV-Licht (405nm) und Calcit
Beitrag von: Stefan am 25 Jan 10, 16:41
Z.B.
http://www.chip.de/artikel/Sony-Cybershot-DSC-F828_12828107.html
http://www.digitalkamera.de/Meldung/Sony_stellt_4_Farb_CCD_vor/1857.aspx

Die Kamera habe ich auch schon am Stemi ohne nennenswerten Vorteil getestet.

Besten Gruß
Stefan
Titel: Antw:UV-Licht (405nm) und Calcit
Beitrag von: Krizu am 25 Jan 10, 18:55
Hallo,

die Vier-Filter-Technik, wenn ich den zweiten Link richtig verstanden habe, entspricht die in etwa der alten Technik bei der Farbmessung.

Dabei wurde um den Empfindlichkeits-Peak im violetten Bereich abzubilden, siehe http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:CIE_Tristimul.png&filetimestamp=20050326122958, der Rot-Wert über zwei Filter gebildet.

Hab ich das richtig verstanden?

MfG

Frank

Titel: Antw:UV-Licht (405nm) und Calcit
Beitrag von: berthold am 25 Jan 10, 21:19
Hallo,

die F828 hatte ich auch soch im Test ;D - hat mich aber nicht überzeugt. Es könnte zwar sein, dass die  F828 im raw-Format tatsächlich vier Datenwerte je Pixel bietet doch spätesetens wenn Du im gimp (oder einem anderen Bearbeitngs-Programm) so eine Datei geladen hast sind es nur noch drei Farbwerte. Selbst wenn eine Kamera jedes Pixel spektral ausmessen würde  >:D - in dem Moment wo aus diesen Werten ein jpeg, tiff usw. -Bild wird (sprich RGB-Bild) ist es mit der (vollen) Filter-Rechenmöglichkeit vorbei. Es ist eben nicht möglich aus einem Integralwert die Funktion (über die integriert wurde) zu berechnen.

@Frank, ja, das geht in die Richtung der alten Farbortmessung. Aber selbst wenn man so den Farbort genau bestimmen kann (könnte: denn 405nm liegt nicht im messbaren Farbraum), über die spektrale Zusammensetzung sagt das natürlich nichts (Stichwort: metamere Farben). Und nochmal: Eine spektrale Filterfunktion geht nur auf ein Spektrum zu rechnen, nicht auf einen (oder drei/vier) Integralwert(e).

Ach ja, mit den sRGB-Werten sind die Spektralfarben nur bis ca. 430nm vernünftig näherungsweise abzubilden (siehe z.B. http://www.magnetkern.de/spektrum.html).

Gruß
Berthold

Titel: Antw:UV-Licht (405nm) und Calcit
Beitrag von: Stefan am 25 Jan 10, 22:28
Zitat
Eine Rückrechnung von den sRGB-Werten auf die Wellenlänge(n) der Spektralfarbe ist folglich nicht möglich
bist Du da sicher?

http://www.eickholz.de/ciewi/Ciewi.pdf

Besten Gruß
Stefan
Titel: Antw:UV-Licht (405nm) und Calcit
Beitrag von: Krizu am 25 Jan 10, 22:37
Hallo,

auf den ersten Blick:
LEDs sind monochromatische Strahler, liegen also auf dem Rand des Farbraums. Deshalb kann das so gehen.
Bei einer gelben LED + einer blauen LED = (weiss) funktioniert die Konstruktion nicht.

MfG

Frank
Titel: Antw:UV-Licht (405nm) und Calcit
Beitrag von: Stefan am 25 Jan 10, 23:03
Es ist schon richtig, eine genaue Umrechnung ist nur unter "Laborbedingungen" bzw. genauem Wissen um die Umstäne möglich. Die Software zeigt aber sehr wohl dass es digital viele Tricks gibt um ein annäherndes Ergebnis möglich zu machen. Da hier so gut wie niemand geeichtes Equipment zuhause stehen hat, ist mit digitalen Mitteln ein ausreichend darstellendes Ergebnis zu erzielen und darum geht es primär.

