Mineralienatlas - Fossilienatlas
Fossilien / Fossils / Fósiles => Deutschland / Germany / Alemania => Paläobotanik (fossile Pflanzen / fossil plants) => Restliche Bundesländer => Thema gestartet von: seppl23 am 15 Jun 10, 18:41
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Guten Abend allesamt
Was habe ich hier wieder gefunden? Mir sieht es wie versteinertes Holz aus. Jedoch ist der Glanz und Bruch etwas verwirrend. Sieht irgendwie wie Feuerstein aus, zumindest von der Oberfläche her.
MFG
Mario
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Bild 2....
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Hallo seppl, könnte versteinertes Holz sein, könnte aber auch verkieselter Waldboden sein, der viele Flanzenreste enthält. Soetwas muß man sich näher und unter einem Mikroskop betrachten um genaueres zu sagen.
Gruß
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Danke Lausitz
Versteinerte Hölzer gibt es ja wie Sand am Meer hier an der Elbe. Doch haben diese meistens nicht so eine glänzende Oberfläche wie dieses Stück hier. Gibt es Unterschiede zwischen verkieselt und versteinert, oder bedeutet verkieselt allgemein versteinert?
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Hallo Mario,
es könnte sich auch um ein Stück versteinerte Wurzel handeln, dabei sind die Holzstruckturen manchmal nicht so gut erkennbar.
Unterschied Verkieselung / Versteinerung
Verkieselung, auch Silifizierung genannt, ist die Ausfüllung von Porenräumen durch Siliziumdioxid (SiO2) sowie die Umwandlung von Gestein unter Zufuhr (Metasomatose) von SiO2 in gelöster Form. Natürlich stattfindende Verkieselung ist nicht nur auf Gesteine (Kieselgestein) beschränkt, sondern kann auch Gewebe wie Holz betreffen.
Als Fossil (von lat. fossilis „(aus)gegraben“) oder Versteinerung, früher auch Petrefakt (von griechisch „Stein") genannt, bezeichnet man jedes Zeugnis vergangenen Lebens aus der Erdgeschichte. Im Gegensatz zur Versteinerung ist aber nicht jedes Fossil mineralisiert.
Glück Auf
Tino
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Tschuldigung, meinte natürlich verkieselte Wurzel ;D
Quelle übrigens Wikipedia
Glück Auf
Tino
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Also opalisiert, oder lieg ich da falsch?
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Hallo Mario,
schau mal auf
http://www.versteinertes-holz.de/petrified-wood-gliederung.html
da gibts ne gute Erläuterung zum Oberbegriff verkieseltes Holz welches sich aufgliedert in die Untergruppen opalisiertes und verquarztes Holz.
Die Seite ist relativ ergiebig zu diesem Thema.
Ich war über Himmelfahrt in der Oberlausitz mit meiner Gruppe unterwegs und haben Mineralien gesucht (?, ja kann man so sagen). Im Boxberg haben wir auch verkieselte Hölzer gefunden, im Tagebau Nochten inkohltes Holz und in Ottendorf auch wieder verkieselte Hölzer. Die Lausitz bietet sehr gute Möglichkeiten derartiger Funde. Jedoch würde ich, auch bei deinem Fund, hier nicht von opalisiertem Holz sondern eher von verquarztem Holz (Ersatz der Holzsubstanz durch Chalcedon/Achat) sprechen. Ein Farbenspiel (Opal) ist augenscheinlich nicht zu erkennen.
Glück Auf
Tino
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Stimmt, Chalcdeon/Quarz ist auch noch eine Möglichkeit. Opalisiert kann glaube ich auch vom Einzugsgebiet Böhmen her nicht ganz passen, soweit ich das hier gelesen habe.
Dachte eigentlich, dass die gemeinen Opale kein Farbenspiel aufweisen. Aber wie gesagt, scheint Chalcedon zu sein.
