Mineralienatlas - Fossilienatlas
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Fluorit ein nordbayerisches Industriemineral mit Weltgeltung-
Von der Fluorlagerstätte zum Endprodukt
Harald G. Dill, Hannover
Mit Bildbeiträgen von Berthold Weber, Weiden
Fluor, das mit Chlor, Brom und Jod die Gruppe der Halogenide bildet, ist mit 460 ppm F am Aufbau der Erdkruste beteiligt. Es vertritt vor allem als F- die Hydroxylgruppe in den Glimmermineralen der Magmatite und Metamorphite. Ähnliches gilt für die Minerale der Apatitgruppe, wo F- auch das Cl- ersetzten kann. Es verwundert deshalb nicht, dass Apatit-(F) beim Abbau der Phosphorite für Düngemittel als eine potentielle Quelle für Fluor in Frage kommt (Fluorapatit: 3.8 % F, 42.3 % P). Während man beim Phosphat von einer Fluor-Armerzlagerstätte sprechen kann, handelte es sich bei dem Cryolit-Vorkommen Ivigtut in Grönland um ein Reicherzvorkommen (54.3 % F). Das wichtigste F-Mineral stellt jedoch der Fluorit (Flussspat) mit einem Fluoranteil von 48.9 % F dar. Es ist wegen seiner Farbenvielfalt und variablen Kristallmorphologie bei Mineralienliebhabern sehr geschätzt. Fluorit bildet in Alkalimagmatiten Lagerstätten (Amba-Dongar, Indien, Okurusu, Namibia , Speewah, Australien, Snowbird, Montana, USA und Rock Canyon Creek, Kanada). Man findet Fluoritlagerstätten in Pegmatiten und Graniten, sowie in den chemisch äquivalenten Rhyolithen. In schichtgebundenen Pb-Zn-Ba-F-Lagerstätten findet man Fluorit in Verdrängungskörpern (Mississippi-Valley-Typ-Lagerstätten) oder er erscheint in Karsthohlformen als Residualbildung. Es gibt fluoritführende Megabrekzien (Vergenoeg, Südafrika) und Maarfüllungen (Latium, Italien). Eine wichtige Bedeutung haben immer noch die Fluoritganglagerstätten, die über mehrere Jahrzehnte hinweg in Nordostbayern (Issigau-Lichtenberg, Nabburg-Wölsendorf, Donaustaufer Revier) abgebaut wurden und Deutschland zu einem führenden Fluoritproduzenten machten. Heute sind zwar noch nicht alle Ganglagerstätten in Deutschland erschöpft, gegenwärtig aber nur zwei in Abbau bzw. im Neuaufschluss (Oberwolfach, Ilmenau). Die großen Fluoritproduzenten sind China, Mexiko, die Mongolei, Südafrika und Russland. Hinsichtlich seiner Verwendung unterscheidet man beim Fluorit-Erz drei Typen, den Säurespat, den keramischen und metallurgischen Spat. Die Flusssäure ist die Basis für zahlreiche F-haltige Produkte im Bereich der organischen und anorganischen Chemie und der Ausgangsstoff für den synthetischen Cryolith in der Aluminiumproduktion.
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Vielleicht sollte man noch folgendes ergänzen ;D
Der Vortrag findet statt
am 16.05.2010
um 11:00 Uhr
im kleinen Saal im Bergbau- und Industriemuseum Ostbayern / Kultur-Schloss Theuern
www.kultur-schloss-theuern.de