Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Allg. Diskussionen Mineralien / General discussions minerals => Thema gestartet von: sapphire am 25 May 10, 10:06
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Hallo,
ich habe eine Stufe aus Schlema (Halde 309), bei der im Quarz die abgebildeten Strukturen zu erkennen sind. Es sieht eigentlich aus wie eingeätzt. Aber ich nehme an, dass sich hier während des Kristallwachstums des Quarzes bereits auch die Kristalle des anderen Minerals (Hämatit?) gebildet haben. Dann müsste es sich ja um eine Perimorphose handeln, oder?
Liege ich mit meiner Vermutung richtig oder fand dort ein ganz anderer Bildungsprozess statt?
Viele Grüsse
Andreas
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Hi,
sieht auf jeden Fall interessant aus. Ist denke ich Quarz/Calcedon und Hämatit.
Grüße Ronny
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Hallo,
Quarz mit Hämatit. Der Hämatit wuchs auf dem Quarz auf, während gleichzeitig oder kurz danach der Quarz weiterwuchs, und zwar nur da, wo dieser nicht von Hämatit bedeckt war.
Glück Auf!
Smoeller
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Allerdings keine Perimorphose (Umhüllungspseudomorphose).
Siehe Definition Perimorphose hier im Atalas !
Gruß
loparit
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Hallo,
danke für die Antworten.
Sebastian, so, wie du es beschreibst, hatte ich es mir auch vorgestellt.
Edgar, die Definition im Atlas würde meinem Verständnis nach dem aber zunächst nicht widersprechen. Denn wenn der Kristall um das Hämatit-Aggregat weiter wächst, dann findet ja eine Umhüllung statt, wenn hier auch nur die Basis des Aggregats umhüllt wird. Es sei denn, es gibt noch weitere Kriterien, die eine Perimorphose zu einer solchen machen (z.B. dass die Kristalliastion des umhüllenden Minerals erst nach der Entstehung des umhüllten Kristalls beginnen darf).
Viele Grüsse
Andreas
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Hämatit??? Wo ?
Bei einer Perimorphose bleibt nur das umhüllende Mineral bestehen,wärend das Ursprungsmaterial zersetzt wurde
Gruß Jens
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Hallo Jens,
wenn nicht Hämatit, wofür hältst du es denn (ich weiss, es gibt dort ja so einiges, was ähnliche Aggregate bildet, aber ich bin weder ein Kenner der Fundstelle, noch traue ich mir zu, hier anderes zu bestimmen)?
Ich verstehe, für eine Perimorphose müsste das grau-rote Zeug also ganz weg (nein, ich will da jetzt nicht selbst nachhelfen, mir geht es nur um die Definition)?
Viele Grüsse
Andreas
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@Andreas
Den feinen Unterschied den die Perimorphose ausmacht hat "Jochen1Knochen" besten dargelegt! ;)
Gruß
Edgar Müller
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Hallo Andreas!
Ich denke,die rotbraunen Rosetten sind ein Rodochrosit - eingewachsen in Quarz und diese silberschwarzen Mutzeln wird schon Hämatit als Eisenglimmer sein(die hatte ich vorher nicht beachtet)
Gruß Jens
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Hallo,
Es ist in der Tat alles rote und schwarze Hämatit. Die rotbraune Farbe ist typisch für sehr dünnblättrigen Hämatit aus Gängen der BiCoNi-Formation (sog. Eisenrahm).
Glück Auf!
Smoeller
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Hallo!
Das rotbraune auch? In der Mitte vom Bild sieht das so angeschliffen aus ,wie Aragonit.Generell fehlt da auch der Glanz vom Eisen. Und den Begriff "Eisenrahm" höre ich echt zum ersten Mal.
Wo kann ich da in der Literatur etwas dazu finden?
Gruß Jens
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Hallo,
erst einmal Danke für die Aufklärung bzgl. der Begriffsdefinition.
So ein Foto ist wahrscheinlich immer etwas problematisch, wenn es keine Topqualität ist und man das Stück nicht in Natura sehen kann. Ausserdem fehlte die Information zur Ausschnittsgrösse: sie beträgt ca. 15 mm.
An dem Stück hat keine Bearbeitung stattgefunden (ausser dass es auf der Halde sicherlich das ein oder andere Mal herumgeschubst wurde). Die glatten Flächen sind die Kristallflächen des Quarzes. Ich würde mich ja freuen, wenn es Rodochrosit wäre, aber das rötliche halte ich für ein Oxidationsprodukt, was sich als Niederschlag auf dem Quarz gebildet hat.
Viele Grüsse
Andreas
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Hallo,
ZUm Eisenrahm: Mineralien-Welt Heft 1/1994. Ein Artikel von F. Oppenländer zum Adler-Gang bei Wittichen im Schwarzwald (von der Mineralisation ist Wittichen sehr ähnlich zu Schlema). Dort steht ehwas zum Eisenrahm. Das ist ein sehr feiner, braunroter Hämatit, der sogar meist abfärbt. Übrigens ist die braunrote Farbe von Dolomit oder Baryt in solchen Gängen oft durch diesen Eisenrahm bedingt. Vieles von diesem rotbraunen Hämatit läuft in Sachsen unter der Bezeichnung Lepidokrokit, was aber falsch ist.
Glück Auf!
Smoeller