Danke Tino für die Hilfe
Edith: Danke für den Link. Auf dieser Seite steht nun wiederum, dass auch in Tschechien opalisiertes Holz gefunden wurde. Ist zwar selten, aber es scheint es dort zu geben.
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Woran erkenne ich beim Suchen versteinertes oder meinetwegen auch verkieseltes Holz? Also worauf muss ich achten, wenn ich sowas suchen/ finden sollte?
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Hallo Hölzlesucher,
es stimme,daß die Quarzvarietät Opal nur in den seltensten Fällen als Edelopal ausgebildet ist und wirklich opalisiert.Entsprechende Funde kenne ich im größerem Umfang nur aus Virgin Valley Nevada USA."Gemein"opalisiertes Holz ist aus Tschechien und Ungarn bekannt:.Versteinert ist der volkstümliche Oberbegriff für fossile Hölzer,verkieselt,verkiest,limonitisiert die konkrete Erhaltungsform.-Beim Sammeln braucht man schon ein etwas geschultes Auge,da sich fossiles Holz,besonders in Geröllfundpunkten sehr gut tarnen kann und oft mineralische "Doppelgänger",wie Gneise,Kieselschiefer,gebänderte Sandsteine Holz vortäuschen.Das ist einfach Erfahrungs/Übungssache,die richtigen Exemplare rauszupicken,wobei gemeinsame Sammelexkursionen mit einem "alten Hasen" durch keine angelesene Theorie zu toppen ist.
Weiterhin Glück auf Günter
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Hallo Julia,
beim suchen nach verkieseltem Holz gibt es mehrere Kriterien nach denen man schauen kann. Ich achte vorwiegend auf Farbe und Struktur. Die Farbe variiert natürlich je nach art des "ehemaligen" Holzes. Teils von schwarz über sattes braun bis zu beige.
Die Stuktur lässt meist auch drauf schließen durch typisch hölzerne Fasern, teils auch Rindenreste.
Meist sind die Hölzer rundlich, teils länglich, oft glatt geschliffen durch den Abrieb mit anderen Flusskieseln.
Hängt jedoch auch vom Fundgebiet und dem Einflussgebiet zusammen.
Ich stimme Günter in dem Bezug "alte Hasen" voll und ganz zu !!!
Glück Auf
Tino
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Hat hierzu jemand eine Idee?
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Und ein ähnlicher mit rotbrauner durchsichtiger Aderfüllung.
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Hallo Mario
Sieht nach Hornstein aus. Kommt in den Elbeläufen der Lausitz häufig vor. Wie schon Lausitz sagt, muß man solche Sachen mit Lupe oder Bino untersuchen. Einige Hornsteine führen Pflanzenfossilien, gelegentlich auch tierisches Material und am meisten nur mineralische Bildungen.
Timo möchte ich im Bezug auf die Schlußfolgerung, daß die Farbe mit der "Holzart" zu tun hat widersprechen. Da gibt es kein Zusammenhang. Z.B. vom Dadoxylon gibt es in der Lausitz außer Grün und Blau fast alle Farbvarianten. Auch vom Baumfarn Tempskya gibt es hier eine große Farbvielfalt.
Auch bei der Zuordnung der Farben nach Herkunftsgebiet vergißt man häufig die Umfärbung auf sekundärer Lagerstätte. Rindenstrukturen bei Geröllhölzer sind auch unwahrscheinlich. Meist begegnet man Rinden an Wurzeln in den pflanzenführenden Hornsteinen. Anbei mal eine Wurzel mit Rinde ( 16mm ) aus der Niederlausitz.
Gruß Werner
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Danke für die schnellen Antworten!
Wenn ich einen "alten Hasen" kennen würde hätte ich schon längst gefragt ob ich mitkommen könnte. Leider ist dem nicht so und in meinem bisherigen Bekanntenkreis befindet sich auch niemand der sich mit Steinen auskennt. Deswegen die Frage nach den Merkmalen.