Auch wenn ein analoger Filter sinnvoller wäre und auch die korrektesten Ergebnissse erzielt, würden die Kosten nur dafür spechen den Billiglaser weg zu werfen und eine vernünftige UV Quelle zu kaufen, die den Einsatz überflüssiig macht. Wir reden hier ja von einer Billiglösung

Besten Gruß
Stefan
Titel: Antw:UV-Licht (405nm) und Calcit
Beitrag von: berthold am 26 Jan 10, 11:23
Hallo,

Zitat
Eine Rückrechnung von den sRGB-Werten auf die Wellenlänge(n) der Spektralfarbe ist folglich nicht möglich
bist Du da sicher?
http://www.eickholz.de/ciewi/Ciewi.pdf

da bin ich absolut sicher. Was da gemacht wird (Wellenlängenfarbfilter in RGB-Bildern usw.) ist etwa so als würde man sagen "da ein Hund ein Tier mit vier Beinen ist muss ein Tier mit vier Beinen ein Hund sein".Das kann nur gehen wenn wir ein Bild hätten, das sich nur aus pro Bildpunkt einzelnen Spektralfarben aufbaut - und selbst das nur in Grenzen. Ich habe das Programm ausprobiert, wie erwartet kann aus den RGB-Werten natürlich nicht auf die Wellenlänge unseres Laserpointers zurückgerechnet werden (siehe Anhang). Der Ansatz muss schon deswegen scheitern weil 405nm als Spektralfarbe im CIE-Farbschuh ja nicht auftaucht.

Ich bestreite weiter entschieden, dass es eine Software/Rechenmöglichkeit gibt, die aus RGB-Bildern auch nur halbwegss so das 405-er Laserblau rausrechnen kann wie das vergleichsweise einfach mit einem Gelbfilter geht.

Zitat
Billiglaser weg zu werfen und eine vernünftige UV Quelle zu kaufen

Mit 405nm sind andere Dinge zu beobachten als mit LW-UV (ebenso Unterschiede wie bei LW- und KW-UV auch). Will man das fotografisch festhalten ist es aus meiner Sicht sinnvoll dafür zu sorgen dass das Fluoreszenzlicht möglichst viel und die anregende Strahlung möglichst wenig zum Bildaufbau beiträgt. Ob die paar Euro für einen Gelbfilter (im dümmsten Fall könnte man auch eine gelbe Sonnenbrille nehmen >:D) da das Problem sind?

Gruß
Berthold
Titel: Antw:UV-Licht (405nm) und Calcit
Beitrag von: Xyrx am 30 Jan 10, 14:17
Hallo,

habe mal mit Gelbfilter (vor der Kamera) dieselben Fotos gemacht.  Die Bildbearbeitung fällt wesentlich leichter, weil eben diese blauen Anteile nicht stark sind. Bin nun am Rumprobieren mit der Bildschärfe, also eben Stackaufnahmen unter 405nm-Licht. Das ich meine Kamera dabei überfordere ist mir klar, aber der Versuch kann ja nur einen Lerneffekt bringen. Um es nochmals zu sagen: Der Tip mit dem Gelbfilter ist echt was wert! Danke.

LG Xyrx
Titel: Antw:UV-Licht (405nm) und Calcit
Beitrag von: Stefan am 30 Jan 10, 19:29
Hallo André,

lass mal die Ergebnisse sehen.

Ein Gelbfilter müsste andere Farben ja leider auch verfälschen (rot, grün heller, blau konstrastlos gegen weiss, weiss =gelb). Ich sehe hier nicht weniger Nachteile als bei der Digitalbearbeitung.

Besten Gruß
Stefan
Titel: Antw:UV-Licht (405nm) und Calcit
Beitrag von: Krizu am 30 Jan 10, 21:11
Hallo Stefan,

nein, eigentlich nicht so.
Der Gelbfilter ist ein Kantenfilter der Wellenlängen kleiner als X ncith durchlässt.
Somit werden Blau (Gg47) geblockt oder nur violett GG42. Rot, gelb grün etc ist unverändert.

