Mineralienatlas - Fossilienatlas

Gesteine / Rocks / Rocas => Vulkane, Erdbeben, Tektonik / Volcanos, Earthquakes, Tectonics => Thema gestartet von: Findus am 05 Dec 04, 13:38

Titel: Erdbeben heute Nacht
Beitrag von: Findus am 05 Dec 04, 13:38
Hallo, hier ist der Findus ;)

Ich sammle nunmehr schon viele Jahre Mineralien, aber Themen wie Gebirgsbildung, Tektonik etc. haben mich nicht so interessiert. :-\
Nun gab es ja heute Nacht ein Erdbeben, welches uns wachgerüttelt hat, das mit einer Stärke von 5,7 angegeben war. Das Epizentrum lag bei Waldkirch in 10 Km Tiefe. :o :o
Was ich nun gerne wüsste: Was war die Ursache dieses Bebens? ??? ???
Ich kenne zwar die Geschichte mit den Kontinentalplatten und der Reibung, die letztendlich für Erdbeben verantwortlich ist,
aber 10 Km unter der Erdoberfläche, was meiner Meinung nach sehr weit "oben" ist, sollte dies doch ausgeschlossen werden können, - oder nicht?
Was ich mir auch nicht vorstellen kann ist, dass es da unten irgendwelche Hohlräume gibt, die ab und zu verstürzen,
was ja im Ruhrpott aufgrund des Bergbaus schon mal passiert.
Ebenfalls ausschliessen würde ich das Thema Vulkanismus, da der Kaiserstuhl doch schon seit langem inaktiv sein soll.

Ist der Schwarzwald trotz seines hohen Alters immer noch dermaßen in Bewegung, dass daraus solche Beben entstehen können?

Würde mich über eine kurze Antwort freuen.

Grüsse,
der Findus ;)
Titel: Re: Erdbeben heute Nacht
Beitrag von: wolfilain am 05 Dec 04, 14:49
hi

es koennen auch natürliche höhlen sein die durch den früheren vulkanismuss entstanden sind.
alte magmakammern und der gleichen.

Es gab heute früh mehrere beben in der ecke.
Die könnten ja zusammen hängen.

Die warn heut morgen. (unteranderen)

2004/12/05 01:52:39 utc
48.16N 8.11E
DEP 20 km               
Furtwangen/Black Forest, E of Freiburg
magnitude 5,1

Sunday, December 05, 2004 at 01:52:37 (UTC)
48.15N 8.00E
10.0 kilometers
magnitude 4.2

gibt da so einiges was unter uns passiert :P

(edit)
"Das Gebiet des Oberrheingrabens ist bekannt für seine Seismizität, die durch das Absinken des Rheintals relativ zu Schwarzwald und Vogesen entlang nahezu senkrecht stehender Verwerfungen verursacht wird."
Quelle: erdbebendienst bayern

es gab da in der geschichte viele schwere beben das schlimmste hat im jahre  1356 die stadt Basel zerstört.
Titel: Re: Erdbeben heute Nacht
Beitrag von: wolfilain am 05 Dec 04, 15:13
Hier die Daten des bebens
http://www.lgrb.uni-freiburg.de/lgrb/Fachbereiche/erdbebendienst/erdbebenmeldung

Karte http://www.lgrb.uni-freiburg.de/lgrb/Fachbereiche/erdbebendienst/erdbebenmeldung/led_pool/images/karte041205.gif
meldung http://www.lgrb.uni-freiburg.de/lgrb/Fachbereiche/erdbebendienst/erdbebenmeldung/led_pool/images/erdbebenmeldung041205.jpg
seismogram http://www.lgrb.uni-freiburg.de/lgrb/Fachbereiche/erdbebendienst/erdbebenmeldung/led_pool/images/plot041205.gif
Titel: Re: Erdbeben heute Nacht
Beitrag von: wolfilain am 05 Dec 04, 15:45
sorry wenns mehr wird
aber das ist ein interesantes thema (zumindest für mich)
 ;D
Erdbebengefährdungskarte
Deutschland Schweiz Österreich
http://www.umwelt.sachsen.de/de/wu/umwelt/lfug/lfug-internet/geologie-la-a_3072.html

Erdbebenverteilung ab dem Jahr 1000
http://www.umwelt.sachsen.de/de/wu/umwelt/lfug/lfug-internet/images_content/erdbebenzentren_deutschland_voll.jpg
Titel: Re: Erdbeben heute Nacht
Beitrag von: McSchuerf am 05 Dec 04, 17:51
Hallo wolfilain,

ja, wir hatten hier in Hessen auch schon mal Erdbeben; ist aber schon länger her ..

