Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => erledigte Bestimmungen / completed determinations => Thema gestartet von: Tobsi am 03 Jun 10, 19:33
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Hi,
ich hab dieses Ding schon seit Jahren in der Vitrine. Hab gedacht es ist ein Pyrit aber als ich vor kurzem umgeräumt hab hab ich bemerkt, dass der rostige
Belag der vorher komplett über die "hubbel" gezogen war als Pulver abgefallen ist. Außerdem riecht er sehr unangenehm nach Metall.
Ich hab es vor einigen Jahren auf nem Parkplatz von nem Steinbruch in Idar Oberstein gefunden. Hat vermutlich jemand verloren.
was meint ihr?
ach ja der Bit ist nur zum Größenvergleich ;D
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Hi,
das ist Markasit,der Zwillingsbruder des Pyrit,mit der bösen Eigenschaft mit Sauerstoff und Luftfeuchtigkeit zu Limonit ,Gips und einem Rest Schwefelsäure zu zerfallen.Sofor weg !!Die austretende Schwefelsäure kann andere Minerale schädigen und unschöne Löcher in den Schrank fressen.
MfG Günter
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Hallo Tobias,
Günter hat Recht. Es kann durchaus interessant sein, den Zerfall im Lauf der Zeit zu beoachten ;)
Falls Du die Knolle noch eine Weile als Dekoobjekt behalten willst, lege irgend etwas chemisch widerständiges (Fliese, Teller, Blumentopfuntersetzer) drunter, damit Dir die Zerfallsprodukte nicht die Unterlage anfressen. Und halte sie ein paar Dezimeter von anderen Mineralien, Fossilien und Metallgegenständen fern, damit die nicht angegriffen werden. Böse ist auch die Nähe zu Papier, das wird recht schnell angefressen. Gesundheitlich gesehen ist das Ganze völlig harmlos. Auch ein Verschlucken der Knolle würde höchstens zu Sodbrennen führen ;D
Gruß,
Rainer
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Hallo!
Ist doch nur der Belag abgefallen-die Kugel selbst scheint ja stabil zu sein.Ich würde den Restbelag runterschrubben und das Teil vorsichtshalber auch auf einer Fliese platzieren,aber nicht unbedingt wegschmeißen
Gruß Jens
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Ist doch nur der Belag abgefallen-die Kugel selbst scheint ja stabil zu sein.
Stimmt, "scheint"! Der Zerfall beginnt meist innen, weil dort in den Poren gleichmäßige Feuchtigkeit entsprechend dem mehrtägigen Mittelwert der Raumluft herrscht. Lösliche Zerfallsprodukte werden mit der Zeit kapillar zur Oberfläche befördert und fallen dort als sichtbarer Belag aus. Das Problem steckt aber in der Knolle, wo saure Zerfallsprodukte weiteren Markasit zur Zersetzung anregen. Es kann relativ lange dauern, mitunter Jahre, bis sich die Ausblühung entweder zur Oberfläche durchgearbeitet hat und dort richtig in Erscheinung tritt, oder bis das Gefüge der Knolle so weit geschwächt ist, dass sie zerbröselt. Die Schweflige Säure, die bei dem Zerfall als Zwischenprodukt entsteht, ist übrigens hygroskopisch und zieht zusätzliche Feuchtigkeit aus der Raumluft in die Knolle, was das Ausblühen stetig beschleunigt.
Nass mit Wasser (falls Du das gemeint hast) sollte man da gar nichts runterschrubben - wenn nass, dann am besten mit Spiritus oder reinem Alkohol, damit nicht noch mehr Wasser in die Knolle gelangt.
Gruß,
Rainer
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Hi Tobias,
sieh bei "steinkern" nach,die Fossiliensammler kämpfen gegen dieses Problem ebenfalls vergebens,der Zerfall,einmal begonnen ist nicht aufzuhalten und Generationen pyritisierte Fossilien gehen sang und klanglos den Bach runter !!
Gruß Günter
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die Fossiliensammler kämpfen gegen dieses Problem ebenfalls vergebens,der Zerfall,einmal begonnen ist nicht aufzuhalten und Generationen pyritisierte Fossilien gehen sang und klanglos den Bach runter !!
Dem möchte ich doch insgesamt widersprechen ;) Es gibt durchaus Methoden, das Ausblühen zu verhindern bzw. langfristig zu verzögern, wie Jahrzehnte alte Museumsbestände an verkiesten Fossilien beweisen, die sich bester Gesundheit erfreuen. Diese knüpfen sich jedoch an spezielle Aufbewahrungsbedingungen (u. a. Klimatisierung), die für Privatsammler nicht immer realisierbar sind. Chemische Methoden zur Stabilisierung bereits ausblühender verkiester Fossilien gibt es auch, hier liegen aber selten Langzeitstudien zu ihrer Brauchbarkeit vor, bzw. oft werden Angaben dazu auch dadurch verfälscht, dass die Behandlung nicht mit der gebotenen Sorgfalt erfolgte oder die behandelten Fossilien trotzdem weiter unter ungeeigneten raumklimatischen Bedingungen gelagert wurden.
Gruß,
Rainer
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Hi Rainer,
ist ja richtig,ich wollte aber das Bad nicht mit einer schon angeknabberten Pyritknolle auskippen,außerdem geht es um Otto Normalo und nicht um ehemals geldgeschwängerte museale Einrichtungen.
Gruß Günter
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Hallo Günter!
außerdem geht es um Otto Normalo und nicht um ehemals geldgeschwängerte museale Einrichtungen.
;D
Ich hätte einen Satz vielleicht genauer formulieren sollen:
"Chemische Methoden zur Stabilisierung bereits ausblühender verkiester Fossilien, die für Sammler praktikabel und erschwinglich sind, gibt es auch"
Die Konservierung dieser einen Knolle durch Otto Normalsammler würde wahrscheinlich mit ca. 2-3 Euro an Kosten für Chemikalien zu Buche schlagen. Geldgeschwängert muss man da nicht gerade sein. Die Probleme gehen los, wenn man davon 100 Stück auf einmal aus dem Boden holt ;)
Gruß,
Rainer
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Hey,
Vielen Dank für die antworten
ich denk ich legs mal in ein marmeladenglas oder so
der ist sowiso nur deko ;D
meine Mutter wollt ihn schon wegwerfen wei sie gedacht hat des isch Uran und strahlt radioaktiv ;D
oder könnte man den in irgentwas "einlegen"?
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oder könnte man den in irgentwas "einlegen"?
Ja, reines Aceton verhindert das Ausblühen, bzw. wenn der Prozess bereits angelaufen ist, läuft er wenigstens nicht weiter. Das Stück muss dazu in einem dicht verschraubten Glas völlig mit Aceton bedeckt sein. Ggf. musst Du nach einigen Tagen mal prüfen, ob das Aceton nicht als Lösungsmittel auf die Kunststoffbeschichtung des Deckels wirkt und sie auflöst (die meisten Gläser für Lebensmittel haben aber Deckelbeschichtungen bzw -dichtungen, die davon nicht angegriffen werden - also, Marmeladen- oder Gurkengläser sind eine gute Idee). Auf die Art kannst Du das Stück unbegrenzt aubewahren.
Gruß,
Rainer
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meine Mutter wollt ihn schon wegwerfen wei sie gedacht hat des isch Uran und strahlt radioaktiv ;D
Es ist interessant, dass Mütter immer die Angst haben, dass die heimische Sammlung strahlen könnte. Seit Tschernobyl beobachte ich diese Angst bei meiner Mutter. Achja, bei selbst gesammelten Pilzen geht die Diskussion auch immer los...