MfG

Frank
(Der notfalls einige Bilder der Filter macht)
Titel: Antw:UV-Licht (405nm) und Calcit
Beitrag von: Stefan am 30 Jan 10, 22:11
Hmm wenn ich mir die Bilder so ansehe ist das dort aber wie von mir beschrieben.
http://www.piart-plus.de/foto/vorles/geeba.htm
Besten Gruß
Stefan
Titel: Antw:UV-Licht (405nm) und Calcit
Beitrag von: Krizu am 31 Jan 10, 11:19
Hallo Stefan,

ein guter Gelbfilter hat eine Stufenfunktion, die kürzere Wellenlängen blockt. Der Anstieg ist binnen 5nm bis 10nm. Der Farbeindruck, als RGB ausgedrückt liegt bei Rot rund 630nm, Grün 510 bis 520nm, Blau 470nm. Violett liegt bei kleiner 450nm (Königsblau). Wenn ich jetzt einen Gelbfilter mit einer Kantenlänge von 420nm nehme (GG 42) ändert der nichts an Rot etc. Der Gesamtfarbeindruck erscheint dir leicht gelb, weil violett fehlt.

BTW: Wenn das so dramatisch, wie auf der Seite beschrieben ist, dürftest du keine weisse Wand zuhause haben. Rutil, das Weisspigment, absorbiert ab ca 410nm :-)

Und Laborschutzbrillen absorbieren auch ab etwa 400nm :-) Ich würde gerne wissen, was die BG sagt, wenn die Farben so falsch abgebildet werden.

Ich lege am Montag mal einige GGs auf buntes Papier und knipse was passiert.

MfG

Frank

Titel: Antw:UV-Licht (405nm) und Calcit
Beitrag von: Stefan am 31 Jan 10, 11:53
Hallo Frank,
sicher wird der Filter das Spektrum richtig beschneiden - das steht außer Frage.

Kommt dann aber nicht das RGB Problem zum Tragen? Die Umsetzung zu RGB kann durch das Fehlen eines Teils des Spektrums nicht mehr neutral sein. Weiß muss zwangsläufig zu gelb werden und auch die anderen negativen Effekte sind nicht zu vermeiden. Gerade bei oft gelb auftretender Fluoreszenz habe ich dann das Problem, bei der nachfolgend notwenigen Digitalnachbearbeitung diese wieder abschwächen zu müssen um den Gelbstich zu entfernen.

Arbeite ich umgekehrt und mache das digital würde gelb verstärkt werden. Vermutlich würde das zusammen fügen der Bilder zu einem mehr oder weniger neutralen Ergebnis führen  ;)

Besten Gruß
Stefan

Titel: Antw:UV-Licht (405nm) und Calcit
Beitrag von: Krizu am 31 Jan 10, 19:00
Hallo,

bevor wir hier lange diskutieren, mach ich einfach einige Bilder. Ein GG 42 ist wirklich nur leicht getönt, die Beschreibungen auf der von Dir angegeben Seite sind imho eher unrealistisch.

Ok?

MfG

Frank
Titel: Antw:UV-Licht (405nm) und Calcit
Beitrag von: Stefan am 31 Jan 10, 19:04
Hallo Frank, klar - Fotos sind immer gut  :D
Besten Gruß
Stefan
Titel: Antw:UV-Licht (405nm) und Calcit
Beitrag von: Xyrx am 31 Jan 10, 20:32
Hier mal Fotos.

Zuerst Sodalith (derbes Material), ein Bildausschnitt ca, 2cm breit. Dann Hauyn, 3mm Bildhöhe.

Beide Fotos mit dezenter Bildbearbeitung und mit Gelbfilter aufgenommen. Licht bei 405nm.

LG Xyrx
Titel: Antw:UV-Licht (405nm) und Calcit
Beitrag von: Krizu am 01 Feb 10, 21:24
So,

ich habe eine Canon EOS 400 mit dem 18-55 und Stativ aufgebaut. Das Licht war brutales Kunstlicht einer 15W Energiesparlampe. Der Weissabgleich erfolgte manuell auf dem weissen Untergrund. Iso 100, Blende 8, Verschlusszeit ca 0.6s im RAW-Modus. Konvertierung ohne weiteres Eingriefen zu TIFF und dann per GIMP nur ausgeschnitten und skaliert.