Zwar liegt auch Hessen in einem Gebiet, in dem die Erde nicht zur Ruhe kommt .. wenn auch mit weit geringeren Folgen als z.B. bei manchem Erdbeben im Ausland..aber trotzdem regelmäßige, messbare, wenn auch nicht immer durch den Menschen 'fühlbare' Erdbebentätigkeit gibt es im mittleren Rheintal, am südlichen Taunusrand, im Rheingau, im Limburger Becken, in der Hanau-Seligenstädter Senke, im Fuldatal und insbesondere im Oberrheingraben...

..ich fiel damals auch fast aus dem Bett (dachte ich hätte plötzlich während der Nacht ein Wasserbett untergeschoben bekommen..   )..aber das dürften trotzdem noch unter 5 auf der Richter-Skala gewesen sein.. 
Titel: Re: Erdbeben heute Nacht
Beitrag von: uwe am 05 Dec 04, 17:58
Es ist auffällig, daß in Europa anscheinend die seismischen Aktivitätem wieder zunehmen. So hat mein Österreichischer Freund (Hohe Tauern) schon seit vorigem Jahrdarauf hingewiesen, daß in den letzten Jahren überdurchschnittlich viele Bergstürze und Murenabgänge aufgetreten sind. Alles läßt sich bestimmt nicht auf den Anstieg der Durchschnittstemperaturen zurück führen

Gruß
Uwe 
Titel: Re: Erdbeben heute Nacht
Beitrag von: Moni am 06 Dec 04, 18:56
Hallo Findus,

auch ich finde das Thema äußerst interessant.
Bitte beschreibe doch mal, wie das gewesen ist.

Erderschütterungen verursacht durch Sprengungen, kann ich aus Erfahrung nachvollziehen eben wie es wackelt etc. ....Was man selbst spürt.
Aber ein Beben? 

Liebe Grüße Moni
Titel: Re: Erdbeben heute Nacht
Beitrag von: der Sauerländer am 06 Dec 04, 22:50
Hi

Ich habs 2 mal erlebt. Eins davon nachts um 3.00 Uhr. Bin davon wach geworden. Das waren Beben aus dem Rheingraben(s. Eintrag v. Peter). Einige Sekunden nur, aber Teller und Tassen haben wirklich geklirrt. Und das ganze fühlbar bis ins Sauerland. Unbedeutend, aber selbst mal "erfühlt".
Also...in einem Japanischen Hochhaus würde ich nicht wohnen wollen :-\

der Unerschütterliche...
Sauerländer
Titel: Re: Erdbeben heute Nacht
Beitrag von: Binx am 06 Dec 04, 23:40
Hallo wolfilain,

ja, wir hatten hier in Hessen auch schon mal Erdbeben; ist aber schon länger her ..

Zwar liegt auch Hessen in einem Gebiet, in dem die Erde nicht zur Ruhe kommt .. wenn auch mit weit geringeren Folgen als z.B. bei manchem Erdbeben im Ausland..aber trotzdem regelmäßige, messbare, wenn auch nicht immer durch den Menschen 'fühlbare' Erdbebentätigkeit gibt es im mittleren Rheintal, am südlichen Taunusrand, im Rheingau, im Limburger Becken, in der Hanau-Seligenstädter Senke, im Fuldatal und insbesondere im Oberrheingraben...

..ich fiel damals auch fast aus dem Bett (dachte ich hätte plötzlich während der Nacht ein Wasserbett untergeschoben bekommen..   )..aber das dürften trotzdem noch unter 5 auf der Richter-Skala gewesen sein.. 


