Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => Thema gestartet von: raritätenjäger am 05 Feb 10, 15:16
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Hallo,
bei der Routinedurchmusterung einer Quarzstufe vom Saubachriss bei Muldenberg im Vogtland sind mir einige sehr merkwürdige, grau- bis flaschengrüne gestreckte xx aufgefallen. Die meisten xx sind eher flach ausgebildet und zeigen keine gut erkennbaren Flächen (sie ähneln von der Struktur her darin Kyanit, Bild 2). Ein Kristall ist recht gut ausgebildet (Bild 1) und weist eine dachartige, vierseitige Endfläche auf. An manchen Stellen sind die xx noch nadelig ausgebildet, wobei die Individuen ebenfalls einzeln freistehen.
Da an dem Stück außer freistehenden Quarzkristallen, viel Gilbertit und etwas Hämatit-Eisenrahm nichts weiter dran ist, weiß ich nicht, was diese grünen xx darstellen sollen. Es befindet sich definitiv kein Erz (Arsenopyrit) daran, nicht einmal die Hohlräume davon und keine as-haltigen Sekundärminerale wie Skorodit oder Pharmakosiderit. Ich gehe daher davon aus, dass es auch definitiv KEIN Symplesit ist.
Mir ist bekannt, dass es von der Lokalität einige Minerale gibt, die nie veröffentlicht worden sind. Vielleicht kennt ja jemand von den Lokalexperten diese merkwürdigen xx und kann mir sagen, was es ist?
Gruß
Andreas
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Ich hänge mal die Mineralienliste des Saubachbruches an (falls Du die noch nicht hast). So richtig paßt keins der aufgeführten Minerale zu den beschriebenen Kristallen. Eventuell ist es Turmalin. Im nahen Schneckensteingebiet kommt grünlichgrauer Turmalinfilz vor.
Gruß
Uwe
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Hallo,
Ich gehe doch von Symplesit/Parasymplesit aus. Farbe und Form passen. Wegen der fehlenden Primärerze mach ich mir da keine Sorgen, As-haltige Lösungen können über weitere Strecken wandern. Habe Parasymplesit auf einem Schlackenstück von Wittichen (Schmiedeschlacke der Bergschmiede, die kein Arsen enthielt). Die Lösung ist aus der Halde gekommen.
Glück Auf!
Smoeller
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Hallo,
ich fand die xx etwas zu breit auch für Symplesit muss ich sagen. Und so einzeln stehend hab ich das von dort auch noch nie gesehen. Der Vorschlag grünlicher Turmalin kommt dem recht nahe. Wusste auch nicht, dass Schörl dort vorkommt. Die grünen Turmaline vom Schneckenstein sind ja auch meist Schörl...
Gruß
Andreas
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Hallo,
Also Turmalin passt wohl noch am besten, wobei auch Pyknit xx gefunden wurde , aber da passt die Farbe nicht so richtig. Allerdings habe ich noch keine Quarzstufe vom Saubachbruch gesehen.Ich kannte bisher nur einzeln eingesprengte Hochtemperaturquarze in der Feldspatmatrix.
Gruß Thomas
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Glück Auf!
Die Bilder geben leider nicht so viele Details her, deswegen möchte ich meine nächsten Ausführungen mehr an dem dazu geschriebenen Text ausrichten. Für flach ausgebildete Flächen, die einer Kyanitkristallform ähneln, passt Turmalin nicht. Turmaline haben entweder einen sechseckigen Querschnitt oder einen dreieckigen Querschnitt, der häufig bauchig ausgebildet ist. Eine dachartige und vor allem vierseitige Kopffläche passt dann erst recht nicht zu Turmalin. Da der Kristall zu diesen Beschreibungen frei stehend ausgebildet ist, sind Deformationen oder Wachstumsbehinderungen, die zu einer verzerrten Kristallform führen könnten, fast ausgeschlossen. Den Beschreibungen nach könnte man die Annahme treffen, dass es orthorhombische Kristalle sind.
Die einzigen Fakten die für den Turmalin sprechen würden, wären die grau-grüne Farbe (welche bei dünnen Schörlkristallen im Schneckensteingebiet häufig anzutreffen ist), die gestreckte Kristallform (die restliche Kristallform passt jedoch nicht), das Vorkommen von reichlich Schörl bei Fundstellen in der Umgebung und seine allgemeine Häufigkeit. Die graugrüne Farbe und die gestrecke Kristallform sprechen aber auch für einige andere, vielleicht in Frage kommender Minerale.
Leider ist die Liste der potenziellen Kandidaten an dieser Fundstelle sehr kurz.
Skorodit wäre denkbar, da er orthorhombisch ist und auch gestreckte Kristalle mit dachförmigen Kopfflächen bildet. Die Idee mit Pyknit ist auch nicht so verkehrt. Langgestreckte Topaskristalle treten hin und wieder auf, nadelig wäre aber sicher schon sehr ungewöhnlich. Bei einem dreieckigen oder sechseckigen ( auch verzerrten) Kristallquerschnitt, wäre Schörl das Mineral der Wahl.
Letztendlich habe ich aber keine Ahnung, um was es sich hier handelt, da ich derartige Kristalle von der Fundstelle noch nicht gesehen habe.
Für weiteres Rätseln wären genauere Informationen zum Kristallquerschnitt (rechteckig, quadratisch oder anders), Lage (z.B. parallel, quer zur Längsachse) und Ausbildung (z.B. muschelig, glatt, quer oder längst gerieft) der Bruchflächen und Spaltflächen hilfreich.
Mit freundlichen Grüßen
Das Felsenmammut
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Hallo,
habe mir die Kopffläche nochmal angeschaut und muss das etwas revidieren, ich habe mich da von einem Lichtreflex verleiten lassen. Ist doch eher flach...
@Thomas: http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Bildanzeige?pict=1207563614. Ist auch eher ein seltenes Vorkommen :D
Gruß
Andreas