Die Test-Objekte waren Schokolinsen eines Discounters mit vier Buchstaben, der weit vorne im Telefonbuch steht und den es in der Nord und Süd Variante gibt. Die Schokolinsen waren von der südlicehn Fundstelle (SCNR). Die Pärchen wurden visuell auf gleiche Farben ausgesucht.

Die verwendeten Glasfilter waren ein GG400, GGT420 mit leichtem UV-Schaden in der Mitte, ein GG435 und ein GG455. Der GG475 war visuell identisch mit dem GG455, weshalb die morgen ins Spektrometer wandern oder per Farbabgleich in der Reihe neu sortiert werden. I nder Kiste lagen immer mindestens zwei der Filter um Murphy voll auszunutzen. Denn es geht immer nur der Filter kaputt, von dem man nur einen hat!  8) 8)

Also die Schokolinsen wurden oben mit dem GG-Filter abgedeckt und unten ist die Referenz. Die Filter sind echt gut, imho blocken die deutlich besser als 1:1000.

dann kommen jetzt die Bilder ....


Titel: Antw:UV-Licht (405nm) und Calcit
Beitrag von: Krizu am 01 Feb 10, 21:25
und 435 und 455
Titel: Antw:UV-Licht (405nm) und Calcit
Beitrag von: Krizu am 01 Feb 10, 21:39
Also ein 420nm-Filter reicht für die 405nm Anregung - vermutlich selbst bei der Verwendung von LEDs statt LASER - vollkommen aus. Die Farbtreue der Schokolinsen kann jeder selbst bewerten - ein Remissionsspektrum habe ich nicht. Allerdings sagt die Erfahrung, dass gerne mit der Komplementärfarbe abgemischt wird, um Produktvariationen zu vermeiden. Man hat dann eine Stellschraube im Prozess - das gleiche Gelb trotz gelberem Farbstoff mit etwas mehr blau.

@Stefan:
Ich glaube ich habe den Knackpunkt der Diskussion erkannt.
Die Beleuchtung ist bei z.B. 405nm, also einem dunklen Violett. Wenn du damit einen weissen Karton aufnimmst, siehst du nur lila - egal wie der Weissabgleich ist.

Nur wenn jetzt eine Fluoreszenz oder Phosporeszenz auftritt, kommt Licht einer anderen Wellenlänge zusätzlich raus. Aber selbst hier sind es wenige Wellenlängen, z.B. rot um 630nm oder gelbgrün um 550nm. Du hast ein unnatürliches Spektrum mit drei Peaks. Da ist kein Weissabgleich hilfreich.

Die Anregungswellenlänge dominiert vermutlich um einen Faktor 100 und regelt die Belichtung. Die feinen Strukturen der angeregten Wellenlängen verschwinden. Das ist vermutlich so, als wenn du eine gelbe LED im prallen Sonnenlicht knipst.
Oder ist dir schon einmal die gelbe Bande bei blauen LEDs aufgefallen???!!!

Also in meinen Augen ist das korrekte Vorgehen:
Weissabgleich machen - wie es beliebt um die Stufe zu "knipsen" oder Tageslicht einstellen.
Dann auf Farblicht umschalten und den Filter aufsetzen.
Aufnahme machen und gut ist...

Mfg

Frank
Titel: Antw:UV-Licht (405nm) und Calcit
Beitrag von: Stefan am 01 Feb 10, 22:02
Bei Deinem Bildern sehe ich deutlich weniger Auswirkung als bei den Farbfiltern im Link. Außer dass "weiß" zu gelb wird ist kaum eine Farbverfälschung festzustellen. Damit dürfte Dein Vorgehen korrekt beschrieben sein und zum gewünschten Erfolg führen.

Danke für die ausführliche Bebilderung!
Besten gruß
Stefan
Titel: Antw:UV-Licht (405nm) und Calcit
Beitrag von: Krizu am 02 Feb 10, 09:13
Hallo Stefan,

danke für das Lob. Was mich heute wundert, ist der helle Reflex auf den Schokolinsen. Der erscheint recht weiss.
Was aber deutlich ist, ist die Farbänderung der blauen Schokolinse - die erscheint nur noch braun!

MfG

Frank