An das Erdbeben in Hessen vor paar Jahren kann ich mich gut erinnern.  Das hat meine Mutter fast aus dem Bett geworfen. Ich allerdings habe davon nichts gemerkt  ::) , aber es soll ziemlich heftig gewesen sein.
Titel: Re: Erdbeben heute Nacht
Beitrag von: Erik am 07 Dec 04, 10:46
@Findus,

Der Rheingraben ist eine Bruchzone, an der sich Europa wohl irgendwann einmal teilen wird. Ist zwar relativ ruhig zur Zeit, aber Bewegung findet halt trotzdem statt..

Wenn Du also eines Morgens aus dem Fenster siehst und ein Meer erblickst weißt Du was passiert ist ;D

Gruß, Erik
Titel: Re: Erdbeben heute Nacht
Beitrag von: der Sauerländer am 07 Dec 04, 12:48
Hi Findus

Und wenn Du wissen willst, wie das aussieht, was der Erik meint, dann fahr nach Ost-Afrika ins Rift-Valley. Da entsteht zurzeit ein neuer Ocean. Geht vom Libanon bis Mozambique über mehr als 6000 Meilen. Geologen sprechen von einem "Crack".

@Erik
stelle mir grade vor, von meiner Terasse im Sauerland aus auf den Rhein-Pazific zu schauen :D ;D 8)
und direkt vor mir ne Horde von ca. 5729 Stck. "Flamingo Sauerlandensis" ::)
Wie alt müsste ich dann werden? Nach Meinung von Geologen ca. 50 Mio. Jahre :'(

Wilhelm
Titel: Re: Erdbeben heute Nacht
Beitrag von: wolfilain am 07 Dec 04, 19:48
nur ein problem gibts noch
ohne vulkane wirds nich abgehen
Rift Valley + Verwerfungsspalten.
(http://www.educeth.ch/stromboli/perm/erta/air/icons/ja_082.jpg) ;D
Titel: Re: Erdbeben heute Nacht
Beitrag von: der Sauerländer am 07 Dec 04, 23:10
Hi Wolfilain

Is überhaupt kein Problem ;)
Da sind wir im Sauerland/Rheingraben doch schon viel weiter ::)
Bei uns is das alles schon wieder bewachsen ;D ::) 8)
Titel: Re: Erdbeben heute Nacht
Beitrag von: McSchuerf am 08 Dec 04, 06:42
Hallo Erik,

das 'Meer vor der Haustür' gab's ja schon mal..ganz früher (Stichwort Gondwana-Land..).. ;)..

Gruß Peter
Titel: Re: Erdbeben heute Nacht
Beitrag von: wolfilain am 31 Dec 04, 23:13
 :-X

Die Daten Sprechen für sich.
Zitat
"
Beim Seebeben vom Sonntag war die indische Platte unter die birmanische Platte gerutscht. Dabei brach der Meeresboden auf einer Länge von 1000 Kilometern. Experten sprechen von einer sogenannten Subduktionszone.


Das Epizentrum der dadurch ausgelösten Erdstöße lag etwa 250 Kilometer südöstlich von Sumatra. Diese Insel hat sich durch das Seebeben verschoben. Professor Ken Hudnut vom Amerikanischen Geologischen Institut hat berechnet, daß sich die nordwestliche Spitze von Sumatra um rund 35 Meter nach Südwesten verschoben hat. Außerdem wurde die Insel auf der einen Seite um rund 30 Meter angehoben, auf der anderen Seite hingegen rutschte sie nach untern. Auch andere kleinere Inseln in der Region wurden um zirka 20 Meter nach Südwesten geschoben und höher über den Meeresspiegel gehoben.


Das Beben vom Sonntag war mit einer Stärke von 9,0 auf der Richterskala das drittstärkste, das jemals von Menschen registriert wurde. Den Rekord hält aber noch immer ein Beben in Chile im Jahr 1960. Damals stellten die Nadeln der Seismographen eine Stärke von 9,5 fest. Das mit 9,2 zweitstärkste Beben erschütterte 1964 Alaska. Die bei diesen 9er Beben freigesetzte Energiemenge ist wirklich gigantisch: Sie entspricht der freigesetzten Energie von rund 30 000 Hiroshima-Atombomben!