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Hallo Julia,
wenn das so einfach wäre,mit den Merkmalen....Auf alle Fälle in Terassenschottern sind längliche,rechteckige Stücke verdächtig und wenn sie holzartige Strukturen zeigen ist der Erfolg meist nicht weit.Je nach eigener Sammlerhärte empfiehlt sich bei trockenem Wetter nebst unabdingbarer 10 er Lupe eine Sprühflasche mit Wasser für den optischen Schnelltest,ich für meine Person gehe lieber bei Nieselregen,da fällt die Sprühflasche weg,die Steine schön abgeregnet und gut erkennbar.Und nicht zu verachten,wenn Du bei dem Wetter in der Kiesgrube jemanden triffst,ist der/die kein Strohfeuer!!
So hab ich einige "echte Kumpel" kennengelernt.
weiterhin Glück auf Günter
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Hallo Werner,
meine "Schlussfolgerung", war lediglich ein Hinweis, auf was man beim Sammeln von Kieselholz achten kann. (@ Julia) Nicht jeder hat ein Bino zur Hand. Das Farbspektrum ist natürlich sehr breit, jedoch findet man alle Farbvarietäten nicht gleichhäufig. Ist das Holz nach Achat verkieselt ist es augenscheinlich, das auch die Farben des Achat bei den Hölzern vorliegen.
Rindenreste sind sehrwohl auch bei verkieselten Hölzern anzutreffen. Ein wie auf deinem Foto abgebildetes Stück einer verkieselten Wurzel bleibt ja nicht immer heil, so dass auch gebrochene Stücke, welche sich weiterhin im Fluss befinden wiederum abgeschiffen werden und somit auch Rinde in Erscheinung tritt.
@ Mario
ich würde, auch wie Werner, den 2. Fund für verkieseltes Sediment halte, das 2.Bild zeigt eine schöne sedimentäre Ablagerungsschicht (heller Bereich).
Glück Auf
Tino
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Da wir hier gerade beim verkieselten Holz sind, hier mal eine Frage. Könnte das verkieseltes Holz sein?
Gruß
Mario
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Das Könnte auch ein Tempskya-Farn sein. Solche Stücken muß man vor sich haben, Ferndiagnosen anhand von Bildern können nur immer vermutungen sein.
Mach mal paar Detailaufnahmen wenn du kannst.
Gruß
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Hallo Mario,
Das Stück sieht Interesant aus, man sieht an mehreren Stellen eine kleine Achatstrukturen, würde ich schneiden lassen.
Gruß
Axel
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@Lausitz
Probiere ich morgen einmal.
Edith: Stimmt, der Tempskya-Farn weißt ähnliche Strukturen wie Achat auf.
@alexusi
Ja, Achatstrukturen sind viele vorhanden. Das mit dem Schneiden könnte kompliziert werden, da die Form in der Mitte eine starke Vertiefung aufweist. Fotos kommen heute vielleicht noch. Dann könnt ihr mir vielleicht auch noch sagen, wie man das Ding bearbeiten könnte.
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So, ich habe mal versucht ein paar Detailaufnahmen zu machen. Hoffe es passt einigermaßen, obwohl die Qualität zu wünschen übrig lässt meines Erachtens nach.
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Hallo seppl,also auch jetzt schwierig zu sagen ob eine Tempskya vorliegt. Muß man unterm Mikroskop mal schauen ob Wurzeln oder Blattspuren erkennbar sind. Bis zu einer Klärung würde ich das Stück nicht schneiden.
Gruß
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Wird schwierig werden mit dem bestimmen lassen. Nun gut. Jetzt hab ich hier noch ein Stück, zu dem ich eine Frage hätte.
Ist diese orangebraune Schicht Holzrinde?
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Seitenansicht....Hier wird es bestimmt auch schwierig mit der Bestimmung?
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Hi Seppl,
das wird insgesamt schwierig,könnte auch "Kieseltorf/Hornstein" sein,und da geht ohne Schnitt und Mikro eigentlich garnichts.
MfG Günter