Mineralienatlas - Fossilienatlas
Arbeitsmittel / Means for work => Reinigung (Präparieren, Konservierung) / Cleaning (Prepare, Conservation) => Thema gestartet von: prehnit100 am 15 Feb 10, 10:05
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hi,
ich habe hier ein stück Fluorit mit aufgewachsenem Topas welches leider durch starke überzüge von Fe-Oxyden sehr unansehnlich ist. teilweise sind auch Quarz dabei.
den 'sanften' weg mit ultraschall habe ich versucht, hat jedoch erwartungsgemäß nichts gebracht.
wie steht es mit chemie ? Oxalsäure ? Wasserstoffperoxyd ?
als fundstelle wurde 'Kransberg, Namibia' angegeben.
ach ja, bei dem Topas bin ich mir nicht ganz sicher - könnte auch Apatit sein ?
gruß
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Servus,
vergiss' Wasserstoffperoxid, das bringt in diesem Fall nichts. Zur Entfernung von "Limonit-Ueberzuegen" ist eine gepufferte Natriumdithionitloesung am Besten geeignet. Dies wurde hier bereits des Öfteren ausgefuehrt ...
GA
Harald
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hallo Harald,
Wasserstoffperoxy habe ich als 'Vorbehandlung' für eventuell locker bzw. erdigen belag im auge.
mit Oxalsäure hatte ich bei quarz schon gute erfogle, ich weiss jedoch nicht wie Fluorit, Topas/Apatit darauf reagieren. und mit Natriumdithionit stellt sich mir die gleiche frage.
gruß
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Hallo,
Apatit ist säureempfindlich. Bei sehr feinkörnigem Apatit/Phosphorit kann es bis zur Auflösung in schwachen Säuren kommen. In HCl löst er sich völlig. Topas sollte sich nicht lösen, aber das Problem sind Risse. Topas hat oft Spaltrisse senkrecht zur Längsachse, die können mit Limonit gefüllt sein. Das Problem könnte sein, wenn man den Limonit da rauslöst, dass der Kristall zerbricht.
Glück Auf!
Smoeller
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Hallo,
wie schon hier und im Forum beschrieben:
verdünnte Na-dithionit-Lsg mit etwas Na-citrat.
Wenn es noch schonender sein soll Na-dithionit-Lsg. mit Natriumcarbonat...
dann ist auch ein Schutz für säureempfindliche Mineralien gegeben.
Am besten an einer kleinen Ecke vorher ausprobieren.
Bericht mal bzw. mach mal Fotos vorher/nachher.
Gruß
kay
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hallo Kai,
ich habe noch irgendwo ein 'rezept' für Na-Dithionit-Lösung mit Citrat. warum ist Na-Carbonat schonender ?
und von der anwendung identisch ? also gleiche menge Na-Carbonat wie Na-Citrat ?
gruß
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Hallo Udo,
die Pufferlösung für die Dithionitanwendung (Wallersche Lösung) besteht sowohl aus Natriumcitrat als auch aus Natriumbicarbonat. Am besten funktioniert die Anwendung, wenn es sich um nachträglich (beispielsweise durch Fließ- oder Tropfwasser) gebildete Limonitablagerungen handelt. Die Temperatur sollte aber mindestens 20° C betragen. Also auf den Sommer warten oder ein verschließbares Gefäß benutzen, denn es müffelt etwas.
Uwe
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Hallo,
zunächst ein Korrektur bei meiner Antwort: es muss Na-hydrogencarbonat heissen.
klar kann man auch Na-citrat und Na-hydrogencarbonat als Puffer zusammen mit dem Dithionit verwenden.
Das Citrat wirkt hier auch als Liganden für die Fe 2+ -Ionen. Besser geht dies auch mit EDTA- aber dies
geht nicht wenn Calcit anwesend ist.
Gruß
Kay
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Zum Natriumdithionit sollte noch gesagt werden, das es sich mit der Zeit durch Reaktion mit dem Luftsauerstoff zersetzt, was unter Umständen zur Ausfällung von Sulfiden führen kann, die dann als scharze Beläge die Stufe im ungünstigsten Falle ruinieren. Ich hab die Erfahrung gemacht, das diese Zersetzung nahezu ganz unterbleibt, wenn man das Gefäß, in dem die Reinigung stattfinden soll, bis zum Rand füllt und dann "blasenfrei" abdeckt (auch schon wegen des unangenehmen Geruches). Inertgasspülung wäre wahrscheinlich das "Non plus Ultra", aber wer kann das schon daheim verwirklichen...