Kein Wunder, daß bei so großen mechanischen Kräften Erdbeben auch einen Einfluß auf die Erdachse und Erdrotation haben. Forscher gehen davon aus, daß das Seebeben im Indischen Ozean auch die Erdachse ins Wanken gebracht hat. Der Physiker Richard Gross vom Jet Propulsion Laboratory im kalifornischen Pasadena vermutet, daß sich die Drehgeschwindigkeit durch das Beben um einige Mikrosekunden verändert haben könnte. Es würde jedoch noch Wochen dauern, bis Präzisionsmessungen einen solchen Effekt sicher belegen könnten.
"
Quelle:
http://www.welt.de/data/2004/12/29/381009.html

Als anfangs Dezember das Beben von dem Thread hier war, hab ich auf meine homepage geschrieben.
Zitat
" So langsam frage ich mich (wobei ich grade kopfschmerzen bekomme) wie das naechste Jahr werden wird.
Hartz 5 oder wieder ein Erdbeben?
Freut man sich nun am besten auf das nächste Jahr oder lieber in Gruebeln verfallen? "
Nun bringt es mich wirklich zum Grübeln.

Am Ende des die Welt.de Reportes steht etwas von "La Palma".
Auf der Insel sieht es in etwa so aus wie auf dem "Messingberg"
http://www.weserberge.de/7_Berge/Messingberg/Katastrophe_Messingberg/katastrophe_messingberg.html
In der Mitte der Insel haben sich Spalten aufgetan.
Als der eine noch aktive Vulkan zuletzt ausgebrochen ist hat der die Insel erhitzt.
Auf grund des Wassers in der Insel und der Hitze hatt sich Druck aufgebaut der beim nächsten Ausbrucht droht einen 20km langen westlichen teil ins Meer rutschen zulassen.
Das Gestein würde mit 350 Stundenkilometern bis zu 60 Kilometer weit abwärts gleiten, bis es erst in 4000 Meter Tiefe zur Ruhe käme.

Irgend wie Wahnsinn sich das vorzustellen.
8 Stunden später wäre die Welle in New York mit einer Höhe von 25 Meter.
Die Anfangshöhe der Welle wäre ca 600 METER.  (an der stelle wo der Rutsch ist)

Allerdings würde die Welle auch Europa erreichen.
Titel: Re: Erdbeben heute Nacht
Beitrag von: Robin am 01 Jan 05, 14:34
Tja, so ist die Natur...

Für die getroffenen Menschen ist es natürlich schrecklich, aber dagegen kann man nichts machen. :(
Ok, ein Warnungssystem würde helfen.

Mein Tip: nicht in tektonisch hoch aktive Zonen wohnen gehen! :-\
Titel: Re: Erdbeben heute Nacht
Beitrag von: McSchuerf am 01 Jan 05, 17:13
hier mal die wissenschaftlichen News zu den Tsunamis, etc.. (aus dem mtl. 'Krantz-Brief')..

Geologische Sichtweise des Tsunamis im asiatischen Raum
-----------------------------------------------------------
Das schwere Erdbeben von Sumatra – man mag es angesichts
des Unheils, welches es im asiatischen Raum angerichtet
hat kaum aussprechen – könnte sich für die Untersuchung
des Erdinneren als sehr bedeutungsvoll herausstellen. Es
bietet Geowissenschaftlern eine außergewöhnliche Möglichkeit
zur Erforschung wie es sie seit mindestens 40 Jahren nicht
mehr gegeben hat. Unter den Naturwissenschaftlern stehen
insbesondere Geowissenschaftler vor dem Problem, dass
sich ihr Untersuchungsobjekt, die Erde, im Labor nur
schwer simulieren lässt.
Die Erde hat einen Durchmesser von mehr als 12700 Kilometern.
Aber selbst die tiefste Bohrung von zwölf Kilometern ist nicht
mehr als ein Pikser in die Haut der Erde. Der größte Teil
jener Informationen, die Geowissenschaftler in den vergangenen
hundert Jahren über den Aufbau der Erde zusammengetragen
haben, stammt aus der Analyse von Erdbebenwellen. Aus den
Schwingungen, welche die sehr selten auftretenden Erdbeben
mit Stärken von neun und mehr hervorrufen, können Forscher
nämlich im Detail den Aufbau der Erde berechnen. Die Forscher
nutzen dabei die bei einem Erdbeben entstehenden seismischen
Wellen. Diese Wellen durchleuchten die Erdschichten, von ihrer
dünnen Kruste bis zum 2900 Kilometer unter unseren Füßen
liegenden Erdkern. Es gibt zwei Gruppen von Wellen:
Jeder Kontakt der ersteren Art von Wellen, sogen. Raumwellen,
mit einer Schichtgrenze hinterlässt im Seismogramm seine
Spur als kleiner Ausschlag. Aus der Analyse vieler Tausender
solcher Ausschläge berechnen Seismologen dann nicht nur die
Tiefe der Schichtgrenze. Sie können vielfach auch ableiten,
welche Gesteine durch diese Grenze voneinander getrennt werden.
Die zweite Art von Erdbebenwellen, die sogen. Oberflächenwellen,
dringen im Gegensatz zu den Raumwellen nicht sehr tief ein.
Bei schwereren Erdbeben sind diese Oberflächenwellen so stark,
dass sie den Globus mehrmals umrunden können. Aus der Magnitude
dieser Wellen wird mittlerweile auch die Magnitude eines
Erdbebens berechnet. Nach einer gründlichen Auswertung der
Oberflächenwellen des Sumatra-Bebens korrigierten die Mitarbeiter
des Geologischen Dienstes der Vereinigten Staaten in Golden
(Colorado) am Montag (27.12.04) ihre Angaben leicht nach oben
auf 9,0.
Auch die Tsunamis, die an den Küsten des Indischen Ozeans
die schweren Verwüstungen angerichtet haben, gehören zu den
Oberflächenwellen. Sie breiten sich aber nicht im festen
Erdboden, sondern nur im Ozean aus. Auf ihrem Weg quer durch
einen Ozean büßen sie so gut wie nichts von ihrer ursprünglichen
Energie ein, weshalb ein Tsunami auch noch Tausende von Kilometern
von seinem Entstehungsort entfernt schwere Schäden anrichten kann.
Große Erdbeben erzeugen aber nicht nur elastische Wellen.
In der ruckartigen Bewegung einer riesigen Gesteinsscholle –
beim Beben von Sumatra verschob sich die indisch-australische
Platte auf einer Länge von etwa tausend Kilometern mit einem
Schlag um zehn Meter – steckt eine ungeheuer große Energie.
Der ruckartige Versatz ist vergleichbar mit dem kräftigen
Schwung eines Klöppels, der auf eine Glocke trifft. Die Erde
kann auch, durch kräftiges Beben angeschlagen, tagelang wie
eine Glocke läuten. Bei diesen sogenannten Eigenschwingungen
bläht sich die Erde wie ein Ballon auf, nur um sich dann wieder
zusammenzuziehen. Sie kann aber auch ihre Form ändern. Mit
empfindlichen Seismometern lassen sich diese Schwingungen messen.
Sie treten allerdings nur nach schweren Erdeben in den
Aufzeichnungen von besonders abgelegenen Erdbebenwarten
deutlich hervor. Eine in Frage kommende und inzwischen
weltberühmte Station zur Messung von Eigenschwingungen
ist die gemeinsam von den Universitäten Stuttgart und
Karlsruhe betriebene Erdbebenwarte in Schiltlach im Schwarzwald.
Aus der Auswertung dieser Aufzeichnungen können Geowissenschaftler
dann die Lage der Schichtgrenzen im Erdinneren sowie die Dichte
und die Verformbarkeit der dort vorkommenden Gesteinstypen berechnen.
Es werden spannend diese genauen Ergebnisse erwartet.
Quelle: FAZ 28.12.2004